Australien: Nicht nur Rohstoffe überzeugen

Geldanlagen in "exotischen" Märkten Australien: Nicht nur Rohstoffe überzeugen

Lars Becker
von Lars Becker
27.02.2017
Auf einen Blick
  • Australien bietet nicht nur im Rohstoffbereich gute Gewinnchancen.
  • Der australische Aktien-Index ASX 200 ist im Verlauf eines Jahres um nahezu 20 Prozent gestiegen.
  • Anleger sollten immer das Währungsrisiko beachten.
Artikelbewertung
Teilen
Schrift

Beim Gedanken an Australien kommen den meisten sicher als erstes Urlaub, Koala und Känguru in den Sinn. Zu Unrecht: Denn das Land "Down Under" ist auch für Geldanleger interessant. Und das hat nicht nur mit den riesigen Rohstoffreserven des Landes und den zumindest in der Szene bekannten Gold-Anlagemünzen zu tun, von denen eine natürlich auch "Australian Kangaroo" heißt.

Australien "ein spannender Markt"

"Australien ist schon ein spannender Markt. Das Land ist sehr stabil und seine Wirtschaft könnte 2017 um gut zwei Prozent wachsen – also stärker als die Eurozone. Die Reserve Bank of Australia geht sogar von drei Prozent BIP-Wachstum aus", erklärt Ulrich Stephan gegenüber biallo.de. Der Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank für die Privat- und Firmenkunden hat selbst drei Jahre im Land am anderen Ende der Welt gelebt und gearbeitet. Und hat mit Blick auf die reichen Bodenschätze in Australien einen speziellen Tipp, nachdem der Rohstoffsektor 2016 in Australien schon 40 Prozent nach oben geschossen ist:

"Der Rohstoffmarkt war nach dem Börsenschock Anfang 2016 in China eingebrochen und hat sich im Laufe des Jahres gut erholt. Vor allem bei Kohle und Eisenerz gab es einen deutlichen Anstieg. Kupfer hat sich nicht so deutlich verteuert – es könnte kurzfristig Aufholbedarf haben."

Finanzwerte interessant

Doch nicht nur Rohstoffe und Aktien von Unternehmen der Branche sind interessant, Australien bietet längst mehr Spannendes. "Natürlich denkt man in Sachen Australien zuerst an Rohstoffe wie Eisenerz, Kohle, Gold oder auch Opale. Aber wenn man in den australischen Index ASX 200 reinschaut, finden sich da zu 40 Prozent Financials und Rohstoffe kommen erst an zweiter Stelle. Es gibt viele interessante Branchen: Dazu gehört etwa der Immobiliensektor, vor allem die Projektentwickler und der Telekommunikationssektor", so Stephan. 

Nicht auf die Exoten setzen

Stephan empfiehlt allerdings, breit zu streuen, wenn man in Australien investiert: "Australien ist weit weg, man bekommt nicht wirklich alle Nachrichten mit, deshalb würde ich nicht die Exoten der Exoten kaufen. Ich würde auf Fonds setzen und bekannte Namen. Nicht nur Rohstoffe, sondern auch aus anderen Branchen wie Finanzen, Immobilien oder auch dem Gesundheitsbereich. Diversifizieren ist die richtige Strategie."

Aktien-Index, Fonds und australischer Dollar 

Der australische Aktien-Index ASX 200 ist im Verlauf eines Jahres um nahezu 20 Prozent gestiegen. Und auch hierzulande gehandelte Fonds mit australischen Aktien meldeten ordentliche Zuwächse: Hier bietet sich zum Beispiel der Fidelity Funds - Australia Fund A-AUD, der im gleichen Zeitraum deutlich über zehn Prozent Plus machte. Und da dieser Fonds in australischen Dollar gehandelt wird, ist der Zuwachs in Euro gerechnet noch deutlich höher. Etwa 13 Prozent hat der Euro im Verhältnis zur Aussie-Währung in den vergangenen zwölf Monaten verloren.

Währungsrisiko beachten

Das Währungs-Pendel könnte 2017 aber auch in die andere Richtung ausschlagen, das ist einer der Risiken bei Investitionen in "Down Under". Stephan: "Die Inflation in Australien ist niedrig, die Lohnsteigerungen auch. Wir gehen davon aus, dass die australische Notenbank eher einen Zinsschritt nach unten machen wird. Das bedeutet, dass der australische Dollar im Verhältnis zum Euro und vor allem zum US-Dollar tendenziell eher schwächer werden wird. Wer also in Australien investiert, sollte über eine Währungsabsicherung nachdenken."

Hoch entwickelter Kapitalmarkt

Generell ist es kein Problem, sein Geld in Australien anzulegen. Das Land hat einen hoch entwickelten Kapitalmarkt angelsächsischer Prägung – "ob Börse oder Terminmarkt, hier funktioniert alles bestens", so Stephan. Natürlich auch die Goldproduktion, bei der Australien weltweit zu den Top 3 gehört mit Minen-Giganten wie Newcrest Mining Limited.

Kängurus in Gold und live

Allerdings ist Chefanlagestratege Stephan in Sachen des Edelmetalls gespalten: "Gold ist in Australien natürlich auch ein Thema. Für den Goldpreis sehen wir im Umfeld steigender Zinsen und eines stärkeren Dollars im Jahr 2017 nur geringes Wachstumspotenzial. Allerdings bergen Donald Trump und die anstehenden Wahlen in Europa Risikopotenzial, deshalb ist es auch nicht verkehrt, etwas Gold als Absicherung im Portfolio zu haben." Ein paar "Australian Kangaroos" können also nicht schaden – ob nun als Münze oder live im Urlaub.

Biallo-Tipp

Australien ist zwar nicht der große Geheimtipp, für Anleger wegen der stabilen Wirtschaft und des verhältnismäßig hohen Wachstums aber sehr interessant. Von den Rohstoffen bietet Kupfer das größte Gewinnpotenzial, in Sachen Aktien empfiehlt es sich zu diversifizieren und vor allem auf große Firmen zu setzen. Dabei immer das Währungsrisiko beachten!

Ihre Meinung ist uns wichtig
Lars Becker
Lars Becker
Autor
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Lars Becker
Lars Becker
E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Teilen
Drucken
Zur Startseite
Lars Becker
Lars Becker
E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein:
Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.

Regeln für das Schreiben von Kommentaren:

  1. Kommentieren Sie sachlich und ohne persönliche Angriffe.
  2. Verfassen Sie keine Beiträge mit strafbarem, diskriminierendem, rassistischem, anstößigem, beleidigendem oder kommerziellem Inhalt und verweisen Sie nicht auf Seiten mit solchem Inhalt.
  3. Stellen Sie weder zu lange Texte noch Bilder ein, außer, wenn es unbedingt nötig ist.
  4. Veröffentlichen Sie keine personenbezogenen Daten Dritter, wie Namen, Adressen, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen.
  5. Wenn Sie persönliche Mitteilungen oder Texte anderer Verfasser einstellen oder Kommentare anderweitig veröffentlichen möchten, beachten Sie die Rechte Dritter. Bei einer Verletzung dieser Rechte (z.B. Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht, Datenschutz) haften Sie.
  6. Sie haben die Möglichkeit, Ihren Benutzernamen frei zu wählen. Sie sollten aber im eigenen Interesse markenrechtlich geschützte Namen vermeiden.

Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de