Australien: Nicht nur Rohstoffe überzeugen

Geldanlagen in „exotischen“ Märkten Australien: Nicht nur Rohstoffe überzeugen

Lars Becker
von Lars Becker
09.08.2019
Auf einen Blick
  • Der australische Aktien-Index ASX 200 glänzt im Verlauf des Jahres mit einer Performance von mehr als 15 Prozent plus.

  • Generell ist Australiens Wirtschaft sehr stabil: Das Bruttosozialprodukt soll im nächsten Jahr um drei Prozent steigen. Die Australische Zentralbank hat den Leitzins auf nur noch ein Prozent nach untern korrigiert.

  • Anleger sollten aber immer auch das Währungsrisiko beachten.
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Beim Gedanken an Australien kommen den meisten sicher als erstes Urlaub, Koalas und Kängurus in den Sinn. Doch das Land "Down Under" ist auch für Geldanleger interessant. Und das hat nicht nur mit den riesigen Rohstoffreserven des Landes und den zumindest in der Szene bekannten Gold-Anlagemünzen zu tun, von denen eine – so wie das australische Wappentier – "Australian Kangaroo" heißt.

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„China als Absatzmarkt extrem wichtig“

"China ist als Absatzmarkt für Australien sehr wichtig. Generell ist ‚Down Under‘ sehr stabil, das Bruttosozialprodukt dürfte in diesem Jahr um 2,5 Prozent wachsen. Im nächsten Jahr geht die Reserve Bank of Australia sogar von drei Prozent BIP-Wachstum aus", sagt Ulrich Stephan im Gespräch mit biallo.de. Der Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank für die Privat- und Firmenkunden hat selbst drei Jahre im Land am anderen Ende der Welt gelebt und gearbeitet.

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Leitzinssenkung und positive Performance

Deshalb beobachtet Stephan die Entwicklung im Kontinent am anderen Ende der Welt immer noch sehr genau. Ebenso wie in Kanada hat sich in den letzten Jahren durch einen rasanten Preisanstieg eine Immobilienblase gebildet. Um die Wirtschaft zu stützen, hat die australische Zentralbank den Leitzins in letzter Zeit zweimal nach unten verändert auf nun nur noch ein Prozent. Das billige Geld ist ein Treiber für die Börsen – der ASX 200 hat im Jahresverlauf immerhin mehr als 15 Prozent zugelegt.

Gemischtes Bild im Rohstoffbereich

Mit Australien verbinden die meisten Investoren vor allem Rohstoffaktien. Doch die Entwicklung in diesem Bereich war zuletzt gemischt: Die vor einiger Zeit noch raketenartig in die Höhe geschossenen Papiere von Lithium-Produzenten wie Pilbara Minerals oder Orocobre wurden zuletzt regelrecht abgestraft. Doch die Revolution der Elektromobilität wird kommen – und mit ihr die Nachfrage nach Rohstoffen wie Lithium oder Kupfer steigen. Kohle- und Erdölaktien dürften wegen des Klimathemas dagegen mittelfristig eher Probleme bekommen.

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Finanzwerte interessant

Doch nicht nur Rohstoffe und Aktien von Unternehmen der Branche sind interessant, Australien bietet längst mehr Spannendes. "Natürlich denkt man in Sachen Australien zuerst an Rohstoffe wie Eisenerz, Kohle, Gold oder auch Opale. Aber wenn man in den australischen Index ASX 200 reinschaut, finden sich da zu 40 Prozent Finanzwerte und Rohstoffe kommen erst an zweiter Stelle", erklärt Stephan.

Nicht auf die Exoten setzen

Stephan empfiehlt, breit zu streuen, wenn man in Australien investiert: "Australien ist weit weg, man bekommt nicht wirklich alle Nachrichten mit, deshalb würde ich nicht die Exoten der Exoten kaufen. Ich würde auf Fonds setzen und bekannte Namen. Nicht nur Rohstoffe, sondern auch aus anderen Branchen wie Finanzen, Immobilien oder auch dem Gesundheitsbereich. Diversifizieren ist die richtige Strategie."

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Fonds und australischer Dollar

Auch hierzulande gehandelte Fonds mit australischen Aktien meldeten ordentliche Zuwächse: Hier bietet sich zum Beispiel der Fidelity Funds - Australia Fund A (WKN 973281) an, der in diesem Jahr sehr deutlich hinzugewonnen hat. Was man bei einem Investment in Australien immer im Blick haben muss, ist das Währungsrisko. Derzeit gibt es für einen Euro 1,65 australische Dollar. Es waren aber 2019 auch schon mal deutlich mehr – die Zinssenkungen der australischen Zentralbank haben die Attraktivität des australischen Dollars wieder erhöht. Stephan rät: " Wer in Australien investiert, sollte über eine Währungsabsicherung nachdenken."

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Hoch entwickelter Kapitalmarkt

Generell ist es kein Problem, sein Geld in Australien anzulegen. Das Land hat einen hoch entwickelten Kapitalmarkt angelsächsischer Prägung – "ob Börse oder Terminmarkt, hier funktioniert alles bestens", sagt Stephan. Natürlich auch die Goldproduktion, bei der Australien – mit Minen-Giganten wie Newcrest Mining Limited – weltweit zu den Top 3 gehört.

Kängurus in Gold und live

Chefanlagestratege Stephan: "Gold ist in Australien natürlich auch ein Thema – zumal der Preis zuletzt deutlich gestiegen ist. Risikopotenzial gibt es momentan genug auf der Welt, deshalb finde ich es auch nicht verkehrt, etwas Gold als Absicherung im Portfolio zu haben." Ein paar "Australian Kangaroos" können also nicht schaden – ob nun als Münze oder live im Urlaub.

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  • Fazit: Australien ist zwar nicht der große Geheimtipp, für Anleger wegen der stabilen Wirtschaft und des verhältnismäßig hohen Wachstums aber interessant. In Sachen Aktien empfiehlt es sich, zu diversifizieren und vor allem auf große Firmen zu setzen – am besten in einem Fonds oder ETF. Dabei sollte immer auch das Währungsrisiko beachtet werden.
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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de