Bitcoin und Blockchain: Revolution in der Finanzwelt

Krypto-Serie Teil 1 Bitcoin und Blockchain: Revolution in der Finanzwelt

von Lars Becker
11.11.2017
Auf einen Blick
  • Inzwischen gibt es mehr als 1.000 Kryptowährungen.

  • Es gibt Anzeichen für eine Blase, aber auch für weitere Kursfeuerwerke.

  • Aussichtsreich sind Bitcoin, Ethereum, Ripple, Bitcoin Cash, Litecoin und Dash.
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Wer vor sieben Jahren nur einen Dollar in Bitcoins investiert hat, ist jetzt Millionär. Der Wert der zweitwichtigsten Kryptowährung Ethereum ist binnen eines Jahres um mehr als 2.000 Prozent gestiegen. Zwei Zahlen, die selbst vorsichtige deutsche Anleger aufhorchen lassen; aber auch die Angst vor einer Preis-Blase wecken. Experten verweisen darauf, dass die gemeinsame Marktkapitalisierung von Kryptowährungen derzeit "nur" etwa 200 Milliarden US-Dollar beträgt.

Zum Vergleich: Bei der sogenannten Internet-Blase waren es etwa drei Billionen US-Dollar, also das 15-fache. Professor Philipp Sandner vom Frankfurt School Blockchain Center denkt, dass "wir uns erst am Anfang einer Veränderung mit großer disruptiver Kraft befinden. Selbst in den Vorstandsetagen von Dax-Konzernen beschäftigt man sich schon damit." Auf der anderen Seite, so konstatiert er, gibt es auch Gründe, warum diese Entwicklung langsam vonstatten gehen könnte – zum Beispiel wegen regulatorischer Maßnahmen.

So funktionieren Kryptowährungen

Die Experten der Commerzbank bringen es in einem internen Papier auf den Punkt: "Bitcoin hat durch die Einführung der Blockchain-Technologie eine echte Revolution losgetreten." Eine Revolution, die im Hintergrund die Finanzwelt und den Zahlungsverkehr in Zukunft für jeden verändern wird. Um das zu verstehen, muss man eben diese Technologie verstehen, die hinter Kryptowährungen steht. Die Transaktionen von Zahlungen erfolgen durch Dateiblöcke, die mit allen vorangehenden Blöcken verbunden sind ("Blockchain": Blockkette). Der Vorteil: Transaktionen können direkt zwischen Marktteilnehmern abgewickelt werden, es bedarf in der Theorie keiner Bank oder keines anderen Zwischenhändlers. Das spart viel Zeit und Geld. Dennoch ist nach wie vor fraglich, welche Rolle Kryptowährungen künftig als Zahlungsmedium einnehmen werden.

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Betrieben wird das ganze System dezentral von sogenannten Minern, die Rechnerleistung und Strom bereitstellen. Dafür werden sie in Form von neu geschaffenen Bitcoins oder Einheiten von anderen Kryptowährungen entlohnt. Dieses Prinzip gleicht den Bemühungen von Goldsuchern, weshalb Bitcoin oft auch als virtuelles Gold bezeichnet wird.

Wertgrundlage Vertrauen

Viele fragen sich nun, woraus der innere Wert eines Bitcoins erwächst? Ganz einfach aus dem kapitalistischen Prinzip von Angebot und Nachfrage. Wichtig dabei ist, dass das Angebot glaubhaft knapp ist. Die Zahl von Bitcoins beträgt derzeit beispielsweise gut 16,5 Millionen. Die wichtigste Wertgrundlage für Kryptowährungen ist Vertrauen in das System - auch der Wert von klassischen Währungen wie Euro oder Dollar erwächst aus dem Vertrauen in Staaten und Zentralbanken. Statt ein paar Stücke bedrucktes Papier in der Geldbörse wie beim Papiergeld, hat man bei Kryptowährungen einen Dateiblock in seinem virtuellen Portemonnaie.

Staatliche Regulierung

Die Zentralbanken werden sich jedoch die Deutungshoheit über Währungen nicht aus der Hand nehmen lassen. Auch, um die Geldwäsche von Verbrecherorganisationen oder Staaten wie Nordkorea über Kryptowährungen zu stoppen. Als in China jüngst der Handel von Kryptowährungen an speziellen Börsen untersagt wurde, rauschten die Kurse über 30 Prozent in den Keller. Seitdem ging es aber wieder aufwärts. Gewaltige Kursschwankungen sind derzeit noch ein Problem der virtuellen Währungen und zeigen eindrucksvoll, dass es sich derzeit noch um eine Nischenerscheinung handelt, die in Sachen Wertentwicklung mit einem gewaltigen Risiko behaftet ist.

"Auch in Deutschland und der Schweiz sind in Kürze regulatorische Schritte in Sachen Kryptowährungen zu erwarten. Es stehen zahlreiche Ereignisse vor uns – negative wie positive", so Sandner. So gibt es zum Beispiel Gerüchte, dass Amazon den Bitcoin als Zahlungsmittel anerkennen könnte – was einen riesigen Schub bedeuten würde. Wie sich der Wert von Kryptowährungen entwickeln wird, ist deshalb nicht vorhersagbar. Zumal es inzwischen über 1.000 Kryptowährungen gibt – die wichtigsten in Sachen Marktkapitalisierung sind neben Bitcoin, Ethereum, Ripple, Bitcoin Cash, Litecoin und Dash. Auch Staaten wie Japan oder Estland überlegen grundsätzlich, ob eigene Kryptowährungen herausgegeben werden können.

Vor allem Spekulationsobjekt

"Welche Währung sich am Ende durchsetzen wird, ist nicht absehbar. Bitcoin hat die meiste Aufmerksamkeit, Ethereum vielleicht die besten Funktionen und das größte Ökosystem", sagt Sandner. Derzeit sind Kryptowährungen vor allem Spekulationsobjekt in der Hoffnung auf Wertzuwächse, bezahlen kann man damit nur bei sehr wenigen Händlern. Ob Kryptowährungen ein gutes Investment und Münzen und Banknoten künftig überflüssig mache werden, ist deshalb schwer einzuschätzen. Feststehen dürfte allerdings eins: "Die Blockchain-Technologie ist extrem interessant für Banken und andere Branchen", sagt Devisen-Expertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank. Erst Ende September wickelten unter anderem ihr Institut und die KfW eine Test-Transaktion über 100.000 Euro erfolgreich ab.

Aktien von Firmen aus dem Blockchain-Umfeld könnten also von der Revolution in der Finanzwelt auf jeden Fall profitieren. Dazu gehören Firmen wie IBM, die Chiphersteller AMD oder Nvidia genauso wie die deutsche Software AG, die sich mit der Technologie beschäftigt.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de