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Auf einen Blick
  • Der MSCI World Index ist mit mehr als 1.500 Titeln aus 23 Industriestaaten weltweit breit gestreut.

  • Dennoch ist der Anteil US-amerikanischer Unternehmen am MSCI World Index vergleichsweise groß.

  • Seit seinem Start im Jahr 1969 hat der Weltaktienindex eine durchschnittliche Rendite von gut sechs Prozent pro Jahr erzielt.

  • Mit börsengehandelten Indexfonds, sogenannten ETFs, können Anleger eins zu eins am MSCI World Index partizipieren.
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Die internationalen Aktienmärkte zeigen sich angesichts der jüngsten Eskalationen im Russland-Ukraine-Krieg äußerst nervös. Die Schwankungsbreite, in der Börsensprache Volatilität genannt, hat seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar spürbar zugenommen. Der Weltaktienindex MSCI World hat seit Jahresanfang in der Spitze gut 13 Prozent verloren. Dennoch: Auf Zwölfmonatssicht steht in Euro gerechnet und inklusive Dividenden immer noch ein Plus von mehr als 13 Prozent zu Buche (Stichtag: 10. März 2022).

Was ist ein MSCI World ETF?

Der MSCI World Index beinhaltet gut 1.500 Unternehmen aus 23 Industrienationen. Aufgrund seiner weltweiten Streuung ist er bei ETF-Sparern äußerst beliebt. Ein MSCI World ETF bildet die Wertentwicklung des Weltaktienindex eins zu eins ab. Vorteil: Mit einem ETF-Anteil von wenigen Euro beteiligen Sie sich auf einen Schlag an rund 1.500 Unternehmen weltweit. Breiter und kostengünstiger können Sie Ihr Investment mit einem einzigen Wertpapier kaum streuen. Viele Broker bieten mittlerweile sogar kostenlose ETF-Sparpläne an, wo die Kaufgebühren entfallen. Die laufenden Kosten liegen im Schnitt nur bei circa 0,20 Prozent pro Jahr.

Aufgrund seiner breiten Streuung bezüglich Nationen und Branchen rund um den Globus gehört der MSCI World Index nach wie vor zu den beliebtesten Basis-Indizes für ETFs, um langfristig Vermögen aufzubauen. "Ein MSCI World-ETF kann in einem Portfolio als klassisches Core-Investment dienen", sagt Dag Rodewald, ETF-Experte bei der UBS. Der Weltaktienindex biete sich hervorragend als Baustein für ein ausgewogenes Wertpapierportfolio an.

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MSCI World ETFs kaufen und verkaufen

ETFs sind im Gegensatz zu aktiven Fonds laufend über die Börse handelbar und garantieren dadurch eine hohe Liquidität. Anleger können die Produkte jederzeit kaufen und verkaufen. Die sogenannten Spreads, also die Spannen zwischen Kauf- und Verkaufskurs, liegen bei MSCI-World-ETFs im Schnitt bei circa 0,25 Prozent.

"Der große Vorteil ist, dass Anleger mit nur einer Order in den Großteil des weltweiten Aktienmarktes investieren können", erklärt Eric Wiegand, ETF-Stratege der Deutschen Asset Management. Dadurch sei das Risiko, das mit einer Investition in einer einzelnen Aktie, einem einzelnen Land oder Sektor verbunden ist, deutlich reduziert. "Mit einer Investition in einen MSCI World-ETF können sich Anleger, vereinfacht ausgedrückt, an der Entwicklung der Wirtschaftskraft aller Industrieländer weltweit beteiligen."

MSCI World ETFs – physisch oder synthetisch?

Physische oder synthetische ETFs? Diese Frage stellen sich viele Börseneinsteiger, wenn sie bei der Produktauswahl mit den Bezeichnungen konfrontiert werden. Bei vielen ETFs wird der Index physisch abgebildet, im Fachjargon spricht man auch von Vollreplikation. "Das heißt, dass alle – oder angesichts der Größe des Index nahezu alle – Aktien des Index direkt im Fondsvermögen gehalten werden", sagt ETF-Experte Wiegand.

Bei synthetisch replizierenden ETFs erfolgt die Indexnachbildung über ein Tauschgeschäft, einen sogenannten Swap. Das bedeutet, die Wertentwicklung des Index wird von einem Partner geliefert, der im Gegenzug eine Gebühr vom ETF-Emittenten erhält und einen Wertpapierkorb als Sicherheitsleistung. Dabei müssen die im Sicherheiten-Portfolio hinterlegten Wertpapiere nicht aus dem Index stammen, sondern können zum Beispiel auch Dax-Werte sein.

Synthetische ETFs bilden die Wertentwicklung des Index oft exakter ab, weisen also eine geringere Indexabweichung (Tracking Error und Tracking Difference) auf. Außerdem sind sie zuweilen etwas günstiger als physische ETFs. Allerdings besteht aufgrund des Tauschgeschäfts auch ein sogenanntes Kontrahentenrisiko, nämlich dass der Tauschpartner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann und wegen des Positionsausfalls der ETF deutlich an Wert verliert. Allerdings ist das Kontrahentenrisiko bei physischen ETFs gemäß UCITS-Richtlinie auf zehn Prozent des Nettoinventarwerts (NAV) beschränkt.

Währungsrisiko bei MSCI World ETFs 

Trotz seiner breiten, weltweiten Streuung gibt es auch ein Manko beim MSCI World Index: Er ist stark US-lastig. Amerikanische Aktien machen derzeit knapp 69 Prozent aus. Dahinter folgen Japan mit gut sechs Prozent und das Vereinigte Königreich mit circa vier Prozent. Deutschland liegt nur auf Platz sieben mit rund zwei Prozent (Stand: 28. Februar 2022).

"Somit besteht trotz der globalen Ausrichtung eine Abhängigkeit vom US-Markt. Außerdem sind kleinere und mittlere Unternehmen gar nicht vertreten, was unter Umständen Defizite bei der Diversifikation zur Folge hat", sagt ETF-Experte Wiegand. Auch die Schwellenländer-Märkte sind im MSCI World Index nicht enthalten.

Biallo-Tipp: Unser Ratgeber "Währunsgrisiko bei ETFs" erklärt, warum ein ETF auf den MSCI World Index in Euro gerechnet in den vergangenen Monaten weniger Rendite erzielt hat als in US-Dollar.

MSCI World als Kurs- und Performanceindex

Der MSCI World Index wurde am 31. März 1968 ins Leben gerufen und startete am 31. Dezember 1969 mit einem Referenzwert von 100 Punkten. Seitdem erzielte der Kursindex bis Ende 2020 eine jährliche Zuwachsrate von durchschnittlich knapp sieben Prozent – ohne Berücksichtigung der Dividenden.

Der MSCI World Gross Dividend Total Return Index (GDTR) bildet als Performanceindex auch die gezahlten Dividenden ab. Daher fällt die annualisierte Rendite mit gut neun Prozent deutlich höher aus. Quellensteuern, die bei ausländischen Aktien anfallen können, werden allerdings nicht berücksichtigt.

Bei der Berechnung des MSCI World Net Total Return Index fließen die Dividenden nach Abzug der Quellensteuer ein. Diesen Index referenzieren auch die meisten MSCI World-ETFs.

Gut zu wissen: Wenn Sie in ETFs auf den MSCI World Index investieren, partizipieren Sie immer an den Dividenden der größten Aktienkonzerne. Diese werden entweder ausgeschüttet oder thesauriert, also direkt reinvestiert.

Die besten MSCI World ETFs im Vergleich

Im Folgenden zeigen wir Ihnen jeweils vier empfehlenswerte ausschüttende und thesaurierende ETFs im Vergleich:

Ausschüttende ETFs auf den MSCI World Index

ETF Lfd. Kosten p. a. Replikation Performance 1 Jahr Performance 3 Jahre Performance 5 Jahre
Lyxor MSCI World UCITS ETF 0,30 % synthetisch 13,38%1 50,35%1 64,57%1
HSBC MSCI World UCITS ETF (USD) 0,15 % physisch (opt. Sampling) 5,14% 47,84% 72,04%
Xtrackers MSCI World UCITS ETF 1D (USD) 0,19 % physisch (opt. Sampling) 4,71% 46,76% 69,90% 
UBS ETF (IRL) MSCI World UCITS ETF (USD) 0,30 % physisch 4,77% 46,51% 69,18%
Quelle: eigene Recherche / NAV-Kurse werden bereitgestellt von Mountain-View Data GmbH / Performance zum Stichtag 14. März. 2022 in Originalwährung US-Dollar / Angaben ohne Gewähr
1Performance in Originalwährung Euro.

Thesaurierende ETFs auf den MSCI World Index

ETF Lfd. Kosten p. a.  Replikation Performance 1 Jahr Performance 3 Jahre Performance 5 Jahre
Xtrackers MSCI World UCITS ETF 1C (USD) 0,19 % physisch (opt. Sampling) 4,98% 47,08% 70,29%
iShares Core MSCI World UCITS ETF (USD) 0,20 % physisch (opt. Sampling) 5,02% 47,15% 70,33%
SPDR MSCI World UCITS ETF (USD) 0,12 % physisch (opt. Sampling) 5,11% 47,29%
Invesco MSCI World UCITS ETF (USD) 0,19 % synthetisch 5,03% 47,49% 70,67%
Quelle: eigene Recherche / NAV-Kurse werden bereitgestellt von Mountain-View Data GmbH / Performance zum Stichtag 14. März 2022 in Originalwährung US-Dollar / Angaben ohne Gewähr

MSCI World ETF: Vergleich Sparplan vs. Einmalanlage

Der Blick auf vergangene Krisen zeigt: Wer nahe der Rekordstände in den Aktienmarkt investierte und kurz nach dem Einstieg von einem Börsencrash erwischt wurde, fuhr mit einem ETF-Sparplan meist besser als mit einer Einmalanlage. Grund ist der sogenannte Cost-Average-Effekt. Was es damit genau auf sich hat und warum ein ETF-Sparplan im Moment seine Stärken gegenüber einer Einmalanlage ausspielt, zeigen wir in unserem Youtube-Erklärvideo: 



Über den Autor Peter Rensch
ist gelernter Bankkaufmann und war zuletzt sieben Jahre Chefredakteur bei Springer Fachmedien in Wiesbaden. Dort war er verantwortlich für die Print- und Online-Objekte Bankmagazin, Bankfachklasse und SalesBusiness. Seit 2011 ist er freier Journalist und hat sich auf Finanz- und Verbraucherthemen spezialisiert.
  Peter Rensch