Auf einen Blick
  • Der MSCI World Index ist mit rund 1.600 Titeln aus 23 Industriestaaten weltweit breit gestreut.

  • Dennoch ist der Anteil US-amerikanischer Unternehmen am MSCI World Index vergleichsweise groß.

  • Seit seinem Start im Jahr 1969 hat der Weltaktienindex eine durchschnittliche Rendite von gut sechs Prozent pro Jahr erzielt.

  • Mit börsengehandelten Indexfonds, sogenannten ETFs, können Anleger eins zu eins am MSCI World Index partizipieren.
Mit einem ETF auf den MSCI World Index streuen Anleger ihr Kapital auf rund 1.600 Unternehmen aus 23 Industrienationen.
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Der globale Aktienindex MSCI World bildet die Wertentwicklung internationaler Unternehmen aus den entwickelten Märkten ab und gilt als bedeutender Gradmesser für die Weltwirtschaftsentwicklung. Die Angst vor einer großen Weltrezession setzte dem Index in den ersten Wochen der Corona-Krise schwer zu. Vom Hoch am 12. Februar 2020 bei gut 2.430 Punkten verlor der MSCI World Index bis 23. März 2020 mehr als 800 Punkte oder knapp 35 Prozent. Allerdings erreichte der Weltaktienindexindex bereits Ende August schon wieder Vorkrisenniveau. Das jüngste Rekordhoch datiert vom 8. Januar dieses Jahres bei 2.753 Punkten. Damit beläuft sich das Plus seit dem März-Tief vergangenen Jahres auf gut 70 Prozent.

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Aufgrund seiner breiten Streuung bezüglich Nationen und Branchen rund um den Globus gehört der MSCI World Index nach wie vor zu den beliebtesten Basis-Indizes für ETFs, um langfristig Vermögen aufzubauen. "Ein MSCI World-ETF kann in einem Portfolio als klassisches Core-Investment dienen. Mit seinen mehr als 1.600 Titeln aus weltweit 23 Industriestaaten ist er überaus breit gestreut und bietet sich somit hervorragend als Baustein eines ausgewogenen Portfolios für ein Aktieninvestment an", sagt Dag Rodewald, ETF-Experte bei der UBS.

MSCI World-ETFs sind gut handelbar

ETFs sind im Gegensatz zu aktiven Fonds laufend über die Börse handelbar und garantieren dadurch eine hohe Liquidität. Anleger können die Produkte jederzeit kaufen und verkaufen. Die sogenannten Spreads, also die Spannen zwischen Kauf- und Verkaufskurs, liegen bei MSCI-World-ETFs im Schnitt bei circa 0,25 Prozent.

"Der große Vorteil ist, dass Anleger mit nur einer Order in den Großteil des weltweiten Aktienmarktes investieren können", erklärt Eric Wiegand, ETF-Stratege der Deutschen Asset Management. Dadurch sei das Risiko, das mit einer Investition in einer einzelnen Aktie, einem einzelnen Land oder Sektor verbunden ist, deutlich reduziert. "Mit einer Investition in einen MSCI World-ETF können sich Anleger, vereinfacht ausgedrückt, an der Entwicklung der Wirtschaftskraft aller Industrieländer weltweit beteiligen."

MSCI World-ETFs: Physisch versus synthetisch

Bei vielen ETFs wird der Index physisch abgebildet, im Fachjargon spricht man auch von Vollreplikation. "Das heißt, dass alle – oder angesichts der Größe des Index nahezu alle – Aktien des Index direkt im Fondsvermögen gehalten werden", sagt ETF-Experte Wiegand.

Bei synthetisch replizierenden ETFs erfolgt die Indexnachbildung über ein Tauschgeschäft, einen sogenannten Swap. Das bedeutet, die Wertentwicklung des Index wird von einem Partner geliefert, der im Gegenzug eine Gebühr vom ETF-Emittenten erhält und einen Wertpapierkorb als Sicherheitsleistung. Dabei müssen die im Sicherheiten-Portfolio hinterlegten Wertpapiere nicht aus dem Index stammen, sondern können zum Beispiel auch Dax-Werte sein.

Synthetische ETFs bilden die Wertentwicklung des Index oft exakter ab, weisen also eine geringere Indexabweichung (Tracking Error und Tracking Difference) auf. Außerdem sind sie zuweilen etwas günstiger als physische ETFs. Allerdings besteht aufgrund des Tauschgeschäfts auch ein sogenanntes Kontrahentenrisiko, nämlich dass der Tauschpartner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann.

Da Swaps anders als Aktien nicht zum Sondervermögen zählen, kann der entsprechende ETF bei einem möglichen Zahlungsausfall des Tauschpartners deutlich an Wert verlieren.

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US-Werte dominieren den MSCI World Index

Trotz seiner breiten weltweiten Streuung gibt es auch ein Manko beim MSCI World Index: Er ist stark US-lastig. Amerikanische Aktien haben aktuell einen Anteil von knapp 66 Prozent (Stichtag: 8. Januar 2020). Dahinter folgen Japan mit fast acht Prozent und das Vereinigte Königreich mit gut vier Prozent. Deutschland liegt nur auf Platz sieben mit knapp drei Prozent.

"Somit besteht trotz der globalen Ausrichtung eine Abhängigkeit vom US-Markt. Außerdem sind kleinere und mittlere Unternehmen gar nicht vertreten, was unter Umständen Defizite bei der Diversifikation zur Folge hat", sagt ETF-Experte Wiegand. Auch die Schwellenländer-Märkte sind im MSCI World index nicht enthalten.

Zu den größten Positionen im MSCI World Index zählen im Moment Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet (Google), Tesla und Facebook. Diese fünf US-Technologieunternehmen haben derzeit zusammengenommen einen Anteil von gut 14 Prozent am Index.

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MSCI World als Kurs- und Performanceindex

Der MSCI World Index wurde am 31. März 1968 ins Leben gerufen und startete am 31. Dezember 1969 mit einem Referenzwert von 100 Punkten. Seitdem erzielte der Kursindex bis Ende 2020 eine jährliche Zuwachsrate von durchschnittlich 6,67 Prozent – ohne Berücksichtung der Dividenden.

Der MSCI World Gross Dividend Total Return Index (GDTR) bildet als Performanceindex auch die gezahlten Dividenden ab. Daher fällt die annualisierte Rendite mit rund 9,15 Prozent deutlich höher aus. Quellensteuern, die bei ausländischen Aktien anfallen können, werden allerdings nicht berücksichtigt.

Bei der Berechnung des MSCI World Net Total Return Index fließen die Dividenden nach Abzug der Quellensteuer ein. Diesen Index referenzieren auch die meisten MSCI World-ETFs.

Gut zu wissen: Wenn Sie in ETFs auf den MSCI World Index investieren, partizipieren Sie immer an den Dividenden der größten Aktienkonzerne. Diese werden entweder ausgeschüttet oder thesauriert, also direkt reinvestiert. Die laufenden Kosten der ETFs reichen je nach Produkt von 0,12 bis 0,50 Prozent pro Jahr.


Vier ausschüttende ETFs auf den MSCI World Index:

ETF Lfd. Kosten p. a. Replikation Performance 1 Jahr Performance 3 Jahre Performance 5 Jahre
Lyxor MSCI World UCITS ETF 0,30 % synthetisch 6,96 %* 31,75 %* 67,96 %*
HSBC MSCI World UCITS ETF (USD) 0,15 % physisch (opt. Sampling) 17,99 % 35,09 % 92,94 %
Xtrackers MSCI World UCITS ETF 1D (USD) 0,19 % physisch (opt. Sampling) 17,71 % 34,17 % n. a. 
UBS ETF (IRL) MSCI World UCITS ETF (USD) 0,30 % physisch 17,35 % 33,76 % n. a.
Quelle: eigene Recherche / NAV-Kurse werden bereitgestellt von Mountain-View Data GmbH / Performance zum Stichtag 7. Jan. 2021 in Originalwährung US-Dollar / Angaben ohne Gewähr
*Performance in Euro gerechnet


Vier thesaurierende ETFs auf den MSCI World Index:

ETF Lfd. Kosten p. a.  Replikation Performance 1 Jahr Performance 3 Jahre Performance 5 Jahre
Xtrackers MSCI World UCITS ETF 1C (USD) 0,19 % physisch (opt. Sampling) 17,66 % 34,12 % 91,23 %
iShares Core MSCI World UCITS ETF (USD) 0,20 % physisch (opt. Sampling) 17,64 % 34,11 % 91,35 %
SPDR MSCI World UCITS ETF (USD) 0,12 % physisch (opt. Sampling) 17,51 % n. a.  n. a. 
Invesco MSCI World UCITS ETF (USD) 0,19 % synthetisch 17,77 % 34,46 % 91,43 %
Quelle: eigene Recherche / NAV-Kurse werden bereitgestellt von Mountain-View Data GmbH / Performance zum Stichtag 7. Jan. 2021 in Originalwährung US-Dollar / Angaben ohne Gewähr

Biallo-Youtube-Tipp

Wer Anfang 2020 mit einem monatlichen ETF-Sparplan auf den MSCI World Index eingestiegen ist, hat bislang eine deutlich höhere Rendite erzielt, als wenn er mit einer Einmalanlage eingestiegen wäre. Warum sich ein ETF-Sparplan gerade jetzt in der Coronakrise auszahlt, erklären wir im folgenden Video: 






  Peter Rensch

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