Geldanlegen in Fonds und ETFs

Goldene Regeln für Börsen-Einsteiger

Update: 13.05.2015
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Unser Surf-Tipp!
Auf einen Blick
  • Mit Tagesgeld und Festgeld können Anleger mittlerweile nach Steuern und Inflation oft nicht einmal mehr ihr Kapital erhalten.

  • An den Aktienmärkten ließen sich dagegen in der jüngsten Vergangenheit gute Renditen erzielen.

  • Anleger sollten jedoch einige wichtige Regeln beachten, um Verlusten vorzubeugen.
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Mit Tagesgeld und Festgeld können Anleger mittlerweile kaum mehr gute Renditen erzielen. Wer sein Kapital über die Jahre vermehren will, sollte deshalb zumindest einen Teil seines Geldes über die Börse anlegen. Halten Sie sich an die folgenden Regeln, um mit möglichst wenig Risiko, möglichst viel Gewinn zu erzielen:

1. Die Mischung macht‘s

Ein Teil des Vermögens geht in festverzinsliche Papiere, einer in Kapital-Lebensversicherungen, die Rentenkasse, das selbstgenutzte Heim, und dazu renditestarke Börsenpapiere – der Mix ergibt langfristig gute Renditen mit überschaubarem Risiko.

2. Flüssig bleiben – und solide

Manchmal gehen Kurse von Aktien oder Fonds innerhalb kurzer Zeit recht kräftig in die Knie. Dann sollten Sie nicht darauf angewiesen sein, Geld zu entnehmen. Darum: Niemals mit geliehenem Geld spekulieren. Niemals mit Geld spekulieren, das zu einem festen Termin für etwas anderes verplant ist. Immer durch schnell verfügbare Reserven so flüssig bleiben, dass Sie nicht zu schlechten Kursen verkaufen müssen.

3. Verstehen, was man kauft

Ein Verkaufsoptionsschein auf das Papier eines Goldminenbetreibers ist kein "todsicherer Tipp" – auch, wenn Ihr Nachbar das beschwört. Wenn Sie nicht verstehen, in was Sie eigentlich investieren – und wie das Wertpapier funktioniert –, können Sie auch das Risiko nicht einschätzen. Finger weg!

4. Verluste minimieren, Gewinne laufen lassen

Anleger können sich mit einer Faustregel dagegen wappnen, große Verluste mit Aktien, Fonds oder ETFs zu erleiden: Wenn Sie etwas Börsennotiertes erwerben, ziehen Sie gedanklich vom Kaufkurs zehn Prozent ab – und notieren diesen Wert. Erreicht der Kurs die Zehn-Prozent-Verlust-Marke, wird das Papier ohne Wenn und Aber verkauft. So erleiden Sie niemals mehr als eben jene zehn Prozent Minus. Erzielt das Papier dagegen zehn Prozent Kursgewinn, geht das Rechnen und Notieren von vorne los 150 ausgehend von dieser neuen Marke: Nun ist der Verkaufskurs wieder zehn Prozent darunter. Zehn Prozent Plus ist der Kurs, an dem wieder neu gerechnet wird. So laufen die Gewinne. Gute Banken bieten solche Strategien als Trailing-Stop-Loss auch automatisch.

5. Breit streuen

Setzen Sie nicht alles auf eine Karte. Für Normalanleger sind Fonds oder ETFs sinnvoll, die in viele Branchen, Weltregionen und langfristig starke Papiere investieren. Ein Indexfonds auf den Dax oder MSCI-Weltindex kann so etwas sein. Über Jahrzehnte ließen sich etwa beim Dax jährliche Renditen von mehr als sechs Prozent erzielen.

6. Weitblick zurück

Der Blick auf die Langfristentwicklung Ihres Fonds oder Ihrer Aktie (zum Beispiel die Rendite pro Jahr in der Zehnjahresbetrachtung) gibt ein gutes Gefühl für die Solidität – und verhindert Käufe oder Verkäufe wegen einer kurzfristigen Kursbewegung.

7. Regelmäßig reich werden

Wenn Sie etwa einen Fonds Ihres Vertrauens gefunden haben, dann kaufen Sie in regelmäßigen Abständen dessen Anteile – immer für die gleiche Summe. So gleichen Sie Schwankungen im Kurs über die Jahre aus. Ist der Kurs niedrig, kaufen Sie automatisch mehr Anteile. Das geht ganz leicht über Sparpläne.

8. Clever kaufen

Der Einstieg in Börsengeschäfte muss nicht teuer sein. Bei der ING-Diba etwa 400 Fonds und rund 150 ETFs bei Einmalerwerb ohne kostenfrei zu haben, auch die Depotführung ist gratis. Anbieter wie Consorsbank, Comdirect, DAB oder DKB bieten ebenfalls viele Fonds ohne Ausgabeaufschlag.

9. Keine Schwankung? Keine Börse

Wer schwankende Werte seiner Geldanlage absolut nicht ertragen kann, für den heißt es: Finger weg von Fonds, Aktien oder Optionsscheinen.

10. Renditegier vermeiden

Träumen Sie nicht vom schnellen Geld und versuchen Sie nicht mit dem Kauf hochspekulativer Einzelwerte Gewinne zu erzwingen. Das geht oft genug schief. Die Universität Frankfurt am Main durchleuchtete 5.000 Privat-Depots und stellte fest, dass Sparer mit Vorliebe für Zockerpapiere bis zu zehn Prozent weniger Rendite erzielen als der Gesamtmarkt. Meiden Sie Newcomer und Nischenpapiere, über die es kaum Informationen gibt.

Investieren Sie ausgewogen in bekannte und bewährte Aktien und Fonds. Hilfe bieten dabei Musterdepots, Anlagetools seriöser Banken oder Roboadvisor.

11. Limitiert kaufen

Aktien, Zertifikate oder Fonds werden mittels Order an der Börse gehandelt. Das hört sich simpel an, doch die Tücke steckt im Detail. Angenommen, Sie möchten Aktien von Bank A kaufen. Der aktuelle Kurs steht bei 20 Euro. Sie geben in die Ordermaske Ihrer Bank den Kauf von 200 Aktien ein und klicken auf "Kaufen". Wenn Sie nun denken, dass die 200 Aktien 4.000 Euro kosten, dann dürften Sie falsch liegen.

Die Order wird als sogenannte Market-Order ausgeführt, das heißt, die Aktien werden zum aktuell verfügbaren Preis gekauft. Diese Orderform nennt sich zwar "billigst", ist es aber nicht unbedingt. Da Aktienkurse schwanken, kann der Preis in der Zwischenzeit gestiegen sein. Kostet eine Aktie inzwischen 21,50 Euro, so zahlen Sie für die Papiere 4.300 Euro - 300 Euro mehr als geplant. Mit einer Limit-Order wäre das nicht passiert. Hätten Sie ein Limit von 20,10 Euro in die Ordermaske eingegeben, wäre die Aktie maximal zu diesem Preis gekauft worden. Liegt der Kurs aktuell darüber, wartet der Computer oder Aktienhändler ab, bis der Preis des Papiers wieder unter die Marke gefallen ist und kauft dann. Allerdings kann es passieren, dass sich die Aktie gerade im Aufwind befindet, dann wird aus dem Kauf so schnell nichts. In diesem Fall sollten Sie das Limit erweitern oder die Order auf "Ultimo" setzen. Bei "Ultimo" gilt der Kaufauftrag bis Monatsende. Dies verschafft Spielraum für mögliche Kursrückgänge, bei denen Sie die Aktie zum anvisierten Preis kaufen können.

Ein Spezialfall ist die sogenannte Stop-Buy-Order. Hier wird der Aktienkauf erst ausgelöst, wenn der Kurs des Wertpapiers auf ein vorher festgelegtes Limit steigt. Nach Erreichen der Marke wird die Order dann zum unlimitierten Auftrag, das heißt, der Fonds oder die Aktie wird zu jedem verfügbaren Preis gekauft. Stop-Buy-Orders sind sinnvoll, wenn Sie warten möchten, bis das Wertpapier eine wichtige, charttechnische Marke überschritten hat und damit anzeigt, dass es mit dem Kurs weiter bergauf geht.

12. Ruhig handeln

Liegen Wertpapiere in Ihrem Depot, sollten Sie einen kühlen Kopf bewahren, auch wenn es an der Börse hektisch zugeht. In der Regel folgt auf Kursverluste eine Gegenbewegung. Reagieren Sie nicht auf jede Kursänderung – das wird teuer. Außerdem erwischt man fast nie den besten Aus- oder Einstiegszeitpunkt. Kaufen Sie Aktien und Fonds und lassen Sie diese zunächst laufen. Korrigieren Sie einmal jährlich die Depotzusammensetzung. Zwischendurch greifen Sie nur bei einem Totalausfall ein.




  Max Geißler


 

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