Optimal Fondssparen: Mehr Rendite durch niedrige Kosten

Geldanlage Optimal Fondssparen: Mehr Rendite durch niedrige Kosten

Max Geißler
von Max Geißler
18.04.2018
Auf einen Blick
  • Fondssparen bietet langfristig gute Renditechancen. Allerdings müssen auch die Gebühren stimmen.
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Hohe Ausgabeaufschläge belasten insbesondere die Renditen herkömmlicher Aktienfonds, denn hier berechnen Banken bis zu sechs Prozent Verkaufsgebühr. Die Kosten muss der Fonds erst einmal hereinholen, bevor Anleger ins Plus kommen. Bei kurzer Anlagedauer wirkt der Ausgabeaufschlag besonders Rendite bremsend.

Kaufen Sie Fondsanteile ohne Verkaufsaufschlag, verbessert sich die Gewinnchance. Die Geldanlage startet dann ohne Abzug und kann von Beginn an positive Ergebnisse erzielen. Viele Direktbanken und Internetbroker gewähren teils üppige Rabatte, um Anlegern die Kaufentscheidung zu erleichtern. Außerdem eröffnen Indexfonds weitreichende Sparpotentiale. Welche Bank bietet Preisnachlässe? Wie steht es mit den Kosten für die Depotverwahrung?

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Sparen beim Ausgabeaufschlag

Der Ausgabeaufschlag wird für die Vertriebskosten aktiv gemanagter Fonds erhoben. Er variiert von Fondsklasse zu Fondsklasse und von Fonds zu Fonds: Aktienfonds kosten zwischen vier und sechs Prozent Verkaufsgebühr, Rentenfonds zwischen zwei und drei Prozent und offene Immobilienfonds meist fünf Prozent. Käufer von Geldmarkt- und Indexfonds zahlen in der Regel keinen Ausgabeaufschlag.

Besonders teuer sind Aktienfondsanteile. Wer für 50.000 Euro Fondsanteile erwerben möchte, der muss bei sechs Prozent Ausgabeaufschlag mit Kaufkosten von 3.000 Euro rechnen. Angenommen der Fonds erzielt im ersten Jahr eine Wertsteigerung von sechs Prozent, bleibt nach Abzug der Kosten kein Nettozuwachs übrig. Erst im zweiten Jahr kann der Anleger ins Plus kommen.

So viel kostet der Ausgabeaufschlag langfristig an Rendite: Ein Fonds ohne Ausgabeaufschlag erzielt bei sechs Prozent jährlicher Wertsteigerung eine Durchschnittsrendite von 6,0 Prozent. Legen Sie 50.000 Euro über fünf Jahre an, beträgt das Endergebnis vor Abgeltungsteuer knapp 67.000 Euro.

Kosten die gleichen Fondsanteile fünf Prozent Ausgabeaufschlag, fällt die Durchschnittsrendite auf 4,97 Prozent, das Sparergebnis sinkt auf 63.700 Euro. 2.500 Euro Kaufkosten bedeuten am Ende einen Minderertrag von rund 3.300 Euro.

Die Devise muss also lauten: Günstig einkaufen. Und hier bestehen tatsächlich gute Möglichkeiten. Denn viele Banken offerieren Fonds mit Rabatt auf den Ausgabeaufschlag, teilweise bis zu 100 Prozent. Welche Bank bietet was?

Direktbanken

Erwerbskosten lassen sich vor allem beim Kauf übers Internet sparen. Direktbanken bieten Tausende von Fonds mit verbilligtem Ausgabeaufschlag, teilweise entfällt die Gebühr komplett. Beliebte Direktbanken und deren Angebote im Überblick:

ING-Diba: Die größte deutsche Direktbank offeriert aktuell etwa 460 Fonds ohne Ausgabeaufschlag, weitere 220 Fonds kosten nur 1,0 Prozent Ausgabeaufschlag. Zusätzlich sind viele weitere Fonds mindestens 50 Prozent ermäßigt. Außerdem finden Fondskäufer eine Liste mit 12 Fonds zum Nulltarif, den sogenannten "Fondshelden". Dabei handelt es sich um ausgewählte Spitzenfonds mit guten bis sehr guten Ratingnoten.

Comdirect: Das Quickborner Geldhaus offeriert seinen Kunden alle der rund 16.500 Fonds mit mindestens 25 Prozent Rabatt auf den Ausgabeaufschlag. Zusätzlich finden Fondskäufer eine Liste mit 20 sogenannten Top-Preis-Fonds. Diese Fonds kann man ohne Ausgabeaufschlag erwerben.

Consorsbank: Die Nürnberger Direktbank gewährt auf rund 2.600 Fonds überwiegend 50 Prozent Rabatt beim Verkauf. Zudem empfehlen sich die sogenannten Fondsstars. Dabei handelt sich um acht ausgewählte Fonds mit besonders guten Ratingnoten, die Anleger ohne Ausgabeaufschlag kaufen können.

DKB: Alle Fonds können ohne Ausgabeaufschlag über die Fondsgesellschaft bezogen werden, für Kauf- und Verkaufsaufträge bis zu einer Höhe von 10.000 Euro fallen pauschal nur zehn Euro Orderentgelt an – bei größeren Einmalkäufen 25 Euro.

Maxblue: 6.300 Fonds mit mindestens 50 Prozent Rabatt auf den Ausgabeaufschlag, einzelne Fonds ohne Verkaufsgebühr.

Filialbanken

Kunden von Sparkassen oder privaten Geldinstituten müssen ihrem Geldhaus nicht untreu werden, um Kostenvorteile zu erzielen. Erstens gewähren auch die Bankberater in den Filialen Verkaufsrabatte, zweitens betreiben heute viele Geschäftsbanken eigene Onlinebroker, die vergleichbare Rabatte wie die etablierten Direktbanken anbieten. Einige Beispiele:

S-Broker: Der Online-Broker der Sparkassen wirbt im Internet mit über 6.000 Fonds, die bis zu 100 Rabatt beim Ausgabeaufschlag bieten. Außerdem winken etwa 30 dauerhaft gebührenfreie "Fondssterne".

Maxblue: Der Onlinebroker der Deutschen Bank offeriert 6.300 Fonds mit mindestens 50 Prozent reduziertem Ausgabeaufschlag.

Postbank: Bei der Postbank können fast alle Fonds über die Fondsgesellschaft zum Nulltarif bezogen werden.

Targobank: Rund 7.000 Investmentfonds mit 50 Prozent Rabatt auf den Ausgabeaufschlag beim Onlinekauf. Außerdem warten zehn sogenannte Top-Fonds zum Nulltarif auf Käufer.

Fondsvermittler

Eine Alternative zum Fondskauf über die Bank sind Fondsvermittler. Internet-Anbieter wie AAV, AVL, Fondsdiscount oder fonds24.de bieten fast das gesamte Fondsspektrum ohne Aufpreis. Tausende von Fonds sind hier zum Nulltarif erhältlich. Geld verdienen die Vermittler durch die jährlichen Rückvergütungen (Bestandsprovisionen) der Fondsgesellschaften.

Nachteilig können sich höhere Depotgebühren als bei Direktbanken erweisen. Allerdings verzichten die Zwischenhändler häufig auf Entgelte, wenn das angelegte Fondsvolumen bestimmte Größenordnungen erreicht. In der Regel entfallen die Depotentgelte ab Anlagevolumen von 25.000 Euro. Manche Vermittler verzichten beim regelmäßigen Sparplan-Kauf auf Gebühren.

Lesen Sie auch: Diese Online-Broker bieten attraktive Neukunden-Angebote

Rabatte bei Fondssparplänen

Auch bei Fondssparplänen sind normalerweise Ausgabeaufschläge fällig. Bei Direktbanken und Onlinebrokern finden Sparer ein breites Angebot. Standardmäßig bieten fast alle Banken bei Fondssparplänen 50 Prozent Rabatt auf den Ausgabeaufschlag. Häufig reicht der Preisnachlass auch bis 100 Prozent.

Wichtig: Sparer sollten sich erkundigen, wie dauerhaft ein Rabatt angelegt ist. Bei vielen Banken sind Fondssparpläne nur solange ohne Aufpreis, wie sie in den entsprechenden Sonderlisten, etwa der Top-Fonds-Liste oder bei den Fondssternen, ausgewiesen sind. Wird ein Fonds ausgetauscht, so verschwindet auch der Verkaufsrabatt – für Sparplan-Sparer ein Ärgernis.

  • Biallo-Tipp: Das Sparplan-Angebot der Banken reicht weit über die gebührenfreien Offerten bei den beworbenen Top-Fonds hinaus. Allerdings können die angebotenen Rabatte von denen der Top-Fonds abweichen. Jeder Fonds verfügt über eigene Rabatte, Anleger sollten sich daher vor Sparplan-Start genau informieren.

Für den Abschluss eines Fondssparplan sollte man wissen, wie hoch die Mindestsparrate ist und wie häufig man einzahlen muss, damit der Fondskauf als Sparplan zählt. Nur so weiß man, ob die Bank den in Aussicht gestellten Rabatt gewährt. Nur bei wenigen Banken kann man zum Beispiel alle zwölf Monate Geld als Sparplan anlegen.

Sparplan-Angebote im Überblick

Geldinstitut

Anzahl

Sparpläne

Mindestrate

in €

mögliches

Sparintervall

1822 Direkt

ca. 1.700

50

alle ein, zwei oder drei Monate

Comdirect

420

25

alle ein, zwei oder drei Monate

Consorsbank

530

25

alle ein, zwei, drei oder sechs Monate

DKB

ca. 1800

50

alle ein, zwei, drei, sechs oder zwölf Monate

Flatex

21

50

alle ein, drei, sechs oder zwölf Monate

ING-Diba

130

50

alle ein, zwei oder drei

Monate

Maxblue

115

50

alle ein, drei, sechs oder zwölf Monate

Netbank

3.800

25

alle ein, zwei, drei, sechs oder zwölf Monate

Postbank

250

50

alle ein, zwei oder drei

Monate

S-Broker

760

50

alle ein, zwei, drei oder sechs Monate

Targobank

6.900

25

alle ein, zwei, drei oder sechs Monate

VW-Bank

175

50

monatlich, vierteljährlich

Quelle: Biallo & Team, eigene Recherchen, Stand: April 2018

ETF – Kostengünstige Alternative

Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg sieht Ausgabeaufschläge beim Fondskauf grundsätzlich kritisch: "Verkaufsgebühren sollte man vermeiden, denn sie belasten den Ertrag." Der Finanzexperte empfiehlt statt aktiv gemanagter Investmentfonds kostengünstige Indexfonds.

Die börsengehandelten Indexfonds sind ideal für Einsteiger und Fortgeschrittene. Anleger können sich schon mit kleinen Beträgen an Top-Aktien beteiligen ohne dafür hohe Gebühren in Kauf nehmen zu müssen. Viele Banken ermöglichen Sparpläne zum Nulltarif.

Was ist ein ETF?

Exchange Traded Funds (ETFs) sind passiv gemanagte Investmentfonds, die an der Börse gehandelt werden. Ihr Ziel ist es, einen festgelegten Aktienindex, etwa den Dax oder den US-amerikanischen Dow Jones, so exakt wie möglich nachzubilden, damit der Fonds die gleiche Wertentwicklung wie der Index erzielt. Da die Zusammensetzung des ETF durch den Referenzindex vorgegeben ist, benötigt man keinen Fondsmanager, der den Fonds überwacht. Diese Arbeit übernehmen Computer, man spricht deshalb von passiv gemanagten Fonds.

Die Wertentwicklung von ETFs ist leicht nachvollziehbar, weil sie stets einem Index oder einem speziellen Wertpapierkorb folgt. Neben Aktienindizes können dies Rohstoff-, Immobilien- oder Rentenindizes sein. Mit ETFs lassen sich komplette Märkte einfach und ohne Zeitverzögerung handeln, ähnlich einer Aktie. ETFs besitzen in der Regel keine Laufzeitbegrenzung. Aktuelle Kurse sorgen für stete Handelbarkeit an der Börse.

Vorteile von ETFs:

Substanzhaltige Wertpapiere: Mit einem ETF investiert man in einen ganzen Markt. Der Vorteil dabei ist, dass die darin enthaltenen Wertpapiere Bestandteil eines anerkannten Index sind. Das sichert dem Anleger ein Investment in werthaltige Aktien oder Anleihen. Windige Eintagsfliegen fallen durchs Raster.

Kostenvorteile: Für Privatanleger ist es finanziell unattraktiv, 40 oder 60 Einzelwerte im Depot zu führen, wie es für ETFs üblich ist. Computergesteuerte ETFs können Einzelaktien viel preiswerter verwahren und managen.

Hohe Flexibilität: Im Gegensatz zu klassischen Investmentfonds können ETF-Anteile jederzeit börsentäglich ge- und verkauft werden.

Gute Renditechancen: Ein ETF läuft nie schlechter als der zugrundeliegende Markt. Dass ein Fonds Totalverlust erleidet, ist daher eher unwahrscheinlich.

Deutliche Zeitersparnis: Das Investment in einen ganzen Markt ist bequem, die Zusammensetzung des ETF leicht nachvollziehbar und die Wertentwicklung transparent.

Kein Ausfallrisiko: ETF werden als Sondervermögen geführt, im Konkursfall des Anbieters bleibt das Vermögen für Anleger reserviert.

Zeitnah handeln: Vorteilhaft ist ferner die schnelle Preisfeststellung. Während bei traditionellen, aktiv gemanagten Fonds nur einmal am Tag ein Anteilspreis festgestellt wird, werden bei ETFs fortlaufend Kurse gestellt. Daher können solche Fonds wie Aktien oder Zertifikate jederzeit am Börsenparkett gehandelt werden. Der Kauf und Verkauf ist stets zu bekannten Kursen möglich, beim klassischen Fondskauf via Fondsgesellschaft werden Handelskurse immer erst im Nachhinein abgerechnet.

Hohe Kurssicherheit: Auch unter Sicherheitsaspekten ergeben sich Vorteile: ETFs können mit Limits gekauft und mit Stopp-Loss-Orders gegen Kursverluste gesichert werden. Das geht beim klassischen Fondskauf über die Investmentgesellschaft nicht.

Was kostet ein ETF?

Ein wichtiges Argument für die Geldanlage in ETF sind vergleichsweise geringe Kosten und Gebühren. Passives Nachbilden eines Index mittels einer Software kostet Fondsgesellschaften wesentlich weniger als aktives Fondsmanagement, bei dem Fondsmanager ständig Aktien beobachten, bewerten und austauschen müssen. Die jährlichen Verwaltungsgebühren betragen je nach abgebildetem Index nur 0,1 bis 0,8 Prozent. Klassische Aktienfonds kosten hingegen 1,5 bis 2,5 Prozent Managementgebühren pro Jahr.

Kaufkosten: Die Kaufgebühren setzen sich zusammen aus der Orderprovision der Bank, der Courtage für den Börsenanbieter sowie dem Spread, also der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Der Spread ist mit 0,1 bis 0,3 Prozent sehr kostengünstig, bei exotischen Indizes kann er bis auf 0,5 Prozent steigen. Die Börsencourtage bewegt sich mit 0,02 bis 0,08 Prozent ebenfalls am unteren Rand des Möglichen.

  • Biallo-Tipp: Bei ETF-Kauf über das Computersystem Xetra entfällt die Courtage.

Die Ordergebühren der Banken sind meist deutlich günstiger als Ausgabeaufschläge bei klassischen Investmentfonds. Direktbanken begnügen sich oft mit zehn bis 20 Euro Pauschalpreis pro Order.

  • Biallo-Tipp: Besonders günstig ist der ETF-Kauf bei Comdirect und Consorsbank, dort handeln Anleger ab 1,50 Prozent vom Kurswert je Order. Eine Order über 100 Euro kostet demnach nur 1,50 Euro.

Es geht aber noch billiger: Fast alle Direktbanken offerieren regelmäßig ETFs zum Nulltarif im Rahmen spezieller Aktionen. In diesem Fall übernehmen die ETF-Anbieter für zwölf Monate oder länger die Kaufkosten, etwa Comstage, Lyxor oder Xtrackers.

Achtung: Genau nachfragen sollte man bei Filialbanken, denn hier kann eine ETF-Order bis zu einem Prozent pro Auftrag kosten.

ETF als Sparplan

Indexfonds gibt es auch als Sparplan. Dabei kauft man monatlich oder quartalsweise je nach Sparrate eine bestimmte Anzahl von Fondsanteilen. Ähnlich wie bei klassischen Fondssparplänen profitieren Anleger dabei vom sogenannten Cost-Average-Effekt. Dieser sorgt dafür, dass bei gleichbleibenden Sparraten in schwachen Börsenphasen mehr preiswerte Fondsanteile im Depot landen als in starken Börsenphasen, wenn die Anteile teurer sind. Unterm Strich entsteht ein günstiger Durchschnittspreis.

ETF-Sparpläne gibt es bei vielen Banken ab 50 Euro pro Monat, Consorsbank und Targobank ermöglichen Sparpläne bereits ab 25 Euro. Die Transaktionskosten werden häufig prozentual abgerechnet. So erheben manche Banken je 1,50 Prozent vom Odervolumen, andere 1,75 Prozent.

  • Biallo-Tipp: DKB, S-Broker und Volkswagen Bank bieten derzeit viele ETF-Sparpläne ohne Orderprovision an.

Lesen Sie auch: Sparen mit ETFs: Die zehn wichtigsten Fragen

Sparen bei Depotgebühren

Neben den Kosten für Kauf- und Verkauf von Fondsanteilen beeinflussen die Depotgebühren den Anlageerfolg. Hohe jährliche Kosten zehren an der Rendite. Wie hoch die Renditeeinbußen sein können, zeigt folgende Rechnung:

Beispiel: Der Depotwert beträgt 50.000 Euro. Berechnet eine Filialbank eine Jahresgebühr von 1,0 Prozent der Einlage, so fallen 500 Euro Kosten an. Anders ausgedrückt: Der Anleger verliert praktisch jedes Jahr ein Prozent seines Guthabens.

Um die Gebühr wieder hereinzuholen, benötigen die Fondsanteile im Depot ein Renditeextra von gut einem Prozent. Verzichtet die Bank dagegen auf Depotgebühren, liegt die Rendite des Depots quasi automatisch einen Prozentpunkt höher als bei unserer kostenpflichtigen Beispielbank.

Gebührenfreie Depots

Viele Direktbanken und Onlinebroker verzichten auf Depotgebühren. So berechnen etwa:

  • Consorsbank
  • ING-Diba
  • Maxblue

generell keine Entgelte für die Aufbewahrung von Wertpapieren.

Gebührenfreie Depots mit Einschränkung

Auch andere Direktbanken werben mit gebührenfreien Depots, knüpfen diese aber an Bedingungen. So verzichten Comdirect, S-Broker, 1822 direkt und Targobank nur dann auf Depotgebühren, wenn regelmäßig Wertpapiere gekauft werden, das bankeigene Girokonto oder das Online-Postfach genutzt oder ein bestimmter Vermögensstand nicht unterschritten wird.

Beispiele:

1822 Direkt: 3,90 Euro pro Monat; entfällt bei Fondssparplan, einem Trade pro Quartal oder Depotguthaben am Quartalsende.

Comdirect: 1,95 Euro pro Monat; entfällt in den ersten drei Jahren oder bei einem Fondssparplan, bzw. der Nutzung des Girokontos.

Netbank: 11,90 Euro pro Jahr; entfällt, wenn acht Trades oder vier Sparplanausführungen im Kalenderjahr getätigt werden oder das Depot zum Stichtag einen Bestand von 20.000 Euro aufweist.

S-Broker: 11,47 Euro im Quartal; entfällt bei Fondssparplan, einem Trade im Quartal oder Depotwert 10.000 von Euro.

  • Biallo-Tipp: Bei Banken mit Einschränkungen sollten Anleger genau wissen, was sie wollen. Wer sowieso ein Girokonto bei dieser Bank nutzen möchte oder stets einen gewissen Depotbestand vorweisen kann, der kann günstige Depot-Konditionen quasi im "Vorbeigehen" mitnehmen. Ob aber regelmäßig Wertpapiere, zum Beispiel im Rahmen eines Fondssparplans, gekauft werden, dürfte nicht auf Dauer sicher sein.

Banken mit volumenabhängigen Gebühren

Filialbanken und Sparkassen berechnen unterschiedlich hohe Gebühren für die Verwahrung von Wertpapieren. Während Direktbanken und Onlinebroker häufig auf Monatspauschalen zurückgreifen, fordern Filialbanken meist eine prozentuale Gebühr in Abhängigkeit vom Depotwert. Beispiele:

Filialbanken mit moderaten Gebühren:

Commerzbank: Deutschlands zweitgrößte Bank erhebt für Depotvermögen beim Klassik Depot bis 75.000 Euro 0,175 Prozent Depotentgelt, bei höherem Depotvolumen sinken die Kosten auf 0,145 Prozent. Papiere im Wert von 30.000 Euro kosten demnach 52,50 Euro Jahresgebühr. Die Minimalgebühr liegt bei 4,95 Euro pro Quartal.

  • Biallo-Tipp: Die Commerzbank verzichtet auf die Depotgebühr, wenn mindestens eine Order im Quartal ausgeführt wird.

Die Berliner Sparkasse: Sie erhebt 0,15 Prozent vom Kurswert, bei 30.000 Euro also 45 Euro.

Filialbank mit höheren Gebühren:

Deutsche Bank: Die größte deutsche Privatbank kassiert für ihr "Privat Depot Dynamik" für Einlagen bis 50.000 Euro 1,0 Prozent vom Kurswert. Papiere im Wert von 30.000 Euro schlagen also mit 300 Euro im Jahr zu Buche. Der Mindestpreis für dieses Depot liegt bei satten 288 Euro pro Jahr.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de