Neue Autos preiswert finanzieren

Autokauf Neue Autos preiswert finanzieren

Max Geißler
von Max Geißler
12.05.2017
Auf einen Blick
  • Händlerkredit, Bankkredit, Drei-Wege-Finanzierung oder Leasing?

  • Wir stellen Ihnen die Vor- und Nachteile aller Varianten dar.
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Im Frühjahr polieren die Autohäuser ihre Schaufenster-Boliden auf Hochglanz und tüfteln an wohlklingenden Schnäppchenangeboten. Unterstützt werden die Verkaufsbemühungen mit Null-Prozent-Finanzierungen. Doch lohnt sich das?

Nicht immer. Gibt es neben dem Nullzins noch Rabatt aufs Fahrzeug, machen Käufer meist einen guten Schnitt. Ohne Preisnachlass und Nullzins sollten Sie jedoch gut vergleichen. Entscheidend für die Finanzierungskosten ist nämlich nicht der Kreditzins, sondern der Gesamtaufwand. Und der kann trotz Nullzinsfinanzierung vom Autohaus höher ausfallen als mit einem günstigen Bankkredit. Wie das funktioniert, zeigen die nachfolgenden Seiten. Wo liegen Vor- und Nachteile von Händlerkredit, Bankkredit, Drei-Wege-Finanzierung und Leasing?

1. Finanzierung über das Autohaus

Im Wettbewerb um Neuwagenkäufer bieten viele Autohändler sehr günstige Finanzierungen über Autobanken an. Darlehen zu 0,99 Prozent Zinsen sind keine Seltenheit, gelegentlich werden sogar Null-Prozent-Finanzierungen offeriert.

Wie geht das? Ganz einfach: Dem Kredit aus dem Autohaus liegt eine besondere Kalkulation zugrunde: Die sehr niedrigen Zinsen werden quersubventioniert durch geringere Rabatte beim Fahrzeugpreis.

So viel Rabatt ist drin: Kaufen Sie einen Neuwagen und bezahlen das Auto bar oder per Kreditkarte, gewähren Händler meist ohne Zögern zehn oder 15 Prozent Rabatt, nicht selten sind sogar 20 Prozent drin.

Nicht so beim Null-Prozent-Darlehen vom Autohaus. Weil die Einnahmen des Verkäufers nur peu à peu eintrudeln und er kaum Zinsen für das ausgelegte Geld kassiert, zeigt er sich bei hauseigenen Krediten ziemlich zugeknöpft. Neuwagenrabatte von drei oder fünf Prozent – mehr ist häufig nicht drin.

1a. Nachteile des Händlerkredits

Neben eingeschränkten Fahrzeugrabatten müssen Käufer mit Händlerfinanzierung zudem

  • oft auf kostenlose Extras bei ihrem Neuwagen verzichten,
  • bekommen häufig nur bestimmte Modelle, meist Ladenhüter oder ältere Wagen aus den Vorjahren, zur Wahl,
  • ist die Laufzeit des Darlehens meist nicht frei wählbar und eine vorzeitige Kündigung oder Rückzahlung ausgeschlossen,
  • verbleibt vielfach der Fahrzeugbrief als Sicherheit beim Händler, damit ist ein Weiterverkauf des Autos während der Finanzierung nicht möglich.

1b. Kreditvorteil:

Die Finanzierung über das Autohaus hat aber auch positive Seiten. Weil die Autofinanzierung als Verbundgeschäft gilt, können sogenannte Montagsautos, also Wagen mit vielen versteckten Mängeln, nach erfolglosen Reparaturversuchen problemlos an den Händler zurückgeben werden. In diesem Fall entfallen sämtliche Kreditverpflichtungen.

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2. Finanzierung über die Bank

Bietet das Autohaus zwar Schnäppchen-kredite, aber nur sehr geringe Rabatte auf den Fahrzeugpreis, lohnt es sich, die Händlerfinanzierung mit einem Autokredit von der Bank zu vergleichen. Das Geld von der Hausbank hebt den Käufer in den Rang eines Barzahlers. Das mögen Händler, denn – anders als bei einer Finanzierung – das Geld kommt sofort in die Kasse.

Winkt Cash, zeigen sich viele Händler spendabel und gewähren Sonderrabatte oder spendieren kostenlose Extras. Bis zu zwanzig Prozent Preisnachlass für Neuwagen sind keine Seltenheit. Der hohe Rabatt lässt den geringeren Zinssatz bei einer Händlerfinanzierung im Vergleich zur Bankfinanzierung oft alt aussehen.

Beispiel: Angenommen ein Neuwagen kostet 30.000 Euro. Zahlen Sie bar, gewährt das Autohaus 15 Prozent Rabatt. Den Kaufpreis von 25.500 Euro stemmen Sie zu 10.000 Euro aus der eigenen Tasche und zu 15.500 Euro mit einem Bankkredit. Bei einem Effektivzins von 3,0 Prozent und 48 Monaten Laufzeit kostet Sie der Wagen insgesamt 26.455 Euro.

Nehmen Sie den Händlerkredit, erhalten Sie nur fünf Prozent Neuwagenrabatt, das Auto kostet dann 28.500 Euro. Zwar berechnet der Händler nur 0,99 Prozent Kreditzins, die Gesamtkosten addieren sich aber auf 28.875 Euro – 2.420 Euro mehr als mit dem Bankkredit. Details siehe Tabelle.


Händlerkredit versus Bankkredit im Vergleich

HändlerfinanzierungAutokredit (Barzahlung)
Kaufpreis30.000 €30.000 €
Eigenkapital10.000 €10.000 €
Rabatt1.500 € (5 %)4.500 € (15 %)
Finanzierungssumme18.500 €15.500 €
Laufzeit48 Monate48 Monate
Effektivzins0,99 %3,00 %
Monatsrate393,22 €342,80 €
Finanzierungskosten Gesamt18.874,64 €16.454,63 €
Vorteil Bankkredit2.420 €

Quelle: biallo.de, eigene Berechnungen

2a. Hausbank oder Onlinebank – welcher Kredit ist günstiger?

Bankkredit ist nicht gleich Bankkredit. Insbesondere die Zinsen unterscheiden sich von Bank zu Bank, aber auch zwischen Filialkrediten und Internetkrediten enorm.

Die Stadtsparkasse München wirbt zum Beispiel mit einem relativ günstigen Autokredit zu 4,99 Prozent Effektivzins. Zugleich genießen Kunden kostenfreie Sondertilgungsmöglichkeiten. Ähnliche Angebote kommen von anderen Filialbanken. Solche Filialkredite sind durchaus empfehlenswert, zum Beispiel wenn unerfahrene Kreditnehmer persönliche Beratung vor Ort wünschen. Auch bonitätsstarke Käufer erzielen Vorteile, etwa durch das Ausloten von Verhandlungsspielräumen beim Zinssatz. Im Gegensatz dazu ist das Feilschen um Prozente bei Onlinekrediten nur selten möglich.

Nachteil Hausbank: Doch so sehr sich Sparkassen und Hausbanken ins Zeug legen, Kredite am Schalter haben einen Nachteil: Sie kosten fast immer mehr als im Internet – die teure Filialstruktur fordert ihren Preis.

Vorteil Direktbank: Das große Plus von Direktbanken ist ihre schlanke Betriebsorganisation. Das fehlende Filialnetz erlaubt ähnlich wie beim Online-Shopping Kostenvorteile bei der Kreditvergabe. Wie ein Zinsvergleich des Online-Portals biallo.de zeigt, stellen Direktbanken derzeit Autokredite bereits ab gut zwei Prozent Zinsen bereit, zum Beispiel die SWK- und die Degussa Bank oder Bank of Scotland. Nur wenige Zehntel mehr kosten die Darlehen bei Targobank und Norisbank.

Gleich einen ganzen Prozentpunkt Rabatt für die Bindung an den Autokauf spendiert Marktführer ING-Diba im Vergleich zum normalen Ratenkredit. Der Autokredit kostet deshalb nur 2,79 Prozent Zinsen. Das Gute: Der Zinssatz ist nicht bonitätsabhängig, er gilt für alle Kreditnehmer. Außerdem besteht die Bank als Nachweis für die Zweckbindung nicht auf der Überlassung des Fahrzeugbriefs. "Wir begnügen uns mit dem Einsenden des Kaufvertrages", erklärt ING-Diba-Sprecher Alexander Baumgart.

Fazit: Sparfüchse suchen sich einen Kredit im Internet. Kredite im Netz kosten häufig nur halb so viel wie Ratendarlehen bei der Hausbank. Antragstellung und Bewilligung der Darlehen gehen genauso schnell wie in der Filiale, in der Regel ist das Geld nach wenigen Tagen auf dem Konto.

Günstige Onlinekredite im Vergleich

3. Grundsätze für die Wahl des Autokredits

3a. Solide finanzieren

Bevor Sie einen Autokredit aufnehmen, sollten Sie überschlagen, ob der anvisierte Neuwagen auch in Ihr Budget passt. Immer wieder werden Käufer im Angesicht hochglanzpolierter Luxuskarossen schwach und vergessen diesen Grundsatz.

Deshalb: Nehmen Sie nur so viel Autokredit auf, wie Sie sich dauerhaft leisten können. Machen Sie einen Kassensturz und prüfen Sie, wie viel Geld für Anzahlung und Kreditrate zur Verfügung steht. Ziehen Sie vom monatlichen Überschuss in jedem Fall eine Notfallreserve ab!

3b. Effektivzins vergleichen

Vergleichen spart Geld! Prüfen Sie verschiedene Kreditangebote von Banken und Sparkassen. Lassen Sie sich dabei nicht von Lockzinsen des Autohändlers oder dem Internet verleiten. Die wahren Kosten zeigt nur ein konkretes Kreditangebot, das gilt vor allem, wenn die Bank bonitätsabhängige Zinsen berechnet. Achten Sie darauf, dass das Angebot den Effektivzins ausweist, der alle Kosten und Zinsaufschläge enthält.

3c. Gezielt nach Autokredit fragen

Fragen Sie Ihre Bank gezielt nach einem Autokredit. Der zweckgebundene Autokredit kann bis zu einem Prozentpunkt preiswerter sein als klassische Ratenkredite, beispielsweise bei der ING-Diba. Der häufig bei der Bank zu hinterlegende Fahrzeugbrief dient den Instituten als Faustpfand, falls Sie den Autokredit nicht mehr bedienen können. Nach erfolgreicher Autofinanzierung erhalten Sie den Fahrzeugbrief zurück.

Manche Banken bieten zinsvergünstigte Autokredite ohne Sicherungsübereignung des Fahrzeugs an, etwa Barclaycard und ING-Diba.

Gut zu wissen: Manche Kreditinstitute firmieren ihre Ratenkredite auch als Autokredite, gewähren dafür aber keinen Zinsnachlass. Beispiele hierfür sind Netbank und DKB.

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Anbieter
Monatliche Rate
eff. Zins
p.a.
mtl. Rate
 
 
1.
440,52
2,79%
440,52
2.
441,64
2,92%
0,97% - 2,92%
441,64
3.
441,90
2,95%
2,45% - 2,95%
441,90
Darlehensbetrag 20.000 €, Laufzeit 48 Monate

4. Fallstricke bei Autokrediten

4a. Schufa Eintrag vermeiden

Achten Sie auf die richtige Kreditabfrage, um die Aussicht auf einen preiswerten Autokredit nicht zu trüben. Erkundigen Sie sich bei der Bank, ob es sich nur um eine Konditionenabfrage handelt und nicht um eine Kreditanfrage. Dann kann dies keine negativen Folgen für Ihre Schufa-Bewertung haben.

Hintergrund: Die Schufa unterscheidet, ob jemand sich nur allgemein über die Zinskonditionen informieren möchte oder ob die Person eine konkrete Darlehensanfrage stellt. Die Konditionenabfrage wird zwar ebenfalls im Schufa-Datenbestand vermerkt, ist aber ausschließlich für Verbraucher sichtbar. Für Banken und Sparkassen bleibt der Eintrag verborgen. Da sie nicht erfahren, wie viele Konditionsauskünfte bereits bei der Konkurrenz gestellt worden sind, kann sich eine Vielzahl von Auskünften nicht negativ auf die Kreditwürdigkeit auswirken.

Holen Sie dagegen ein konkretes Kreditangebot ein, wird dies die Schufa als ²Anfrage-Kredit² speichern. Viele Kreditanfragen verschlechtern unterm Strich den sogenannten Score-Wert und damit die Kreditwürdigkeit. Die Banken nehmen dann an, dass Ihre Kreditanfrage bereits bei zahlreichen Geldhäusern erfolglos war.

4b. Zinsänderungen bei langer Laufzeit oder hohen Darlehenssummen

Achten Sie darauf, ob die Zinskosten laufzeitabhängig sind. So verteuert beispielsweise der ADAC seinen Autokredit ab 72 Monaten um einen halben Prozentpunkt, die Santander Consumer Bank fordert ab 48 Monaten sogar 1,2 Prozent Zinsen mehr. Gerade wenn größere Kreditsummen im Spiel sind, kann dies zu Mehrausgaben führen. In diesem Fall empfehlen sich Kredite mit gleichbleibendem Zinssatz.

Das umgekehrte Beispiel gibt es aber auch: Die Netbank belohnt zum Beispiel Schnelltilger mit einem Zinsvorteil von drei Zehnteln, wenn der Autokredit binnen zwölf Monaten zurückgezahlt wird.

4c. Vorfälligkeitsentschädigung meiden

Banken dürfen für die vorzeitige Kreditablösung eine Stornogebühr verlangen. Die Vorfälligkeitsentschädigung kostet ein Prozent der offenen Kreditsumme, wenn die Restlaufzeit mehr als ein Jahr beträgt und 0,5 Prozent, wenn der Kredit in weniger als zwölf Monaten endet.

Doch nur wenige Banken erheben derzeit die Stornogebühr. Um Mehrkosten bei vorzeitiger Kreditkündigung zu vermeiden, können Sie eine Bank ohne Vorfälligkeitsentschädigung wählen, zum Beispiel die ING-Diba oder die Bank of Scotland (siehe Tabelle).

4d. Restschuldversicherung abwägen

Fast alle Banken bieten Absicherungsmöglichkeiten gegen Zahlungsausfall. Die sogenannte Restschuldversicherung übernimmt die Kreditraten bei finanziellen Engpässen, etwa durch Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Tod. Meist kann man den Versicherungsumfang selbst bestimmen. Allerdings gilt: Je umfangreicher der Ausfallschutz, desto teurer die Police.

Nutzen fraglich: Die Verbraucherzentralen stellen den Nutzen solcher Versicherungen in Frage, den teuren Prämien stehen relativ schwache Leistungen gegenüber. So zahlen die Policen bei Arbeitslosigkeit häufig erst nach mehrwöchiger Karenzzeit und enden bereits nach zwölf oder 18 Monaten. Zudem tilgt die Restschuldversicherung im Todesfall – anders als die Risikolebensversicherung –nur den jeweiligen Saldo des Ratenkredits. Eine Versorgung der Hinterbliebenen ist nicht vorgesehen. Bei Kleinkrediten lohnt sich die Restschuldpolice nicht.

Tipp: Wenn Sie bei einer hohen Darlehenssumme für den Todesfall oder andere Lebensrisiken vorsorgen möchten, empfiehlt sich eine preiswerte Risikolebensversicherung und Berufsunfähigkeitsschutz.

5. 3-Wege-Finanzierung

Die auch als Ballonfinanzierung bekannte 3-Wege-Finanzierung lockt mit niedrigen Monatsraten bei nur geringer oder gar keiner Anzahlung. Insofern ist sie gut geeignet für Käufer mit geringem oder unregelmäßigem Einkommen.

Die Höhe der Kreditrate bemisst sich an der Anzahlung und der nicht zu unterschätzenden Schlussrate. Da die Kreditschuld während der Laufzeit kaum abgetragen wird, wartet am Ende eine dicke Schlussrate samt aufgelaufener Zinsen. Diese ist häufig schwer zu stemmen und verursacht eine höhere Zinslast als ein Darlehen mit konstanter Tilgungsrate. Am Kreditende bestehen drei Optionen, um die Restschuld zu begleichen:

Rückzahlung der Restschuld als Schlussrate in einem Betrag.

Abschluss einer Anschlussfinanzierung, wenn man die hohe Schlussrate nicht aus Eigenmitteln bezahlen kann.

Rückgabe des Wagens an den Händler.

3-Wege-Finanzieurung aus Kostensicht nicht zu empfehlen.

Auf den ersten Blick erscheint die 3-Wege-Finanzierung durchaus sympathisch: Die Anfangskosten sind gering. Ist am Ende kein Geld zur Übernahme des Wagens vorhanden, kann man das Auto an den Händler zurückgeben und damit seine Schulden begleichen. Ein neues Auto kann dann erneut mit dem 3-Wege-Modell finanziert werden.

Doch die Sache hat Haken:

1. Erstens erhalten Sie beim sogenannten Ballonkredit kaum Preisnachlass, weil der Händler nur zögerlich an sein Geld kommt. Außerdem ist das Darlehen durch die Autobank subventioniert. Mit zweistelligen Preisnachlässen, wie sie mit einem Bankkredit möglich sind, würden Sie besser fahren.

2. Weil das Darlehen über die Jahre kaum getilgt wird, laufen für den Restbetrag hohe Zinsen auf. Diese liegen deutlich über den Kosten bei Autokrediten mit konstanter Tilgungsrate.

3. Kann man die Schlussrate nicht bedienen, muss man einen neuen Kredit aufnehmen oder das Auto beim Händler in Zahlung geben. Die Zinsen und damit die Kosten beim Folgekredit können deutlich ansteigen, weil das Auto nicht mehr als Neuwagen, sondern als Gebrauchtwagen gilt. Die geringere Wertsicherheit lassen sich Banken bezahlen.

4. Bei Rückgabe des Wagens können zusätzliche Zahlungen anfallen, zum Beispiel wenn das Fahrzeug nicht mehr in einem Top-Zustand ist. Jede Schramme wird sich der Händler teuer bezahlen lassen.

Fazit: Die 3-Wege-Finanzierung lohnt sich nur, wenn man anfänglich knapp bei Kasse ist, aber im Verlauf der Finanzierung eine größere Zahlung erwartet und damit den Restbetrag ohne Neukredit stemmen kann.

6. Autoleasing

Die Alternative zum Autokauf heißt Leasing. Leasingnehmer mieten das Auto und zahlen dafür eine feste Monatsrate. Deren Höhe hängt ab vom Fahrzeugtyp, der jährlichen Kilometerleistung, dem Restwert, der Vertragslaufzeit sowie etwaigen Anfangszahlungen.

Am Vertragsende hat der Leasingnehmer mehrere Möglichkeiten: Er kann das Auto an den Händler zurückgeben, den Leasingvertrag verlängern oder den Wagen kaufen. Bevor man ein Auto least, sollte man sich über die gängigen Leasingmodelle informieren.

6a. Kilometerleasing

Bei diesem Modell hängt die monatliche Leasingrate maßgeblich von der Anzahl der im Jahr gefahrenen Kilometer ab. Es gilt der Grundsatz: Je mehr Kilometer, desto teurer die Rate. Um nicht zu viel zu zahlen, sollten Sie Folgendes beachten:

  • Prüfen Sie, wie hoch die mit den Raten abgedeckte Kilometerleistung ist und was die Mehrkilometer kosten, falls Sie mehr im Jahr fahren.
  • Ist Ihre Kilometerleistung höher, sollten Sie sich ein Angebot auf Basis der real zu erwartenden Laufleistung ausrechnen lassen.
  • Achten Sie darauf, dass für weniger gefahrene Kilometer als vertraglich vorgesehen, ein Minderkilometersatz vorgesehen ist. So bekommen Sie bei geringer Laufleistung Geld zurück.
  • Prüfen Sie, ob die vereinbarten Mehr- und Minderkilometersätze gleich hoch sind. Akzeptieren Sie nicht, wenn für die Erstattung weniger gefahrener Kilometer niedrigere Geldsätze vorgesehen sind als für mehr gefahrene.

6b. Restwertleasing

Bei diesem Modell wird der voraussichtliche Verkehrswert des Fahrzeugs bei Vertragsende ermittelt. Die Differenz zwischen Neuwert und dem vertraglich fixierten Restwert zuzüglich Abnutzung und Kilometerleistung zahlt der Leasingnehmer als monatliche Rate. Liegt der spätere Verkehrswert unter dem im Leasingvertrag vereinbarten Restwert muss man die Differenz zusätzlich bezahlen. Der Leasingnehmer trägt also das Restwertrisiko.

Das Problem: Händler dürfen nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs die Leasingraten künstlich klein rechnen. Dazu setzen Sie den vertraglichen Restwert hoch an, und können dann mit niedrigen Leasingraten werben. Bringt das Auto beim späteren Verkauf weniger ein, muss der Kunde die Differenz zahlen.

6c. Nachteile von Leasing

  • Beim Leasing gibt es keine Barzahlerrabatte, als Kalkulationsgrundlage gilt der Listenpreis.
  • Leasingnehmer besitzen keine Verfügungsgewalt über das Fahrzeug, da sie nur Mieter sind.
  • Ein vorzeitiger Ausstieg aus einem Leasingvertrag ist nur in Ausnahmefällen möglich.
  • Es entstehen Mehrkosten durch die Verpflichtung zur Vollkaskoversicherung und die Bindung an Vertragswerkstätten.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de