Angespannter Immobilienmarkt

Bundesbank-Bericht Angespannter Immobilienmarkt

Thomas Brummer (ehemaliger Mitarbeiter)
von Thomas Brummer (ehemaliger Mitarbeiter)
22.02.2017
Auf einen Blick
  • Gerade in Großstädten scheint der Immobilienmarkt überhitzt.

  • Hauptgrund: Die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank.

  • Experten rechnen mit leicht steigenden Zinsen für Baudarlehen.
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In den großen Städten sind Immobilienpreise bereits an der Oberkante, so die Einschätzung der Bundesbank. Die Notenbanker schätzen, dass die Preise 15 bis 30 Prozent über dem angemessenen Niveau liegen. Besonders von dieser Übertreibung betroffen seien Eigentumswohnungen in Großstädten. Dem Bericht zufolge stiegen die Preise in den Städten 2016 um acht Prozent. Die Mieten stiegen dagegen um 4,75 Prozent. Zwischen 2010 und 2015 gehen die Banker von einem jährlichen Anstieg von 6,75 Prozent aus. In den Metropolen – Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart – sei die Dynamik erneut "überdurchschnittlich hoch" gewesen.

Welche Immobilien-Standorte sind überhitzt?

Die sogenannten Immobilienweisen des Branchenverbands ZIA kommen zu ebenfalls alarmierenden Zahlen. Die Experten sehen in Frankfurt und Hamburg eine Überhitzung von 40 Prozent. In Köln, Berlin und Stuttgart seien die Preise um 50 Prozent zu hoch. München liegt einsam an der Spitze: Die Preisübertreibung beträgt in der Isar-Metropole 75 Prozent, so die ZIA-Ergebnisse.

Warum sind die Immobilienpreise so stark gestiegen?

Kritiker der lockeren Geldpolitik werden sich damit bestätigt sehen. Denn die von der Europäischen Zentralbank (EZB) gesteuerte Niedrigzinspolitik befeuert Immobilien in zweierlei Hinsicht. Baufinanzierungen sind dadurch historisch günstig. Das heißt, immer mehr Haushalte konnten sich in den vergangenen Jahren Wohneigentum leisten. Eine weitere Folge des geringen Zinsniveaus: Für Kapitalanleger sind konservative Geldanlagen wie Tagesgeld oder Festgeld nicht mehr so attraktiv wie früher. Sie investieren dadurch bevorzugt in Betongold.

Wie geht es weiter mit den Baugeldzinsen?

Die Stimmen, die eine Abkehr von der bisherigen Notenbankpolitik fordern, werden lauter. Der Biallo-Index zeigt, dass die Zinsen für Baugeld in den vergangenen Monaten bereits etwas geklettert sind. Ob allerdings die EZB diese Entwicklung verstärken wird, in dem sie das Anleihenkaufprogramm spürbar reduziert, ist weiter unklar.

"In den nächsten Monaten wird sich zeigen, ob sich die konjunkturelle Erholung, die Inflation und die Konsumbelebung als nachhaltig genug für einen deutlichen Zinsanstieg erweisen", sagt Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender von Interhyp. Langfristig rechnen die Experten von Interhyp mit leicht steigenden Baugeldzinsen. Die Politik des neu angetretenen US-Präsidenten Trump könne in Verbindung mit den in Deutschland und Frankreich anstehenden Wahlen sowie den Diskussionen um Brexit und Freihandel für Nervosität an den Märkten sorgen.

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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Von Januar 2014 bis Januar 2018 war er bei biallo.de und verfasste dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publizierte er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de