Private Bauherren besser geschützt

Neues Baurecht Private Bauherren besser geschützt

Max Geißler
von Max Geißler
05.05.2017
Auf einen Blick
  • Ab 2018 gelten Änderungen im Baurecht. Sie bringen vor allem für private Bauherren Vorteile, zum Beispiel in Sachen Baubeschreibung, Widerrufsrecht und Zusatzarbeiten.

  • Für die Herausgabe wichtiger Bauunterlagen gelten künftig klare Regeln, ebenso für ein erweitertes Kündigungsrecht.
Artikelbewertung
Teilen
Schrift

Der Gesetzgeber hat das Bauvertragsrecht reformiert. Danach haben private Bauherren ab 2018 unter anderem Anspruch auf eine präzise Baubeschreibung. Der Bauunternehmer muss dem Bauherr rechtzeitig vor Vertragsabschluss eine Baubeschreibung aushändigen, die klare und verständliche Angaben zu den wesentlichen Eigenschaften des Bauwerks enthält – und zwar kostenlos.

Die Baubeschreibung wird grundsätzlich Inhalt des Vertrags und ermöglicht einen genauen Überblick über die angebotenen Leistungen, etwa zu Art und Weise des Innenausbaus oder des Energie- und Schallschutzstandards. Der Vertrag hat außerdem verbindliche Angaben zum Fertigstellungstermin zu machen. Das gibt Verbrauchern mehr Planungssicherheit, zum Beispiel bis zu welchem Termin sie ihre bisherige Wohnung kündigen und den Umzug organisieren sollen.

Widerrufs- und Kündigungsrecht

Bauherren haben das Recht, einen Bauvertrag innerhalb von 14 Tagen ab Vertragsabschluss zu widerrufen. So können sie einen Kauf mit in der Regel hohen finanziellen Verpflichtungen noch einmal überdenken. Wird der Verbraucher nicht ordnungsgemäß über sein Widerrufsrecht belehrt, erlischt es erst zwölf Monate und 14 Tage nach Vertragsabschluss. Künftig gibt es im Werkvertragsrecht – und somit auch bei Bauverträgen – auch ein Kündigungsrecht aus wichtigem Grund, etwa bei Vertragsverstößen.

Bleiben Sie mit Hilfe unseres Newsletters in Sachen Baufinanzierung immer auf der Höhe der Zeit.

Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein
Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.

Änderungen auch nach Vertragsschluss möglich

Häufig treten während der Erstellung des Hauses Änderungen ein, zum Beispiel, wenn sich die Vorstellungen des Bauherren ändern oder er bestimmte Umstände nicht berücksichtigt hatte. Diese Änderungswünsche sollen ab 2018 noch nach Vertragsabschluss einseitig in das Bauvorhaben einfließen können. Der Unternehmer muss allerdings nicht jeden Änderungswunsch akzeptieren, sondern nur, wenn dieser zumutbar ist. Die Interessen beider Parteien sind angemessen zu berücksichtigen.

3
 
Anbieter
Monatliche Rate
effektiver
Jahreszins
 
1.
765,00
2,13%
2.
786,67
2,24%
3.
808,33
2,37%
Betrag 200.000 €, Laufzeit 15 Jahre, Beleihung 100 %

Die Berechnung der Mehr- oder Mindervergütung muss anhand der tatsächlichen Kosten erfolgen. Zudem erhält der Unternehmer angemessene Zuschläge für allgemeine Geschäftskosten sowie Wagnis und Gewinn. Das neue Baurecht vereinfacht außerdem verschiedene Vorschriften, etwa die Berechnung von Abschlagszahlungen, für die es Obergrenzen gibt, oder die Abnahme der Bauleistung durch den Bauherren. Bei Kündigung des Bauvertrages oder bei Verweigerung der Abnahme ist der Leistungsstand bzw. der Zustand des Bauwerks künftig umfassend zu dokumentieren.

Herausgabe von Unterlagen

Bisher kamen private Häuslebauer zum Teil nicht an wichtige Unterlagen von der Baufirma heran, die sie zum Beispiel für den Antrag von Förderkrediten oder für den Nachweis der Einhaltung von Bauvorschriften benötigten. Das wird ab Januar 2018 einfacher. Künftig muss die Baufirma wichtige Planungsunterlagen bereits vor Baubeginn herausgeben. Damit kann der Kunde dann Förderkredite beantragen oder mit Hilfe eines Bausachverständigen das Bauvorhaben überprüfen lassen.

Tipp:

Der Einsatz zinsgünstiger KfW-Förderdarlehen kann den Bau eines Hauses deutlich verbilligen. Baukredite in Kombination mit KfW-Darlehen gibt es zum Beispiel bei Hypovereinsbank, Degussa Bank und ING-Diba.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Max Geißler
Max Geißler
Autor
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Max Geißler
Max Geißler

nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Teilen
Drucken
Zur Startseite
Max Geißler
Max Geißler

nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein:
Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.

Regeln für das Schreiben von Kommentaren:

  1. Kommentieren Sie sachlich und ohne persönliche Angriffe.
  2. Verfassen Sie keine Beiträge mit strafbarem, diskriminierendem, rassistischem, anstößigem, beleidigendem oder kommerziellem Inhalt und verweisen Sie nicht auf Seiten mit solchem Inhalt.
  3. Stellen Sie weder zu lange Texte noch Bilder ein, außer, wenn es unbedingt nötig ist.
  4. Veröffentlichen Sie keine personenbezogenen Daten Dritter, wie Namen, Adressen, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen.
  5. Wenn Sie persönliche Mitteilungen oder Texte anderer Verfasser einstellen oder Kommentare anderweitig veröffentlichen möchten, beachten Sie die Rechte Dritter. Bei einer Verletzung dieser Rechte (z.B. Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht, Datenschutz) haften Sie.
  6. Sie haben die Möglichkeit, Ihren Benutzernamen frei zu wählen. Sie sollten aber im eigenen Interesse markenrechtlich geschützte Namen vermeiden.

Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de