Scoperty hat sie: Daten von 40 Millionen Immobilien

Immobilienmarkt Scoperty hat sie: Daten von 40 Millionen Immobilien

Kerstin Weinzierl
von Kerstin Weinzierl
07.11.2019
Auf einen Blick
  • Der neue Immobilien-Service Scoperty ist nach vollzogener Testphase in Nürnberg auch in München und vier weiteren deutschen Metropolen verfügbar.

  • Das Münchner Proptech will mit seiner Preisplattform die vielerorts stark nachgefragten Immobilienmärkte transparenter machen.

  • Zudem soll Scoperty Eigentümer zum Verkauf anregen. Resultierende Transaktionen werden an das eigene Makler-Netzwerk sowie an den Kooperationspartner und Baufinanzierer Interhyp weitergeleitet.
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Eine Wunschvorstellung von Immobilieneigentümern, -suchenden und Maklern sowie Immobilienberatern geht in Erfüllung. In naher Zukunft könnte nahezu jede Immobilie in Deutschland einen sogenannten Pin mit einem geschätzten Marktwert tragen. Dafür sorgt Scoperty, das Gemeinschaftsunternehmen der ING Bank N.V., PriceHubble AG und Sprengnetter GmbH, mit Hilfe von Big Data und künstlicher Intelligenz.

Die Immobilienwerte werden über einen speziellen Algorithmus auf Basis von Grundstücksgröße, Fläche und Lage beziffert. Die Daten stammen aus öffentlichen und privatwirtschaftlichen Quellen. "Auch der örtliche Mietspiegel wird berücksichtigt", sagt Dr. Michael Kasch, CEO von Scoperty, gegenüber biallo.de. Erste Schätzwerte für mehr als 1,1 Millionen Wohnungen und 230.000 Häuser konnten bislang für die bayerische Landeshauptstadt veröffentlicht werden. Zeitgleich startete die Website ihren Service auch in Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main und Köln.

Zudem können Eigentümer selbst Einfluss auf die Genauigkeit der Markteinschätzungen nehmen, indem sie die Daten zu ihrem Objekt auf scoperty.de, beispielsweise zum Baujahr oder zur Ausstattung, anpassen und aktualisieren. "Der Markt war jahrelang in einem Dornröschenschlaf und wir brechen ihn jetzt auf", so Kasch.

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Digitaler Immobilienbarometer für Eigentümer, Käufer und Makler

Laut Scoperty gehört der deutsche Immobilienmarkt mit einem Transaktionsvolumen von rund 170 Milliarden Euro zu den größten Märkten in Europa und genau hier möchte Kasch mit seinem Gründerteam Bewegung reinbringen. Aber die eigentliche Idee hinter dem Immobilien-Startup ist, Nutzern Schätzwerte als erste Anhaltspunkte zur Verfeinerung bereitzustellen. "Der Großteil der Schätzwerte ist valide", erklärt Kasch und diese Werte sollen mehr Interaktionen zwischen potentiellen Käufern und Verkäufern schaffen. Denn der Clou dabei ist: Mit diesen Daten wird der Markt nicht nur ein Stück weit präziser, sondern Kaufinteressenten können unverbindlich Kaufangebote für Objekte abgeben, die eigentlich noch gar nicht zum Verkauf stehen.

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Damit kann sich zukünftig der Interessent einen Vorsprung am Markt sichern und eventuell sogar einen Verkauf ins Rollen bringen. Des Weiteren kann auch der Eigentümer profitieren. Denn er weckt mit seiner Immobilie auf Scoperty ein Marktinteresse ohne finanziellen oder großen zeitlichen Aufwand. Und: "Eigentümer können so einen besseren Verkaufszeitpunkt für ihr Objekt finden, was im aktuellen Immobilienmarkt eine große Hilfe darstellt", sagt Michael Kasch. Wenn ein Eigentümer nicht möchte, dass seine Immobilie mit Scoperty auffindbar ist, kann diese jederzeit deaktiviert werden. 

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Aber auch Makler und Maklerinnen bleiben nicht außen vor. Kaufinteressenten werden von Scoperty an ein ausgesuchtes Makler-Netzwerk vermittelt. Hierüber könne das Maklergeschäft sogar beschleunigt und deren digitalen Dienstleistungen erweitert werden. "Damit können sich Makler im Hinblick auf das Bestellerprinzip besser positionieren", so Kasch.

Aus der Zusammenarbeit mit Maklern und auch mit der Interhyp in Sachen Baufinanzierung erwirtschaftet Scoperty seine Einnahmen. Für Immobilienbesitzer, -verkäufer und Kaufinteressenten ist Scoperty kostenlos.

Neuer Immobilien-Marktplatz nach amerikanischem Vorbild

Die Unternehmensidee von Scoperty findet sich im Namen wieder. Das italienische Wort "Scoperta" für Entdeckung und "Property" aus dem Englischen für Immobilie spielt darauf an, dass man über die Plattform neues Immobilieneigentum ganz bequem entdecken kann. Mit Hilfe einer einfachen Suchfunktion auf der Startseite von Scoperty, die einer Google Maps-Suche ähnelt, kann nach einem bestimmten Wohnobjekt in der gewünschten Region gesucht werden – die Eingabe von beispielsweise der Postleitzahl genügt.

Eine gute Sache, wenn Eigentümer mal schnell den Wert ihrer Immobilie für zum Beispiel die Planung ihrer Altersvorsorge einschätzen wollen. Oder auch wenn potentielle Käufer, die Preisforderung des Eigentümers überprüfen möchten. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten den Scoperty-Service zu nutzen.

Neu ist dieses Konzept jedoch nicht. Firmenchef Kasch nennt in diesem Zusammenhang das amerikanische Online-Immobilien-Datenbankunternehmen Zillow, das bereits 2006 gegründet wurde. In den Vereinigten Staaten verwenden heute Millionen Käufer, Verkäufer, Makler und sogar Mieter wie auch Vermieter diese Website, um Haus- und Wohnungsinserate zu durchforsten.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de