Sparkasse Siegen muss tausende Euro an Kunden zahlen

Vorfälligkeitsentschädigung Sparkasse Siegen muss tausende Euro an Kunden zahlen

Thomas Brummer (ehemaliger Mitarbeiter)
von Thomas Brummer (ehemaliger Mitarbeiter)
03.02.2017
Auf einen Blick
  • Ein Kläger hatte 2004 eine Baufinanzierung bei der Sparkasse Siegen abgeschlossen - Zinssatz: 5,2 Prozent.

  • Weil die Widerrufsbelehrung fehlerhaft war, muss ihm die Sparkasse jetzt tausende Euro zurückzahlen.

  • Experten rechnen mit unzähligen falschen Widerrufsbelehrungen in Kreditverträgen.
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Ein Darlehensnehmer schloss im Jahr 2004 einen Baukredit in Höhe von 175.000 Euro zu einem Zins von 5,2 Prozent bei der Sparkasse Siegen ab. Der Kreditnehmer wollte allerdings schon im Februar 2009 eine Vertragsablösung, um bessere Konditionen zu erhalten. Regulär läuft der Kreditvertrag noch bis 30. November 2019. Der Kläger wollte damit bereits mehr als zehn Jahre früher aus seinem Vertrag.

Gerade bei hochverzinsten Alt-Verträgen sehen es Banken nicht gern, wenn Kunden vorzeitig aus ihrem Kreditvertrag ausscheiden möchten. „Die Banken dürfen einen Ausgleich verlangen, wenn sie das zurückgezahlte Geld nur zu schlechteren Konditionen wieder anlegen können“, sagt Hartmut Schwarz von der Verbraucherzentrale Bremen. Das erklärt, weshalb gerade in der heutigen Mini-Zins-Phase die sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung zu hoch ist.

Zurück zu unserem aktuellen Fall aus Siegen: Zum Jahreswechsel 2009 auf 2010 hatten die Kreditnehmer ihren Vertrag gekündigt. Die Vorfälligkeitsentschädigung betrug damit 19.500 Euro. Am 15. Oktober 2014 folgte schließlich der Widerruf des Darlehensvertrags. Das Oberste Landesgericht hatte diesen Widerruf bekräftigt, nachdem die Sparkasse in der darunter liegenden Instanz in Berufung ging. Die Richter betonten jedoch, dass der Widerruf berechtigt gewesen sei, da die Widerrufsbelehrung der Sparkasse Siegen fehlerhaft war.

Auf Vorschlag des Senats schlossen die Parteien einen Kompromiss: Die Sparkasse Siegen muss dem Kunden 6.500 Euro der Vorfälligkeitsentschädigung zurückzahlen, plus 500 Euro Nebenforderungen. Alle weiteren Ansprüche sind erloschen. Zwei Drittel der Prozesskosten tragen die Kläger.

Darauf sollten Kreditnehmer achten

Bei etlichen Alt-Verträgen stoßen Verbraucher auf fehlerhafte Widerrufsbeleherungen. Hier sollten Sie prüfen, ob Sie möglicherweise aufgrund dessen kündigen können, um zu den aktuellen Konditionen weiterfinanzieren zu können. Selbst für neuere Verträge, also ab dem 11. Juni 2010 bis zum Inkrafttreten der Wohnimmobilienkreditrichtlinie am 21. März 2016, gilt nach Auffassung der Verbraucherzentrale Hamburg weiterhin das „ewige“ Widerrufsrecht. Die Aussichten für Verbraucher, vorzeitig aus diesen Verträgen zu kommen, seien auch hier gut.

Unser Tipp

Sollten Sie Ihre Immobilie bei bestehender Finanzierung verkaufen wollen, finden Sie im Interview mit Hartmut Schwarz von der Verbraucherzentrale Bremen zur Vorfälligkeitsentschädigung wertvolle Tipps.

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Thomas Brummer (ehemaliger Mitarbeiter)
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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Von Januar 2014 bis Januar 2018 war er bei biallo.de und verfasste dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publizierte er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de