Baufinanzierung in Hamburg

Immobilienkauf Baufinanzierung in Hamburg

Horst Biallo
von Horst Biallo
06.11.2018
Auf einen Blick
  • Neubauten steigen im Preis mehr als Bestandsimmobilien.

  • Häuser kosten schon fast 4.000 Euro je Quadratmeter.

  • In Jenfeld und Bramfeld wohnt man noch fast preiswert.
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Der Immobilienmarkt in Hamburg

"Normale" Leute mit durchschnittlichem Einkommen haben es immer schwerer, in Hamburg eine Wohnung zu finden. Das gilt für Single und Paare, die etwas mieten wollen, aber auch für diejenigen, die lieber in die eigenen vier Wände investieren möchten.

Das Problem ist hier: Die Lücke zwischen genehmigten Wohnungen und tatsächlich gebauten Immobilien geht weit auseinander. Das liegt unter adnerem an nicht ausreichend vorhandenen Baukapazitäten, da Handwerker mehr als ausgelastet sind. Und wenn gebaut wird, dann oft zu Preisen von über 5.000 Euro pro Quadratmeter.

Die Kaufpreisentwicklung in Hamburg

Die Preise für Häuser und Eigentumswohnungen in Hamburg und Umgebung steigen immer weiter an. Nach einer Studie der LBS Bausparkasse waren Wohnimmobilien in der zweiten Jahreshälfte 2017 um 12,2 Prozent teuer als im Vorjahreszeitraum.

Jens Grelle, Vorstand der LBS, bringt den Trend auf den Punkt: "Eine hohe Nachfrage trifft auf ein knappes Angebot. Das lässt die Preise weiter steigen." Die größten Steigerungsraten mit 12,2 Prozent weisen neu erbaute Häuser in Hamburgs Umland auf. Hier kommen wir bereits auf einen Preis von 2.596 Euro pro Quadratmeter. Mit einem Plus von 9,6 Prozent liegt diese Wohnform in der Stadt zwar etwas darunter. Dafür ist der durchschnittliche Quadratmeterpreis mit 3.926 Euro aber deutlich höher.

Ähnliche Tendenzen haben wir bei Eigentumswohnungen. Auch dort war die Preissteigerungsrate im Umland mit 8,7 deutlich höher als in der Stadt mit ‚nur‘ 2,5 Prozent. Andererseits war eine Neubauwohnung außerhalb der Hansestadt mit 3.176 Euro pro Quadratmeter deutlich preiswerter als in Hamburg. Dort mussten Käufer schon über 5.000, exakt 5.097 Euro, auf den Tisch legen. Bei gebrauchten Immobilien war die Lage – aus Käufersicht – nicht besser.

Ein Haus in Hamburg kostete im vorigen Jahr bereits im Durschnitt 3.868 Euro pro Quadratmeter. Die günstigsten Wohnhäuser gingen für rund 2.500 Euro pro Quadratmeter weg. Zu den teuersten Pflastern gehören Harvestehude und Rotherbaum. Dann folgen Hohenfelde, Ottensen, Eppendorf und Othmarschen. Wer außerhalb Hamburgs suchte, wurde in Lauenburg mit einem Quadratmeterpreis von knapp unter 1.500 Euro noch fündig, während Interessenten in Rellingen deutlich über 3.000 Euro zahlen mussten. Und wie geht es mit der Preisentwicklung weiter?

Dazu meint LBS-Chef Grelle: "Die Kombination aus niedrigen Zinsen und positiver Einkommensentwicklung wird die Preise auch künftig weiter steigen lassen." Aber eine Einschränkung gibt es seiner Ansicht nach: Allenfalls die Dynamik ließe etwas nach.

Mietpreisentwicklung in Hamburg

Dass auch die Mieten in Hamburg weiter steigen, ist auf den ersten Blick unverständlich. Denn durch die kluge Politik des Senats sind allein 2017 über 13.000 Wohnungen zum Bau neu genehmigt worden. Im Jahr davor waren es bereits 10.736 Wohnungen. Doch leider wurden 2016 nur knapp zwei Drittel davon, nämlich 7.446, fertig gestellt. Mittlerweile gibt es einen Stau von über 20.000 zwar genehmigten, aber nicht gebauten Wohnungen. Ein Grund dafür sind fehlende Handwerker, um die Pläne Wirklichkeit werden zu lassen.

Und wenn es sie schon einmal gibt, werden die Objekte bevorzugt, die mehr als 5.000 Euro je Quadratmeter kosten und dem Mietwohnungsmarkt keine richtige Entlastung bringen. Mietwohnungen sind natürlich auch dort besonders teuer, wo die eigenen vier Wände zu kaufen auch besonders kostspielig ist. 15,30 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter ist in Hamburg der Spitzenwert in Harvestehude.

Zwischen 13 und 14 Euro zahlen Mieter an Kaltmiete in:

  • Hoheluft
  • Rotherbaum
  • Uhlenhorst
  • Othmarschen
  • Winterhude
  • Blankenese
  • St. Pauli/Sternschanze

Aber es gibt auch noch Stadtteile, die deutlich günstiger sind, weil nicht so beliebt und nicht zentrumsnah.

Unter zehn Euro netto pro Quadratmeter gibt es noch Immobilien in:

  • Lurup
  • Jenfeld
  • Bramfeld
  • Schnelsen
  • Langenhorn
  • Harburg
  • Wilhelmsburg
  • Bergedorf

Diese Stadtteile sind jedoch nicht nur für Leute interessant, die sich keine so teure Mietwohnung leisten können. Hier sind aus Käufersicht die Mietrenditen mit knapp unter vier Prozent deutlich höher als in den Innenstadtlagen.

Baufinanzierungen in Hamburg

Wer in Hamburg und Umgebung ein Haus oder eine Eigentumswohnung kaufen will, hat die Qual der Wahl. Die Bankendichte ist hier enorm. Wer zum ersten Mal kauft und sich persönlich beraten lassen will, hat jede Menge an Anlaufstellen bei Banken, Sparkassen und Kreditvermittlern.

Gut aus Käufersicht: Fast nirgendwo ist die Konkurrenz von Banken und Sparkassen um Leute, die eine günstige Baufinanzierung suchen, so groß wie in Hamburg. Hier gibt es regionale und überregionale Player mit Präsenz vor Ort, aber auch Nischenanbieter und Kreditvermittler, die eine persönliche Beratung bieten.

Banken mit Beratung vor Ort

In der Hansestadt gibt es zwei Platzhirsche. Die Hamburger Sparkasse (Haspa) glänzt mit einem Netz von 130 Filialen und 50 SB-Standorten. Nummer 2 ist die Hamburger Volksbank mit knapp 40 Filialen. Dahinter rangieren Hypovereinsbank, die die damalige Vereinsbank übernommen hat, und auf immerhin 19 Filialen kommt.

Die Commerzbank hat sogar 37 Filialen und die Deutsche Bank gut 20 Niederlassungen. Genauso viele Filialen hat die Sparda-Bank Hamburg. Nirgendwo in Deutschland ist die Bankengruppe so präsent vor Ort wie hier an der Alster. Die PSD Bank Nord dagegen ist nur in der Schloßstrasse 10 für ihre Kunden persönlich da.

Anbieter, die übers Internet um Hamburger werben

Wer sich gut auskennt und schon einmal eine Immobilie erworben hat, ist unter Umständen auf keine Beratung angewiesen. An solche Personen wenden sich nicht nur in Hamburg günstige Anbieter wie die Allianz, die Santander Bank oder die Degussa Bank.

Und schließlich mischt wie in ganz Deutschland auch in Hamburg die Direktbank ING-Diba mit, der zweitgrößte Anbieter hierzulande. Dessen Zinskonditionen sind nicht immer ganz top. Doch kein Anbieter bearbeitet die Anträge schneller als deren flotte Mitarbeiter. Zudem bietet die Diba eine kompetente Beratung am Telefon.

3
 
Anbieter
Monatliche Rate
effektiver
Jahreszins
gebundener
Sollzins
 
1.
962,50
0,35%
0,35%
2.
995,00
0,49%
0,48%
3.
997,50
0,49%
0,49%
Betrag 300.000 €, Laufzeit 10 Jahre, Beleihung 60 %

Kreditvermittler in Hamburg

Die großen Kreditvermittler bzw. Kreditmakler sind längst davon abgerückt, Immobilienfinanzierungen nur über das Internet oder das Telefon zu verkaufen und bieten eine Beratung vor Ort an. Das gilt zum einen für Dr. Klein, der im nahe gelegenen Lübeck seinen Hauptsitz hat. Aber auch für Interhyp, eine Tochter der ING-Diba. An mehr als 100 Standorten in Deutschland ist dieser Anbieter mittlerweile aktiv und baut seine Präsenz weiter aus. Mathias Breitkopf beispielsweise leitet die Interhyp-Filiale in der Stadthausbrücke 1 – 3.

3
 
Anbieter
Monatliche Rate
effektiver
Jahreszins
gebundener
Sollzins
 
1.
927,50
0,22%
0,21%
2.
945,00
0,28%
0,28%
3.
957,50
0,33%
0,33%
Betrag 300.000 €, Laufzeit 10 Jahre, Beleihung 60 %

Die günstigsten Baufinanzierungen

Vor einem großen Irrtum müssen wir warnen: Es gibt nicht den günstigen Finanzierer für alle Leute und alle Gelegenheiten. Und meistens werden Sie auch kein günstiges Angebot erhalten, wenn Sie sich nicht die Mühe machen, mehr als eine Offerte einzuholen.

Grundsätzlich gilt jedoch: Banken, die nur über das Internet um Kunden werben, also kein Personal vor Ort vorhalten und bezahlen müssen, sind günstiger als Sparkassen und VR-Banken. Oft bieten diese dann auch keine Beratung an, sodass diese Billiganbieter vor allem bei Anschlussfinanzierungen gefragt sind.

Tendenziell günstiger als Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken sind zudem PSD- und Sparda-Banken, die ja auch nicht so viele Filialen vorhalten. Die Hamburger Sparda-Bank ist da eine Ausnahme. Ob Kreditvermittler das ihnen bestmögliche Angebot machen, hängt sicher vom Einzelfall ab.

Unser Rat: Gehen Sie zunächst zu Ihrer Hausbank und lassen sich ein Angebot machen. Und damit dieses günstig wird, sagen Sie von vornherein, dass Sie noch mindestens zwei Vergleichsangebote einholen werden. Und tun Sie das dann bitte auch. Am besten über unseren Baufinanzierung Vergleich.

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Horst Biallo
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Herausgeber und Gründer biallo.de
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Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de