Wie aus einer Umkehrhypothek eine Zusatzrente wird

Altersvorsorge Wie aus einer Umkehrhypothek eine Zusatzrente wird

von Horst Peter Wickel
06.05.2016
Auf einen Blick

Mit einer Umkehrhypothek können Sie Ihre selbst genutzte Immobilie wieder zu Geld machen. Aber bislang gibt es nur wenige Anbieter dafür.

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Selbst genutzte Immobilien sind längst zum Favoriten der privaten Altersvorsorge geworden. Doch was können Sie tun, wenn Sie nur eine geringe Rente bekommen? Und Ihre monatlichen Einnahmen zum Erhalt und zur Pflege Ihrer eigenen vier Wände nicht mehr reichen?

In den USA und Großbritannien hat sich die Verrentung von Immobilien unter dem Namen „reverse mortgage“ (Umkehrhypothek) schon lange etabliert und bewährt. Auf dem deutschen Markt findet die Umkehrhypothek allerdings nur langsam Verbreitung.

Wie Ihre Umkehrhypothek funktionieren kann

Das Modell ist im Prinzip sehr einfach. Sie beleihen Ihr schuldenfreies Haus oder Ihre Eigentumswohnung und bekommen dafür eine monatliche Rente oder einen Einmalbetrag ausgezahlt. Der Vorteil: Sie bleiben Eigentümer und können somit weiter in Ihren geliebten vier Wänden wohnen bleiben. Die Auszahlung der monatlichen Rente oder des Einmalbetrages ist zudem steuerfrei. Erst wenn Sie sterben, wird das Darlehen samt Zinsen fällig. Dann können die Erben entscheiden: entweder das Geld zurückzahlen oder stattdessen die Immobilie abgeben.

Bereits im Jahre 2010 hatte der Bundesverband Öffentlicher Banken (VÖB) das Potenzial für Umkehrhypotheken bzw. Immobilienrenten auf ein Kreditvolumen von fast 100 Milliarden Euro geschätzt (Grundlage dieser Schätzung: bei einer Million Senioren im Alter von 55 bis 69 Jahren mit Immobilien im Wert von mehr als 100.000 Euro reicht das unterdurchschnittliche Einkommen im Alter nicht aus).

Doch Angebote für Umkehrhypotheken sind heute noch immer sehr rar. Hypovereinsbank, Hannoversche Leben, Deutsche Kreditbank (DKB), ein Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe, sowie einige andere Finanzinstitute haben sich wieder zurückgezogen. Aktuell bieten nur noch die Deutsche Leibrenten AG, die VMT Immofinanz und die R+V Versicherungen entsprechende Angebote. Im süddeutschen Bereich gibt es zudem einige Stiftungen, die regional begrenzt Umkehrhypotheken als Immobilienrenten anbieten, z.B. Zustifter-Rente der Stiftung Liebenau oder Hausstifter-Rente der Caritas Krefeld. Mit üppigen monatlichen oder einmaligen Zusatzrenten aus der Umkehrhypothek können Sie allerdings nicht rechnen. Stiftung Warentest hält das Produkt für „teuer und kompliziert“. Die Höhe der Immobilienrente leitet sich ab vom erzielbaren Kaufpreis, die Nebenkosten für Gutachten, Notar, Grundbuchbestellung, Gebühren und Provisionen sind hoch.

Für wen eignet sich die Umkehrhypothek?

Marktkenner halten die Umkehrhypothek ohnehin nur geeignet für kinderlose Hausbesitzer, die ihre schuldenfreie Immobilie in guter Lage auf keinen Fall aufgeben und mit dem monatlichen Zubrot noch mehr Liquidität erzielen wollen. Auf jeden Fall bleibt eine Umkehrhypothek eine „Wette auf den Tod“ bzw. eine Spekulation mit dem „Langlebigkeitsrisiko“.

Was sagen Fachleute?

Verbraucherschützer wie Marktexperten raten Immobilienbesitzern, Umkehrhypothek-Angebote auf jeden Fall kritisch zu überprüfen und durchzurechnen. Alternativ könnte es günstiger sein, das eigene Haus oder die Wohnung zum bestmöglichen Marktpreis zu verkaufen, sich eine neue, kleinere Immobile zu kaufen oder zu mieten und den Resterlös als Zusatzrente zu nutzen.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de