Weniger Risiken bei Kreditaufnahme

Eigentümergemeinschaft Weniger Risiken bei Kreditaufnahme

Max Geißler
von Max Geißler
11.10.2017
Auf einen Blick
  • Viele Wohnungseigentümer scheuen sich vor kollektiver Kreditaufnahme, weil sie gemeinsam haften.

  • Der Bundesgerichtshof verwarf die Klage einer Eigentümerin gegen die Darlehensaufnahme ihrer Hausgemeinschaft.

  • Viele Bundesländer begegnen dem möglichen Zahlungsausfall eines Kreditnehmers mit Bürgschaften.
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Mehr als 80 Prozent der deutschen Wohneinheiten gehören privaten Einzeleigentümern. Diese entscheiden, wann und wie sie ihre Immobilie sanieren oder modernisieren. Anders sieht es bei Wohneigentümergemeinschaften aus. Sie stehen bei Modernisierungs- oder Sanierungsvorhaben oft vor dem Hindernis, dass die Rücklagen für überfällige Bauvorhaben, wie etwa Dämmmaßnahmen oder der Einbau neuer Fenster, nicht ausreichen. Häufig kommt es dann zu Diskussionen über die Höhe der Kreditaufnahme, den Umfang der durchzuführenden Arbeiten und die mögliche Schadenhaftung bei Zahlungsausfall einzelner Kreditnehmer.

Bundesgerichtshof stärkt Eigentümergemeinschaften

Um rechtlich Klarheit zu schaffen, traf der Bundesgerichtshof 2015 eine Entscheidung, die die Kreditaufnahme von Eigentümergemeinschaften verbindlich regelt (Az: V ZR 244/14). Danach dürfen mehrere Eigentümer auch gegen den Willen einzelner gemeinsam längerfristige Darlehen in Anspruch nehmen.

"Damit ist rechtssicher, dass Eigentümergemeinschaften zur Finanzierung von beispielweise Dämmmaßnahmen oder einer Heizungssanierung Kredite aufnehmen können", bekräftigt Bernd Neuborn von der Bausparkasse BHW. Dies gelte auch für geförderte Kredite der KfW Bank.

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Sanierungskredit benötigt keine Einstimmigkeit

Eigentümergemeinschaften tun sich gerade bei der energetischen Sanierung von Gebäuden schwer. "In diesem Segment wird weit weniger saniert als im Durchschnitt aller deutschen Wohnimmobilien", moniert Neuborn. Eigentlich unverständlich, denn der Beschluss zur energetischen Sanierung im Rahmen von Eigentümergemeinschaften benötigt keine Einstimmigkeit. Vorausgesetzt, die Baumaßnahme erhöht den Gebrauchswert des Gemeinschaftseigentums nachhaltig, reicht eine qualifizierte Mehrheit von 75 Prozent der Stimmberechtigten aus, wenn diese mehr als die Hälfte der Miteigentumsanteile besitzen.

Bundesländer bürgen bei Zahlungsausfall

Bislang werden KfW-Programme von Eigentümergemeinschaften nur zurückhaltend genutzt. Das häufigste Hindernis: Kommt es bei einzelnen Eigentümern zu einem Zahlungsausfall, haften kollektiv die verbleibenden Mitglieder. Dieses Manko haben viele Bundesländer inzwischen erkannt und reagiert. So wenden Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, Hessen, Saarland und Schleswig-Holstein das Risiko des Zahlungsausfalls dadurch ab, indem sie KfW-Kredite mit einer Landesbürgschaft absichern. Da in jedem Bundesland jedoch andere Regeln gelten, sollten sich Eigentümergemeinschaften vor Kreditaufnahme beim Bauministerium ihres Landes erkundigen, ob und gegebenenfalls wie die Ausgestaltung der Bürgschaft im Detail funktioniert.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de