So renovieren Sie günstig Ihr Bad

Immobilie So renovieren Sie günstig Ihr Bad

Sabina Hoerder
von Sabina Hoerder
08.05.2019
Auf einen Blick
  • Ein Badezimmer zu sanieren erfordert viel Aufwand und eine große Investition. Es gibt jedoch Einsparmöglichkeiten.

  • Wer sich gut informiert und gründlich plant, schafft gute Voraussetzungen, nicht unnötig draufzuzahlen.

  • Von Eigenleistung über einen gründlichen Angebotsvergleich, dem Online-Kauf  der Badkeramik bis hin zu staatlicher Förderung gibt es viele Sparmöglichkeiten.
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Ein Bad zu renovieren kostet so viel wie ein Kleinwagen. Diese gelegentlich zu hörende Faustregel gibt einen groben Anhaltspunkt. Je nach Gegebenheiten vor Ort, Anspruch und Eigenleistung können 10.000 Euro, 20.000 Euro oder deutlich mehr anfallen. "Vorsorge für ein altersgerechtes Bad oder auch Einzug der Digitalisierung sind Faktoren, die die Preisgestaltung entscheidend beeinflussen können", sagt Frank Ebisch vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima.

Ein neues Bad schafft man sich nicht oft im Leben an. Deshalb sollten Immobilienbesitzer genau überlegen, was sie möchten und in welchem Bereich sie bereit sind, Abstriche zu machen. Eine kleine Einsparung kann später Tag für Tag zum Ärgernis werden – oder unnötige Folgeinvestitionen nach sich ziehen. Es gibt jedoch einige hilfreiche Tipps, wie man sein Bad günstiger renovieren kann:

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Frühzeitig Ideen sammeln

Egal ob Sie Ihr Bad größtenteils in Eigenleistung renovieren oder Profis ranlassen: Am Anfang heißt es, Wünsche und Ideen sammeln. Wie soll das spätere Bad aussehen? Welche Familienmitglieder haben welche Wünsche? Brauchen Sie ein oder zwei Waschtische? Ist eine Dusche ausreichend oder soll es auch eine Badewanne geben, vielleicht sogar mit Whirlpool-Funktion?

Holen Sie sich Anregungen. Die finden Sie natürlich in speziellen Bad-Ausstellungen. Aber es lohnt sich auch, schon im Vorfeld mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Vielleicht gefallen Ihnen ja die Waschtische im Toilettenraum Ihres Lieblingsitalieners besonders gut. Oder Sie sind begeistert von der Regenwald-Dusche im Hotel oder dem Dusch-WC bei Freunden.

Am besten, Sie fotografieren Ihre Favoriten und notieren sich den Hersteller. Hilfreich ist auch, bereits ganz am Anfang grob nach Preisen zu recherchieren, so dass Sie eine grobe Vorstellung bekommen, wie weit die Kosten je nach Qualität und Hersteller auseinander gehen, aber auch je nachdem, ob Sie einen schlichten oder extravagant designten Waschtisch, ein Dusch- oder ein klassisches WC bevorzugen.

Je genauer Sie wissen, was Sie möchten und wie viel spezielle Wünsche kosten könnten, desto besser lassen sich Sparmöglichkeiten ausloten.

Richtig planen

Die Profis planen Bäder mit speziellen 3-D-Computerprogrammen, so dass Sie Ihr Traumbad bereits virtuell betreten können, noch bevor ein Auftrag erteilt ist. Sie können aber natürlich auch zunächst selbst loslegen. Dazu reichen Papier und Schere. Auf dem Grundriss Ihres Bades können Sie dann ausgeschnittene Waschtische, Dusche, Wanne und WC hin und her schieben.

Es gibt aber auch für Laien kostenlose Badplanungstools für den Computer. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit zum Planen. Änderungen im Nachhinein können teuer werden. "Ich kann nur empfehlen, sich frühzeitig mit einem qualifizierten Fachhandwerker zusammenzusetzen. Digitale Badplanung wirkt hier schon Wunder. Vieles lässt sich im Vorfeld sogar schon optisch abbilden", rät Frank Ebisch.

Passenden Handwerker finden

Idealerweise können Sie bei der Suche nach dem richtigen Unternehmen bereits auf Erfahrungen im Bekanntenkreis zurückgreifen. Hat der Nachbar mit dem örtlichen Sanitär-Unternehmen gute Erfahrungen gemacht? Wie zufrieden waren Freunde mit dem Betrieb aus dem Nachbarort?

Sinnvoll ist natürlich auch, die Qualifikation des Unternehmens zu prüfen. Ist es ein Innungsbetrieb? Hat es sich auf etwas spezialisiert? Welche Leistungen bietet es an? Kommt alles aus einer Hand oder müssen zusätzliche Gewerke wie der Elektriker oder der Tischler vom Bauherren selbst beauftragt und koordiniert werden?

Lesen Sie auch: Wie Sie Ärger mit Handwerkern vermeiden

Mehrere Angebote einholen

Wie bei allen Handwerkerleistungen empfiehlt es sich, mehrere Angebote einzuholen. So können Sie nicht nur Preise vergleichen, sondern erhalten noch den einen oder anderen Gestaltungstipp. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät allgemein bei Handwerkerarbeiten, zwei bis drei Angebote oder Kostenvoranschläge einzuholen.

Die Verbraucherschützer weisen auf den Unterschied zwischen Angebot und Kostenvoranschlag hin: "Kostenvoranschläge sind nicht verbindlich, es kann also teurer werden. Steigt der Preis um mehr als 15 bis 20 Prozent, muss der Unternehmer jedoch darauf hinweisen. Sie können dann den Vertrag kündigen. An die Preise in Angeboten sind die Unternehmen dagegen in aller Regel gebunden."

Wichtig:
Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima weist auf seiner Internetseite darauf hin, dass es sich bei einem Planungsauftrag um eine kostenpflichtige Leistung handelt. Manche Betriebe erlassen aber die Kosten, wenn sie den Auftrag bekommen.

Eigenleistung einbringen

Bei der Badsanierung sollte man vieles besser den Profis überlassen. Je nach Begabung sind aber Eigenleistungen möglich, durch die Sie Ihr Bad günstiger sanieren können. Vielleicht sind dies Abriss und Entsorgung der alten Bad-Ausstattung. Andere können Möbel selbst bauen oder eine alte Kommode aufarbeiten, so dass sie sich als Bad-Möbel eignet. Vielleicht können Sie auch die Lampen selbst anbringen oder sich um den Sichtschutz am Fenster kümmern?

Zeitlose Grundausstattung statt Designer-Stücke wählen

Ein Waschbecken können Sie im Baumarkt für weniger als 50 Euro kaufen – oder aber beim Fachhändler für mehrere hundert Euro. Je nach Preis finden sich natürlich deutliche Qualitäts- und Designunterschiede. Selbst wer den Katalog ein und desselben Herstellers durchblättert, findet erhebliche Preisunterschiede.

Tendenziell gilt: Wer eher auf klassisch schlichte Badkeramik setzt, spart im Vergleich zu Fans ausgefallener Design-Stücke. Hinzu kommt: Bei der schlichten Variante ist die Gefahr geringer, dass Ihnen das Bad in ein paar Jahren nicht mehr gefällt. Akzente lassen sich günstiger auch durch Wandfarbe, bunte Badteppiche oder Blumen setzen.

Keramik online oder im Baumarkt kaufen

Es gibt kaum etwas, was es im Internet nicht gibt. Natürlich können Sie auch eine Toilettenschüssel oder die Duschwanne zu günstigen Preisen im Internet kaufen. Aber aufgepasst: Wollen Sie die online oder auch im Baumarkt erworbene Ware vom Fachmann vor Ort einbauen lassen, sollten Sie vorab klären, ob dies auch möglich ist und gegebenenfalls Mehrkosten anfallen, da Sie die Ware nicht bei ihm gekauft haben. Hilfreich kann sein, wenn der Online-Bad-Ausstatter Handwerker vor Ort nennt, die mit der online erworbenen Ware arbeiten.

Langfristig sparen

Nicht nur bei der Badsanierung selbst, sondern auch langfristig Tag für Tag können Sie sparen – wenn Sie auf energie- und wassersparende Elemente setzen. LED-Lampen statt Halogen, normale Badewanne statt Whirlpool, wassersparende Armaturen und gut isolierte Fenster sind nur einige Beispiele.

Lesen Sie auch: Mit Smart Home Energie sparen

An später denken

Sein Bad renoviert man nicht alle Tage. Deshalb lohnt es sich, langfristig zu denken. Warum nicht frühzeitig das Bad altersgerecht gestalten? Das kann auch in jungen Jahren schon mehr Komfort bringen. Außerdem können auch junge Bauherren schon staatliche Fördermittel für den altersgerechten Umbau des Badezimmers bekommen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Förderungen) fördert dies mit günstigen Krediten oder Zuschüssen.

Lesen Sie auch: Mit staatlicher Hilfe altersgerecht umbauen

Apropros Kredit

Können Sie die Badsanierung nicht aus Ihren Rücklagen finanzieren, lohnt sich auch hier ein Vergleich. In unserem Wohnkredit-Vergleich sehen Sie, dass es erhebliche Unterschiede bei den Kreditkosten gibt.

Steuern sparen

Immerhin: Einen Teil der Kosten für die Badsanierung können Sie sich vom Fiskus zurückholen. Zwanzig Prozent der Handwerkerkosten, höchstens jedoch 1.200 Euro können Sie in der Steuererklärung geltend machen. Dies betrifft nur Arbeitskosten, keine Materialkosten.

Wichtig: Sie dürfen den Handwerker nicht bar bezahlen, sondern müssen das Geld überweisen. Und natürlich benötigen Sie eine richtige Rechnung.

Lesen Sie auch: Mit dem eigenen Haus Steuern sparen

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Sabina Hoerder
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Studiert habe ich Germanistik und Soziologie in Osnabrück. Nach Praktika bei ZDF, taz, NDR und Co. sowie freier Mitarbeit bei der Neuen Osnabrücker Zeitung folgte mein Volontariat bei biallo.de. Seit 2009 bin ich Redakteurin.  

Berufsbegleitend habe ich Umweltwissenschaften studiert und mich auf den Bereich Energie spezialisiert. Für biallo.de bearbeite ich unter anderem Themen wie den Stromanbieterwechsel oder Energiesparmöglichkeiten im Haus.  

Vorwiegend kümmere ich mich im Moment um unsere Print-Aktivitäten. Ich betreue unser „Thema der Woche“ sowie Serien, die wir an Tageszeitungen deutschlandweit liefern.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de