Alternative Wege zum Berufsunfähigkeitsschutz

Berufsunfähigkeitsversicherung Alternative Wege zum Berufsunfähigkeitsschutz

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
24.08.2018
Auf einen Blick
  • Schließen Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung so jung wie möglich ab. Wenn Sie noch keine lange Krankengeschichte haben, bleiben sie von Risikozuschlägen oder Ausschlüssen für bestimmte Krankheiten verschont.
  • Prüfen Sie nach einer BU-Ablehnung, ob eine Grundfähigkeitsversicherung oder ein sogenannter Dread-Disease-Schutz bei schweren Krankheiten eine Option darstellt.
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Die eigene Arbeitskraft ist Ihr größtes Kapital. Der finanzielle Schutz bei Berufsunfähigkeit gehört daher mit zu den wichtigsten Versicherungen. Allerdings wird die Annahme-Politik der Versicherer zunehmend strenger. Die Folge sind mehr Ablehnungen oder Einschränkungen in der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU).

Neben Erkrankungen stellt auch das Ausüben risikoreicher Berufe oder Hobbys eine Hürde für den Abschluss dar. Eine BU-Police stuft jeden Beruf in eine Berufsgruppe ein – je höher für den Beruf das Berufsunfähigkeits-Risiko eingeschätzt wird, umso höher ist der Beitrag.

Ein kaufmännischer Angestellter oder ein Akademiker mit ansonsten gleichen Vorgaben zahlt oft deutlich weniger als ein Handwerker. Prämienunterschiede von 100 Prozent und mehr sind keine Seltenheit. Ist ein BU-Schutz aus gesundheitlichen oder finanziellen Gründen für Sie nicht mehr erreichbar, so stellt sich die Frage nach möglichen Alternativen.

Lesen Sie auch: Langzeitkrankheit finanziell absichern

Alternativen zur BU-Police

Noch relativ wenig bekannt sind neue Biometrie-Produkte wie Dread Disease (schwere Krankheiten) oder solche mit "funktionaler Invaliditätsabsicherung" (Grundfähigkeitsversicherung). Sie bieten Ihnen zwar nicht das volle Leistungsspektrum wie eine Berufsunfähigkeitsversicherung, sind aber oft besser, als im Ernstfall mit ganz leeren Händen da zustehen.

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So funktioniert die Grundfähigkeitsversicherung

Dieser Schutz orientiert sich nicht am Verlust der Arbeitskraft oder an einer bestimmten Krankheit, sondern am Verlust einer oder mehrerer Grundfähigkeiten. Verlieren Sie die hier definierten Fähigkeiten für mindestens ein Jahr wie etwa Sehen, Hören, Orientieren oder den Einsatz der Hände, erhalten Sie eine Rente.

Die Beeinträchtigung beziehungsweise der Verlust der Grundfähigkeiten kann dabei Folge einer Krankheit, eines Unfalls oder alterungsbedingten Kräfteverfalls sein. Im Gegensatz zur Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt hier die Versicherung auch dann, wenn zwar die Grundfähigkeiten fehlen, Sie aber trotzdem weiter arbeiten können. Nachteil: Andere Erkrankungen führen nicht zur Rente.

Gute Angebote dazu haben unter anderem Canada Life, Nürnberger, Allianz oder der Volkswohl Bund. Wir raten Ihnen vorab zu einem Leistungsvergleich, denn ab wann ein Versicherer bereits zahlt, hängt oft vom Detail ab. So liegt zum Beispiel bei Canada Life bei der Grundfähigkeit "Knien oder Bücken" schon ein Verlust der Grundfähigkeit vor, wenn Sie nicht fähig sind, niederzuknien und den Boden zu berühren. Ein wichtiges Kriterium ist auch, ob sich der Risikoschutz während der Vertragslaufzeit auf Grund von veränderten Lebensumständen ohne erneute Gesundheitsprüfung kostenfrei aufstocken lässt.

Lesen Sie auch: Falsche Angaben gefährden Ihren Berufsunfähigkeitsschutz

Dread-Disease-Versicherung als Alternative

Diese Police zahlt in der Regel eine fest vereinbarte Versicherungssumme, wenn eine der versicherten Krankheiten eintritt – beispielsweise Arthritis, Blindheit, Lähmungen, Krebs oder auch Herzinfarkt sowie Schlaganfall. Statistisch gesehen liegt das Risiko, ernsthaft zu erkranken, für Erwachsene bei 3:1. Bei welchen Erkrankungen jeweils ein Versicherungsschutz besteht, ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich.

Die Dread-Disease-Versicherung zahlt auch dann, wenn eine der versicherten Krankheiten nicht zur Berufsunfähigkeit führt. Hier genügt die reine Diagnose der Krankheit. Im Versicherungsfall bekommen Sie hier keine monatliche Rente, sondern einen vertraglich vereinbarten Betrag per Einmalzahlung.

Diese Versicherungssumme schützt Sie vor einem finanziellen Verlust, falls Sie eine Zeit lang nicht arbeiten könnten. Zudem sind oft bei schweren Erkrankungen sofort hohe Ausgaben fällig, zum Beispiel wenn Sie besondere Therapien, Pflegebetreuung oder einen Umbau von Wohnung, Haus oder Auto finanzieren wollen oder müssen.

Aktuelle Top-Anbieter im Bereich Dread Disease mit gutem Unternehmensrating sind Canada Life, Gothaer, Nürnberger und Zurich Life.

Die Allianz bietet eine Dread Disease Versicherung unter dem Namen "Allianz KörperSchutzPolice" an. Diese versichert nicht nur schwere Erkrankungen, sondern auch wichtige körperliche und geistige Fähigkeiten und ist quasi eine Kombination mit einer Grundfähigkeitsversicherung. Hier fließt auch eine Rente.

Biallo-Tipp: Versuchen Sie immer zuerst eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu bekommen. Prüfen Sie erst dann, ob eine alternative Absicherung für Sie sinnvoll und finanzierbar ist.

Lesen Sie auch: So finden Sie die passende BU-Police

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nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de