Vorsicht vor der Brutto-Beitragsfalle

Berufsunfähigkeitsversicherung Vorsicht vor der Brutto-Beitragsfalle

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
05.04.2018
Auf einen Blick
  • Werfen Sie vor Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung einen konkreten Blick auf die Beitragsstrukturen.
  • Lesen Sie sich die jeweiligen Versicherungsbedingungen genau durch und informieren sich über mögliche Beitragsänderungen während der Laufzeit.
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Sie planen den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung? Dann achten Sie nicht nur auf den richtigen Leistungskatalog und die Qualität der Versicherungsbedingungen, sondern auch auf die jeweiligen Beitragsstrukturen der einzelnen Anbieter.

Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung hängt die Höhe des Beitrags von mehreren Kriterien ab. Maßgebend sind hier Alter, Beruf und Höhe der gewünschten Berufsunfähigkeitsrente, des Weiteren Ihr aktueller Gesundheitszustand sowie mögliche bestehende Vorerkrankungen.

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Brutto/Netto-Prämien

"Die Kosten für eine Berufsunfähigkeitsversicherung gibt der Versicherer in der Regel mit einem Zahl- und einem Bruttobeitrag an", sagt Michael Franke von der Ratingagentur Franke & Bornberg. Doch wo genau liegt der Unterschied zwischen den beiden Beiträgen?

Der Bruttobeitrag ist die vertraglich festgelegte Prämie, die für Ihren jeweiligen Versicherungsschutz kalkuliert wurde. Tatsächlich ist aber der günstigere Zahl- oder Nettobeitrag fällig. Dieser errechnet sich, nachdem vom Bruttobeitrag die vom Versicherer erwirtschafteten Überschüsse abgezogen worden sind.

Für diese Überschüsse geben Ihnen die Versicherungsgesellschaften aber keine Garantie. "Die Überschüsse gelten immer nur für das folgende Versicherungsjahr. Der Nettobeitrag kann folglich, je nach Entwicklung der Überschüsse, schwanken", sagt Franke.

Wirtschaftet der Versicherer schlechter als erwartetet, so fallen die Überschüsse geringer aus und der Zahlbeitrag kann während des laufenden Vertrags in Richtung Bruttobeitrag steigen. Das heißt: Dann zahlen Sie Monat für Monat mehr in Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung ein – für die gleichen Vertragsleistungen.

Aktueller Verteuerungsfall 2018: Der Münchner Versicherer WWK erhöhte ab 2018 die Nettoprämien bei der Berufsunfähigkeitsversicherung um teilweise bis zu 40 Prozent. Am stärksten betroffen waren vor allem akademische sowie kaufmännische Berufe.

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Berechnungsgrundlage / Modellfall: 

Achten Sie auf die Differenz zwischen Brutto und Netto

Um negative Überraschungen bei Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung während der Vertragslaufzeit zu vermeiden, ist es daher für Sie sehr wichtig, vor einem Vertragsabschluss nicht nur den Nettobeitrag, sondern auch den Bruttobeitrag zu berücksichtigen.

Die Differenz zwischen dem aktuellen Zahlbeitrag und dem maximalen Brutto-Beitrag sollte nicht zu groß sein. Hier sollte die Spanne nicht mehr als 30 Prozent betragen. Ist ein größeres Missverhältnis zu erkennen, stellt sich die Frage nach der Zuverlässigkeit der Kalkulation des Anbieters. Oder ob dieser auf Grund des Wettbewerbsdrucks bei Berufsunfähigkeitsversicherungen nur mit einem niedrigen Netto-Beitrag auf Kundenfang geht.

Vergleicht man relevante Angebote für Berufsunfähigkeitsversicherungen am Markt, erkennt man beispielsweise: In einem guten Brutto-/Netto-Verhältnis stehen zurzeit Allianz, Hannoversche, Dialog oder Hanse Merkur. Canada Life garantiert Ihnen sogar keinerlei Beitragserhöhungen während der gesamten Laufzeit. Bei einigen aktuellen Angeboten dagegen könnte sich der Beitrag im ungünstigsten Fall sogar verdoppeln.

Biallo-Lesetipp

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist ein Muss - unsere Arbeitskraft ist unser wertvollstes Vermögen. Aber worauf kommt es beim Schutz an? Diese 23 Punkte sind wichtig.

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nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de