Berufsunfähigkeit Fallen bei Berufsunfähigkeitspolicen vermeiden

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
14.11.2015
Auf einen Blick

Der Schutz gegen Berufsunfähigkeit ist vor allem für junge Leute eine wichtige Versicherung. Einige Klauseln sollten Sie dabei beachten.

Artikelbewertung
Teilen
Schrift

Die meisten Erwerbstätigen in Deutschland sind noch immer miserabel gegen den Verlust der Arbeitskraft versichert. Nur etwa drei Millionen Menschen besitzen laut Erhebungen der Finanzaufsicht Bafin hierzulande eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Vor allem junge Menschen unterschätzen nach wie vor das Risiko. Das gilt auch bei reinen Bürojobs. Während früher vor allem körperliche Leiden Ursache für eine Berufsunfähigkeit waren, haben hier inzwischen psychische Erkrankungen eine immer größere Bedeutung erlangt. Mittlerweile sind sie sogar die Hauptursache für ein Ausscheiden aus dem Arbeitsleben. Bei Berufstätigen unter 40 Jahren liegt der Anteil bereits bei 35 Prozent.

Verweisungsklauseln bei Berufsunfähigkeitsversicherung

Vor dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist es besonders wichtig, nicht nur die Preise zu vergleichen sondern die einzelnen Vertragsinhalte genau zu beachten. Ganz entscheidend sind bei diesem Versicherungsschutz die Bedingungen, denn die Auszahlung der Rente im Ernstfall ist meist an viele Vorgaben gekoppelt. Achten Sie vor allem darauf, dass hier bei einer Berufsunfähigkeit auf die "abstrakte Verweisung" verzichtet wird, die einige Versicherer noch in ihren Verträgen haben, sogar zum Teil gerade bei aktuellen Einsteiger-, Basis-, oder Billig-Tarifen. Diese Verweisungsklausel bedeutet konkret, dass Sie im Versicherungsfall (Eintritt der Berufsunfähigkeit) auf jeden anderen Beruf verwiesen werden dürfen, den Sie noch ausüben könnten. Also ein Ingenieur als Pförtner. Dabei wäre es dann völlig unerheblich, ob der Arbeitsmarkt überhaupt einen solchen Arbeitsplatz zur Verfügung stellt.

Prognose-Zeitraum bei Berufsunfähigkeitsversicherung

Wichtig ist bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung auch der Prognose-Zeitraum. „Der in den Versicherungsbedingungen festgelegte Prognose-Zeitraum bestimmt, für welchen Zeitraum eine Berufsunfähigkeit ärztlich prognostiziert werden muss, damit der Versicherer leisten muss“, sagt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Empfehlenswert ist hier ein Zeitraum von sechs Monaten. Das heißt, die Berufsunfähigkeit sollte vom Versicherer anerkannt werden, wenn ein Arzt sie für voraussichtlich sechs Monate prognostiziert. Manche Gesellschaften erweitern gerne diesen Prognose-Zeitraum von sechs Monate auf zwei Jahre oder mehr, das sollten Sie nicht akzeptieren.

Expertenrat einholen

Es gibt durchaus einige Fallstricke in den Vertragsbedingungen einer Berufsunfähigkeitsversicherung, deren eigentliche Bedeutung einem Laien nicht bewusst ist. Lesen Sie daher alle Klauseln genau und holen sich eventuell dazu Expertenrat ein! Je nach Vertragskonditionen kann es Ihnen sonst passieren, dass die Versicherungsgesellschaft zu spät, zu wenig oder gar nicht bezahlt. Im Klartext: Noch schlimmer, als keine Berufsunfähigkeitsversicherung zu haben, ist es, eine zu bezahlen, die dann im Ernstfall aber nicht zahlt.

3
Berechnungsgrundlage / Modellfall: 
Ihre Meinung ist uns wichtig
Fritz Himmel
Fritz Himmel
Autor
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Fritz Himmel
Fritz Himmel

nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Teilen
Drucken
Zur Startseite
Fritz Himmel
Fritz Himmel

nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein:

Regeln für das Schreiben von Kommentaren:

  1. Kommentieren Sie sachlich und ohne persönliche Angriffe.
  2. Verfassen Sie keine Beiträge mit strafbarem, diskriminierendem, rassistischem, anstößigem, beleidigendem oder kommerziellem Inhalt und verweisen Sie nicht auf Seiten mit solchem Inhalt.
  3. Stellen Sie weder zu lange Texte noch Bilder ein, außer, wenn es unbedingt nötig ist.
  4. Veröffentlichen Sie keine personenbezogenen Daten Dritter, wie Namen, Adressen, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen.
  5. Wenn Sie persönliche Mitteilungen oder Texte anderer Verfasser einstellen oder Kommentare anderweitig veröffentlichen möchten, beachten Sie die Rechte Dritter. Bei einer Verletzung dieser Rechte (z.B. Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht, Datenschutz) haften Sie.
  6. Sie haben die Möglichkeit, Ihren Benutzernamen frei zu wählen. Sie sollten aber im eigenen Interesse markenrechtlich geschützte Namen vermeiden.

Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de