Berufsunfähigkeitsversicherung Welche Vorerkrankungen sind versicherbar?

von Klaus Winter
05.01.2014
Auf einen Blick

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung braucht jeder. Aber nicht jeder bekommt sie – wegen seiner Vorerkrankungen. Wer eine Chance hat, erfahren Sie hier.

Artikelbewertung
Teilen
Schrift

Auch wenn jeder Antrag anders ist und einzeln geprüft wird: Mit Vorerkrankungen ist der BU-Schutz schwerer zu bekommen. „Es hilft, von möglichst vielen Versicherern eine Einschätzung zur Versicherbarkeit zu bekommen“, so der unabhängige Versicherungsberater Jörg Deppner. Denn nicht jede Vorerkrankung führt gleich zur Absage, einem Risikozuschlag oder Leistungsausschluss. Hauterkrankungen z. B. bleiben bei der Berufsunfähigkeitsabsicherung ohne Folgen, Blasen- und Gallenentzündungen ebenso wie Stirnhöhlen- und Lungenentzündungen.

100 Prozent Gesundheit sind nicht erforderlich

Leichtere Probleme an den Adduktoren und der Achillesferse oder ein Muskelfaserriss in der Vergangenheit bedeuten nicht zwangsläufig das Aus für die BU-Bemühungen. Leichtere Allergien, eine Gastritis und leichtere Magenproblemen müssen ebenso nicht dazu führen, dass der Schutz unmöglich wird. Und selbst bei Über- oder Untergewicht besteht die Möglichkeit, eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu bekommen, sofern der BMI nicht unter 18 oder über 30 liegt.

Einschränkungen möglich

Während bei den genannten Erkrankungen der Schutz meist realisiert werden kann, sieht es bei anderen schon weniger gut aus. „Unsichere Kandidaten“ sind z. B. Erkrankungen der Atemwege wie Asthma Bronchiale, was im Übrigen oft von Ärzten auch bei einfachen Erkältungen als Diagnose gesetzt wird. Bandscheibenvorfälle werden ebenfalls genau überprüft – so wie auch abgeschlossene psychische Erkrankungen, Magengeschwüre oder Kniegelenkserkrankungen. Bei diesen Beschwerden kann es durchaus möglich sein, dass uneingeschränkter Schutz bewilligt wird. Es ist aber auch möglich, dass Leistungsausschlüsse in den Vertrag aufgenommen werden sollen oder Risikozuschläge erhoben werden. „Das Angebot ist dann aber oft nicht mehr interessant, weil zu teuer“, erklärt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten.

Tipp: Um das zu klären, hilft eine Risikovoranfrage. Damit kann der Versicherte zusammen mit einem Versicherungsmakler oder gegen Honorar durch einen Berater prüfen lassen, ob und zu welchen Konditionen der Versicherer ihm Schutz anbieten würde.
 

Risikovoranfrage erhöht Versicherbarkeit

Eine solche Voranfrage wird nicht für alle anderen Versicherer einsehbar gespeichert. Kein anderer Versicherer erfährt also, dass der Antragsteller bereits einmal abgelehnt wurde – ein Vorteil für die Kunden, wie Experte Deppner weiß: „Eine Ablehnung von einem Versicherer wirkt immer bei anderen – da haben die Risikoprüfer eine Sperre im Kopf“. Die Chance, diese „Sperre“ zu umgehen, steigt damit mit einer Voranfrage erheblich.

Die No-Go-Liste

Eine Voranfrage hilft aber auch nicht mehr bei Erkrankungen, die die Versicherer auf No-Go-Listen gesetzt haben. Bösartige Tumore aus den letzten drei bis fünf Jahren gehören zu diesen Erkrankungen, die meisten Erkrankungen aus dem rheumatischen Erkrankungskreis und vor allem auch psychische Beschwerden, die noch behandelt werden. Auch Antragsteller mit einem Herzinfarkt, mit Diabetes, Multipler Sklerose oder schwerer Migräne haben realistisch gesehen kaum eine Chance auf Versicherungsschutz.

Abgefragte Zeiträume beachten

Aber selbst bei schweren Erkrankungen ist nicht alles verloren – wenn Sie die Vorerkrankungen gar nicht mehr angeben müssen. Zeitliche Begrenzungen bei der Abfrage machen es möglich. Gute Berufsunfähigkeitsversicherer sehen in den Anträgen vor, dass der Gesundheitsstatus maximal für fünf Jahre in der Vergangenheit offengelegt werden muss – nur bei Krankenhausaufenthalten und psychischen Erkrankungen reichen die Fragen gelegentlich zehn Jahre zurück. Ist dieser Zeitraum abgelaufen, sind Sie nicht mehr zur Angabe der gesundheitlichen Beschwerden verpflichtet und finden leichter einen Versicherer.

Tipp: Läuft die Frist für Vorerkrankungen demnächst ab, warten Sie mit Ihrem Antrag einfach ein bisschen, um die Gesundheitsfragen ruhigen Gewissens für Sie positiv beantworten zu können.

3
Berechnungsgrundlage / Modellfall: 
Ihre Meinung ist uns wichtig
Klaus Winter
Autor
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Teilen
Drucken
Zur Startseite
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein:

Regeln für das Schreiben von Kommentaren:

  1. Kommentieren Sie sachlich und ohne persönliche Angriffe.
  2. Verfassen Sie keine Beiträge mit strafbarem, diskriminierendem, rassistischem, anstößigem, beleidigendem oder kommerziellem Inhalt und verweisen Sie nicht auf Seiten mit solchem Inhalt.
  3. Stellen Sie weder zu lange Texte noch Bilder ein, außer, wenn es unbedingt nötig ist.
  4. Veröffentlichen Sie keine personenbezogenen Daten Dritter, wie Namen, Adressen, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen.
  5. Wenn Sie persönliche Mitteilungen oder Texte anderer Verfasser einstellen oder Kommentare anderweitig veröffentlichen möchten, beachten Sie die Rechte Dritter. Bei einer Verletzung dieser Rechte (z.B. Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht, Datenschutz) haften Sie.
  6. Sie haben die Möglichkeit, Ihren Benutzernamen frei zu wählen. Sie sollten aber im eigenen Interesse markenrechtlich geschützte Namen vermeiden.

Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de