Ende für alte Kaminöfen

Wohnen Ende für alte Kaminöfen

von Horst Peter Wickel
19.03.2017
Auf einen Blick
  • Vorsicht bei alten Kaminöfen (bis 1984).

  • Diese müssen jetzt ausgetauscht bzw. nachgerüstet werden.

  • In den kommenden Jahren folgen Schritt für Schritt neuere Modelle.
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Auch wenn Sie das knisternde Feuer in Ihrem Kaminofen lieben und es sich gern an der heimischen Feuerstätte gemütlich machen – viele alte Öfen stoßen zu viele Schadstoffe aus. Zum Schutz der Umwelt sieht ein Gesetz vor, dass Kaminöfen, die älter als 30 Jahre sind, nach und nach mit einem Spezialfilter nachgerüstet oder stillgelegt werden.

Das Aus droht Öfen generationsweise, es sei denn, sie halten die aktuellen Grenzwerte für Schadstoffe ein. Bis Ende 2014 waren die Kaminöfen mit Baujahren bis 1974 dran, der nächste Stichtag ist der 31. Dezember 2017 - und zwar für Öfen mit Baujahr bis einschließlich 1984. Am Jahresende 2020 läuft dann die Schonfrist für Modelle der Baujahre 1985 bis 1994 ab. Und 2024 müssen Öfen, die zwischen 1995 und 2010 gefertigt wurden und nicht die Grenzwerte einhalten, ausgetauscht oder nachgerüstet werden.

Einige Ausnahmen gibt es auch: Historische Modelle, die vor 1950 hergestellt wurden, offene Kamine und Kochherde sind ausgenommen. Auch wenn Sie als Hausbesitzer ausschließlich mit Ihrem Kachelofen heizen, müssten Sie ihn nicht stilllegen, selbst wenn er sehr alt ist.      

Wie alt ist Ihr Kachelofen?

Anhand des Datums auf dem Typenschild des Gerätes können Sie leicht feststellen, wann es gebaut wurde. Ist das Datum nicht mehr feststellbar, müssen Sie allerdings direkt aktiv werden. Der Bezirksschornsteinfeger sollte dann den Schadstoffausstoß messen. Außerdem bietet der Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik unter http://cert.hki-online.de eine Datenbank zur Recherche der Werte des jeweiligen Ofens an. Ein Ausdruck der Angaben reicht dem zuständigen Bezirksschornsteinfeger als Nachweis.

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Warum Sie Ihre alten Kaminöfen ersetzen oder nachrüsten müssen

Für die sogenannten Einzelraumfeuerstätten, die vor dem Inkrafttreten der Verordnung am 22. März 2010 in Betrieb gingen, liegen die Grenzwerte bei vier Gramm Kohlenmonoxid und 0,15 Gramm Staub pro Kubikmeter. Diese Werte sind weniger streng als jene für ganz neue Öfen.

Alle Anlagen, die nach 2015 errichtet wurden, haben Grenzwerte von 1,25 Gramm Kohlenmonoxid und 0,04 Gramm Staub pro Kubikmeter. Öfen aus der Zeit von März 2010 bis Ende 2014 dürfen auf zwei Gramm Kohlenmonoxid und 0,075 Gramm Staub pro Kubikmeter kommen.

Diese Grenzwerte machen nicht nur ökologisch Sinn, der Austausch rechnet sich auch, denn moderne Technik bringt einen höheren Wirkungsgrad und eine besser Energieeffizienz. Auf Deutsch: Sie brauchen dann deutlich weniger Brennstoff. 

Lieber nachrüsten oder austauschen?

Nach Ansicht von Experten, zum Beispiel vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima, macht die Nachrüstung mit einem Spezialfilter in der Regel keinen Sinn. Für ein Nachrüstset müssen Sie in der Regel rund 1.000 Euro ausgeben, neue Öfen gibt es schon ab 500 Euro.

Da die Filtertechnik noch nicht in voller Breite im Markt etabliert ist, liegen die Preise derzeit deutlich höher, als man es ursprünglich erwartet hatte. Die Filter entfernen ohnehin nur einen gewissen Staubanteil aus den Rauchgasen. Möglicherweise reicht der Filter daher gar nicht aus, um die Grenzwerte für Kohlenmonoxid einzuhalten.

Hohe Bußgelder drohen, wenn Sie nicht tätig werden

Wenn der Schornsteinfeger bei seiner turnusmäßigen Feuerstättenschau (zweimal innerhalb von sieben Jahren) auf einen alten, nicht nachgerüsteten Kaminofen bei Ihnen stößt, muss er sicherstellen, dass er außer Betrieb gesetzt wird. Und er ist dann verpflichtet, dies der zuständigen Behörde zu melden.  Das kann ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro zur Folge haben.

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Horst Peter Wickel
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