Mieterstrom vom Dach

Energie Mieterstrom vom Dach

Thomas Brummer
von Thomas Brummer
27.04.2017
Auf einen Blick
  • Günstiger und umweltfreundlicher - mit Solarzellen auf Dächern sollen künftig auch Mieter profitieren.

  • Daneben soll das Gesetz die Akzeptanz für Ökostrom erhöhen.

  • Es regt sich aber Kritik am Mieterstrom.
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"Es ist höchste Zeit, dass auch Mieter von preiswerten Solarstromangeboten profitieren können", sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft. Bislang hatten Mieter wenig von der Energiewende. Brav zahlten sie die Ökostrom-Umlage, Profiteure waren jedoch andere. Die zugehörigen Anlagen entstanden in aller Regel auf den Dächern von Eigentümern. Das soll sich jetzt mit dem Mieterstrom ändern. Künftig können Vermieter und Wohnungsbaugesellschaften eine Förderung erhalten, wenn diese auf den Dächern Solaranlagen installieren. Den erzeugten Strom können die Mieter direkt verwenden. Bei zwischenzeitlichen Sonnenflauten kann auch das konventionelle Netz angezapft werden. Der berechnete Strompreis muss jedoch mindestens zehn Prozent günstiger sein als der des örtlichen Grundversorgers, der jedoch in den allermeisten nicht gerade zu den Schnäppchen-Anbietern zählt, wie der Biallo-Stromvergleich zeigt.

Ökostrom soll mehr Akzeptanz finden

"Das Mieterstromgesetz kann dafür sorgen, dass die Akzeptanz für die Energiewende nicht nur bei Millionen von Mietern, sondern auch bei der Energie- und Wohnungswirtschaft weiter steigt. Sie alle können mit Hilfe lokal erzeugten Mieterstroms auch finanziell von der Energiewende profitieren", so Körnig.

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Es soll günstiger werden

"Es ist eine gute Nachricht für Verbraucher, dass der Mieterstrom endlich kommen soll", sagt Thomas Engelke, vom Bundesverband der Verbraucherzentale. Vermietern soll das Modell mit einer staatlichen Unterstützung von 2,5 bis 4,1 Cent je Kilowattstunde schmackhaft gemacht werden. Die Förderung nimmt mit der Größe der Anlage ab. Auch der Mieter soll sparen. Nicht nur die Verbrauchskosten sollen gedeckelt werden. Auch die üblichen Netzentgelte und Konzessionsabgaben sollen wegfallen. Schließlich ist das Mieterstrom-Modell vom öffentlichen Netz weitgehend entkoppelt.

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Kritik am Mieterstrom

Genau bei dieser Abspaltung aus dem konventionellen Netz sehen Kritiker ein Problem. "Wenige privilegierte Haushalte würden von den Netzentgelten befreit werden, während viele andere draufzahlen", sagt Stefan Kapferer, Vorsitzender des Branchenverbands BDEW. Der Verband liefert hierzu ein Rechenbeispiel: Würden in Berlin 20 Prozent der geeigneten Mietwohngebäude das Mieterstrommodell nutzen, könnte das zu einem Anstieg des Netzentgelt-Grundpreises um über 13 Prozent führen.

Außerdem könnten in begehrten Städten neue Abhängigkeiten entstehen, schließlich sind hier Mieter meist in der schwächeren Position. Ob sie wollen oder nicht, würden Mieter in vielen Fällen neben dem Miet- auch gleich noch den Stromvertrag beim Vermieter abschließen. Diese Macht könnten Vermieter zur ihren Gunst ausnutzen, falls Mieter später nicht mehr den Stromanbieter wechseln können, befürchten Kritiker.

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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Seit Januar 2014 ist er bei biallo.de und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Seit Januar 2014 ist er bei biallo.de und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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