Traumrenditen für Netzbetreiber

Strompreis Traumrenditen für Netzbetreiber

Sebastian Schick
von Sebastian Schick
05.01.2017
Auf einen Blick
  • Strompreise fallen regional sehr unterschiedlich aus.
  • Grund sind die ungleich steigenden Netzentgelte.
  • Übertragungsnetzbetreiber streichen Traumrenditen ein.

 

 

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Der Strompreis spaltet Deutschland: Am teuersten ist Strom derzeit in Brandenburg. Hier zahlt eine Durchschnittsfamilie 1.180 Euro pro Jahr. Dagegen fällt die Stromrechnung im günstigsten Bundesland Bremen mit 1.054 Euro um 126 Euro niedriger aus. Das ergibt eine Auswertung des Preisportals Verivox.

Überdurchschnittlich hohe Stromkosten haben laut Verivox auch Verbraucher in Mecklenburg-Vorpommern (1.164 Euro), Thüringen (1.146 Euro) und Hamburg (1.145 Euro). Am wenigsten zahlen Stromkunden - nach Bremen - in Bayern (1.082 Euro), Niedersachsen (1.088 Euro) und Hessen (1.096 Euro).

Steigende Netzgebühren verteuern Stromrechnung

Hauptgrund für die starke Abweichung sind die regional unterschiedlichen Netzentgelte. Diese machen im bundesweiten Durchschnitt mittlerweile rund 25 Prozent des Strompreises aus. Wo der Zubau der erneuerbaren Energien besonders hoch ausfällt, kostet auch der Netzausbau mehr. "Übertragungsnetzbetreiber müssen immer häufiger in die Netzregulierung eingreifen, zum Beispiel dann, wenn im Norden zu viel Windstrom in das Stromnetz fließt", erklärt Verivox-Geschäftsführer Jan Lengerke. "Diese Stabilitätsmaßnahmen kosten Geld und treiben die Netzentgelte und damit die Stromkosten regional unterschiedlich in die Höhe."

Kosten für den Netzausbau explodieren

Die Netzgebühren werden in den nächsten Jahren wohl weiter steigen. Laut Bundesnetzagentur schlagen die Netzentwicklungspläne bis 2024 an Land mit 18 bis 20 Milliarden Euro zu Buche. Offshore – also vor der Küste - belaufen sich die Kosten auf 15 Milliarden Euro. Darin sind allerdings noch keine Mehrkosten für die geplante Erdverkabelung an Land enthalten.

"Bei einer hundertprozentigen Erdverkabelung der Gleichstromtrassen 'SuedLink' und 'SuedOstLink' kämen die Kosten für den Netzausbau an Land grob geschätzt auf 25 bis 29 Milliarden Euro", sagt Carolin Bongartz, Pressesprecherin der Bundesnetzagentur, gegenüber biallo.de. Damit würden sich die Kosten für den Ausbau des Übertragungsnetzes im Zuge der Energiewende insgesamt auf 40 bis 44 Milliarden Euro belaufen. Mancher Energieexperte hält die Schätzungen noch für konservativ.

Traumrenditen für Netzbetreiber

Die vier Übertragungsnetzbetreiber Tennet, 50Hertz, Amprion und TransnetBW streichen jedes Jahr satte Renditen ein. Zwar hat die Bundesnetzagentur die garantierten Eigenkapitalrenditen jüngst nach unten korrigiert. Nämlich ab 2019 für Neuanlagen von 9,05 Prozent auf 6,91 Prozent und für Altanlagen von 7,14 Prozent auf 5,12 Prozent. Allerdings lägen die Zinssätze immer noch knapp zwei Prozent über dem marktüblichen Niveau, kritisiert der Verbraucherzentrale Bundesverband. Renditen, von denen normale Anleger derzeit nur träumen können.

Wie stark die Netzentgelte in den nächsten Jahren für die privaten Haushalte steigen werden und wie sich das auf den Strompreis auswirkt, darüber gibt es im Moment keine verlässlichen Prognosen. Nur so viel: Teurer wird Strom für private Haushalte auf jeden Fall.

Biallo-Lesetipp

Fast jeder dritte Stromversorger erhöht zum Jahreswechsel die Strompreise. Das sollten sich Verbraucher nicht gefallen lassen. Mehr dazu lesen Sie hier: Der nächste Schock für Verbraucher.

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nach seinem Studium für das Lehramt an Gymnasien mit der Fächerkombination Deutsch/Latein/Geschichte in Würzburg und Berlin entschied sich Sebastian Schick für den Journalismus. 2005 absolvierte er die Ausbildung zum Rundfunkjournalisten an der Akademie für Neue Medien in Kulmbach.

Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de