Verbraucher profitieren – ein bisschen

Sinkende Gaspreise Verbraucher profitieren – ein bisschen

Sebastian Schick
von Sebastian Schick
28.12.2016
Auf einen Blick
  • Studie: Großhandel gibt gesunkene Gaspreise nur zum Teil an private Haushalte weiter.
  • Lediglich jeder zehnte Haushalt nutzt die Möglichkeit, den Anbieter zu wechseln.
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In Deutschland wird fast jede zweite Wohnung mit Erdgas beheizt. Zwar sind die Einkaufspreise auf den internationalen Märkten auch 2016 erneut gesunken. Doch die Marktakteure geben ihre Ersparnisse im Einkauf nur zum Teil an die Verbraucher weiter. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Energieinformationsdienstes Energycomment im Auftrag der Grünen-Fraktion im Bundestag.

Private Haushalte zahlen drauf

Immerhin: 2016 haben die Akteure im Großhandel deutlich mehr an die Verbraucher weitergegeben als noch 2014. Berücksichtigt man den Verbrauch eines Durchschnittshaushaltes in Höhe von 20.000 Kilowattstunden pro Jahr, so seien laut Studie die Beschaffungskosten im Großhandel in diesem Jahr um 94 Euro gefallen. Davon kamen 70 Euro beim Verbraucher an. 2015 sparte der Großhandel 34 Euro ein, wovon 28 Euro an die Verbraucher weitergereicht wurden. 2014 betrugen die Ersparnisse im Einkauf 104 Euro. Hier kamen allerdings nur 20 Euro bei den privaten Haushalten an.

Insgesamt ergibt sich für den Zeitraum 2014-2016 eine Abweichung von 114 Euro, inklusive Umsatzsteuer sogar von 136 Euro. Damit liege die kumulierte Mehrbelastung der privaten Haushalte laut Energycomment bei gut 1,4 Milliarden Euro, inklusive Umsatzsteuer bei knapp 1,7 Milliarden Euro.

Wer macht den Reibach?

„Die bisherigen Resultate zeigen (…), dass die Gasimporteure, Gashändler oder Versorger in der Summe ihre Bruttomargen deutlich ausweiten konnten“, schreibt Studienautor Steffen Bukold. Allerdings könne nicht geklärt werden, welche Akteursgruppe am stärksten von diesem Trend profitierte. „Das gelegentlich vorgebrachte Argument, dass die örtlichen Versorger ihre Beschaffungskosten langfristig vereinbaren und deshalb ihre Tarife nur mit großer Verzögerung senken können, verliert mit jedem Jahr an Zugkraft“, so Bukold. Schließlich sei nur ein Bruchteil der Gasmengen, die 2016 an die Haushaltskunden geliefert wurden, vor 2014 am Terminmarkt gekauft worden.

Mehr Wettbewerb schafft günstigere Preise

Energycomment rät Verbrauchern, den Wettbewerb anzukurbeln und die Anbieter zu vergleichen. So könnten die privaten Gaskunden im landesweiten Durchschnitt zwischen 75 Gaslieferanten wählen. Allerdings nutzte diese Möglichkeit im vergangenen Jahr nur jeder zehnte Haushalt, ein Teil davon bedingt durch Umzüge.

Gerade jetzt könnte sich ein Wechsel lohnen. „Allein im Januar 2017 werden 215 Grundversorger und 63 weitere lokale Anbieter ihre Tarife senken“, so Bukold. „Die Preisunterschiede zwischen den Anbietern liegen nicht selten über zehn Prozent, bei identischer Versorgungsleistung.“

Biallo-Tipp

Mit dem Wechsel zu einem günstigeren Gasanbieter können Sie viel Geld sparen. Prüfen Sie zuerst Ihre Kündigungsfristen. Falls Sie noch in der Grundversorgung des lokalen Anbieters sind, können Sie jederzeit mit der gesetzlich festgelegten Kündigungsfrist von zwei Wochen wechseln. Achten Sie bei einem neuen Vetrag auf kurze Laufzeiten mit einer maximalen Kündigungsfrist von sechs Wochen. So bleiben Sie auch in Zukunft flexibel. Die Preisgarantie sollte für die gesamte Vertragslaufzeit gewährt werden. Eine Auswahl der günstigsten Anbieter in Ihrer Region finden Sie in unserem Gasvergleich.

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nach seinem Studium für das Lehramt an Gymnasien mit der Fächerkombination Deutsch/Latein/Geschichte in Würzburg und Berlin entschied sich Sebastian Schick für den Journalismus. 2005 absolvierte er die Ausbildung zum Rundfunkjournalisten an der Akademie für Neue Medien in Kulmbach.

Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de