Eine Anleihe gegen Inflation?

Interview mit Jörn Schiemann, IKB Eine Anleihe gegen Inflation?

Thomas Brummer
von Thomas Brummer
04.04.2017
Auf einen Blick
  • Wer Angst vor einer galoppierenden Inflation hat, für den hat die IKB ein spezielles Produkt - die Inflationsanleihe.

  • Jörn Schiemann, Leiter Privatkunden und Anlageprodukte bei IKB, erklärt im Gespräch mit biallo.de das Konzept.
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biallo.de: Wieso sollten sich Anleger für Ihre Inflationsanleihe entscheiden?

Schiemann: Vielen Anlegern ist häufig nicht klar, dass es bei festverzinslichen Papieren neben dem aktuellen Zinsniveau noch einen anderen entscheidenden Faktor für die Realrendite gibt: die Inflation. Je höher die Teuerungsrate, desto stärker werden die realen Erträge aufgezehrt. Wenn ich als Anleger zum Beispiel einen jährlichen Zins von 0,5 Prozent ausgezahlt bekomme, die Teuerungsrate in dem Jahr aber zugleich bei einem Prozent liegt, hat dies einen realen Vermögensverlust zur Folge.

In der Euro-Zone zogen die Verbraucherpreise im Februar 2017 im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich zwei Prozent an. Vor diesem Hintergrund kann die IKB Inflationsanleihe 04/2022 für Anleger interessant sein: Sie kann bei weiterhin steigender Inflationsrate im Euroraum dabei unterstützen, einen realen Kaufkraftverlust auszugleichen. Nach einer festgelegten Kuponzahlung von 1,25 Prozent im ersten Laufzeitjahr erhalten Anleger in den Laufzeitjahren zwei bis fünf eine fixe Mindestverzinsung von 0,25 Prozent zuzüglich einer variablen Verzinsung, basierend auf der Inflationsrate in der Euro-Zone.

Je höher die Inflationsrate im jeweiligen zurückliegenden Beurteilungszeitraum, desto höhere jährliche Kupons erhalten die Anleger. Bei einer geringeren Inflationsrate können die jährlichen Kupons auch unter der jeweils aktuellen Inflationsrate im Euroraum liegen.

biallo.de: Ist die Anleihe als Wette auf eine steigende Inflation zu verstehen, weil im ungünstigsten Fall (niedrige Inflation plus Gebühren) wenig an nominaler Verzinsung übrig bleiben würde?

Schiemann: Grundsätzlich richtet sich die Inflationsanleihe an Anleger, die davon ausgehen, dass die Inflation in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Vieles spricht dafür, dass die für Zinsanleger ungünstige Konstellation aus minimalem Zins und steigender Inflation kein schnelles Ende finden wird. Aber auch bei stagnierender oder wieder abflauender Inflation sind mit der IKB Inflationsanleihe noch annehmbare Renditen möglich. Und selbst wenn die Teuerungsrate unerwartet negativ ausfallen sollte, bietet unsere Inflationsanleihe durch die Mindestverzinsung noch immer einen realen Zinsertrag.

biallo.de: An wen richtet sich Ihr Angebot? Wie ist der Anteil von privaten und institutionellen Anlegern?

Schiemann: Im Fokus unseres gesamten Angebots stehen ganz klar Privatanleger. Unsere Produkte richten sich an sicherheitsorientierte Anleger, die trotz Niedrigzinsniveau und nun auch steigender Inflation nicht auf Anleiheinvestments verzichten wollen. Daneben investieren auch verschiedene professionelle Anleger in IKB-Anleihen.

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biallo.de: Welche Risiken gehen private Anleger ein?

Schiemann: Wie bei Anleiheinvestments üblich, besteht auch im Fall der IKB-Anleihen ein Emittentenrisiko. Bei Insolvenz der IKB ist im schlimmsten Fall der Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Zudem gilt es zu beachten, dass der Vorteil der Stabilität und guten Planbarkeit von Anleihen nur gilt, wenn diese bis zur Fälligkeit gehalten werden. Zwischenzeitlich ergibt sich ein Kursrisiko. Dabei werden die Anleihekurse insbesondere durch die Restlaufzeit der Anleihe sowie das Marktzinsniveau beeinflusst. So würden beispielsweise steigende Marktzinsen zwar attraktivere Konditionen für neue Anleiheemissionen bieten, dies kann aber bereits emittierte Papiere unter Druck bringen und dafür sorgen, dass diese Kursverluste erleiden. Dabei fällt der Verlust umso größer aus, je länger die Restlaufzeit der Anleihe ist. Je kürzer dagegen die Restlaufzeit und je höher der Kupon, desto geringeren Einfluss hat eine Änderung des Marktzinses auf den Kurs der Anleihe.

biallo.de: Mit welchen Kosten haben Verbraucher zu rechnen?

Schiemann: Bei dem Erwerb fällt bei bestimmten IKB-Anleihen ein einmaliger Ausgabeaufschlag von 0,5 Prozent des Anlagebetrages an. Dieser Aufschlag entfällt jedoch, wenn die Anleihen über das kostenlose IKB-Depot gezeichnet werden. Werden die Anleihen über ein anderes Wertpapierdepot erworben, können neben einem eventuellen Ausgabeaufschlag auch Nebenkosten wie Börsengebühren oder zusätzliche Verwahrkosten anfallen.

3
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
95,00
0,95%
2.
80,30
0,80%
3.
80,00
0,80%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 12 Monate

biallo.de: Habe ich Nachteile, wenn ich vorzeitig – also vor einem Zinszahlungstag – verkaufe?

Schiemann: Was die Stückzinsen betrifft: Nein, die muss in diesem Fall der Käufer der Papiere entrichten. Der Verkäufer erhält somit einen Betrag in Höhe des seit dem letzten Zinszahlungstag aufgelaufenen, aber noch nicht gezahlten Zinsanspruchs. Bei einem vorzeitigen Verkauf der Anleihe ist allerdings auch der Anleihekurs zentral: Notiert der Kurs über dem Nominalwert der Anleihe, profitiert der Verkäufer sogar von einem Verkauf. Liegt der Anleihekurs hingegen unterhalb des Nominalwerts, muss der Verkäufer in diesem Fall einen Verlust hinnehmen.  

biallo.de: Wohin fließt das eingesammelte Kapital?

Schiemann: Alle IKB-Privatkundenprodukte haben den Zweck, die Refinanzierung des IKB-Firmenkundengeschäfts zu diversifizieren. Die IKB begleitet seit über 90 Jahren mittelständische Unternehmen. Das eingesammelte Kapital kommt somit der Finanzierung des deutschen Mittelstands zugute.

biallo.de: Herr Schiemann, vielen Dank für das Gespräch.

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Thomas Brummer
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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Seit Januar 2014 ist er bei biallo.de und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Seit Januar 2014 ist er bei biallo.de und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de