Auf einen Blick
  • Die Corona-Krise bringt gute Nachrichten für Sparer: Weil die Inflation Richtung null tendiert, erzielen verzinste Geldanlagen wieder höhere Renditen.

  • Reale Zinsgewinne sind vor allem bei Festgeld möglich, da hier im Gegensatz zu Tagesgeld die Verzinsung festgeschrieben ist und insgesamt oft deutlich höher ausfällt.

  • Da die internationalen Notenbanken für die nächsten Jahre nicht mit Zinsanstiegen rechnen, können Festzins-Sparer auch mehrjährige Festgeldanlagen in Betracht ziehen.
Für Sparer ein Segen: Die Inflation in Deutschland ist rückläufig.
xtock / Shutterstock.com


Die Inflationsraten sind europaweit auf dem Rückzug. Da die Teuerung in vielen Ländern inzwischen negativ ist, rutschte die Inflationsrate für die gesamte Eurozone laut Eurostat im August auf minus 0,20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Juli lag sie noch bei 0,40 Prozent. Rückläufig waren vor allem die Preise für Energie und industriell gefertigte Waren. Dienstleistungen sowie Lebens- und Genussmittel verzeichneten dagegen leichte Preisanstiege. In Deutschland macht sich die gesunkene Mehrwertsteuer bemerkbar. Sie bewirkt einen Preisrückgang auf breiter Front. Aktuell pendelt die deutsche Teuerung um den Nullpunkt, im Juli lag sie bei minus 0,10 Prozent.

Verlauf der Inflationsrate in Deutschland und der Eurozone.

Zinsanlagen werfen wieder Rendite ab

Für Zinssparer bedeutet die aktuelle Entwicklung eine Verbesserung ihrer Renditeaussichten. Zwar verharren die nominalen Zinsen von Tagesgeldkonten und Festgeldanlagen insgesamt gesehen auf der Stelle, die realen Zinsgewinne legen aber zu. Denn dank Nullinflation werden die Zinserträge nicht durch Kaufkraftverlust geschmälert. Somit bleibt unterm Strich mehr Nettoertrag übrig.

Beispiel Festgeld: Ein vielversprechendes Angebot unterbreitet derzeit die italienische FCA Bank. Für Anlagebeträge bis 100.000 Euro zahlt das Geldhaus bei einjähriger Anlage 1,35 Prozent und bei zweijähriger Anlage 1,40 Prozent Zinsen pro Jahr. Legt ein Sparer beispielsweise 50.000 Euro für zwei Jahre an, so erhält er jährlich nicht nur numerisch 700 Euro Festgeldzinsen gutgeschrieben, sondern erzielt bei Nullinflation einen gleichhohen, realen Wertgewinn. Nach zwei Jahren steht ein Gesamtgewinn von 1.400 Euro zu Buche. Bei aller Sparfreude sollten Anleger jedoch im Hinterkopf behalten, dass das italienische Sicherungssystem zwar 100.000 Euro je Sparer garantiert, sich aber in Sachen Sicherheit nicht auf dem Niveau der deutschen, schwedischen oder französischen Einlagensicherung bewegt.

  • Biallo-Tipp: Die Estländische Bigbank verzinst Festgeld sogar mit bis zu 1,50 Prozent Zinsen, wenn das Geld für sechs Jahre fest angelegt wird. Sicherheitsorientierte Sparer, die zum Beispiel 50.000 Euro anlegen, dürfen sich am Ende Laufzeit über insgesamt 4.500 Euro Zinsertrag freuen. Estland verfügt über ein gutes Rating von AA-. 

Festeldzinsen mit zwölf Monaten Laufzeit

Bank Zinsen p.a. Land / S&P-Rating
FCA Bank 1,35 % Italien / BBB
Bigbank 0,75 % Estland / AA-
Merkur Bank 0,50 % Deutschland / AAA
Grenke Bank 0,50 % Deutschland / AAA
SWK Bank 0,50 % Deutschland / AAA

Stand 24. September 2020.


Festgeldzinsen mit 24 Monaten Laufzeit

Bank Zinsen p.a. Land / S&P-Rating
FCA Bank 1,40 % Italien / BBB
Bigbank 0,95 % Estland / AA-
Renault Bank direkt 0,70 % Frankreich / AA
Klarna  0,65 % Schweden / AAA
Grenke Bank 0,65 % Deutschland / AAA

Stand 24. September 2020.

Positive Aussichten für Zinssparer


Analysten und Finanzexperten rechnen mindestens bis Jahresende 2020 mit einer Inflationsrate nahe null. Viele gehen sogar von weiter sinkenden Inflationszahlen aus. Damit dürften – auch für längere Zeit – negative Inflationsraten Realität bleiben. Sehr zum Vorteil der Festgeld-Sparer, denn je tiefer die Inflation, desto größer der reale Wertgewinn. Sollte beispielsweise die Inflationsrate auf minus 0,50 Prozent fallen, erzielten Sparguthaben nicht nur einen Wertzuwachs durch Zinsen, sondern zusätzlich durch realen Kaufkraftgewinn. Das Beispiel der FCA Bank brächte dann nominal jährliche Zinsen von 700 Euro, außerdem entstünde ein Kaufkraftgewinn von rund 250 Euro. Damit dieses Szenario Wirklichkeit wird, müsste allerdings die negative Inflationsrate von minus 0,5 Prozent über zwölf Monate anhalten.

Auf Minuszinsen achten


Vorsichtige Sparer, die verzinste Sparanlagen favorisieren, dürfen sich über die aktuelle Inflationsentwicklung freuen. Wer größere Beträge anlegen möchte, sollte allerdings prüfen, ob dies bei der jeweiligen Hausbank überhaupt möglich ist. Viele Geldinstitute verzinsen nämlich höhere Beträge gar nicht mehr, sondern berechnen  Negativzinsen. Dies geschieht manchmal schon ab 50.000 Euro, bei anderen Geldhäusern ab 100.000 Euro. Wer dies vermeiden möchte, benötigt also eine Bank, die auf Minuszinsen verzichtet. 

Biallo-Tipp: Dividenden von bis zu zehn Prozent

Ein interessantes Angebot, wenn Sie nicht nur auf der Suche nach einem Girokonto, sondern auch nach einer gut verzinsten Geldanlage sind: die Mitgliedschaft bei einer Genossenschaftsbank. Es winken Dividenden von bis zu zehn Prozent. Dabei gehen manche Genossenschaftsbanken sogar bundesweit auf Mitgliederfang. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber: Die besten Dividenden bei Volksbanken.







Die neuesten Artikel

 
Exklusive Informationen und Angebote per Mail erhalten.


 
 
 
Powered by Telsso Clouds