Schlagen Sie Ihre persönliche Inflation

Verbraucherpreise Schlagen Sie Ihre persönliche Inflation

Thomas Brummer (ehemaliger Mitarbeiter)
von Thomas Brummer (ehemaliger Mitarbeiter)
12.01.2017
Auf einen Blick
  • Die offizielle Inflationsrate betrug 2016 im Jahresschnitt 0,49 Prozent.
  • Gefühlt ist diese aber für viele Bürger wesentlich höher.
  • Ermitteln Sie Ihre persönliche Teuerungsrate und legen Sie Ihr Geld entsprechend an.
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In der ersten Jahreshälfte wurden die Verbraucherpreise lediglich marginal teurer, in den Monaten April und Mai sanken sogar die Preise, die Bundesbürger berappen mussten. Das sagt zumindest die offiziell ermittelte Inflationsrate. Der allgemeine Warenkorb, der für die amtliche Teuerungsrate herangezogen wird, dürfte wohl für keinen Bundesbürger 1:1 zutreffend sein. Das merken Sie spätestens, wenn Ihre Lebenserfahrung von der Inflation deutlich abweicht.  

Gerade wenn Sie in Großstädten wie München, Hamburg oder Berlin leben, werden Sie den Kopf schütteln. Damit ist klar: Inflation ist nicht gleich Inflation. Denn die amtliche Inflationsrate kann nur einen theoretischen, repräsentativen Durchschnitt abbilden. Ihre persönliche Inflation kann aber eine ganz andere sein. In erster Linie hängt Ihre eigene Inflationsrate vom Wohnort sowie dem Einkommen und damit auch von Ihrem Konsumverhalten ab.

Wohnort beeinflusst tatsächliche Inflation

Ein Münchner kann bei allzu niedrigen offiziellen Inflationsraten nur lächeln – klar, seine persönliche Inflation ist – sofern er Mieter ist – deutlich höher. „Wenn Sie bei unverändertem Einkommen aus München nach Bayreuth umzögen, dann würde Ihr materieller Lebensstandard um mindestens ein Viertel steigen“, sagt der Trierer Wirtschaftsprofessor Ludwig von Auer gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Dass zwischen Groß- und Kleinstadt bzw. Land immer erhebliche Unterschiede bei der Inflation bestehen, ist dennoch nicht gesagt. So ist vielerorts auch das Phänomen zu sehen, dass aufgrund größerer Konkurrenz Produkte im Supermarkt oder Benzin günstiger zu haben sind. So können beispielsweise Autofahrer laut clever-tanken.de mittags derzeit in Düsseldorf im günstigsten Fall für 1,09 Euro Diesel tanken, wohingegen die Bewohner des 25 Kilometer entfernten Grevenbroichs zuletzt mindestens 1,15 Euro bezahlen mussten. Grevenbroicher zahlen damit knapp sechs Prozent mehr für das Autofahren.

Außerdem sind sie meist eher gezwungen ins Auto zu steigen als Düsseldorfer, die auch den öffentlichen Nahverkehr nutzen können. Auch der Anteil, der Pendler dürfte etwa in Vororten wie Grevenbroich höher sein als in Düsseldorf selbst, wo ein größeres Angebot an Arbeitsplätzen vorzufinden ist. Gerade bei Pendlern fällt der Aspekt Benzinkosten stärker ins Gewicht als es der Durchschnittswert widerspiegelt.

3
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
 223,23
1,11%
2.
220,00
1,10%
3.
213,12
1,06%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 2 Jahre

Inflation eine Frage des Einkommens

Aber nicht nur der Wohnort ist für die gefühlte Inflation entscheidend. „Das Problem ist an sich einfach. In den offiziellen Preisindex (Verbraucherpreisindex VPI) des Statistischen Bundesamtes geht ein komplizierter Warenkorb ein, der etwa alle zehn Jahre aktualisiert wird. Das Wägungsschema des Warenkorbes wird alle fünf Jahre aktualisiert. Darin sind natürlich auch Ausgaben für Strom, Autokauf, Zahnpasta usw. enthalten. Die Bevölkerung merkt an diesen Waren aber die Preissteigerung kaum, hingegen werden Preissteigerungen bei Lebensmitteln und Restaurantausgaben ganz anders und deutlich verstärkt wahrgenommen. Faktisch bei den Dingen des täglichen Bedarfes“, sagt Susanne Rässler, Professorin für Statistik und Ökonometrie an der Universität Bamberg. Niedrige Einkommensschichten geben relativ viel für Lebensmittel aus und sind damit stärker von einem Preisanstieg betroffen als Haushalte mit hohem Einkommen, deren Sparanteil ohnehin höher ist. Außerdem können Besserverdiener, die bisher hochwertige Lebensmittel gekauft hatten, auf günstige umsteigen.

Ermitteln Sie Ihre persönliche Inflation und legen Sie Ihr Geld sinnvoll an

Auf der Seite des Statistischen Bundesamtes können Sie Ihre persönliche Inflation ermitteln. Machen Sie doch einfach mal den Test und sehen Sie im Anschluss, bei welchen Festgeld- und Tagesgeld-Angeboten Sie dann noch Plus machen. In vielen Fällen schaffen Sparer das bei ihrer Hausbank nicht. Im Jahr 2016 betrug die offizielle Teuerungsrate im Jahresdurchschnitt 0,49 Prozent. Das sollte Ihre Tages- oder Festgeld mindestens erreichen. Und dabei zeigt der Trend nach oben. Bereits im Dezember 2016 sprangen die Konsumpreise deutlich an, im Jahresverlauf 2017 rechnen Experten mit einer deutlich höheren Inflationsrate als 2016. 

Unser Tipp

Mit einigen Festgeld-Angeboten kommen Sie deutlich besser weg als mit den Standardangeboten der nächsten Bank um die Ecke. 10.000 Euro für drei Jahre angelegt, bringen bei der Deniz-Bank (österreichische Einlagensicherung) immerhin noch 1,25 Prozent Zinsen ein. Bei der Leasplan Bank (niederländische Einlagensicherung) gibt es aktuell 1,20 Prozent. Wer lieber flexibel bleiben will oder demnächst einen größeren Geldbetrag abrufbar haben muss, setzt auf attraktives Tagesgeld. Zur Zeit ein Top-Anbieter: die Consorsbank. Für immerhin ein halbes Jahr wird ein Prozent Zins garantiert.

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Thomas Brummer (ehemaliger Mitarbeiter)
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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Von Januar 2014 bis Januar 2018 war er bei biallo.de und verfasste dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publizierte er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Von Januar 2014 bis Januar 2018 war er bei biallo.de und verfasste dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publizierte er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de