Geldanlage

Die besten Festgeldzinsen im November

Update: 02.11.2020
Auf einen Blick
  • Der Biallo-Festgeld-Index ist im Monatsverlauf weiter gesunken. Bei einjährigem Festgeld werden derzeit im Schnitt 0,22 Prozent Zinsen bezahlt (Ende September: 0,23 Prozent).

  • Bester Anbieter mit deutscher Einlagensicherung ist aktuell die Grenke Bank. Sie bietet für zwölf Monate 0,60 Prozent, bei zwei Jahren Laufzeit sind es 0,75 Prozent pro Jahr. 

  • Spitzenreiter im Biallo-Festgeld-Vergleich bleibt die italienische FCA Bank, die bei zwei Jahren Laufzeit aktuell 1,05 Prozent pro Jahr offeriert.

Wer gründlich vergleicht, bekommt für sein Geld noch überdurchschnittliche Zinsen.
Krakenimages.com

Laut Biallo-Festgeld-Index haben sich die Festgeldzinsen in den vergangenen Wochen weiter reduziert. Für einjähriges Festgeld werden im Schnitt 0,22 Prozent aufgerufen (Ende September: 0,23 Prozent). Das ist allerdings immer noch deutlich höher als das Allzeittief von Mitte März bei 0,18 Prozent.

Die italienische FCA Bank hat ihre Spitzenzinssätze bei zwölf und 24 Monaten im September deutlich gesenkt. Dennoch können sich die aktuellen Konditionen mit 1,00 beziehungsweise 1,05 Prozent nach wie vor sehen lassen. Zudem haben die Italiener zum 22. September zwei neue Laufzeiten eingeführt und auf Anhieb die Spitzenposition erobert: Für drei Monate gibt es 0,51 Prozent und für sechs Monate 0,71 Prozent pro Jahr.

Zwar bewegt sich die italienische Einlagensicherung nicht auf erstklassigem Niveau, doch als Beimischung lohnt sich das Angebot allemal. Die US-Ratingagentur Standard & Poor's bewertet die Bonität Italiens derzeit mit "BBB", was einer durchschnittlichen Anlage entspricht. Der Ausblick wurde von "negativ" auf "stabil" angehoben. Grundsätzlich gilt: Sparguthaben sind innerhalb der Europäischen Union bis zu einer Summe von 100.000 Euro abgesichert.

Übrigens: Wer einen aktiven Finanzierungs- oder Leasingvertrag mit der FCA Bank für ein Fahrzeug der FCA-Gruppe (Abarth, Alfa Romeo, Dodge, Fiat, Fiat Professionel, Jeep, Lancia, Maserati und RAM) hat, kann mit dem "Festgeld Plus" für 36 Monate sogar 2,00 Prozent pro Jahr erhalten.  

Biallo-Tipp: Bis zu zehn Prozent Dividende

Eine interessante Alternative zu Tages- und Festgeld sind Genossenschaftsanteile bei Volks- und Raiffeisenbanken. In der Spitze winken bis zu zehn Prozent Rendite. Einige Banken gehen sogar bundesweit auf Mitgliederfang. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel:  Die besten Dividenden bei Volksbanken.

Grenke und Autobank setzen Ausrufezeichen

Positive News kamen zuletzt von der Grenke Bank und der österreichischen Autobank. Erstere hat die Zinsen bei sämtlichen Laufzeiten in zwei Schritten angehoben. Für ein Jahr winken nun 0,60 Prozent statt ursprünglich 0,40 Prozent, für zwei Jahre 0,75 statt 0,50 Prozent. Positiv: Bei der Grenke Bank greift die deutsche Einlagensicherung. Außerdem ist Grenke dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken angeschlossen. Dadurch beläuft sich die Sicherungsgrenze aktuell auf rund 43,4 Millionen Euro (Stand: 29 Oktober 2020).

Bei der Autobank können Sparer aktuell für einjähriges Festgeld 0,50 Prozent (zuvor: 0,05 Prozent) abstauben, für zwei Jahren bieten die Österreicher jetzt 0,55 Prozent pro Jahr (zuvor: 0,10 Prozent). Einlagen bis 100.000 Euro sind über die österreichische Einlagensicherung abgesichert, die ebenfalls einen sehr guten Ruf genießt.

Diese Anlagedauer empfiehlt biallo.de

Wir empfehlen derzeit, Festgeld maximal für drei Jahre anzulegen. Die lang ersehnte Zinswende der Europäischen Zentralbank (EZB) ist zwar nach wie vor nicht in Sicht. Allerdings sollten Anleger nicht ihre gesamte Munition verschießen, um flexibel zu bleiben.

Deshalb unser Rat: Splitten Sie Ihren Anlagebetrag in gleich hohe Tranchen und verteilen Sie diese auf unterschiedliche Laufzeiten. Experten sprechen auch von der sogenannten Leiter- oder Treppenstrategie. Bei einer Gesamtanlage von 30.000 Euro zum Beispiel legen Sie die ersten 10.000 Euro für ein Jahr an, die zweiten für zwei Jahre und den Rest für drei Jahre.

Vorteil: Wenn das einjährige Festgeld frei wird, können Sie den Betrag erneut – zu dann hoffentlich höheren Zinsen – für drei Jahre anlegen. So verfahren Sie dann auch jeweils mit den anderen freiwerdenden Beträgen.

Dieses Stufenmodell kommt allerdings nur in einem steigenden Zinsszenario voll zum Tragen. Denn falls die Festgeldzinsen langfristig weiter sinken sollten, bekommen Sie für die freiwerdenden Beträge weniger Zinsen als bei Vertragsabschluss und wären mit einer Einmalstrategie wohl besser gefahren. Hinzu kommt, dass die Festgeldzinsen bei kurzen Laufzeiten derzeit attraktiver sind als bei langen Zinsbindungen. 

Treppenstrategie anhand eines Beispiels

Diese Festgeldzinsen empfiehlt biallo.de

Anleger sollten bei der Wahl eines Anbieters nicht alleine auf die Zinshöhe schauen. Wichtig ist auch die Einlagensicherung des jeweiligen Landes. Eine gemeinsame europäische Lösung wird derzeit von den EU-Mitgliedstaaten verhandelt. Nach welchen Kriterien wir die einzelnen Festgeld-Anbieter bewerten, erfahren Sie in unserem Festgeld-Test.


Empfehlungen von biallo.de für einjähriges Festgeld

Bank

Zins p.a.

Einlagensicherung (ES)

Anlagebetrag

Zinszahlung

S&P-
Rating

FCA Bank 1,00% 100.000 € pro Person
italienische ES
1.000 - 100.000 € jährlich BBB

gute Sicherheit
Grenke Bank 0,60% 100.000 € pro Person
deutsche ES, zzgl. freiwillige ES über BdB in Millionenhöhe
5.000 - 500.000 € jährlich AAA

höchste Sicherheit
Bank11 0,55% 100.000 € pro Person,
deutsche ES, zzgl. freiwillige ES über BdB in Millionenhöhe
1.000 - 250.000 € jährlich AAA

höchste Sicherheit

Leaseplan Bank

0,55%

100.000 € pro Person
niederländische ES

1.000 - 2.000.000 €

jährlich

AAA

höchste Sicherheit

Autobank 0,50% 100.000 € pro Person,
österreichische ES
5.000 - 100.000 € jährlich AA

hohe Sicherheit
Merkur Privatbank  0,50% 100.000 € pro Person
deutsche ES, zzgl. freiwillige ES über BdB in Millionenhöhe
5.000 - 500.000 € jährlich AAA

höchste Sicherheit

Ziraat Bank

0,50%

100.000 € pro Person
deutsche ES, zzgl. freiwillige ES über BdB in Millionenhöhe

2.500 - 250.000 €

jährlich

AAA

höchste Sicherheit

Renault Bank Direkt 0,50% 100.000 € pro Person
französiche ES
 
ab 2.500 € jährlich AA

hohe Sicherheit
Sberbank Direct 0,50% 100.000 € pro Person,
österreichische ES
1.000 - 250.000 Euro jährlich AA  

hohe Sicherheit
Bigbank 0,50% 100.000 € pro Person 
estnische ES
1.000 - 100.000 € jährlich

AA-

hohe Sicherheit

SWK Bank 0,45% 100.000 € pro Person, deutsche ES 10.000 - 100.000 € jährlich AAA

höchste Sicherheit

 Anlagebetrag: 10.000 €; Laufzeit: 12 Monate; Stand: 2. Nov. 2020; Angaben ohne Gewähr.

  • Biallo-Tipp: Wenn Sie auf einen Link klicken, schließen Sie noch keinen Vertrag ab. Sie gelangen erst einmal zur Bank. Dort erhalten Sie noch mal einen detaillierten Überblick über das Angebot. Wie wir uns finanzieren, haben wir in der Rubrik "Über uns" offengelegt. Nutzen Sie auch unseren Festgeld Vergleich, mit dem Sie rund 100 Festgeld-Angebote vergleichen können. 

Empfehlungen von biallo.de für zweijähriges Festgeld

Bank

Zins p.a.

Einlagensicherung (ES)

Anlagebetrag

Zinszahlung

S&P-
Rating

FCA Bank 1,05% 100.000 € pro Person
italienische ES
1.000 - 100.000 € jährlich BBB

gute Sicherheit
Grenke Bank 0,75% 100.000 € pro Person
deutsche ES, zzgl. freiwillige ES über BdB in Millionenhöhe
5.000 - 500.000 € jährlich AAA

höchste Sicherheit
Renault Bank Direkt 0,70% 100.000 € pro Person
französische ES
ab 2.500 € jährlich AA

hohe Sicherheit
Bigbank  0,70 % 100.000 € pro Person 
estnische ES
1.000 - 100.000 € am Laufzeitende (ohne Zinseszins)

AA-

hohe Sicherheit

Klarna 0,65% 950.000 SEK pro Person 
schwedische ES
5.000 - 500.000 € jährlich AAA

höchste Sicherheit
Ziraat Bank

0,65% 100.000 € pro Person
deutsche ES, zzgl. freiwillige ES über BdB in Millionenhöhe
2.500 - 250.000 € wahlweise jährlich oder am Laufzeitende AAA

höchste Sicherheit
Leaseplan Bank 0,65% 100.000 € pro Person 
niederländische ES
1.000 - 2.000.000 € jährlich

AAA

höchste Sicherheit

Kommunalkredit Invest

0,60%

100.000 Euro pro Person
österreichische ES

10.000 - 500.000 €

wahlweise jährlich oder am Laufzeitende (inkl. Zinseszinsen)

AA

hohe Sicherheit

Bank11 0,60% 100.000 € pro Person,
deutsche ES, zzgl. freiwillige ES über BdB in Millionenhöhe
1.000 - 250.000 € jährlich AAA

höchste Sicherheit
Sberbanc Direct 0,60% 100.000 € pro Person,
österreichische ES
1.000 - 250.000 Euro jährlich AA 

hohe Sicherheit
Amsterdam Trade Bank 0,55 % 100.000 € pro Person,
niederländische ES
ab 5.000 € monatlich AAA

höchste Sicherheit
Autobank 0,55 % 100.000 € pro Person,
österreichische ES
5.000 - 100.000 € jährlich AA 

hohe Sicherheit
Deutsche Pfandbriefbank 0,55% 100.000 € pro Person,
deutsche ES, zzgl. freiwillige ES über BdB in Millionenhöhe
5.000 - 500.000 € wahlweise jährlich oder am Laufzeitende (inkl. Zinseszins) AAA

höchste Sicherheit

 Anlagebetrag: 10.000 €; Laufzeit: 24 Monate; Stand: 2. Nov. 2020; Angaben ohne Gewähr.

Empfehlungen von biallo.de für dreijähriges Festgeld

Bank

Zins p.a.

Einlagensicherung

Anlagebetrag

Zinszahlung

S&P-
Rating

Kommunalkredit Invest 0,90% 100.000 € pro Person
österreichische ES
10.000 - 500.000 € wahlweise jährlich oder am Laufzeitende (inkl. Zinseszinsen) AA

hohe Sicherhei
Grenke Bank 0,85% 100.000 € pro Person
deutsche ES, zzgl. freiwillige ES über BdB in Millionenhöhe
5.000 - 500.000 € jährlich AAA

höchste Sicherheit
Renault Bank Direkt 0,85% 100.000 € pro Person
französische ES
ab 2.500 € jährlich AA

hohe Sicherheit
Klarna 0,75% 950.000 SEK pro Person 
schwedische ES
5.000 - 500.000 € jährlich AAA

höchste Sicherheit
Ziraat Bank  0,75 % 100.000 € pro Person
deutsche ES, zzgl. freiwillige ES über BdB in Millionenhöhe
2.500 - 250.000 € wahlweise jährlich oder am Laufzeitende AAA

höchste Sicherheit

LeasePlan Bank

0,75%

100.000 € pro Person 
niederländische ES

1.000 - 2.000.000 €

jährlich

AAA

höchste Sicherheit

Deutsche Pfandbriefbank 0,70% 100.000 € pro Person,
deutsche ES, zzgl. freiwillige ES über BdB in Millionenhöhe
5.000 - 500.000 € wahlweise jährlich oder am Laufzeitende (inkl. Zinseszins) AAA

höchste Sicherheit
Bank11 0,65% 100.000 € pro Person,
deutsche ES, zzgl. freiwillige ES über BdB in Millionenhöhe
1.000 - 250.000 € jährlich AAA

höchste Sicherheit
Amsterdam Trade Bank 0,60 % 100.000 € pro Person,
niederländische ES
ab 5.000 € monatlich AAA

höchste Sicherheit

 Anlagebetrag: 10.000 €; Laufzeit: 36 Monate; Stand: 2. Nov. 2020; Angaben ohne Gewähr.

Funktionsweise eines Festgeldkontos und die Rolle der Zinsen

Bei einem Festgeldkonto wird das Geld über einen bestimmten Zeitraum zu einem vereinbarten Zinssatz angelegt. Wenn die Zinsen gerade niedrig sind, sind auch die Festgeldzinsen entsprechend. Aber: Sollte der Zinssatz im Laufe der Zeit weiter sinken, bleiben Ihre Festgeldzinsen gleich. Als Auszahlungsvariante bei Ihren Festgeldzinsen sollten Sie die Variante "Zinszahlung zum Jahresende" wählen, denn so können Sie Ihren Sparerpauschbetrag voll ausschöpfen.

An das Geld auf Ihrem Festgeldkonto kommen Sie während der Laufzeit eigentlich nicht heran. Es gibt aber Ausnahmen. Nämlich besonders wichtige Gründe. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Sie arbeitslos werden und Hartz IV empfangen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Festgeld kündigen.

Diese fünf Faktoren bestimmen die Höhe der Festgeldzinsen

1. EZB-Leitzins

Ein wichtiger Taktgeber für die Festgeldzinsen ist der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) – auch Hauptrefinanzierungssatz genannt. Das ist der Zinssatz, zu dem sich Banken und Sparkassen über eine kurze Laufzeit – exakt sieben Tage – Zentralbankgeld für ihre Refinanzierung besorgen. Im Gegenzug hinterlegen die Kreditinstitute bei der EZB notenbankfähige Sicherheiten wie etwa Wertpapiere oder Kredite.

Liegt der Leitzins der EZB wie aktuell bei null Prozent, ist es für die Kreditinstitute deutlich attraktiver, billiges Geld bei der Zentralbank zu leihen statt bei ihren Kunden, zum Beispiel in Form von Festgeld, wo sie deutlich mehr Zinsen bezahlen müssen.

Auf der anderen Seite sind die Kreditinstitute im Zuge der neuen Bankenregulierung "Basel III" bei ihrer Refinanzierung auch zunehmend auf Spareinlagen mit längeren Laufzeiten wie etwa Festgeld angewiesen, da sie bei der EZB eine sogenannte Mindestreserve vorhalten müssen. Das Einlagengeschäft schafft für die Banken auch eine gewisse Planungssicherheit für den Fall, dass die EZB den "Geldhahn" wieder zudreht, da die Kunden im Festgeld gebunden sind.

Das bedeutet, dass Banken im Hinblick auf ihre Refinanzierung im Zuge von Basel III wieder verstärkt um die Gunst der Privatkunden buhlen müssen beziehungsweise um deren Spareinlagen. Dieser Wettbewerb hat für den Verbraucher den Vorteil, dass die Sparzinsen mit künftig steigenden Leitzinsen schritthalten müssen. Eine Leitzinserhöhung beziehungsweise Zinswende würde somit auch die Trendwende bei den Festgeldzinsen einläuten.

2. Laufzeit

Der wichtigste Einflussfaktor, den Sie selbst auf die Festgeldzinsen nehmen können, ist die Wahl der Laufzeit. Je länger Sie das Geld anlegen, desto höher ist auch der Zins. Das ist schon allein durch die Situation begründet. Denn warum sollten Sie Ihr Geld einer Bank langfristig zur Verfügung stellen, wenn es dafür nicht deutlich mehr Zinsen gibt als für kurze Laufzeiten? Schließlich sind Sie über die Laufzeit ja auch an die Bank gebunden und bezahlen in der Regel Strafgebühren, wenn Sie das Festgeld vorzeitig kündigen wollen. Daher steigen die Zinsen – ähnlich wie beim Ratenkredit – mit längeren Laufzeiten, nicht zuletzt auch als eine Art Entschädigung, dass der Kreditgeber mit dem Geld nicht anderweitig arbeiten kann.

In den folgenden Ratgebern erhalten Sie einen Überblick über die verschiedenen Laufzeiten, die durchschnittliche Verzinsung und aktuelle Top-Angebote:

3. Zinsgutschrift oder Zinsausschüttung

Prüfen Sie vor Abschluss auch die Art der Zinszahlungen, also ob die Bank die Zinsen jährlich ausschüttet oder erst am Laufzeitende. Die meisten Banken zahlen die Zinsen jährlich auf ein Referenzkonto aus. Auch die Zinszahlung am Laufzeitende ist eine gängige Praxis. Hier sollten Sie allerdings prüfen, ob die Zinsen wiederangelegt oder nur angesammelt werden. 

Seltener ist dagegen die vierteljährliche oder monatliche Zinsausschüttung, die beim Tagesgeld häufiger vorkommt. Eine Ausnahme bildet hier zum Beispiel die Amsterdam Trade Bank, welche die Festgeldzinsen monatlich auf ein Tagesgeldkonto ausschüttet. Das hat auch den Vorteil, dass man hier noch von einem kleineren Zinseszinseffekt über das Tagesgeld profitiert. 

Den besten Zinseszinseffekt erzielen Anleger mit der jährlichen Zinsgutschrift, also wenn die Bank die Zinsen jährlich auf das Festgeldkonto gutschreibt und die Erträge somit direkt wiederangelegt werden (sogenannte thesaurierende Anlage). Allerdings sollten Sie sich im Hinblick auf Ihren Sparerpauschbetrag durchrechnen, ob Sie mit der jährlichen Auszahlung besser fahren als mit der Zinsgutschrift beziehungsweise der Zinszahlung am Laufzeitende.

4. Anlagesumme

Das gewählte Anlagevolumen hat derzeit keinen Einfluss auf die Zinshöhe bei den jeweiligen Anbietern. Es ist also nicht so wie beim Ratenkredit, dass für größere Volumina in der Regel auch höhere Zinsen zu bezahlen sind. Vor der großen Finanzkrise 2008/2009, als Festgeld-Anlagen im Schnitt noch gut vier Prozent abwarfen, konnten Anleger für größere Beträge bei einer Bank auch noch höhere Zinssätze aushandeln.

Heute ist es so, dass der Festgeldzins für eine bestimmte Laufzeit bei allen Anlagebeträgen identisch ist. Allerdings setzen viele Banken eine Mindestanlage voraus. Bei der Crédit Agricole gibt es Festgeld erst ab einem Anlagevolumen von 5.000 Euro. Wenn Sie also nur 3.000 Euro als Anlagesumme in unserem Festgeld-Vergleich eingeben, taucht die Bank erst gar nicht auf. Deshalb sollten Sie auch immer mit der Anlagesumme "spielen".

Auch nach oben hin sind die Festgeld-Angebote oft begrenzt. Bei einer Million Euro ist das Feld aller Anbieter bereits zur Hälfte geschrumpft. Wir empfehlen im Hinblick auf die gesetzliche Einalgensicherung aber ohnehin, nur maximal 100.000 Euro bei einer Bank anzulegen.

5. Sicherheit (Herkunftsland)

In den vergangenen Jahren haben viele ausländische Banken auf den deutschen Festgeld-Markt gedrängt. Kein Wunder, schließlich sind die Deutschen für ihre Vorliebe zu sicheren Geldanlagen bekannt.

Auffällig ist, dass viele Festgeldkonten aus dem Ausland auch regelmäßig Top-Platzierungen in unserem Festgeld-Vergleich einnehmen, was die Zinshöhe betrifft. Das hat zum einen damit zu tun, dass Herkunftsländer wie etwa Malta, Rumänien oder Kroatien nicht so finanzstark sind wie Österreich, Deutschland, Schweden etc. und daher Zweifel bestehen, ob diese Länder im Falle einer Bankenpleite die Anleger zeitnah entschädigen können. Das höhere Ausfallrisiko muss schließlich mit höheren Zinsen honoriert werden.

Zum anderen müssen aber Kreditinstitute aus bonitätsstarken Ländern wie etwa die schwedische Klarna Bank oder die französische Crédit Agricole auch mit einem Zinsaufschlag um die Gunst der deutschen Anleger buhlen, da diese sonst eher die heimischen Institute bevorzugen würden, obwohl die Einlagensicherungen der Herkunftsländer genauso beziehungsweise ähnlich gut sind wie die von Deutschland.

Selbst eigenständige deutsche Niederlassungen ausländischer Banken wie etwa die Ziraat Bank oder Oyak Anker Bank hätten keine Chance, Kundeneinlagen einzusammeln, wenn sie nicht deutlich höhere Zinsen als der Durchschnitt bieten würden, obwohl hier sogar die gesetzliche Einlagensicherung der Bundesrepublik Deutschland im Entschädigungsfall einspringen würde.

Lesen Sie auch: Ist Geld bei Ziraat Bank, Denizbank & Co noch sicher?

Vergleichen Sie die Zinshistorie bei den Festgeldzinsen

Wenn es um die Festgeldzinsen geht, lohnt sich vor allem auch ein Blick auf die Zinshistorie. Denn diese zeigt Ihnen, wie sich die Zinsen im Laufe der letzten zwölf Monate verändert haben und wo die Entwicklung möglicherweise hingeht.

Sie sehen anhand dieses Zwölf-Monats-Charts, dass die Festgeldzinsen bis zum Frühjahr 2020 durch die Lockerung der Geldpolitik deutlich unter Druck standen. Im Zuge der Corona-Krise aber haben einige Anbieter ihre Konditionen deutlich angehoben. Der kurzfristige Aufwärtstrend wurde zuletzt aber wieder gebrochen.

Zinsausblick

Auf der Ratssitzung am 29. OKtober hat die EZB ihre Anleihenkäufe trotz Deflationsdruck nicht ausgeweitet. Anfang Juni hatten die Währungshüter ihr Kauprogramm PPE (Pandemic Emergency Purchase Programm) um 600 Milliarden Euro erweitert. Bis mindestens Ende Juni 2021 will die EZB insgesamt 1,35 Billionen Euro in die Märkt pumpen, um die Kreditvergabe für notleidende Firmen anzukurbeln.

Den Leitzins im Euroraum beließ die EZB auf dem Rekordtief von null Prozent. Auch der Einlagensatz bleibt auf dem bisherigen Niveau von minus 0,5 Prozent. Damit müssen Banken weiterhin Negativzinsen zahlen, wenn sie bei der Notenbank überschüssige Gelder parken.

Der EZB-Rat bekräftigte in den vergangenen Monaten immer wieder, dass die Leitzinsen so lange auf dem aktuellen oder noch niedrigeren Niveau bleiben, bis sich die Inflationserwartungen deutlich einem Zielkorridor annähern, der "hinreichend nahe, aber unter zwei Prozent" liegt. Für das laufende Jahr erwarten EZB-Ökonomen für die Eurozone nur noch eine Inflationsrate von 0,3 Prozent. Für 2021 und 2022 liegen die Schätzungen bei 0,9 respektive 1,3 Prozent. Damit dürfte die Zinswende wohl frühestens 2022 kommen.

Häufige Fragen zum Thema Festgeldzinsen

Kann ich mein Geld auf dem Festgeldkonto frühzeitig abheben?

Nein, das können Sie in aller Regel nicht. Es gibt nur wenige Ausnahmen, die eine Kündigung vom Festgeld erlauben – wie etwa der Bezug von Hartz IV oder die drohende Pleite Ihrer Bank.  Doch: Zwar können Sie das eigentliche Guthaben nicht vorzeitig abheben. Wohl aber die Sparzinsen des letzten Jahres. Bis Ende Februar des Folgejahres können Sie die Ihrem Konto gutgeschriebenen Sparzinsen aus dem Vorjahr problemlos abheben. Falls das nicht fristgerecht geschieht, wird das Geld Ihrem Kapital zugerechnet. Dann ist es bis zum Ende der Laufzeit ebenso wenig kündbar wie der ursprüngliche Sparbetrag. 

Muss ich die Erträge, die ich durch die Festgeld-Zinsen erhalte, versteuern?

Grundsätzlich ja. Denn Kapitalerträge unterliegen der Abgeltungsteuer. Allerdings können Sie einen Freistellungsauftrag erteilen und so dafür sorgen, dass Ihnen die gesamten Festgeldzinsen erhalten bleiben. Der Freistellungsauftrag hilft Ihnen dabei, Ihren Sparerpauschbetrag wahrzunehmen und somit Erträge von bis zu 801 Euro ohne steuerliche Abzüge einzustreichen. Für Ehepaare gilt der doppelt so hohe Satz. Bei Festgeldanlagen im Ausland kann der ausländische Fiskus eine Quellensteuer erheben. Wie viel Quellensteuer der ausländische Staat dabei einbehalten darf, ist von Land zu Land unterschiedlich. Mit einer sogenannten Ansässigkeitsbescheinigung können Anleger diese Steuer reduzieren oder gar gänzlich vermeiden.

Was bringt mir mehr: Tagesgeld- oder Festgeld-Zinsen?

Sowohl Tagesgeld- als auch Festgeldkonten gelten als sichere Anlageformen. Der Hauptunterschied liegt darin, dass Sie auf das Geld auf einem Tagesgeldkonto jederzeit zurückgreifen können und das Geld auf dem Festgeldkonto für die gewählte Laufzeit nicht verfügbar ist. Allerdings sind die Festgeldzinsen höher. Sie sollten Tagesgeld in Höhe von zwei oder drei Nettomonatsgehältern als Reserve für Notfälle anlegen und den Rest in Festgeld.

Wie hoch sind die Festgeldzinsen?

Wie hoch die Festgeldzinsen sind, hängt von vielen Faktoren ab, am meisten von der Laufzeit. Je länger die ist, desto höher sind die Zinsen.

Wie hilft mir ein Freistellungsauftrag?

Den Freistellungsauftrag erteilen Sie Ihrer Bank und sichern sich so, dass Ihr Kapital bis zu 801 Euro (das ist die Höhe des Sparerpauschbetrags) steuerfrei bleibt, bei Ehepaaren bis 1.602 Euro. Nur Zinsen darüber werden besteuert.



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