Nächster Lichtblick für Festgeld-Anleger

Festgeld im Juni Nächster Lichtblick für Festgeld-Anleger

Horst Biallo
von Horst Biallo Sebastian Schick
01.06.2018
Auf einen Blick
  • Es gibt weitere positive Nachrichten für Festgeld-Anleger: Nach Klarna und Credit Europe hat nun auch die Ziraat Bank ihre Festgeld-Konditionen deutlich erhöht. 

  • Ein Festgeldkonto ist immer noch eine lohnende Anlage für den sicherheitsbedürftigen Anleger – auch wenn die Zinsen heute deutlich geringer ausfallen als noch vor einigen Jahren.
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Am Markt für Termineinlagen ist endlich ein Hoffnungsschimmer erkennbar. Nachdem die schwedische Klarna ihre Festgeldzinsen vor kurzem um mehr als die Hälfte erhöht hat, zieht jetzt die Ziraat Bank nach. Ab sofort bietet die deutsche Bank mit türkischen Wurzeln zum Beispiel bei einer Laufzeit von zwei Jahren 1,10 Prozent pro Jahr statt zuvor 0,90 Prozent.

Auch von der Credit Europe Bank kommen positive Impulse: Zwar bieten die Holländer bei Weitem nicht so gute Konditionen wie Klarna oder Ziraat. Allerdings hat die Credit Europe Bank ihre Festgeldzinsen ebenfalls mehr als verdoppelt. Unter anderem bei zweijähriger Laufzeit von 0,25 auf 0,65 Prozent.

Die jüngsten Zinserhöhungen haben den Biallo-Festgeld-Index stabilisiert. Dieser notiert bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und einem Anlagebetrag von 25.000 Euro aktuell bei 0,31 Prozent und damit auf dem Niveau des Vormonats. Der Index bildet den Durchschnittswert von rund 130 Angeboten ab. Das Positive: Es zeichnet sich eine Bodenbildung ab. Das Allzeittief lag Mitte Dezember 2017 bei 0,28 Prozent.

Diese Anlagedauer empfiehlt Biallo

Je länger die Laufzeit, desto höher die Zinsen. Aber allzu lange sollten sich Festgeld-Sparer nicht binden. Denn Branchenkenner rechnen im Jahr 2019 mit der Leitzinswende in Europa. Daher sollten sich Anleger auf kurze Laufzeiten beschränken. Wahlweise können Anleger auch ihr Erspartes auf mehrere Festgeld-Anlagen zu unterschiedlichen Laufzeiten aufteilen. So bleiben sie flexibel und können mit dem freiwerdenden Kapital auf Zinsveränderungen reagieren.

Diese Angebote an Festgeldzinsen empfiehlt Biallo

Bei unseren Empfehlungen (s. Tabellen unten) berücksichtigen wir nur Anbieter aus Ländern mit hoher Bonität (mindestens Einstufung "AA-" bei der US-Ratingagentur Standard & Poor's). Diese Länder halten wir im Hinblick auf die Einlagensicherung für stabil genug, um bei einer möglichen Bankenpleite alle Kunden zeitnah zu entschädigen. Nach welchen Kriterien wir die einzelnen Anbieter bewerten, erfahren Sie in unserem Festgeld-Test.

Bei einjähriger Anlagedauer (Länder mit hoher Bonität)

BankZins p.a.EinlagensicherungAnlagebetragZinszahlungS&P-Rating
Klarna1,20% 950.000 SEK pro Person (ca. 92.000 €) / Schweden)10.000 - 500.000 € am LaufzeitendeAAA
Oney0,85% 100.000 € pro Person / Frankreich1 - 100.000 €am LaufzeitendeAA
Amsterdam Trade Bank0,80%100.000 € pro Person / Niederlande5.000 € - unbegrenztmonatlichAAA
J&T Banka0,80%100.000 € pro Person / Tschechien10.000 - 100.000 €am LaufzeitendeAA-

Biallo-Tipp: Wenn Sie auf einen Link klicken, schließen Sie noch keinen Vertrag ab. Sie gelangen erst einmal zur Bank. Dort erhalten Sie noch mal einen detaillierten Überblick über das Angebot. Anbieter, welche nicht verlinkt sind, suchen bei uns derzeit nicht aktiv nach neuen Kunden. Wie wir uns finanzieren, haben wir in der Rubrik "Über uns" offengelegt.

Bei zweijähriger Anlagedauer (Länder mit hoher Bonität)

BankZins p.a.  EinlagensicherungAnlagebetragZinszahlungS&P-Rating
Klarna1,35%950.000 SEK pro Person (ca. 92.000 €) / Schweden10.000 - 500.000 €jährlichAAA
J&T Banka  1,20%                  100.000 € pro Person / Tschechien 10.000 - 100.000 €                                                                                                                                                                                         jährlichAA-
Crédit Agricole1,11%         100.000 € pro Person / Frankreich5.000 - 500.000 €   jährlichAA
Ziraat Bank1,10% 100.000 € pro Person / Deutschland                    2.500 - 250.000 €jährlichAAA

Funktionsweise eines Festgeldkontos und die Rolle der Zinsen

Bei einem Festgeldkonto wird das Geld über einen bestimmten Zeitraum zu einem vereinbarten Zinssatz angelegt. Wenn die Zinsen gerade niedrig sind, sind auch die Festgeldzinsen entsprechend. Aber: Sollte der Zinssatz im Laufe der Zeit weiter sinken, bleiben Ihre Festgeldzinsen gleich. Als Auszahlungsvariante bei Ihren Festgeldzinsen sollten Sie die Variante "Zinszahlung zum Jahresende" wählen, denn so können Sie Ihren Sparerpauschbetrag voll ausschöpfen.

An das Geld auf Ihrem Festgeldkonto kommen Sie während der Laufzeit eigentlich nicht heran. Es gibt aber Ausnahmen. Nämlich besonders wichtige Gründe. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Sie arbeitslos werden und Hartz IV empfangen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Festgeld kündigen.

Festgeldzinsen: Noch immer wichtig für den Inflationsausgleich

Wie hoch die Festgeldzinsen ausfallen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen spielt natürlich die aktuelle Marktlage eine Rolle. Sowohl die Zinslage auf dem nationalen als auch dem internationalen Geldmarkt haben einen Einfluss. Die Hauptrolle hat dabei ganz klar der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB), der das allgemeine Zinsniveau prägt.

Der Einfluss der Finanzkrise auf die Festgeldzinsen 

Das zeigt sich auch, wenn man auf die Zinsentwicklung der letzten Jahre blickt. Zwischen 2005 und 2014 zahlten die Banken bei Laufzeiten zwischen einem und zwei Jahren im Durchschnitt 2,6 Prozent Festgeld-Zinsen. Doch schaut man sich die Jahre im Einzelnen an, wird der Einfluss der Finanzkrise deutlich: Noch im Jahr 2008 bekamen deutsche Anleger bei einer Anlagedauer von zwei Jahren 4,6 Prozent für ihr Festgeld und legten insgesamt mehr als 30 Milliarden Euro an. Doch das Vertrauen in die Banken wurde erschüttert – und das hatte einen Einfluss auf die Festgeld-Zinsen: Im Jahr 2014 gab es nur noch ein Prozent Rendite auf das Festgeld – und nur noch acht Milliarden Euro wurden angelegt.

Viele Sparer sattelten auf Tagesgeldkonten um. Was sie damals nicht wussten: Die Zinsen fielen weiter und im Gegensatz zum Tagesgeld kann das Festgeld noch immer einen Großteil der Inflationsverluste ausgleichen. Für Sie lohnt es sich also, in Festgeldkonten zu vertrauen und mit unserem Festgeld Vergleich das Maximum an Zinsen herauszuholen.

Doch wie holen Sie das Maximum aus Ihren Festgeld-Zinsen heraus? 

Der wichtigste Einflussfaktor auf die Höhe Ihrer Festgeld-Zinsen ist heute die Laufzeit. Je länger Sie das Geld anlegen, desto höher ist der Zins.

Fragen Sie vor Abschluss: Wann werden die Zinsen gezahlt? Meist erst zum Ende der Laufzeit. Einige Banken zahlen diese jedoch jährlich. Wer sich dieses Geld am Ende des Jahres nicht ausschütten, sondern stehen lässt, erzielt einen Zinseszinseffekt.

Biallo-Tipp: Achten Sie auf die Einlagensicherung. Diese schützt Ihr Vermögen im Falle einer Bankenpleite.

Vergleichen Sie die Zinshistorie bei den Festgeld-Zinsen

Wenn es um die Festgeldzinsen geht, lohnt sich vor allem auch ein Blick auf die Zinshistorie. Denn diese zeigt Ihnen, wie sich die Zinsen im Laufe der letzten zwölf Monate verändert haben und wo die Entwicklung möglicherweise hingeht.

Biallo Index (1 Jahr)
Festgeld 25.000 € 12 Monate
Chart Festgeld 25.000 € 12 Monate
Biallo-Index
0,31%
basierend auf
135Angeboten
Tief/Hoch
0,28% / 0,39%

Sie sehen anhand dieses Charts, dass die Zinsentwicklung in den vergangenen Monaten eine klare Abwärtstendenz aufzeigt. Das sieht erst einmal negativ aus. Doch Sie sollten sich vor Augen führen, dass die Gesamtinflationsrate 2016 in Deutschland laut Harmonisiertem Verbraucherpreisindex (HVPI) bei 0,4 Prozent lag. Das heißt für Sie: Gute Festgeldzinsen von etwa einem Prozent bieten Ihnen zu diesen Zeiten immer noch eine gute Rendite bei risikofreier Geldanlage. Wenn Sie hier auf eine mittelfristige Laufzeit setzen, sorgen Sie selbst für einen idealen Inflationsschutz.

Zinsausblick

Die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hat die Märkte weiter fest im Griff. Bei ihrer jüngsten Sitzung am 26. April hat die EZB den Leitzins auf null Prozent belassen. Der Einlagezins, zu dem die Banken kurzfristig überschüssiges Geld bei der EZB parken, liegt nach wie vor bei minus 0,4 Prozent. Eine Zinsanhebung erwarten Ökonomen frühestens im zweiten Quartal 2019.

Die Inflationsrate ist im Mai auf den höchsten Stand seit einem Jahr gestiegen, nämlich auf 2,2 Prozent nach jeweils 1,6 Prozent in den Monaten zuvor. In der Eurozone stiegen die Verbraucherpreis im Mai um 1,9 Prozent zum Vorjahresmonat (April: 1,2 Prozent). Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich eine Teuerungsrate von 1,6 Prozent erwartet.

Mittelfristig streben die Währungshüter für den gesamten Euroraum eine dauerhafte Inflationsrate von "unter, aber nahe zwei Prozent" an - diese Benchmark sieht die EZB als wichtiges Kriterium für optimales Wachstum. Erst wenn dieses Ziel erreicht ist, seien Zinsschritte nach oben denkbar, betonte EZB-Chef Mario Draghi in den vergangenen Monaten immer wieder. Die Inflationsprognose für das Gesamtjahr 2018 erhöhte die EZB im Dezember von 1,2 auf 1,4 Prozent.

Experten erwarten, dass die Währungshüter die Schätzung Mitte Juni erneut nach oben anpassen werden, nicht zuletzt auch wegen des deutlich gestiegenen Ölpreises.

Häufige Fragen zum Thema Festgeldzinsen

Kann ich mein Geld auf dem Festgeldkonto frühzeitig abheben?

Nein, das können Sie in aller Regel nicht. Es gibt nur wenige Ausnahmen, die eine Kündigung vom Festgeld erlauben – wie etwa der Bezug von Hartz IV oder die drohende Pleite Ihrer Bank. 

Doch: Zwar können Sie das eigentliche Guthaben nicht vorzeitig abheben. Wohl aber die Sparzinsen des letzten Jahres. Bis Ende Februar des Folgejahres können Sie die Ihrem Konto gutgeschriebenen Sparzinsen aus dem Vorjahr problemlos abheben. Falls das nicht fristgerecht geschieht, wird das Geld Ihrem Kapital zugerechnet. Dann ist es bis zum Ende der Laufzeit ebenso wenig kündbar wie der ursprüngliche Sparbetrag. 

Muss ich die Erträge, die ich durch die Festgeld-Zinsen erhalte, versteuern?

Grundsätzlich ja. Denn Kapitalerträge unterliegen der Abgeltungssteuer. Allerdings können Sie einen Freistellungsauftrag erteilen und so dafür sorgen, dass Ihnen die gesamten Festgeldzinsen erhalten bleiben. Der Freistellungsauftrag hilft Ihnen dabei, Ihren Sparerpauschbetrag wahrzunehmen und somit Erträge von bis zu 801 Euro ohne steuerliche Abzüge einzustreichen. Für Ehepaare gilt der doppelt so hohe Satz.

Was bringt mir mehr: Tagesgeld- oder Festgeld-Zinsen?

Sowohl Tagesgeld- als auch Festgeldkonten gelten als sichere Anlageformen. Der Hauptunterschied liegt darin, dass Sie auf das Geld auf einem Tagesgeldkonto jederzeit zurückgreifen können und das Geld auf dem Festgeldkonto für die gewählte Laufzeit nicht verfügbar ist. Allerdings sind die Festgeldzinsen höher. Sie sollten Tagesgeld in Höhe von zwei oder drei Nettomonatsgehältern als Reserve für Notfälle anlegen und den Rest in Festgeld.

Wie hoch sind die Festgeldzinsen?

Wie hoch die Festgeldzinsen sind, hängt von vielen Faktoren ab, am meisten von der Laufzeit. Je länger die ist, desto höher sind die Zinsen.

Wie hilft mir ein Freistellungsauftrag?

Den Freistellungsauftrag erteilen Sie Ihrer Bank und sichern sich so, dass Ihr Kapital bis zu 801 Euro (das ist die Höhe des Sparerpauschbetrags) steuerfrei bleibt, bei Ehepaaren bis 1.602 Euro. Nur Zinsen darüber werden besteuert.

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Herausgeber und Gründer biallo.de
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Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de