Top-Anbieter bieten Renditeaufschlag von 160 Prozent

Festgeldzinsen Top-Anbieter bieten Renditeaufschlag von 160 Prozent

Update: 04.08.2017
Horst Biallo
von Horst Biallo Sebastian Schick
10.06.2017
Auf einen Blick
  • Ein Festgeldkonto ist immer noch eine lohnende Anlage für den sicherheitsbedürftigen Anleger  – auch wenn die Zinsen heute deutlich geringer ausfallen als noch vor einigen Jahren. Positiv: Die Inflationsrate des vergangenen Jahres rangiert deutlich unter den Zinsen der Spitzenanbieter.
  • Die Festgeldzinsen sind die wichtigsten Drehschrauben beim Festgeldkonto – hier gilt für Sie: vergleichen, vergleichen, vergleichen! 
  • Die Höhe der Festgeldzinsen hängt vor allem von der Laufzeit ab. 
  • Achten Sie beim Abschluss eines Festgeldkontos auch darauf, ob das Zinsniveau sich im Laufe der Zeit verändern wird und Sie Ihr gesamtes Vermögen lieber stückeln. 
Artikelbewertung
Schrift

Für Festgeld-Anleger zeichnet sich noch kein Hoffnungsschimmer am Markt für Termineinlagen ab. Der Biallo-Index für einjähriges Festgeld notiert weiterhin auf Allzeittief. Die Durchschnittszinsen von knapp 100 Anbietern liegen bei einem Anlagebetrag von 25.000 Euro aktuell bei 0,37 Prozent. Anfang Mai notierte der Festgeld-Index noch bei 0,40 Prozent.

So verdoppeln Sie Ihre Rendite

Ein Blick auf unseren Festgeld-Vergleich zeigt jedoch: Die besten Anbieter können den Durchschnittszins deutlich schlagen. Die Rendite ist mindestens doppelt so hoch. Bei einem Anlagebetrag von 25.000 Euro und einer Laufzeit von zwei Jahren macht zum Beispiel der Mehrertrag bei der Crédit Agricole immerhin gut 300 Euro aus.

Top-Anbieter für zweijähriges Festgeld (Länder mit sehr guter Bonität)

ZinsEinlagensicherungAnlagebetragZinszahlung
Crédit Agricole1,01 %100.000 € pro Person / Frankreich5.000 - 500.000 €jährlich
Amsterdam Trade Bank1,00 %100.000 € pro Person / Niederlande5.000 - 5.000.000 €monatlich
Klarna Bank
1,00 %100.000 € pro Person (950.000 SEK) / Schweden10.000 - 500.000 €jährlich
Deniz-Bank1,00 %100.000 € pro Person / Österreich1.000 - 1.000.000 €jährlich

Biallo-Tipp: Wenn Sie auf den jeweiligen Link klicken, schließen Sie noch keinen Vertrag ab. Sie gelangen erst einmal zur Bank. Dort erhalten Sie noch mal einen detaillierten Überblick über das Angebot.

Für Festgeld-Anlagen mit einer Laufzeit von 36 Monaten beträgt der Durchschnittszins aktuell 0,47 Prozent. Unser Spitzenreiter im Vergleich, die Deniz-Bank, bietet 68 Basispunkte mehr: nämlich 1,15 Prozent. Durch den Zinseszinseffekt liegt der Mehrertrag damit rund 520 Euro über dem Mittelwert.

Top-Anbieter für dreijähriges Festgeld (Länder mit sehr guter Bonität)

ZinsEinlagensicherungAnlagebetragZinszahlung
Deniz-Bank1,15 % 100.000 € pro Person / Österreich1.000 - 1.000.000 €jährlich
Credit Agricole1,11 %100.000 € pro Person / Frankreich5.000 - 500.000 €jährlich
Klarna Bank
1,05 %100.000 € (950.000 SEK) pro Person / Schweden10.000 - 500.000 €jährlich
Amsterdam Trade Bank1,00 %100.000 € pro Person / Niederlande5.000 - 5.000.000 €monatlich
VTB1,00 %100.000 € pro Person / Österreich500 - 10.000.000 €jährlich

Funktionsweise eines Festgeldkontos und die Rolle der Zinsen

Bei einem Festgeldkonto wird das Geld über einen bestimmten Zeitraum zu einem vereinbarten Zinssatz angelegt. Wenn die Zinsen gerade niedrig sind, sind auch die Festgeldzinsen entsprechend. Aber: Sollte der Zinssatz im Laufe der Zeit weiter sinken, bleiben Ihre Festgeldzinsen gleich. Als Auszahlungsvariante bei Ihren Festgeldzinsen sollten Sie die Variante "Zinszahlung zum Jahresende" wählen, denn so können Sie Ihren Sparerpauschbetrag voll ausschöpfen.

An das Geld auf Ihrem Festgeldkonto kommen Sie während der Laufzeit eigentlich nicht heran. Es gibt aber Ausnahmen. Nämlich besonders wichtige Gründe. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Sie arbeitslos werden und Hartz IV empfangen.

Festgeldzinsen: Noch immer wichtig für den Inflationsausgleich

Wie hoch die Festgeldzinsen ausfallen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen spielt natürlich die aktuelle Marktlage eine Rolle. Sowohl die Zinslage auf dem nationalen als auch dem internationalen Geldmarkt haben einen Einfluss. Die Hauptrolle hat dabei ganz klar der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB), der das allgemeine Zinsniveau prägt.

 

Der Einfluss der Finanzkrise auf die Festgeldzinsen 

Das zeigt sich auch, wenn man auf die Zinsentwicklung der letzten Jahre blickt. Zwischen 2005 und 2014 zahlten die Banken bei Laufzeiten zwischen einem und zwei Jahren im Durchschnitt 2,6 Prozent Festgeld-Zinsen. Doch schaut man sich die Jahre im Einzelnen an, wird der Einfluss der Finanzkrise deutlich: Noch im Jahr 2008 bekamen deutsche Anleger bei einer Anlagedauer von zwei Jahren 4,6 Prozent für ihr Festgeld und legten insgesamt mehr als 30 Milliarden Euro an. Doch das Vertrauen in die Banken wurde erschüttert – und das hatte einen Einfluss auf die Festgeld-Zinsen: Im Jahr 2014 gab es nur noch ein Prozent Rendite auf das Festgeld – und nur noch acht Milliarden Euro wurden angelegt.

Viele Sparer sattelten auf Tagesgeldkonten um. Was sie damals nicht wussten: Die Zinsen fielen weiter und im Gegensatz zum Tagesgeld kann das Festgeld noch immer einen Großteil der Inflationsverluste ausgleichen. Für Sie lohnt es sich also, in Festgeldkonten zu vertrauen und mit unserem Festgeld Vergleich das Maximum an Zinsen herauszuholen.

 

Doch wie holen Sie das Maximum aus Ihren Festgeld-Zinsen heraus? 

Der wichtigste Einflussfaktor auf die Höhe Ihrer Festgeld-Zinsen ist heute die Laufzeit. Je länger Sie das Geld anlegen, desto höher ist der Zins.

Fragen Sie vor Abschluss: Wann werden die Zinsen gezahlt? Meist erst zum Ende der Laufzeit. Einige Banken zahlen diese jedoch jährlich. Wer sich dieses Geld am Ende des Jahres nicht ausschütten, sondern stehen lässt, erzielt einen Zinseszinseffekt.

Biallo-Tipp: Achten Sie auf die Einlagensicherung. Diese schützt Ihr Vermögen im Falle einer Bankenpleite.

Vergleichen Sie die Zinshistorie bei den Festgeld-Zinsen

Wenn es um die Festgeldzinsen geht, lohnt sich vor allem auch ein Blick auf die Zinshistorie. Denn diese zeigt Ihnen, wie sich die Zinsen im Laufe der letzten zwölf Monate verändert haben und wo die Entwicklung möglicherweise hingeht.

Biallo Index
Festgeld 25.000 € 12 Monate
Chart Festgeld 25.000 € 12 Monate
Biallo-Index
0,35%
basierend auf
104Angeboten
Tief/Hoch
0,35% / 0,44%

Sie sehen anhand dieses Charts, dass die Zinsentwicklung in den vergangenen Monaten eine klare Abwärtstendenz aufzeigt. Das sieht erst einmal negativ aus. Doch Sie sollten sich vor Augen führen, dass die Gesamtinflationsrate 2016 in Deutschland laut Harmonisiertem Verbraucherpreisindex (HVPI) bei 0,4 Prozent lag. Das heißt für Sie: Gute Festgeldzinsen von etwa 1 Prozent bieten Ihnen zu diesen Zeiten immer noch eine gute Rendite bei risikofreier Geldanlage. Wenn Sie hier auf eine mittelfristige Laufzeit setzen, sorgen Sie selbst für einen idealen Inflationsschutz.

Zinsausblick

Die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hat die Märkte fest im Griff. Bei ihrer jüngsten Sitzung am 20. Juli hat die Europäische Zentralbank den Leitzins auf null Prozent belassen. Der Einlagezins, zu dem die Banken kurzfristig überschüssiges Geld bei der EZB parken, liegt nach wie vor bei minus 0,4 Prozent. Das monatliche Anleihekaufprogramm hat seit April allerdings nur noch ein Volumen von 60 Milliarden Euro (zuvor: 80 Milliarden Euro). Ein Ende der umstrittenen Anleihekäufe stellt die EZB frühestens zum Jahreswechsel in Aussicht. Eine Zinsanhebung erwarten Ökonomen nicht vor Mitte 2018.

In Deutschland lag die Teuerungsrate im Juli bei 1,7 Prozent nach 1,6 Prozent im Juli. EU-weit verharrten die Verbraucherpreise bei 1,3 Prozent. "Ausgehend von den aktuellen Terminpreisen für Öl dürfte sich die Gesamtinflation in den nächsten Monaten in etwa auf dem derzeitigen Niveau halten", heißt es im aktuellen Wirtschaftsbericht der EZB. Mittelfristig streben die Währungshüter für den gesamten Euroraum eine Inflationsrate von "unter, aber nahe zwei Prozent" an - diese Benchmark sieht die EZB als wichtiges Kriterium für optimales Wachstum. Erst wenn dieses Ziel erreicht ist, seien Zinsschritte nach oben denkbar, hat EZB-Chef Mario Draghi in den vergangenen Monaten immer wieder betont.

Häufige Fragen zum Thema Festgeldzinsen

Kann ich mein Geld auf dem Festgeldkonto frühzeitig abheben?

Nein, das können Sie in aller Regel nicht. Es gibt nur wenige Ausnahmen, die das erlauben – wie etwa der Bezug von Hartz IV oder die drohende Pleite Ihrer Bank. 

Doch: Zwar können Sie das eigentliche Guthaben nicht vorzeitig abheben. Wohl aber die Sparzinsen des letzten Jahres. Bis Ende Februar des Folgejahres können Sie die Ihrem Konto gutgeschriebenen Sparzinsen aus dem Vorjahr problemlos abheben. Falls das nicht fristgerecht geschieht, wird das Geld Ihrem Kapital zugerechnet. Dann ist es bis zum Ende der Laufzeit ebenso wenig kündbar wie der ursprüngliche Sparbetrag. 

Muss ich die Erträge, die ich durch die Festgeld-Zinsen erhalte, versteuern?

Grundsätzlich ja. Denn Kapitalerträge unterliegen der Abgeltungssteuer. Allerdings können Sie einen Freistellungsauftrag erteilen und so dafür sorgen, dass Ihnen die gesamten Festgeldzinsen erhalten bleiben. Der Freistellungsauftrag hilft Ihnen dabei, Ihren Sparerpauschbetrag wahrzunehmen und somit Erträge von bis zu 801 Euro ohne steuerliche Abzüge einzustreichen. Für Ehepaare gilt der doppelt so hohe Satz.

Was bringt mir mehr: Tagesgeld- oder Festgeld-Zinsen?

Sowohl Tagesgeld- als auch Festgeldkonten gelten als sichere Anlageformen. Der Hauptunterschied liegt darin, dass Sie auf das Geld auf einem Tagesgeldkonto jederzeit zurückgreifen können und das Geld auf dem Festgeldkonto für die gewählte Laufzeit nicht verfügbar ist. Allerdings sind die Festgeldzinsen höher. Sie sollten Tagesgeld in Höhe von zwei oder drei Nettomonatsgehältern als Reserve für Notfälle anlegen und den Rest in Festgeld.

Wie hoch sind die Festgeldzinsen?

Wie hoch die Festgeldzinsen sind, hängt von vielen Faktoren ab, am meisten von der Laufzeit. Je länger die ist, desto höher sind die Zinsen.

Wie hilft mir ein Freistellungsauftrag?

Den Freistellungsauftrag erteilen Sie Ihrer Bank und sichern sich so, dass Ihr Kapital bis zu 801 Euro (das ist die Höhe des Sparerpauschbetrags) steuerfrei bleibt, bei Ehepaaren bis 1.602 Euro. Nur Zinsen darüber werden besteuert.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Horst Biallo
Horst Biallo
Herausgeber und Gründer biallo.de
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Horst Biallo
Horst Biallo

Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Drucken
Zur Startseite
Horst Biallo
Horst Biallo

Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein:

Regeln für das Schreiben von Kommentaren:

  1. Kommentieren Sie sachlich und ohne persönliche Angriffe.
  2. Verfassen Sie keine Beiträge mit strafbarem, diskriminierendem, rassistischem, anstößigem, beleidigendem oder kommerziellem Inhalt und verweisen Sie nicht auf Seiten mit solchem Inhalt.
  3. Stellen Sie weder zu lange Texte noch Bilder ein, außer, wenn es unbedingt nötig ist.
  4. Veröffentlichen Sie keine personenbezogenen Daten Dritter, wie Namen, Adressen, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen.
  5. Wenn Sie persönliche Mitteilungen oder Texte anderer Verfasser einstellen oder Kommentare anderweitig veröffentlichen möchten, beachten Sie die Rechte Dritter. Bei einer Verletzung dieser Rechte (z.B. Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht, Datenschutz) haften Sie.
  6. Sie haben die Möglichkeit, Ihren Benutzernamen frei zu wählen. Sie sollten aber im eigenen Interesse markenrechtlich geschützte Namen vermeiden.

Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de