Auf einen Blick
  • Der schwedische Finanzdienstleister Klarna hat zum 8. Februar eine teils deutliche Zinssenkung angekündigt. So sinken die Festgeldzinsen für ein Jahr von 0,85 auf 0,70 Prozent und bei zwei Jahren von 1,07 auf 0,92 Prozent pro Jahr. 

  • Spitzenreiter im Biallo-Festgeld-Vergleich ist und bleibt die italienische FCA Bank, die beispielsweise für zwölf Monate 1,00 Prozent offeriert.

  • Bester Anbieter mit deutscher Einlagensicherung ist aktuell die Bank 11. Sie bietet für zwölf Monate 0,55 Prozent.

Der Februar startet mit einer deutlichen Zinssenkung.
anueing / Shutterstock.com

Schlechte Nachricht für Festgeld-Sparer: Die schwedische Klarna senkt zum 8. Februar 2021 bei sämtlichen Laufzeiten teils deutlich die Zinsen. Etwa bei einer Laufzeit von sechs Monaten von 0,45 auf 0,25 Prozent oder für zwölf Monate von 0,85 auf 0,70 Prozent pro Jahr. Trotzdem bleiben die Zinsen nach wie vor attraktiv. Denn laut Biallo-Index liegen die durchschnittlichen Zinsen für einjähriges Festgeld aktuell bei gerade einmal 0,22 Prozent pro Jahr. 

  • Wichtig: Bei Klarna greift immer nur der Zinssatz, der zum Zeitpunkt des Geldeingangs gültig ist (siehe unten).

Die Spitzenreiterposition bei ein-, zwei und dreijährigem Festgeld nimmt die FCA Bank  ein – das Kooperationsunternehmen des italienischen Automobilherstellers Fiat-Chrysler und der französischen Großbank Crédit Agricole. Bei einem Jahr Laufzeit gibt es 1,00, bei zwei Jahren 1,05 und bei drei Jahren winken sogar satte 2,00 Prozent Festgeldzinsen pro Jahr – bei Letzterem allerdings nur in Verbindung mit einem Leasing- beziehungsweise Finanzierungsvertrag. 

Blickt man auf Festgelder mit langen Laufzeiten wartet die Volkswagen Bank mit bis zu 1,20 Prozent pro Jahr auf. Bei der estnischen Bigbank sind es sogar 1,50 Prozent. Jedoch ist zu hinterfragen, ob sich Laufzeiten von acht oder gar zehn Jahren hinsichtlich der anhaltenden Niedrigzinsen überhaupt lohnen. Denn mit kürzer laufendem Festgeld können Anleger um einiges flexibler und schneller zu besseren Angeboten wechseln, falls Inflation und Zinsen anziehen. Für Zinsjäger kann auch eine Kombination aus unterschiedlichen Festgeld-Laufzeiten oder ein Mix mit Tagesgeld attraktiv sein.

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Eine sichere und attraktive Festgeld-Alternative sind Genossenschaftsanteile von  Genossenschaftsbanken. Diese bieten Jahr für Jahr attraktive Dividenden, besonders die  Genossenschaftsanteile der Volksbanken werfen hohe Renditen ab.

So hoch sind aktuell die Festgeldzinsen

Anleger sollten bei der Wahl eines Anbieters nicht alleine auf die Zinshöhe schauen. Wichtig ist auch die Einlagensicherung des jeweiligen Landes. Eine gemeinsame europäische Lösung wird derzeit von den EU-Mitgliedstaaten verhandelt. Nach welchen Kriterien wir die einzelnen Festgeld-Anbieter bewerten, erfahren Sie in unserem Festgeld-Test.

Festgeld-Spitzenreiter nach Laufzeiten

Laufzeit

Ø Zinsen p.a.

Bank / Zinsen p.a.

S&P-Rating

1 Jahr

0,22%

FCA Bank / 1,00% 

BBB
gute Sicherheit

2 Jahre

0,27%

FCA Bank / 1,05%

AAA
höchste Sicherheit

3 Jahre

0,35%

FCA Bank* / 2,00%

AAA
höchste Sicherheit

4 Jahre

0,35%

Klarna ** / 1,07%

AAA
höchste Sicherheit

5 Jahre

0,40%

Bigbank / 1,15%

AA-
hohe Sicherheit

6 Jahre

0,43%

Bigbank / 1,15%

AA-
höchste Sicherheit

7 Jahre

0,42%

Bigbank / 1,15%

AAA
höchste Sicherheit

8 Jahre

0,39%

Eurocity Bank / 1,10%

AAA
höchste Sicherheit

8 Jahre 0,39% VW Bank / 1,10% AAA
höchste Sicherheit

9 Jahre

0,48%

VW Bank / 1,20%

AAA
höchste Sicherheit

10 Jahre

0,50%

Bigbank / 1,50%

AA-
höchste Sicherheit

Quelle: Festgeld-Vergleich biallo.de; Biallo-Festgeld-Index / Stand: 4. Februar 2021 / Angaben ohne Gewähr.
*nur in Verbindung mit Finanzierung / Leasing  **Zinssatz ab 8. Februar 2021.

  • Biallo-Tipp: Wenn Sie auf einen Link klicken, schließen Sie noch keinen Vertrag ab. Sie gelangen erst einmal zur Bank. Dort erhalten Sie noch mal einen detaillierten Überblick über das Angebot. Wie wir uns finanzieren, haben wir in der Rubrik "Über uns" offengelegt. Nutzen Sie auch unseren Festgeld-Vergleich, mit dem Sie rund 100 Festgeld-Angebote vergleichen können. 

Biallo-Tipp

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Vergleich der höchsten Festgeldzinsen

Festgeldzinsen Laufzeit zwölf Monate

Anbieter Zinsen p.a. S&P-Rating
FCA Bank 1,00% BBB
gute Sicherheit
Ferratum Bank 0,81% A-
gute Sicherheit
Privatbank 0,80% A-
gute Sicherheit
Klarna 0,70% AAA
höchste Sicherheit
Bank 11 0,55% AAA
höchste Sicherheit
Leaseplan Bank 0,55 % AAA
höchste Sicherheit
Avida Finans 0,50% AAA
höchste Sicherheit

Festgeldzinsen Laufzeit zwei Jahre

Anbieter Zinsen p.a. S&P-Rating
FCA Bank 1,05% BBB
gute Sicherheit
Privatbank 1,00% A+
gute Sicherheit
Klarna** 0,92% AAA
höchste Sicherheit
Ferratum Bank 0,90% A-
gute Sicherheit
Bigbank  0,70% AA-
hohe Sicherheit
LeasePlan Bank 0,65% AAA
höchste Sicherheit

Festgeldzinsen Laufzeit drei Jahre

Anbieter Zinsen p.a. S&P-Rating
FCA Bank* 2,00% BBB
gute Sicherheit
Klarna 1,01% AAA
höchste Sicherheit
Privatbank 1,00% A+
gute Sicherheit
Kommunalkredit Invest 0,90% AA+
hohe Sicherheit
Bigbank  0,90% AA-
hohe Sicherheit
Ferratum Bank 0,90% A-
gute Sicherheit

Quelle: Festgeld-Vergleich biallo.de / Stand: 4. Februar 2021 / Angaben ohne Gewähr.
*nur in Verbindung mit Finanzierung / 

Tipp-Box

Gold gilt bekanntermaßen in Krisenzeiten als der "sichere Hafen". Passend dazu wurde auch das Amex-Gold aufgewertet. Neben dem umfangreichen Paket an Versicherungen erhalten Kunden auf ihre neue  American Express Gold Card ein Startguthaben von 144 Euro.
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Wer Wert auf höchste Sicherheit und die deutsche Einlagensicherung legt, muss Abstriche bei der Zinshöhe in Kauf nehmen. Dafür sind einige Banken auch dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) angeschlossen, der die Einlagen pro Kunde in Millionenhöhe absichert. Die individuelle Sicherungsgrenze können Sie direkt beim BdB anfragen. 

Die höchsten Festgeldzinsen aus Deutschland

Laufzeit ein Jahr

Anbieter

Zinsen p.a.

S&P-Rating

Mitglied im Einlagensicherungsfonds (BdB)
Bank 11 0,55% AAA
höchste Sicherheit
ja
AKF Bank 0,50% AAA
höchste Sicherheit
nein
Grenke 0,40% AAA
höchste Sicherheit
ja
PSA Direktbank 0,40% AAA
höchste Sicherheit
nein
Ford Money 0,35% AAA
höchste Sicherheit
ja
Isbank 0,30% AAA
höchste Sicherheit
ja
SWK Bank 0,30% AAA
höchste Sicherheit
ja
Ziraat Bank 0,30% AAA
höchste Sicherheit
ja
Cronbank 0,25% AAA
höchste Sicherheit
ja
Hanseatic Bank 0,25% AAA
höchste Sicherheit
ja

Laufzeit zwei Jahre

Anbieter

Zinsen p.a.

S&P-Rating

Mitglied im Einlagensicherungsfonds (BdB)
AKF Bank 0,60% AAA
höchste Sicherheit
nein
Bank 11 0,60% AAA
höchste Sicherheit
ja
Grenke 0,55% AAA
höchste Sicherheit
ja
PSA Direktbank 0,50% AAA
höchste Sicherheit
nein
Creditplus 0,45% AAA
höchste Sicherheit
ja
Ziraat Bank 0,45% AAA
höchste Sicherheit
ja
Ford Money 0,40% AAA
höchste Sicherheit
ja

Laufzeit drei Jahre

Anbieter

Zinsen p.a.

S&P-Rating

Mitglied im Einlagensicherungsfonds (BdB)
AKF Bank 0,70% AAA
höchste Sicherheit
nein
Bank 11 0,65% AAA
höchste Sicherheit
ja
PSA Direktbank 0,60% AAA
höchste Sicherheit
nein
Grenke  0,60% AAA
höchste Sicherheit
ja
Creditplus 0,55% AAA
höchste Sicherheit
ja
Ziraat Bank 0,55% AAA 
höchste Sicherheit
ja
Ford Money 0,50% AAA
höchste Sicherheit
ja

Quelle: Festgeld-Vergleich biallo.de / Stand: 4. Februar 2021 / Angaben ohne Gewähr.

So wählen Sie die richtige Laufzeit

Wir empfehlen derzeit, Festgeld maximal für drei Jahre anzulegen. Die lang ersehnte Zinswende der Europäischen Zentralbank (EZB) ist zwar nach wie vor nicht in Sicht. Allerdings sollten Anleger nicht ihre gesamte Munition verschießen, um flexibel zu bleiben.

Nutzen Sie die Treppenstrategie

Deshalb unser Rat: Splitten Sie Ihren Anlagebetrag in gleich hohe Tranchen und verteilen Sie diese auf unterschiedliche Laufzeiten. Experten sprechen auch von der sogenannten Leiter- oder Treppenstrategie. Bei einer Gesamtanlage von 30.000 Euro zum Beispiel legen Sie die ersten 10.000 Euro für ein Jahr an, die zweiten für zwei Jahre und den Rest für drei Jahre.

Vorteil: Wenn das einjährige Festgeld frei wird, können Sie den Betrag erneut – zu dann hoffentlich höheren Zinsen – für drei Jahre anlegen. So verfahren Sie dann auch jeweils mit den anderen freiwerdenden Beträgen. Das Ganze funktioniert natürlich auch mit kürzeren Laufzeiten, zum Beispiel sechs, zwölf und 18 Monate.

Beispiel Treppenstrategie

Dieses Stufenmodell kommt allerdings nur in einem steigenden Zinsszenario voll zum Tragen. Denn falls die Festgeldzinsen langfristig weiter sinken sollten, bekommen Sie für die freiwerdenden Beträge weniger Zinsen als bei Vertragsabschluss und wären mit einer Einmalstrategie wohl besser gefahren. Hinzu kommt, dass die Festgeldzinsen bei kurzen Laufzeiten derzeit attraktiver sind als bei langen Zinsbindungen.

Wann beginnt die Laufzeit?

Die Festgeldanlage beziehungsweise Laufzeit startet, sobald das Geld auf dem Konto eingegangen ist. Sinken zwischenzeitlich die Konditionen und es ist noch kein Geld eingegangen, kann es sein, dass sich Sparer mit einem deutlich niedrigeren Zins zufrieden geben müssen. 

Weil solcher Frust öfter vorkommt, haben wir allen relevanten Banken aus unserem Festgeld-Vergleich drei Fragen gestellt:

Wenn Sie den Zins senken, was passiert dann mit jenen Konten, die bereits eröffnet sind, aber auf die das Geld noch nicht eingezahlt wurde? Bekommen diese Kunden noch den alten Zins, wenn eine gewisse Frist für die Einzahlung gewahrt wird und wenn ja, wie lautet diese? Oder bekommen neue Kunden generell immer den Zinssatz, der am Tag der Gutschrift auf dieses neu eröffnete Konto gilt?

Wenn der Tag der Gutschrift zählt

Erfreulich aus Kundensicht: Nur sechs der von uns befragten Banken halten sich strikt an den Zinssatz, der an dem Tag der Gutschrift auf dem Kundenkonto gilt. Gleich ob der nun höher oder niedriger ist. Das sind diese Anbieter:

Über höhere Zinsen wird sich zwar kein Geldanleger beschweren. Aber gerade in Zeiten von Niedrig- und Negativzinsen ärgern sie sich jedoch über kurzfristige Zinssenkungen, wenn ihnen nach der Kontoeröffnung nicht genügend Zeit bleibt, das Geld zu überweisen und sich auf diese Weise den versprochenen Zins für einen längeren Zeitraum zu sichern.

Fristen von bis zu 30 Tagen für Überweisungen aufs neue Festgeldkonto

Die Mehrzahl der von uns befragten Banken haben kundenfreundliche Lösungen gefunden. Sie räumen eine gewisse Frist von bis zu 30 Tagen ein, bis das Geld nach Kontoeröffnung überwiesen sein muss, um den bisherigen Zins zu erhalten.

„Bei uns zählen die Konditionen an dem Tag, an dem der Antrag bei uns online ausgefüllt wird. Diese Konditionen werden auf dem Antrag festgehalten. Wenn wir den Antrag postalisch erhalten, schauen wir immer, welche Konditionen aufgedruckt sind“, erläutert Rebecca Faltusz von der Grenke Bank.

Die Isbank hat eine ganz simple, pragmatische Regelung: „Bei unserem Festgeldprodukt haben die Zinssätze nach den eingereichten Aufträgen zehn Tage Gültigkeit“, sagt Arzu Karakaya.

Am großzügigsten erweist sich die Regelung, die die italienische FCA Bank ihren neuen Kunden gönnt. Wiebke Wortmann bestätigt uns, dass die Kunden den alten Zins immer noch dann bekommen, solange der komplette Anlagebetrag innerhalb von 30 Werktagen eingeht.

Prognose der Festgeldzinsen

Die Entwicklung der Festgeldzinsen hängt stark von der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ab. Es war der 16. März 2016 – ein Datum, das sich in das Gedächtnis der meisten Sparer eingebrannt hat. Es war nämlich der Tag, an dem die EZB unter dem damaligen Präsidenten Mario Draghi den Leitzins auf null Prozent gesenkt hatte. Doch das hat den Zinsverfall lediglich beschleunigt, angefangen hat er nämlich deutlich früher. Gab es im Jahr 2008 noch im Schnitt mehr als vier Prozent auf einjähriges Festgeld (der Leitzins lag im Juli 2008 bei 4,25 Prozent), waren es 2016 schon nur noch 0,63 Prozent. Aktuell sind es im Schnitt nur noch 0,22 Prozent pro Jahr.

Ein Ende der ultralockeren Geldpolitik ist derzeit nicht in Sicht, im Gegenteil: Auf der Ratssitzung am 10. Dezember 2020 hat die EZB ein ganzes Bündel an neuen Maßnahmen beschlossen, darunter auch neue Anleihekäufe. Das Notkaufprogramm für Staatsanleihen und Wertpapiere von Unternehmen (Pandemic Emergency Purchase Programm – kurz PEPP) wurde um 500 Milliarden auf 1,85 Billionen Euro ausgeweitet. Die Mindestlaufzeit wurde um neun Monate verlängert: PEPP soll nun "bis mindestens Ende März 2022" andauern. "Der EZB-Rat wird Nettoankäufe in jedem Fall durchführen, bis die Phase der Coronavirus-Krise seiner Einschätzung nach überstanden ist", verkündete die EZB laut Pressemitteilung.

Mit den Maßnahmen will die Europäische Zentralbank dafür sorgen, dass sich Staaten und Unternehmen auch während der Corona-Krise weiterhin günstig refinanzieren können, die Zinsen also niedrig bleiben. Ziel sei es, "die Kreditvergabe an alle Wirtschaftssektoren zu fördern, die Konjunktur zu unterstützen und mittelfristig Preisstabilität zu gewährleisten". Bereits Anfang Juni 2020 hatten die Währungshüter ihr Kaufprogramm um 600 Milliarden Euro erweitert. Den Leitzins im Euroraum beließ die EZB auf dem Rekordtief von null Prozent. Auch der Einlagensatz bleibt auf dem bisherigen Niveau von minus 0,5 Prozent. Damit müssen Banken weiterhin Negativzinsen zahlen, wenn sie bei der Notenbank überschüssige Gelder parken.

Der EZB-Rat bekräftigte in den vergangenen Monaten immer wieder, dass die Leitzinsen so lange auf dem aktuellen oder noch niedrigeren Niveau bleiben, bis sich die Inflationserwartungen deutlich einem Zielkorridor annähern, der "hinreichend nahe, aber unter zwei Prozent" liegt. Für das laufende Jahr erwarten EZB-Ökonomen eine EU-weite Teuerungsrate 1,3 Prozent.

Warum sind Festgeldzinsen höher als Tagesgeldzinsen?

Laut Biallo-Index liegen die Festgeldzinsen im Schnitt deutlich höher als die Tagesgeldzinsen. Doch wie kann das sein? Sparer können beim Festgeld während der Laufzeit kein Kapital abziehen. Bedeutet: Das gesamte Ersparte ist bis zum Ablauf der Anlage blockiert. Das gibt der Bank oder Sparkasse die Möglichkeit, länger mit dem Geld der Anleger „zu arbeiten“. Daher sind in der Regel die Festgeldzinsen höher als die Tagesgeldzinsen.

Muss man Zinserträge versteuern?

Haben Sie Ihren Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland, sind Sie auch mit Ihrem gesamten Einkommen hier steuerpflichtig. Auf Zinserträge fällt die sogenannte Abgeltungssteuer von25 Prozent an, zuzüglich Soli und eventueller Kirchensteuer, macht das im Worst-Case fast 28 Prozent. Allerdings können Sie einen Freistellungsauftrag erteilen und so dafür sorgen, dass Ihnen die gesamten Festgeldzinsen erhalten bleiben. Der Freistellungsauftrag hilft Ihnen dabei, Ihren Sparerpauschbetrag wahrzunehmen und somit Erträge von bis zu 801 Euro ohne steuerliche Abzüge einzustreichen. Für Ehepaare gilt der doppelte Satz. 

Bei Festgeldanlagen im Ausland kann der ausländische Fiskus eine Quellensteuer erheben. Wie viel Quellensteuer der ausländische Staat dabei einbehalten darf, ist von Land zu Land unterschiedlich. Mit einer sogenannten Ansässigkeitsbescheinigung können Anleger diese Steuer reduzieren oder gar gänzlich vermeiden.

Diese fünf Faktoren bestimmen die Höhe der Festgeldzinsen

1. EZB-Leitzins

Ein wichtiger Taktgeber für die Festgeldzinsen ist – wie bereits erwähnt – der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB), auch Hauptrefinanzierungssatz genannt. Das ist der Zinssatz, zu dem sich Banken und Sparkassen über eine kurze Laufzeit, exakt sieben Tage, Zentralbankgeld für ihre Refinanzierung besorgen. Im Gegenzug hinterlegen die Kreditinstitute bei der EZB notenbankfähige Sicherheiten wie etwa Wertpapiere oder Kredite.

Liegt der Leitzins der EZB wie aktuell bei null Prozent, ist es für die Kreditinstitute deutlich attraktiver, billiges Geld bei der Zentralbank zu leihen statt bei ihren Kunden, zum Beispiel in Form von Festgeld, wo sie deutlich mehr Zinsen bezahlen müssen.

Auf der anderen Seite sind die Kreditinstitute im Zuge der neuen Bankenregulierung "Basel III" bei ihrer Refinanzierung auch zunehmend auf Spareinlagen mit längeren Laufzeiten wie etwa Festgeld angewiesen, da sie bei der EZB eine sogenannte Mindestreserve vorhalten müssen. Das Einlagengeschäft schafft für die Banken auch eine gewisse Planungssicherheit für den Fall, dass die EZB den "Geldhahn" wieder zudreht, da die Kunden im Festgeld gebunden sind.

Das bedeutet, dass Banken im Hinblick auf ihre Refinanzierung im Zuge von Basel III wieder verstärkt um die Gunst der Privatkunden buhlen müssen beziehungsweise um deren Spareinlagen. Dieser Wettbewerb hat für den Verbraucher den Vorteil, dass die Sparzinsen mit künftig steigenden Leitzinsen schritthalten müssen. Eine Leitzinserhöhung beziehungsweise Zinswende würde somit auch die Trendwende bei den Festgeldzinsen einläuten.

2. Laufzeit

Der wichtigste Einflussfaktor, den Sie selbst auf die Festgeldzinsen nehmen können, ist die Wahl der Laufzeit. Je länger Sie das Geld anlegen, desto höher ist auch der Zins. Das ist schon allein durch die Situation begründet. Denn warum sollten Sie Ihr Geld einer Bank langfristig zur Verfügung stellen, wenn es dafür nicht deutlich mehr Zinsen gibt als für kurze Laufzeiten? Schließlich sind Sie über die Laufzeit ja auch an die Bank gebunden und bezahlen in der Regel Strafgebühren, wenn Sie das Festgeld vorzeitig kündigen wollen. Daher steigen die Zinsen – ähnlich wie beim Ratenkredit – mit längeren Laufzeiten, nicht zuletzt auch als eine Art Entschädigung, dass der Kreditgeber mit dem Geld nicht anderweitig arbeiten kann.

In den folgenden Ratgebern erhalten Sie einen Überblick über die verschiedenen Laufzeiten, die durchschnittliche Verzinsung und aktuelle Top-Angebote:

3. Zinsgutschrift oder Zinsausschüttung

Prüfen Sie vor Abschluss auch die Art der Zinszahlungen, also ob die Bank die Zinsen jährlich ausschüttet oder erst am Laufzeitende. Die meisten Banken zahlen die Zinsen jährlich auf ein Referenzkonto aus. Auch die Zinszahlung am Laufzeitende ist eine gängige Praxis. Hier sollten Sie allerdings prüfen, ob die Zinsen wiederangelegt oder nur angesammelt werden. 

Seltener ist dagegen die vierteljährliche oder monatliche Zinsausschüttung, die beim Tagesgeld häufiger vorkommt. Eine Ausnahme bildet hier zum Beispiel die Amsterdam Trade Bank, welche die Festgeldzinsen monatlich auf ein Tagesgeldkonto ausschüttet. Das hat auch den Vorteil, dass man hier noch von einem kleineren Zinseszinseffekt über das Tagesgeld profitiert. 

Den besten Zinseszinseffekt erzielen Anleger mit der jährlichen Zinsgutschrift, also wenn die Bank die Zinsen jährlich auf das Festgeldkonto gutschreibt und die Erträge somit direkt wiederangelegt werden (sogenannte thesaurierende Anlage). Allerdings sollten Sie sich im Hinblick auf Ihren Sparerpauschbetrag durchrechnen, ob Sie mit der jährlichen Auszahlung besser fahren als mit der Zinsgutschrift beziehungsweise der Zinszahlung am Laufzeitende.

4. Anlagesumme

Das gewählte Anlagevolumen hat derzeit keinen Einfluss auf die Zinshöhe bei den jeweiligen Anbietern. Es ist also nicht so wie beim Ratenkredit, dass für größere Volumina in der Regel auch höhere Zinsen zu bezahlen sind. Vor der großen Finanzkrise 2008/2009, als Festgeld-Anlagen im Schnitt noch gut vier Prozent abwarfen, konnten Anleger für größere Beträge bei einer Bank auch noch höhere Zinssätze aushandeln.

Heute ist es so, dass der Festgeldzins für eine bestimmte Laufzeit bei allen Anlagebeträgen identisch ist. Allerdings setzen viele Banken eine Mindestanlage voraus. Bei der Crédit Agricole gibt es Festgeld erst ab einem Anlagevolumen von 5.000 Euro. Wenn Sie also nur 3.000 Euro als Anlagesumme in unserem Festgeld-Vergleich eingeben, taucht die Bank erst gar nicht auf. Deshalb sollten Sie auch immer mit der Anlagesumme "spielen".

Auch nach oben hin sind die Festgeld-Angebote oft begrenzt. Bei einer Million Euro ist das Feld aller Anbieter bereits zur Hälfte geschrumpft. Wir empfehlen im Hinblick auf die gesetzliche Einalgensicherung aber ohnehin, nur maximal 100.000 Euro bei einer Bank anzulegen.

5. Sicherheit (Herkunftsland)

In den vergangenen Jahren haben viele ausländische Banken auf den deutschen Festgeld-Markt gedrängt. Kein Wunder, schließlich sind die Deutschen für ihre Vorliebe zu sicheren Geldanlagen bekannt.

Auffällig ist, dass viele Festgeldkonten aus dem Ausland auch regelmäßig Top-Platzierungen in unserem Festgeld-Vergleich einnehmen, was die Zinshöhe betrifft. Das hat zum einen damit zu tun, dass Herkunftsländer wie etwa Malta, Rumänien oder Kroatien nicht so finanzstark sind wie Österreich, Deutschland, Schweden etc. und daher Zweifel bestehen, ob diese Länder im Falle einer Bankenpleite die Anleger zeitnah entschädigen können. Das höhere Ausfallrisiko muss schließlich mit höheren Zinsen honoriert werden.

Zum anderen müssen aber Kreditinstitute aus bonitätsstarken Ländern wie etwa die schwedische Klarna auch mit einem Zinsaufschlag um die Gunst der deutschen Anleger buhlen, da diese sonst eher die heimischen Institute bevorzugen würden, obwohl die Einlagensicherungen der Herkunftsländer genauso beziehungsweise ähnlich gut sind wie die von Deutschland.

Selbst eigenständige deutsche Niederlassungen ausländischer Banken wie etwa die Ziraat Bank oder Isbank hätten keine Chance, Kundeneinlagen einzusammeln, wenn sie nicht deutlich höhere Zinsen als der Durchschnitt bieten würden, obwohl hier sogar die gesetzliche Einlagensicherung der Bundesrepublik Deutschland im Entschädigungsfall einspringen würde.

Häufige Fragen zum Thema Festgeldzinsen

Kann ich mein Geld auf dem Festgeldkonto frühzeitig abheben?

Nein, das können Sie in aller Regel nicht. Es gibt nur wenige Ausnahmen, die eine Kündigung vom Festgeld erlauben – wie etwa der Bezug von Hartz IV oder die drohende Pleite Ihrer Bank.  Doch: Zwar können Sie das eigentliche Guthaben nicht vorzeitig abheben. Wohl aber die Sparzinsen des letzten Jahres. Bis Ende Februar des Folgejahres können Sie die Ihrem Konto gutgeschriebenen Sparzinsen aus dem Vorjahr problemlos abheben. Falls das nicht fristgerecht geschieht, wird das Geld Ihrem Kapital zugerechnet. Dann ist es bis zum Ende der Laufzeit ebenso wenig kündbar wie der ursprüngliche Sparbetrag. 

Muss ich die Erträge, die ich durch die Festgeld-Zinsen erhalte, versteuern?

Grundsätzlich ja. Denn Kapitalerträge unterliegen der Abgeltungsteuer. Allerdings können Sie einen Freistellungsauftrag erteilen und so dafür sorgen, dass Ihnen die gesamten Festgeldzinsen erhalten bleiben. Der Freistellungsauftrag hilft Ihnen dabei, Ihren Sparerpauschbetrag wahrzunehmen und somit Erträge von bis zu 801 Euro ohne steuerliche Abzüge einzustreichen. Für Ehepaare gilt der doppelt so hohe Satz. Bei Festgeldanlagen im Ausland kann der ausländische Fiskus eine Quellensteuer erheben. Wie viel Quellensteuer der ausländische Staat dabei einbehalten darf, ist von Land zu Land unterschiedlich. Mit einer sogenannten Ansässigkeitsbescheinigung können Anleger diese Steuer reduzieren oder gar gänzlich vermeiden.

Was bringt mir mehr: Tagesgeld- oder Festgeld-Zinsen?

Sowohl Tagesgeld- als auch Festgeldkonten gelten als sichere Anlageformen. Der Hauptunterschied liegt darin, dass Sie auf das Geld auf einem Tagesgeldkonto jederzeit zurückgreifen können und das Geld auf dem Festgeldkonto für die gewählte Laufzeit nicht verfügbar ist. Allerdings sind die Festgeldzinsen höher. Sie sollten Tagesgeld in Höhe von zwei oder drei Nettomonatsgehältern als Reserve für Notfälle anlegen und den Rest in Festgeld.

Wie hoch sind die Festgeldzinsen?

Wie hoch die Festgeldzinsen sind, hängt von vielen Faktoren ab, am meisten von der Laufzeit. Je länger die ist, desto höher sind die Zinsen.

Wie hilft mir ein Freistellungsauftrag?

Den Freistellungsauftrag erteilen Sie Ihrer Bank und sichern sich so, dass Ihr Kapital bis zu 801 Euro (das ist die Höhe des Sparerpauschbetrags) steuerfrei bleibt, bei Ehepaaren bis 1.602 Euro. Nur Zinsen darüber werden besteuert.



  Horst Biallo
  Sebastian Schick
  Kevin Schwarzinger


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