Die besten Festgeldzinsen im November

Geldanlage Die besten Festgeldzinsen im November

Update: 01.11.2019
Horst Biallo
von Horst Biallo Sebastian Schick
Update: 01.11.2019
Auf einen Blick
  • Der Biallo-Festgeld-Index hat sich nach der Talfahrt der vergangenen Monate etwas stabilisieren können.

  • Bei einer Laufzeit von einem Jahr und einem Anlagebetrag von 25.000 Euro werden im Schnitt 0,26 Prozent Zinsen bezahlt (Vormonat: 0,26 Prozent).
  • Dennoch gibt es im Festgeld-Vergleich von biallo.de nach wie vor gut 30 Banken, die ihren Kunden überdurchschnittliche Zinsen bieten.
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Es war diesmal nur ein kurzer Auslug in höhere Gefilde: Die schwedische Klarna Bank hat ihre Zinsen für einjähriges Festgeld wieder auf das Niveau von Anfang Oktober abgesenkt – und zwar von 1,02 Prozent auf 0,15 Prozent. Auch die französische Genossenschaftsbank Crédit Agricole hat ihren Zins kassiert. Allerdings bieten die Franzosen immer noch 0,91 Prozent pro Jahr (zuvor: 1,01 Prozent).

Positiv: Bei längeren Laufzeiten bleiben die Zinsen der Crédit Agricole unverändert. So winken für 18 Monate nach wie vor 1,11 Prozent, für zwei Jahre 1,21 Prozent und für drei Jahre sogar 1,31 Prozent pro Jahr.

Einziger Nachteil: Anleger müssen sich selbst um die Versteuerung ihrer Zinsgewinne kümmern, die Crédit Agricole führt ebenso wie Klarna Bank die Abgeltungssteuer nicht ans Finanzamt ab.

Diese Anlagedauer empfiehlt biallo.de

Wir empfehlen derzeit, Festgeld maximal für drei Jahre anzulegen. Zwar hat die EZB die Zinswende bis auf Weiteres verschoben. Allerdings sollten Anleger nicht ihre gesamte Munition verschießen, um flexibel zu bleiben, falls die EZB die Leitzinsen früher anhebt als erwartet.

Deshalb unser Rat: Teilen Sie Ihren Anlagebetrag durch drei: Einen Teil legen Sie für ein Jahr an, den anderen für zwei und den Rest für drei Jahre. Kommt die Leitzinserhöhung überraschenderweise doch noch im nächsten Jahr, können Sie das einjährige Festgeld in eine höher verzinste Anlage umschichten. Bleibt die Leitzinserhöhung dagegen wie erwartet aus, haben Sie sich zumindest mit den anderen Dritteln Ihres Anlagebetrages die höheren Zinsen für ein weiteres Jahr beziehungsweise zwei Jahre gesichert.

Eine Option für dreijähriges Festgeld stellt derzeit das "Festgeld Plus" der FCA Bank dar. Hier winken jährlich zwei Prozent Zinsen. Allerdings nur für Kunden, die bereits einen aktiven Finanzierungs-oder Leasingvertrag für ein Neufahrzeug der FCA-Gruppe mit der FCA Bank Deutschland haben oder zusammen mit dem Festgeldkonto abschließen.

Diese Festgeldzinsen empfiehlt biallo.de

Anleger sollten bei der Wahl eines Anbieters nicht alleine auf die Zinshöhe schauen. Wichtig ist auch die Einlagensicherung des jeweiligen Landes. Eine gemeinsame europäische Lösung wird derzeit von den EU-Mitgliedstaaten verhandelt. Nach welchen Kriterien wir die einzelnen Festgeld-Anbieter bewerten, erfahren Sie in unserem Festgeld-Test.

Bei unserer Auswahl (siehe Tabellen unten) berücksichtigen wir nur Banken aus Ländern mit hoher Bonität (mindestens Note "AA-" bei der US-Ratingagentur Standard & Poor’s). Diese Länder halten wir im Hinblick auf die gesetzliche Einlagensicherung für stark genug, um Anleger bei einer möglichen Bankenpleite zeitnah zu entschädigen. Dennoch sollten Sie auch hier nie mehr als 100.000 Euro anlegen, da nur bis zu dieser Höhe die gesetzliche Einlagensicherung haftet.

Empfehlungen von biallo.de für einjähriges Festgeld

Bank
Zins
p.a.
Einlagen-
sicherung
AnlagebetragZinszahlungS&P-
Rating
0,91%100.000 € / Person
französische ES
5.000 - 500.000 €jährliche Ausschüttung
AA
hohe Sicherheit
0,75%100.000 € / Person
estnische ES
1.000 - 100.000 €Ausschüttung am Laufzeitende (ohne Zinseszins)bzw. ab einem Jahr: Ausschüttung am Laufzeitende
AA-
hohe Sicherheit
0,75%100.000 € / Person
deutsche ES
ab 1.000 €Ausschüttung am Laufzeitende (ohne Zinseszins)
AAA
höchste Sicherheit
0,75%950.000 SEK / Person
schwedische ES
1.000 - 100.000 €Ausschüttung am Laufzeitendebzw. ab einem Jahr: jährliche Zinstermine
AAA
höchste Sicherheit
0,75%100.000 € / Person
deutsche ES
5.000 - 500.000 €Ausschüttung am Laufzeitende (ohne Zinseszins)bzw. ab einem Jahr: Ausschüttung am Laufzeitende
AAA
höchste Sicherheit
0,71%950.000 SEK / Person
schwedische ES
1.000 - 100.000 €Ausschüttung am Laufzeitendebzw. ab einem Jahr: jährliche Zinstermine
AAA
höchste Sicherheit
Anlage 10.000 €; Laufzeit 12 Monate; Stand: 21.11.2019.

Biallo-Tipp: Wenn Sie auf einen Link klicken, schließen Sie noch keinen Vertrag ab. Sie gelangen erst einmal zur Bank. Dort erhalten Sie noch mal einen detaillierten Überblick über das Angebot. Wie wir uns finanzieren, haben wir in der Rubrik "Über uns" offengelegt.

Nutzen Sie auch unseren Festgeld-Vergleich, mit dem Sie mehr als 100 Festgeld-Angebote vergleichen können. 

Empfehlungen von biallo.de für zweijähriges Festgeld

Bank
Zins
p.a.
Einlagen-
sicherung
AnlagebetragZinszahlungS&P-
Rating
1,11%100.000 € / Person
französische ES
5.000 - 500.000 €jährliche Ausschüttung
AA
hohe Sicherheit
0,92%950.000 SEK / Person
schwedische ES
1.000 - 100.000 €jährliche Zinstermine
AAA
höchste Sicherheit
0,90%950.000 SEK / Person
schwedische ES
500 - 90.000 €jährliche Zinstermine
AAA
höchste Sicherheit
0,90%100.000 € / Person
deutsche ES
5.000 - 500.000 €Ausschüttung am Laufzeitende
AAA
höchste Sicherheit
0,85%100.000 € / Person
estnische ES
1.000 - 100.000 €Ausschüttung am Laufzeitende
AA-
hohe Sicherheit
0,85%100.000 € / Person
niederländische ES
500 - 250.000 €jährliche Ausschüttung
AAA
höchste Sicherheit
Anlage 10.000 €; Laufzeit 24 Monate; Stand: 21.11.2019.

Empfehlungen von biallo.de für dreijähriges Festgeld

Bank
Zins
p.a.
Einlagen-
sicherung
AnlagebetragZinszahlungS&P-
Rating
1,21%100.000 € / Person
französische ES
5.000 - 500.000 €jährliche Ausschüttung
AA
hohe Sicherheit
1,10%100.000 € / Person
estnische ES
1.000 - 100.000 €Ausschüttung am Laufzeitende (ohne Zinseszins)bzw. ab einem Jahr: Ausschüttung am Laufzeitende
AA-
hohe Sicherheit
1,05%950.000 SEK / Person
schwedische ES
1.000 - 100.000 €Ausschüttung am Laufzeitendebzw. ab einem Jahr: jährliche Zinstermine
AAA
höchste Sicherheit
1,05%100.000 € / Person
deutsche ES
5.000 - 500.000 €Ausschüttung am Laufzeitende (ohne Zinseszins)bzw. ab einem Jahr: Ausschüttung am Laufzeitende
AAA
höchste Sicherheit
1,00%8,012 Mio. €ab 10.000 €Ausschüttung am Laufzeitende (ohne Zinseszins)bzw. ab einem Jahr: jährliche Ausschüttung
AAA
höchste Sicherheit
1,00%29.948 Mio. € / Person (erste 100.000 € über deutsche ES, Rest über BdB)2.500 - 250.000 €Ausschüttung am Laufzeitende (ohne Zinseszins)bzw. ab einem Jahr: jährliche Ausschüttung
AAA
höchste Sicherheit
Anlage 10.000 €; Laufzeit 36 Monate; Stand: 21.11.2019.

Funktionsweise eines Festgeldkontos und die Rolle der Zinsen

Bei einem Festgeldkonto wird das Geld über einen bestimmten Zeitraum zu einem vereinbarten Zinssatz angelegt. Wenn die Zinsen gerade niedrig sind, sind auch die Festgeldzinsen entsprechend. Aber: Sollte der Zinssatz im Laufe der Zeit weiter sinken, bleiben Ihre Festgeldzinsen gleich. Als Auszahlungsvariante bei Ihren Festgeldzinsen sollten Sie die Variante "Zinszahlung zum Jahresende" wählen, denn so können Sie Ihren Sparerpauschbetrag voll ausschöpfen.

An das Geld auf Ihrem Festgeldkonto kommen Sie während der Laufzeit eigentlich nicht heran. Es gibt aber Ausnahmen. Nämlich besonders wichtige Gründe. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Sie arbeitslos werden und Hartz IV empfangen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Festgeld kündigen.

Diese fünf Faktoren bestimmen die Höhe der Festgeldzinsen

1. EZB-Leitzins

Ein wichtiger Taktgeber für die Festgeldzinsen ist der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) – auch Hauptrefinanzierungssatz genannt. Das ist der Zinssatz, zu dem sich Banken und Sparkassen über eine kurze Laufzeit – exakt sieben Tage – Zentralbankgeld für ihre Refinanzierung besorgen. Im Gegenzug hinterlegen die Kreditinstitute bei der EZB notenbankfähige Sicherheiten wie etwa Wertpapiere oder Kredite.

Liegt der Leitzins der EZB wie aktuell bei null Prozent, ist es für die Kreditinstitute deutlich attraktiver, billiges Geld bei der Zentralbank zu leihen statt bei ihren Kunden, zum Beispiel in Form von Festgeld, wo sie deutlich mehr Zinsen bezahlen müssen.

Auf der anderen Seite sind die Kreditinstitute im Zuge der neuen Bankenregulierung "Basel III" bei ihrer Refinanzierung auch zunehmend auf Spareinlagen mit längeren Laufzeiten wie etwa Festgeld angewiesen, da sie bei der EZB eine sogenannte Mindestreserve vorhalten müssen. Das Einlagengeschäft schafft für die Banken auch eine gewisse Planungssicherheit für den Fall, dass die EZB den "Geldhahn" wieder zudreht, da die Kunden im Festgeld gebunden sind.

Das bedeutet, dass Banken im Hinblick auf ihre Refinanzierung im Zuge von Basel III wieder verstärkt um die Gunst der Privatkunden buhlen müssen beziehungsweise um deren Spareinlagen. Dieser Wettbewerb hat für den Verbraucher den Vorteil, dass die Sparzinsen mit künftig steigenden Leitzinsen schritthalten müssen. Eine Leitzinserhöhung beziehungsweise Zinswende würde somit auch die Trendwende bei den Festgeldzinsen einläuten.

2. Laufzeit

Der wichtigste Einflussfaktor, den Sie selbst auf die Festgeldzinsen nehmen können, ist die Wahl der Laufzeit. Je länger Sie das Geld anlegen, desto höher ist auch der Zins. Das ist schon allein durch die Situation begründet. Denn warum sollten Sie Ihr Geld einer Bank langfristig zur Verfügung stellen, wenn es dafür nicht deutlich mehr Zinsen gibt als für kurze Laufzeiten? Schließlich sind Sie über die Laufzeit ja auch an die Bank gebunden und bezahlen in der Regel Strafgebühren, wenn Sie das Festgeld vorzeitig kündigen wollen. Daher steigen die Zinsen – ähnlich wie beim Ratenkredit – mit längeren Laufzeiten, nicht zuletzt auch als eine Art Entschädigung, dass der Kreditgeber mit dem Geld nicht anderweitig arbeiten kann.

In den folgenden Ratgebern erhalten Sie einen Überblick über die verschiedenen Laufzeiten, die durchschnittliche Verzinsung und aktuelle Top-Angebote:

3. Zinsgutschrift oder Zinsausschüttung

Prüfen Sie vor Abschluss auch die Art der Zinszahlungen, also ob die Bank die Zinsen jährlich ausschüttet oder erst am Laufzeitende. Die meisten Banken zahlen die Zinsen jährlich auf ein Referenzkonto aus. Auch die Zinszahlung am Laufzeitende ist eine gängige Praxis. Seltener ist dagegen die vierteljährliche oder monatliche Zinsausschüttung, die beim Tagesgeld häufiger vorkommt.

Eine Ausnahme bildet hier zum Beispiel die Amsterdam Trade Bank, welche die Festgeldzinsen monatlich auf ein Tagesgeldkonto ausschüttet. Das hat auch den Vorteil, dass man hier noch von einem kleineren Zinseszinseffekt über das Tagesgeld profitiert. Auch die VTB Bank bietet wahlweise eine monatliche Zinsausschüttung auf das Tagesgeldkonto an, erhebt für die Variante aber einen Zinsabschlag von 0,05 Prozentpunkten zur jährlichen Zinszahlung.

Zinseszinseffekt

Den besten Zinseszinseffekt erzielen Anleger mit der jährlichen Zinsgutschrift, also wenn die Bank die Zinsen jährlich auf das Festgeldkonto gutschreibt und die Erträge somit direkt wiederangelegt werden (sogenannte thesaurierende Anlage). Allerdings sollte man im Hinblick auf den Sparerpauschbetrag stets prüfen, ob man mit der jährlichen Auszahlung besser fährt als mit der Zinsgutschrift beziehungsweise der Zinszahlung am Laufzeitende.

4. Anlagesumme

Das gewählte Anlagevolumen hat derzeit keinen Einfluss auf die Zinshöhe bei den jeweiligen Anbietern. Es ist also nicht so wie beim Ratenkredit, dass für größere Volumina in der Regel auch höhere Zinsen zu bezahlen sind. Vor der großen Finanzkrise 2008/2009, als Festgeld-Anlagen im Schnitt noch gut vier Prozent abwarfen, konnten Anleger für größere Beträge bei einer Bank auch noch höhere Zinssätze aushandeln.

Heute ist es so, dass der Festgeldzins für eine bestimmte Laufzeit bei allen Anlagebeträgen identisch ist. Allerdings setzen viele Banken eine Mindestanlage voraus. Bei der Crédit Agricole gibt es Festgeld erst ab einem Anlagevolumen von 5.000 Euro. Wenn Sie also nur 3.000 Euro als Anlagesumme in unserem Festgeld-Vergleich eingeben, taucht die Bank erst gar nicht auf. Deshalb sollten Sie auch immer mit der Anlagesumme "spielen".

Auch nach oben hin sind die Festgeld-Angebote oft begrenzt. Bei einer Million Euro ist das Feld aller Anbieter bereits zur Hälfte geschrumpft. Wir empfehlen aber sowieso, nie mehr als 100.000 Euro bei einer Bank anzulegen.

5. Sicherheit (Herkunftsland)

In den vergangenen Jahren haben viele ausländische Banken auf den deutschen Festgeld-Markt gedrängt. Kein Wunder, schließlich sind die Deutschen für ihre Vorliebe zu sicheren Geldanlagen bekannt.

Auffällig ist, dass viele Festgeldkonten aus dem Ausland auch regelmäßig Top-Platzierungen in unserem Festgeld-Vergleich einnehmen, was die Zinshöhe betrifft. Das hat zum einen damit zu tun, dass Herkunftsländer wie etwa Malta, Rumänien oder Kroatien nicht so finanzstark sind wie etwa Österreich oder Deutschland und daher Zweifel bestehen, ob diese Länder im Falle einer Bankenpleite die Anleger zeitnah entschädigen können. Das höhere Ausfallrisiko muss schließlich mit höheren Zinsen honoriert werden.

Zum anderen müssen aber Kreditinstitute aus bonitätsstarken Ländern wie etwa die schwedische Klarna Bank oder die französische Crédit Agricole auch mit einem Zinsaufschlag um die Gunst der deutschen Anleger buhlen, da diese sonst eher die heimischen Institute bevorzugen würden, obwohl die Einlagensicherungen der Herkunftsländer genauso beziehungsweise ähnlich gut sind wie die von Deutschland.

Selbst eigenständige deutsche Niederlassungen ausländischer Banken wie etwa die Ziraat Bank oder Oyak Anker Bank hätten keine Chance, Kundeneinlagen einzusammeln, wenn sie nicht deutlich höhere Zinsen als der Durchschnitt bieten würden, obwohl hier sogar die gesetzliche Einlagensicherung der Bundesrepublik Deutschland im Entschädigungsfall einspringen würde.

Lesen Sie auch: Ist Geld bei Ziraat Bank, Denizbank & Co noch sicher?

Vergleichen Sie die Zinshistorie bei den Festgeldzinsen

Wenn es um die Festgeldzinsen geht, lohnt sich vor allem auch ein Blick auf die Zinshistorie. Denn diese zeigt Ihnen, wie sich die Zinsen im Laufe der letzten zwölf Monate verändert haben und wo die Entwicklung möglicherweise hingeht.

Biallo Index (1 Jahr)
Festgeld 25.000 € 12 Monate
Chart Festgeld 25.000 € 12 Monate
Biallo-Index
0,25%
basierend auf
110Angeboten
Tief/Hoch
0,25% / 0,32%

Sie sehen anhand dieses Zwölf-Monats-Charts, dass die Festgeldzinsen in den vergangenen Monaten durch die Lockerung der Geldpolitik deutlich unter Druck standen. Im Oktober allerdings wurde die Talfahrt vorerst gestoppt.

Zinsausblick

Auf der Ratssitzung am 13. September hat die Europäische Zentralbank den Einlagenzins von minus 0,4 auf minus 0,5 Prozent gesenkt. Das bedeutet: Wenn Banken kurzfristig überschüssige Liquidität bei der EZB parken, zahlen sie jetzt noch mehr Strafzinsen. Allerdings gibt es für bestimmte Einlagen diverse Freibeträge.

Dazu haben die Währungshüter die Wiederaufnahme des Anleihekaufprogramms angekündigt. Ab dem 1. November kauft die EZB pro Monat Anleihen im Volumen von 20 Milliarden Euro. Das Programm werde "kurz vor Beginn der Anhebung der Leitzinsen enden", so die EZB.

Die Leitzinsen wiederum werden auf dem gegenwärtigen oder noch niedrigeren Niveau bleiben, bis sich der Inflationsausblick robust dem EZB-Ziel von knapp unter zwei Prozent annähert, betonte die EZB. Allerdings haben die Währungshüter ihre Inflationsprognosen für die nächsten Jahre kassiert: 2019 sollen die Verbraucherpreise nur noch um 1,2 statt 1,3 Prozent steigen, 2020 um 1,0 statt 1,4 Prozent und 2021 um 1,5 statt 1,6 Prozent. Damit ist die Zinswende in weiter Ferne gerückt.

Häufige Fragen zum Thema Festgeldzinsen

Kann ich mein Geld auf dem Festgeldkonto frühzeitig abheben?

Nein, das können Sie in aller Regel nicht. Es gibt nur wenige Ausnahmen, die eine Kündigung vom Festgeld erlauben – wie etwa der Bezug von Hartz IV oder die drohende Pleite Ihrer Bank. 

Doch: Zwar können Sie das eigentliche Guthaben nicht vorzeitig abheben. Wohl aber die Sparzinsen des letzten Jahres. Bis Ende Februar des Folgejahres können Sie die Ihrem Konto gutgeschriebenen Sparzinsen aus dem Vorjahr problemlos abheben. Falls das nicht fristgerecht geschieht, wird das Geld Ihrem Kapital zugerechnet. Dann ist es bis zum Ende der Laufzeit ebenso wenig kündbar wie der ursprüngliche Sparbetrag. 

Muss ich die Erträge, die ich durch die Festgeld-Zinsen erhalte, versteuern?

Grundsätzlich ja. Denn Kapitalerträge unterliegen der Abgeltungsteuer. Allerdings können Sie einen Freistellungsauftrag erteilen und so dafür sorgen, dass Ihnen die gesamten Festgeldzinsen erhalten bleiben. Der Freistellungsauftrag hilft Ihnen dabei, Ihren Sparerpauschbetrag wahrzunehmen und somit Erträge von bis zu 801 Euro ohne steuerliche Abzüge einzustreichen. Für Ehepaare gilt der doppelt so hohe Satz.

Bei Festgeldanlagen im Ausland kann der ausländische Fiskus eine Quellensteuer erheben. Wie viel Quellensteuer der ausländische Staat dabei einbehalten darf, ist von Land zu Land unterschiedlich. Mit einer sogenannten Ansässigkeitsbescheinigung können Anleger diese Steuer reduzieren oder gar gänzlich vermeiden.

Was bringt mir mehr: Tagesgeld- oder Festgeld-Zinsen?

Sowohl Tagesgeld- als auch Festgeldkonten gelten als sichere Anlageformen. Der Hauptunterschied liegt darin, dass Sie auf das Geld auf einem Tagesgeldkonto jederzeit zurückgreifen können und das Geld auf dem Festgeldkonto für die gewählte Laufzeit nicht verfügbar ist. Allerdings sind die Festgeldzinsen höher. Sie sollten Tagesgeld in Höhe von zwei oder drei Nettomonatsgehältern als Reserve für Notfälle anlegen und den Rest in Festgeld.

Wie hoch sind die Festgeldzinsen?

Wie hoch die Festgeldzinsen sind, hängt von vielen Faktoren ab, am meisten von der Laufzeit. Je länger die ist, desto höher sind die Zinsen.

Wie hilft mir ein Freistellungsauftrag?

Den Freistellungsauftrag erteilen Sie Ihrer Bank und sichern sich so, dass Ihr Kapital bis zu 801 Euro (das ist die Höhe des Sparerpauschbetrags) steuerfrei bleibt, bei Ehepaaren bis 1.602 Euro. Nur Zinsen darüber werden besteuert.

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Horst Biallo
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Herausgeber und Gründer biallo.de
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Horst Biallo
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Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de