Neuer Spitzenreiter aus Frankreich: 0,91 Prozent für sechs Monate

Festgeldzinsen im November Neuer Spitzenreiter aus Frankreich: 0,91 Prozent für sechs Monate

Horst Biallo
von Horst Biallo Sebastian Schick
01.11.2018
Auf einen Blick
  • Die Festgeldzinsen haben sich nach dem Zinsrutsch Mitte September stabilisiert. Bei einer Laufzeit von einem Jahr und einem Anlagebetrag von 25.000 Euro werden im Schnitt 0,29 Prozent Zinsen bezahlt.

  • Erfreuliche Nachrichten kamen zuletzt aus Schweden und Frankreich: Die Klarna Bank und Crédit Agricole haben ihre Konditionen deutlich angehoben.

  • Wo es derzeit die besten Festgeldzinsen gibt und worauf Sie bei der Auswahl eines Anbieters achten sollten, erfahren Sie im folgenden Ratgeber.
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Auch wenn Mario Draghi bei der jüngsten EZB-Sitzung am 25. Oktober erneut bekräftigt hat, dass die Leitzinsen mindestens "über den Sommer 2019" bei null Prozent bleiben, gibt es positive News von der Festgeld-Front: Die französische Crédit Agricole hat ihre Zinsen zum 30. Oktober deutlich angehoben. Und zwar bei einer Laufzeit von sechs Monaten von 0,61 auf 0,91 Prozent und bei zwölf Monaten von 0,66 auf 1,01 Prozent. Damit sind die Franzosen mit Abstand neuer Spitzenreiter bei sechs Monaten und bei einjährigem Festgeld schließen sie zur Klarna Bank auf, die derzeit 1,20 Prozent bietet.

Diese Anlagedauer empfiehlt Biallo

Um vielen Leseranfragen vorzubeugen, zu welcher Laufzeit wir raten: Splitten Sie einen größeren Geldbetrag und teilen ihn durch drei. So bleiben Sie flexibel. Ein Drittel legen Sie für sechs Monate an, ein Drittel für ein Jahr und das letzte Drittel für zwei Jahre. Hebt die Europäische Zentralbank die Leitzinsen wie erwartet im dritten Quartal 2019 an, können Sie das Zwölf-Monats-Festgeld in einem Jahr in eine höher verzinste Anlage umschichten. Kommt die Zinswende früher als erwartet, ist zumindest ein Drittel ihres Kapitals frei für die Wiederanlage. Bleibt EZB-Chef Mario Draghi dagegen weiterhin stur, haben Sie sich den Spitzenzins von 1,25 Prozent für einen längeren Zeitraum gesichert.

Generell empfehlen wir derzeit, die Anlagedauer nicht länger als zwei Jahre festzulegen. Eine Ausnahme stellt derzeit das "Festgeld Plus" der FCA Bank dar. Hier winken jährlich zwei Prozent Zinsen bei einer Laufzeit von drei Jahren. Allerdings nur für Kunden, die bereits einen aktiven Finanzierungs-oder Leasingvertrag für ein Neufahrzeug der FCA-Gruppe mit der FCA Bank Deutschland haben oder zusammen mit dem Festgeldkonto abschließen.

Diese Angebote an Festgeldzinsen empfiehlt Biallo

Anleger sollten bei der Wahl eines Anbieters nicht alleine auf die Zinshöhe schauen. Wichtig ist auch die Einlagensicherung des jeweiligen Landes. Eine gemeinsame europäische Lösung wird derzeit von den EU-Mitgliedstaaten verhandelt. Nach welchen Kriterien wir die einzelnen Festgeld-Anbieter bewerten, erfahren Sie in unserem Festgeld-Test.

Bei unserer Auswahl (siehe Tabellen unten) berücksichtigen wir nur Banken aus Ländern mit hoher Bonität (mindestens Note "AA-" bei der US-Ratingagentur Standard & Poor’s). Diese Länder halten wir im Hinblick auf die gesetzliche Einlagensicherung für stark genug, um Anleger bei einer möglichen Bankenpleite zeitnah zu entschädigen. Dennoch sollten Sie auch hier nie mehr als 100.000 Euro anlegen, da nur bis zu dieser Höhe die gesetzliche Einlagensicherung haftet.

Ausgewählte Anbieter bei einjähriger Anlagedauer (Länder mit hoher Bonität)

BankZins p.a.EinlagensicherungAnlagebetragZinszahlungS&P-Rating
Klarna Bank1,20%950.000 Schwedische Kronen (SEK) pro Person (rund 92.000 Euro) / Schweden10.000 - 500.000 €jährlichAAA
Crédit Agricole1,01%100.000 € pro Person / Frankreich5.000 - 500.000 €jährlichAA
Hoist Finance0,96%950.000 Schwedische Kronen (SEK) pro Person (rund 92.000 Euro) / Schweden1.000 - 100.000 €am LaufzeitendeAAA
  • Biallo-Tipp: Wenn Sie auf einen Link klicken, schließen Sie noch keinen Vertrag ab. Sie gelangen erst einmal zur Bank. Dort erhalten Sie noch mal einen detaillierten Überblick über das Angebot. Anbieter, welche nicht verlinkt sind, wollen über biallo.de im Moment keine neuen Kunden akquirieren. Wie wir uns finanzieren, haben wir in der Rubrik "Über uns" offengelegt.

Ausgewählte Anbieter bei zweijähriger Anlagedauer (Länder mit hoher Bonität)

BankZins p.a.EinlagensicherungAnlagebetragZinszahlungS&P-Rating
Klarna Bank1,25%950.000 SEK pro Person (ca. 92.000 Euro) / Schweden10.000 - 500.000 €jährlichAAA
Ziraat Bank1,15%100.000 € pro Person / Deutschland2.500 - 250.000 €am LaufzeitendeAAA
Crédit Agricole1,11% 100.000 € pro Person / Frankreich5.000 - 500.000 € jährlichAA

Anleger sollten sich die 0,91 Prozent der Crédit Agricole für sechs Monate auf jeden Fall sichern. Denn mehr gibt es derzeit nur beim Tagesgeld für Neukunden (bis zu 1,0 Prozent). Und hier auch nur für die ersten drei Monate (Advanzia) beziehungsweise vier Monate (ING-Diba).

Die Mindestanlagesumme beträgt bei der Crédit Agricole 5.000 Euro. Maximal können 500.000 Euro angelegt werden. Es gilt die französische Einlagensicherung in Höhe von 100.000 Euro pro Person. Die US-Ratingagentur Standard & Poor's stuft die Bonität Frankreichs mit der dritthöchsten Note "AA" ein.

Bei einjähriger Laufzeit empfehlen wir das Angebot der Klarna Bank. Allerdings sollten sich Anleger hier nicht allzu viel Zeit mit ihrer Entscheidung lassen. Denn die Zinserhöhung ist schon gut zwei Wochen her. Und die Vergangenheit hat gezeigt, dass Klarna die höheren Zinsen meist nicht länger als einen Monat anbietet, um sie danach wieder auf das ursprüngliche Niveau abzusenken.

Funktionsweise eines Festgeldkontos und die Rolle der Zinsen

Bei einem Festgeldkonto wird das Geld über einen bestimmten Zeitraum zu einem vereinbarten Zinssatz angelegt. Wenn die Zinsen gerade niedrig sind, sind auch die Festgeldzinsen entsprechend. Aber: Sollte der Zinssatz im Laufe der Zeit weiter sinken, bleiben Ihre Festgeldzinsen gleich. Als Auszahlungsvariante bei Ihren Festgeldzinsen sollten Sie die Variante "Zinszahlung zum Jahresende" wählen, denn so können Sie Ihren Sparerpauschbetrag voll ausschöpfen.

An das Geld auf Ihrem Festgeldkonto kommen Sie während der Laufzeit eigentlich nicht heran. Es gibt aber Ausnahmen. Nämlich besonders wichtige Gründe. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Sie arbeitslos werden und Hartz IV empfangen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Festgeld kündigen.

Diese fünf Faktoren bestimmen die Höhe der Festgeldzinsen

1. EZB-Leitzins

Ein wichtiger Taktgeber für die Festgeldzinsen ist der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) – auch Hauptrefinanzierungssatz genannt. Das ist der Zinssatz, zu dem sich Banken und Sparkassen über eine kurze Laufzeit – exakt sieben Tage – Zentralbankgeld für ihre Refinanzierung besorgen. Im Gegenzug hinterlegen die Kreditinstitute bei der EZB notenbankfähige Sicherheiten wie etwa Wertpapiere oder Kredite.

Liegt der Leitzins der EZB wie aktuell bei null Prozent, ist es für die Kreditinstitute deutlich attraktiver, billiges Geld bei der Zentralbank zu leihen statt bei ihren Kunden, zum Beispiel in Form von Festgeld, wo sie deutlich mehr Zinsen bezahlen müssen.

Auf der anderen Seite sind die Kreditinstitute im Zuge der neuen Bankenregulierung "Basel III" bei ihrer Refinanzierung auch zunehmend auf Spareinlagen mit längeren Laufzeiten wie etwa Festgeld angewiesen. Das schafft für die Banken eine gewisse Planungssicherheit für den Fall, dass die EZB den "Geldhahn" wieder zudreht, da die Kunden im Festgeld gebunden sind.

Das bedeutet, dass die Banken im Hinblick auf ihre Refinanzierung wieder verstärkt um die Gunst der Privatkunden buhlen müssen beziehungsweise um deren Spareinlagen. Dieser Wettbewerb hat für den Verbraucher den Vorteil, dass die Sparzinsen mit künftig steigenden Leitzinsen schritthalten müssen. Eine Leitzinserhöhung beziehungsweise Zinswende würde somit auch die Trendwende bei den Festgeldzinsen einläuten.

2. Laufzeit

Der wichtigste Einflussfaktor, den Sie selbst auf die Festgeldzinsen nehmen können, ist die Wahl der Laufzeit. Je länger Sie das Geld anlegen, desto höher ist auch der Zins. Das ist schon allein durch die Situation begründet. Denn warum sollten Sie Ihr Geld einer Bank langfristig zur Verfügung stellen, wenn es dafür nicht deutlich mehr Zinsen gibt als für kurze Laufzeiten? Schließlich sind Sie über die Laufzeit ja auch an die Bank gebunden und bezahlen in der Regel Strafgebühren, wenn Sie das Festgeld vorzeitig kündigen wollen. Daher steigen die Zinsen – ähnlich wie beim Ratenkredit – mit längeren Laufzeiten, nicht zuletzt auch als eine Art Entschädigung, dass der Kreditgeber mit dem Geld nicht anderweitig arbeiten kann.

3. Zinsgutschrift oder Zinsausschüttung

Prüfen Sie vor Abschluss auch die Art der Zinszahlungen, also ob die Bank die Zinsen jährlich ausschüttet oder erst am Laufzeitende. Die meisten Banken zahlen die Zinsen jährlich auf ein Referenzkonto aus. Auch die Zinszahlung am Laufzeitende ist eine gängige Praxis. Seltener ist dagegen die vierteljährliche oder monatliche Zinsausschüttung, die beim Tagesgeld häufiger vorkommt.

Eine Ausnahme bildet hier zum Beispiel die Amsterdam Trade Bank, welche die Festgeldzinsen monatlich auf ein Tagesgeldkonto ausschüttet. Das hat auch den Vorteil, dass man hier noch von einem kleineren Zinseszinseffekt über das Tagesgeld profitiert. Auch die VTB Bank bietet wahlweise eine monatliche Zinsausschüttung auf das Tagesgeldkonto an, erhebt für die Variante aber einen Zinsabschlag von 0,05 Prozentpunkten zur jährlichen Zinszahlung.

Zinseszinseffekt

Den besten Zinseszinseffekt erzielen Anleger mit der jährlichen Zinsgutschrift, also wenn die Bank die Zinsen jährlich auf das Festgeldkonto gutschreibt und die Erträge somit direkt wiederangelegt werden (sogenannte thesaurierende Anlage). Allerdings sollte man im Hinblick auf den Sparerpauschbetrag stets prüfen, ob man mit der jährlichen Auszahlung besser fährt als mit der Zinsgutschrift beziehungsweise der Zinszahlung am Laufzeitende.

4. Anlagesumme

Das gewählte Anlagevolumen hat derzeit keinen Einfluss auf die Zinshöhe bei den jeweiligen Anbietern. Es ist also nicht so wie beim Ratenkredit, dass für größere Volumina in der Regel auch höhere Zinsen zu bezahlen sind. Vor der großen Finanzkrise 2008/2009, als Festgeld-Anlagen im Schnitt noch gut vier Prozent abwarfen, konnten Anleger für größere Beträge bei einer Bank auch noch höhere Zinssätze aushandeln.

Heute ist es so, dass der Festgeldzins für eine bestimmte Laufzeit bei allen Anlagebeträgen identisch ist. Allerdings setzen viele Banken eine Mindestanlage voraus. Bei der Crédit Agricole gibt – wie bereits erwähnt – den Top-Zins für sechs Monate erst ab einem Anlagevolumen von 5.000 Euro. Wenn Sie also nur 3.000 Euro als Anlagesumme in unserem Festgeld-Vergleich eingeben, taucht die Bank erst gar nicht auf. Deshalb sollten Sie auch immer mit der Anlagesumme "spielen".

Auch nach oben hin sind die Festgeld-Angebote oft begrenzt. Bei einer Million Euro ist das Feld aller Anbieter bereits zur Hälfte geschrumpft. Wir empfehlen aber sowieso, nie mehr als 100.000 Euro bei einer Bank anzulegen.

5. Sicherheit (Herkunftsland)

In den vergangenen Jahren haben viele ausländische Banken auf den deutschen Festgeld-Markt gedrängt. Kein Wunder, schließlich sind die Deutschen für ihre Vorliebe zu sicheren Geldanlagen bekannt.

Auffällig ist, dass viele Festgeldkonten aus dem Ausland auch regelmäßig Top-Platzierungen in unserem Festgeld-Vergleich einnehmen, was die Zinshöhe betrifft. Das hat zum einen damit zu tun, dass Herkunftsländer wie etwa Malta, Rumänien oder Kroatien nicht so finanzstark sind wie etwa Österreich oder Deutschland und daher Zweifel bestehen, ob diese Länder im Falle einer Bankenpleite die Anleger zeitnah entschädigen können. Das höhere Ausfallrisiko muss schließlich mit höheren Zinsen honoriert werden.

Zum anderen müssen aber Kreditinstitute aus bonitätsstarken Ländern wie etwa die schwedische Klarna Bank oder die französische Crédit Agricole auch mit einem Zinsaufschlag um die Gunst der deutschen Anleger buhlen, da diese sonst eher die heimischen Institute bevorzugen würden, obwohl die Einlagensicherungen der Herkunftsländer genauso gut beziehungsweise ähnlich gut sind wie die von Deutschland.

Selbst eigenständige deutsche Niederlassungen ausländischer Banken wie etwa die Ziraat Bank oder Oyak Anker Bank hätten keine Chance, Kundeneinlagen einzusammeln, wenn sie nicht deutlich höhere Zinsen als der Durchschnitt bieten würden, obwohl hier sogar die gesetzliche Einlagensicherung der Bundesrepublik Deutschland im Entschädigungsfall einspringen würde.

Lesen Sie auch: Ist Geld bei Ziraat Bank, Denizbank & Co noch sicher?

Vergleichen Sie die Zinshistorie bei den Festgeldzinsen

Wenn es um die Festgeldzinsen geht, lohnt sich vor allem auch ein Blick auf die Zinshistorie. Denn diese zeigt Ihnen, wie sich die Zinsen im Laufe der letzten zwölf Monate verändert haben und wo die Entwicklung möglicherweise hingeht.

Biallo Index (1 Jahr)
Festgeld 25.000 € 12 Monate
Chart Festgeld 25.000 € 12 Monate
Biallo-Index
0,29%
basierend auf
130Angeboten
Tief/Hoch
0,28% / 0,31%

Sie sehen anhand dieses Zwölf-Monats-Charts, dass die Zinsentwicklung bis zum Jahreswechsel eine klare Abwärtstendenz aufzeigte. Das sieht erst einmal negativ aus. Dennoch: Von Jahresanfang bis Anfang September zogen die Festgeldzinsen leicht an. Nach dem EZB-Zinsentscheid am 13. September gab es allerdings erneut einen Dämpfer, der aktuell wieder ausgebügelt wird.

Zinsausblick

Die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hat die Märkte weiter fest im Griff. Der Einlagezins, zu dem die Banken kurzfristig überschüssiges Geld bei der EZB parken, liegt nach wie vor bei minus 0,4 Prozent. Eine Zinsanhebung erwarten Ökonomen frühestens im zweiten Quartal 2019. EZB-Chef Mario Draghi wiederholte auf der jüngsten EZB-Sitzung am 25. Oktober gebetsmühlenartig sein Mantra, dass die Leitzinsen mindestens "über den Sommer 2019" auf dem aktuellen Niveau bleiben werden, sprich bei null Prozent.

Ein wichtiges Entscheidungskriterium für die EZB ist die Inflationsentwicklung. Die Inflationsrate ist mit 2,5 Prozent im Oktober auf den höchsten Stand seit zehn Jahren gestiegen (September: 2,3 Prozent). Treiber waren erneut die Energiepreise. In der Eurozone stiegen die Verbraucherpreise im Oktober um 2,2 Prozent zum Vorjahresmonat (September: 2,1 Prozent). Mittelfristig streben die Währungshüter für den gesamten Euroraum eine dauerhafte Inflationsrate von "unter, aber nahe zwei Prozent" an – diese Benchmark sieht die EZB als wichtiges Kriterium für optimales Wachstum. Erst wenn dieses Ziel erreicht ist, seien Zinsschritte nach oben denkbar.

Die Inflationsprognose für das Gesamtjahr 2018 erhöhte die EZB bei ihrer Sitzung in Riga im Juni. Für 2018 wird 1,7 (zuvor 1,4) Prozent Wachstum erwartet, für 2019 ebenfalls 1,7 (zuvor 1,4) Prozent und für 2020 gleichfalls 1,7 (zuvor 1,7) Prozent.

Häufige Fragen zum Thema Festgeldzinsen

Kann ich mein Geld auf dem Festgeldkonto frühzeitig abheben?

Nein, das können Sie in aller Regel nicht. Es gibt nur wenige Ausnahmen, die eine Kündigung vom Festgeld erlauben – wie etwa der Bezug von Hartz IV oder die drohende Pleite Ihrer Bank. 

Doch: Zwar können Sie das eigentliche Guthaben nicht vorzeitig abheben. Wohl aber die Sparzinsen des letzten Jahres. Bis Ende Februar des Folgejahres können Sie die Ihrem Konto gutgeschriebenen Sparzinsen aus dem Vorjahr problemlos abheben. Falls das nicht fristgerecht geschieht, wird das Geld Ihrem Kapital zugerechnet. Dann ist es bis zum Ende der Laufzeit ebenso wenig kündbar wie der ursprüngliche Sparbetrag. 

Muss ich die Erträge, die ich durch die Festgeld-Zinsen erhalte, versteuern?

Grundsätzlich ja. Denn Kapitalerträge unterliegen der Abgeltungssteuer. Allerdings können Sie einen Freistellungsauftrag erteilen und so dafür sorgen, dass Ihnen die gesamten Festgeldzinsen erhalten bleiben. Der Freistellungsauftrag hilft Ihnen dabei, Ihren Sparerpauschbetrag wahrzunehmen und somit Erträge von bis zu 801 Euro ohne steuerliche Abzüge einzustreichen. Für Ehepaare gilt der doppelt so hohe Satz.

Was bringt mir mehr: Tagesgeld- oder Festgeld-Zinsen?

Sowohl Tagesgeld- als auch Festgeldkonten gelten als sichere Anlageformen. Der Hauptunterschied liegt darin, dass Sie auf das Geld auf einem Tagesgeldkonto jederzeit zurückgreifen können und das Geld auf dem Festgeldkonto für die gewählte Laufzeit nicht verfügbar ist. Allerdings sind die Festgeldzinsen höher. Sie sollten Tagesgeld in Höhe von zwei oder drei Nettomonatsgehältern als Reserve für Notfälle anlegen und den Rest in Festgeld.

Wie hoch sind die Festgeldzinsen?

Wie hoch die Festgeldzinsen sind, hängt von vielen Faktoren ab, am meisten von der Laufzeit. Je länger die ist, desto höher sind die Zinsen.

Wie hilft mir ein Freistellungsauftrag?

Den Freistellungsauftrag erteilen Sie Ihrer Bank und sichern sich so, dass Ihr Kapital bis zu 801 Euro (das ist die Höhe des Sparerpauschbetrags) steuerfrei bleibt, bei Ehepaaren bis 1.602 Euro. Nur Zinsen darüber werden besteuert.

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Horst Biallo
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Herausgeber und Gründer biallo.de
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Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de