Wie Online-Broker mit Prämien und Rabatten Neukunden anlocken

Depotbanken Wie Online-Broker mit Prämien und Rabatten Neukunden anlocken

Peter Rensch
von Peter Rensch
26.04.2018
Auf einen Blick
  • Wenn Sie ein Depot eröffnen wollen oder wechselwillig sind, sollten Sie die Angebote genau vergleichen.

  • Bei einem hohen Ordervolumen schmälern hohe Gebühren mittel- und langfristig die Attraktivität der Neukunden-Prämien.

  • Rabatte bei Depotgebühren spielen im Vergleich zu den laufenden Kosten auf lange Sicht eine eher geringe Rolle.
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Nach wie vor verringert die Niedrigzinsphase attraktive Renditen, einen soliden Vermögensaufbau und die Vorsorge fürs Alter, weshalb viele Sparer auf gewinnträchtige Alternativen wie beispielsweise Wertpapiere setzen.

Viele Depotbanken bieten im Wettbewerb um eine neue Kundschaft interessante Prämien, die sich jedoch für Sie nur lohnen, wenn die Konditionen attraktiv sind, Ihre individuellen Ansprüche erfüllt werden und keine unnötigen Kosten entstehen. So werben viele Banken mit einem kostenlosen Wertpapierdepot, verlangen aber hohe Ordergebühren, die mehrere hundert Euro im Jahr betragen können.

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Rabatt-Aktionen alleine versprechen keine Anlageerfolge

Auch wenn die Angebote durchaus verlockend klingen, mahnt Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbrauchzentrale Baden Württemberg, sollte man nicht blindlings alleine auf die Prämien fixiert sein: "Für den langfristigen Anlageerfolg an der Börse sind eine solide Diversifikation und niedrige laufende Kosten entscheidend. Rabatte bei Depotgebühren und Ausgabeaufschlägen spielen im Vergleich zu den laufenden Kosten etwa bei Investmentfonds, wovon meist auch Vertriebsfolgeprovisionen an die depotführende Stelle gezahlt werden, auf lange Sicht eine eher geringe Rolle."

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Behalten Sie das Preis- und Leistungsverzeichnis im Auge

Jürgen Kurz, Pressesprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) rät dazu, einen Depotwechsel nicht achtlos durchzuführen: "Wie bei allen auf den ersten Blick attraktiven Angebote für Neukunden gilt auch für den Depotwechsel, dass Anleger genauer hinsehen sollten, bevor sie sich entscheiden. Ein Blick in das jeweilige Preis- und Leistungsverzeichnis lohnt sich vorab auf jeden Fall. Schließlich geht es am Ende nicht nur um den Preis, sondern auch darum, was man für sein Geld bekommt. Insofern sollte ein Depotwechsel nicht von Werbeaktionen abhängig gemacht werden. Ein Anlass, die bestehende eigene Depotverbindung mal wieder auf ihre Preiswürdigkeit hin zu überprüfen, ist es aber allemal."

Biallo-Tipp: Achten Sie auf die unterschiedlichen Gebührenmodelle. Unabhängig von den verlockenden Prämien sollten Sie vorab prüfen, ob die jeweiligen Konditionen zu Ihrem Orderverhalten passen. Bei einem hohen Ordervolumen schmälern hohe Gebühren mittel- und langfristig die Attraktivität der Neukunden-Prämien.

Angebote von Depotbanken im Überblick

Die Auswahl ist groß, daher haben wir für Sie einen Vergleich der Depotbanken mit den jeweiligen Prämien und Neukunden-Aktionen zusammengestellt:

Targobank

  • Barprämie: 0,75 Prozent auf die Kurswerte der übertragenen Anteile an Investmentfonds. Maximalprämie: 5.000 Euro für Neukunden, die mit ihrem Depot zur Targobank wechseln.

  • Mindestvolumen: 7.000 Euro

  • Haltefrist: zwölf Monate

  • Depotgebühr: kostenlos bei Nutzung des Online-Postfaches oder ab einem Gesamtguthaben bei der Targobank von mindestens 50.000 Euro. Sonst 2,50 Euro pro Monat

  • Bei einem Depotwechsel von übrigen Wertpapierarten: Tagesgeldzins in Höhe von zwei Prozent, garantiert für zwölf Monate bei einem Depotübertrag von mindestens 7.000 Euro (der mit dem Vorzugszinssatz verzinste Betrag ist durch die Höhe des Depotübertrags begrenzt). Mindestvolumen und Haltefrist wie bei Investmentfonds.

  • Sonstiges: zehn freie Trades im ersten Jahr

Hinweis: Wenn Sie auf einen Anbieter-Link klicken, schließen Sie noch nichts ab. Sie gelangen erst einmal zur Bank, wo Sie noch mal einen detaillierten Überblick über das Angebot erhalten. Wie wir uns finanzieren, haben wir in der Rubrik "Über uns" offengelegt. Anbieter, welche nicht verlinkt sind, suchen bei uns derzeit nicht aktiv nach neuen Kunden.

ING-Diba

  • Prämie 1: Bei Erst-Eröffnung eines Depots bei der ING-Diba zahlen Neukunden bis Jahresende pro Order 2,90 Euro, statt mindestens 9,90 Euro. Diese Aktion gilt nur noch bis zum 30. September 2018.

    Prämie 2: Für ETF-Anleger ein attraktives Angebot: Bis 31. Dezember 2018 können aus über 200 ETFs gebührenfrei Kauforders ab einem Ordervolumen von 500 Euro erteilt werden.

  • Mindestvolumen: 5.000 Euro

  • Haltefrist: keine

  • Depotgebühr: kostenlos

Maxblue Depot (Deutsche Bank)

  • Barprämie: 0,5 Prozent auf das Depotvolumen, maximal 500 Euro.

  • Mindestvolumen: 5.000 Euro

  • Haltefrist: zwölf Monate

  • Depotgebühr: kostenlos

  • Sonstiges: Vieltrader werden mit einem Rabatt von bis zu 20 Prozent auf die regulären Orderprovisionen belohnt.Zudem haben Kunden Zugriff auf umfangreiche Profi-Tools und kostenlose Realtime-Kurse.

Deutsche Bank "PrivatDepot Comfort"

  • Barprämie: 0,5 Prozent auf das Depotvermögen, maximal 7.500 Euro. Auch wenn es sich beim Institut um eine Filialbank handelt, kann das Depotkonto online geführt werden. Jedoch müssen Sie mit höheren Gebühren wie bei klassischen Online-Brokern rechnen.

  • Mindestvolumen: 25.000 Euro

  • Haltefrist: zwölf Monate

  • Depotgebühr: 19,99 Euro pro Jahr für gelegentliche Trader (Kontomodell PrivatDepot Comfort) und 288 Euro für aktive Anleger (Kontomodell PrivatDepot Dynamik).

  • Sonstiges: Für große Depotvolumina lohnenswert: Es winken 7.500 Euro Prämie, wenn das Depot einen Wert von 1,5 Millionen Euro aufweist.

Flatex

  • Barprämie: Neukunden, die ihr Depot bis zum 15. Oktober 2018 eröffnen, können bis zum 31. Dezember 2018 anstelle der regulären Gebühr von 5,90 Euro für 3,80 Euro pro Trade im Inland handeln. Ausländische Börsen sind von der Aktion ausgeschlossen.

  • Mindestvolumen: nicht erforderlich

  • Depotgebühr: kostenlos

  • Sonstiges: Zu beachten ist, dass Flatex "Fremdspesen" an den Kunden verrechnet, welche auch mit dem vergünstigten Prämien-Orderpreis zu tragen sind. Die Höhe der Fremdspesen hängt vom jeweiligen Börsenplatz ab. Weiterhin erhebt Flatex auf Guthaben einen Negativzins in Höhe von 0,4 Prozent im Jahr.

Comdirect

  • Barprämie: Neukunden zahlen in den ersten zwölf Monaten 3,90 Euro pro Order an allen deutschen Börsenplätzen sowie im außerbörslichen Handel (außer Eurex und CFD-Handel). Nach dieser Aktion verlangt die Comdirect eine Grundpauschale von 4,90 Euro plus 0,25 Prozent des Ordervolumens, mindestens 9,90 Euro, maximal 59,90 Euro.

  • Mindestvolumen: nicht erforderlich

  • Haltefrist: zwölf Monate

  • Depotgebühren: Drei Jahre lang besteht eine kostenlose Depotführung. Danach 1,95 Euro pro Monat. Das Entgelt entfällt, wenn Sie zwei Trades pro Quartal tätigen, quartalsweise einen Wertpapier-Sparplan ausführen oder ein Girokonto innerhalb der gleichen Kontoverbindung nutzen.

  • Sonstiges: Noch bis zum 3. Oktober 2018, besteht für jeden Neukunden die Chance, ein iPad (128 GB, Wi-Fi + Cellular) zu gewinnen.

1822 Direkt

  • Barprämie: 100 Euro Aktivierungsprämie, wenn Sie bis zum 31. Dezember 2018 mindestens zwei Wertpapierkäufe mit einem Gegenwert von jeweils mindestens 500 Euro in Ihrem neu eröffneten Depot ausgeführt haben. Ausgenommen sind Sparplanorders und Fondsorders, die über die Kapitalverwaltungsgesellschaft / den Fondshandel getätigt werden. Teilausführungen einer Order werden nicht separat gewertet, sondern gelten als eine Order.

  • Mindestvolumen: nicht erforderlich

  • Haltefrist: Es gelten die jeweils beschriebenen Stichtage/Zeiträume, welche bei den jeweiligen Prämien aufgeführt sind.

  • Depotgebühren: kostenlos

  • Sonstiges: Neukunden erhalten zudem innerhalb der ersten drei Monate nach Depoteröffnung für alle Transaktionen einen Rabatt auf die Orderprovision in Höhe von 50 Prozent. Dieses zusätzliche Angebot gilt bis 31. Oktober 2018 für die erste Depoteröffnung bei der 1822direkt beziehungsweise Frankfurter Sparkasse und ist nicht mit anderen Aktionen oder Kampagnen kombinierbar.

Fazit: Wenn Sie wechselwillig sind oder ein neues Konto anlegen möchten, lohnt sich der Vergleich von Aktionen unter den Depotbanken. Achten Sie darauf, dass die Gebühren langfristig rentabel sind. Andernfalls könnten die Prämien schnell unattraktiv werden.

Biallo-Tipp

Wer seine Geldanlage nicht selbst gestalten will oder kann, für den sind die sogenannten Robo Advisor eine geeignete Alternative. Hier gibt es Vermögensverwaltung, Depotführung, Transaktions- und Fondskosten bereits für unter einem Prozent des Anlagevolumens. 

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Peter Rensch

ist gelernter Bankkaufmann und war zuletzt sieben Jahre Chefredakteur bei Springer Fachmedien in Wiesbaden. Dort war er verantwortlich für die Print- und Online-Objekte Bankmagazin, Bankfachklasse und SalesBusiness. Seit 2011 ist er freier Journalist und hat sich auf Finanz- und Verbraucherthemen spezialisiert.

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ist gelernter Bankkaufmann und war zuletzt sieben Jahre Chefredakteur bei Springer Fachmedien in Wiesbaden. Dort war er verantwortlich für die Print- und Online-Objekte Bankmagazin, Bankfachklasse und SalesBusiness. Seit 2011 ist er freier Journalist und hat sich auf Finanz- und Verbraucherthemen spezialisiert.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de