ETFs: Die Sorge vor Währungsrisiken ist meist unbegründet

Geldanlage ETFs: Die Sorge vor Währungsrisiken ist meist unbegründet

von Björn König
15.10.2018
Auf einen Blick
  • Zahlreiche ETFs beziehungsweise die darin enthaltenen Wertpapiere werden nicht in Euro, sondern Fremdwährungen gehandelt. Relevant ist dies vor allem für Anleger, die in renditestarke Werte an den US-Märkten oder in Asien investieren wollen.

  • Trotz Aussicht auf nachhaltig positive Kursentwicklungen schwingt für viele Investoren immer wieder die Sorge vor möglichen Währungsrisiken und damit einem Wertverlust ihrer Anlage im Hintergrund mit.

  • Weder die Fonds- noch die Handelswährung bestimmen den eigentlichen Wert des Investments. Ein Auge sollten potenzielle Anleger hingegen auf die Währung der abgebildeten Titel haben und auch den Kauf von währungsgesicherten ETFs in Betracht ziehen.
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Wer als Anleger in Deutschland seine ersten Schritte an der Börse macht, kauft in aller Regel zunächst deutsche Aktien beziehungsweise ETFs, welche deutsche Unternehmen beinhalten. Diese werden üblicherweise in Euro gehandelt. Man kauft, was man kennt. Das ist natürlich gut nachvollziehbar aber auf lange Sicht keine besonders effektive Strategie, da sie gegen eine der elementaren Grundregeln für langfristig orientierte Investoren (Buy and Hold) verstößt. Nämlich das eigene Anlageportfolio möglichst breit zu diversifizieren.

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Warum überhaupt Wertpapiere im Ausland kaufen?

Im Klartext: Wertpapiere aus verschiedenen Ländern und Branchen gehören ins Depot – allein schon, um sich vor einer negativen Entwicklung an einzelnen Märkten abzukoppeln und das individuelle Anlagerisiko zu senken.

Daneben gibt es natürlich noch einige weitere Gründe, das Ersparte an den Börsen nicht nur mit Euro zu investieren. Zum einen wären dies durchaus beachtliche Renditechancen. Man denke vor allem an viele bekannte und noch weniger bekannte Tech- bzw. Internetunternehmen. Zwar kann man Aktien von Amazon, Netflix, Apple und Co. auch in Euro an einer deutschen Börse kaufen, das nächste unbekannte Start-Up im Silicon Valley jedoch ganz sicher (noch) nicht.

Wer zudem beim Thema ETFs auf eine Dividendenstrategie setzt, kommt im Prinzip auch nicht umher, auf der anderen Seite des Atlantiks zu investieren. Gerade viele US-Unternehmen gehören nämlich nicht nur zum sogenannten Dividendenadel (sie verzeichnen über Jahre oder sogar Jahrzehnte hinweg stabil steigende Dividendenrenditen), sondern zahlen diese im Gegensatz zu deutschen Aktiengesellschaften nicht nur jährlich, sondern quartalsweise aus. Und gerade dies ist für viele Anleger sehr interessant (Stichwort: passives Einkommen).

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Name
ISIN
Wertzuwachs p.a.
 
1.
MainFirst Global Equities A
LU0864709349
13,99%
2.
Siemens Global Growth
DE0009772657
13,40%
3.
Postbank Megatrend
DE0005317374
12,81%
Laufzeit: 5 Jahre

Aktienkurs und Währungsschwankung

Es ist zunächst wichtig zu verstehen, dass ein Börsenerfolg sich nicht primär an den Währungen von Aktien, sondern an den Aktien selbst bemisst. Der Fairness halber muss man natürlich auch hier noch erwähnen, dass Unternehmen durchaus über- oder unterbewertet sein können und selbst ein aktueller Kursverlauf recht wenig über den tatsächlichen Wert eines Unternehmens aussagt.

Paradoxerweise machen sich viele Anleger jedoch mehr Sorgen um den fallenden Dollar, als die besagte Wertentwicklung des US-Unternehmens, in welches sie investieren.

Ganz gut zeigt dies beispielsweise ein Blick auf die Aktie des US-Energieriesen General Electric. Dessen Wertpapier verlor seit Ende 2016 rund zwei Drittel seines Kurswertes, während sich der Dollar selbst im Vergleichszeitraum – wenn auch mit gewissen Schwankungen – auf relativ stabilem Vergleichsniveau zum Euro bewegte. Die GE-Aktie dürfte den meisten Anlegern somit wenig Freude bereitet haben – und zwar unabhängig von der Frage, an welcher Börse und in welcher Währung diese gekauft wurde.

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Fondsanlage in Euro versus US-Dollar

Aber kommen wir nun zur Erklärung, warum die Fondswährung für Anleger ohnehin keine Rolle spielen sollte. Nehmen wir an, ein Anleger kauft einen ETF auf Unternehmen in der Eurozone zum Preis von 100 Euro, wobei die Fondswährung auf US-Dollar lautet. Der Wechselkurs liegt bei 0,90 Euro zu einem US-Dollar. Nun rechnet der in US-Dollar notierende Fonds den ETF-Kauf um. Im Depot des Anlegers liegt also der ETF-Gegenwert nicht bei 100 Euro, sondern 111,11 US-Dollar.

Anschließend weist die Anlegerbank den Betrag wieder in Euro aus, womit wir wieder bei den zuvor genannten 100 Euro Kaufpreis wären. Die Frage lautet also nicht: "Wie viel US-Dollar bekomme ich beim aktuellen Wechselkurs für 100 Euro?", sondern: "Wie viel US-Dollar sind meine 100 Euro beim aktuellen Wechselkurs wert?"

Stellt man die zweite Frage, wird schnell deutlich, warum das Währungsrisiko in diesem Fall eine zu vernachlässigende Größe ist. Neben der Fondswährung spielt übrigens auch die Handelswährung – also die Währung, in der ein spezifischer ETF an einer bestimmten Börse gehandelt wird – nur eine untergeordnete Rolle für mögliche Wechselkursschwankungen.

Wo das eigentliche Währungsrisiko liegt

Unabhängig von der Frage, in welcher Währung der Fonds selbst notiert, sollte ganz besonders die Währung der abgebildeten Titel im Auge behalten werden. Je breiter das ETF-Portfolio diversifiziert ist, desto stärker machen sich die Währungsschwankungen bei enthaltenen Werten bemerkbar. Während beispielsweise bei einem ETF auf den S&P 500 ausschließlich der US-Dollar von Relevanz ist, können dies beim MSCI World schon über zehn verschiedene Währungen sein – unter anderem japanischer Yen, kanadischer Dollar, britisches Pfund und schwedische Krone.

Diverse international tätige Fondsgesellschaften – wie beispielsweise Xtrackers und BlackRock – bieten ihre ETFs in sogenannten "gehedgten" Varianten an, die das enthaltene Währungsrisiko ausgleichen sollen. Anleger sollten hier allerdings bedenken, dass es diese Leistung nicht kostenlos gibt. Die Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio, TER) wird in solchen Fällen üblicherweise marginal über den Preisen der nicht gehedgten ETF-Variante liegen.

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Natürlich gibt es auch andere Möglichkeiten, das zuvor genannte Risiko auf anderem Wege zu mindern. Zum Beispiel wählt man zunächst einen Indexfonds, der den MSCI abbildet. Dann ist es möglich, eine leichte Übergewichtung von Euro-Aktien zu erzielen, indem man einen im Euro-Raum anlegenden ETF hinzufügt.

Fazit

Es gibt keinen sachlichen Grund, einen interessanten ETF nur deshalb links liegen zu lassen, weil er in einer Fremdwährung abgerechnet wird.

Orientieren Sie sich vielmehr an den wichtigen Faktoren. Der Fokus sollte neben einer positiven Wertentwicklung des Index vor allem auch auf individuelle Präferenzen ausgerichtet werden. In welche Länder und Branchen wollen Sie investieren, erwarten Sie eine attraktive Dividendenrendite, soll der ETF die Dividende ausschütten oder soll diese in das Anlagevermögen zurückfließen? Behalten Sie zudem stets auch die Kosten des ausgewählten ETF im Auge und vergleichen diesen mit alternativen Angeboten.

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Biallo-Tipp: Für die meisten passiven Anleger dürften unserer Ansicht nach ETFs auf den MSCI World besonders interessant sein. Ausgewählte Top-Performer finden Sie hier: Die besten ETFs auf den MSCI World Index. Allerdings sollten Sie beachten, dass die internationalen Aktienmärkte nach dem jüngsten Mini-Crash an der Wall Street angeschlagen sind. Bis die Börsenampel wieder auf Grün steht, eignen sich sichere Geldanlagen wie Tagesgeld oder kurzläufiges Festgeld als Alternative.

3
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
251,56
1,25%
2.
241,44
1,20%
3.
231,32
1,15%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 2 Jahre
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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de