Fondskosten: Renditekiller Nummer eins

Geldanlage Fondskosten: Renditekiller Nummer eins

von Peter Hermann
05.10.2018
Auf einen Blick
  • Wegen ihrer Intransparenz und Komplexität achten Anleger kaum auf die Fondskosten.

  • Ausgabeaufschlag, Verwaltungsgebühren, Depotkosten und Co. summieren sich manchmal auf fünf Prozent und mehr pro Jahr.

  • Anleger sollten sich vor dem Fondskauf die Kosten detailliert aufschlüsseln lassen.
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Sie sind lästig, kaum vermeidbar und werden von Anlegern eher nachlässig betrachtet: die Fondskosten. Doch wenn Ihnen am Ende eines Geschäftsjahres die Gebühren-Abrechnung Ihrer Fondsanlage ins Haus flattert und Sie sich die Mühe machen, die Gesamtkosten zusammenzuaddieren, dann führt dies oft zu einer herben Überraschung. Dieser Posten wirkt sich meist in erheblichem Maße auf Ihre Rendite aus.

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Hinzu kommt: Fondsgesellschaften und Anbieter wie Banken und andere Finanzdienstleister haben jahrzehntelang daran gearbeitet, derart komplizierte Kostenmodelle zu "basteln", dass heutzutage kaum noch ein Anleger – und schon gar nicht im Vorhinein – dazu in der Lage ist, die Höhe der Gesamtkosten seines Investments auch nur in etwa abzuschätzen. Die Finanzmarktrichtlinie Mifid II und die sich daraus ableitenden neuen Transparenzvorschriften, die seit Anfang 2018 in Kraft sind, sollten dabei Abhilfe schaffen. Dennoch liegt noch immer vieles im Argen.

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Anleger im Kostendschungel

Hauptgrund für die Intransparenz der Fondskosten sind die unterschiedlichen Kostenarten, die in ihrer Gesamtheit vor allem für Börsenlaien schwer zu durchblicken sind.

Rein betriebswirtschaftlich stellen sich die anfallenden Gebühren eines Fonds als eine Ansammlung von fixen sowie variablen und dazu noch jeweils in verschiedenen wiederkehrenden und nicht-wiederkehrenden Varianten dar.

Außerdem sind bestimmte Kosten bereits in der ausgewiesenen Rendite eingepreist, andere nicht. Die verschiedenen Kostenquellen im Detail:

  • Ausgabeaufschlag: Diese Gebühr wird einmalig beim Kauf des Fonds erhoben und beläuft sich beispielsweise bei Aktienfonds auf vier bis sechs Prozent. Wenn Sie den Ausgabeaufschlag im Hinblick auf die Gesamtrendite berechnen möchten, können Sie dies erst am Ende der Laufzeit des Investments tun. Bei ETFs fallen in der Regel keine Ausgabeaufschläge an.

  • Verwaltungsgebühr: Die Management- oder Verwaltungsgebühren werden von der Fondsgesellschaft erhoben und sind in der Regel bereits in der Kurs- beziehungsweise Chartentwicklung des Fonds eingepreist. Sie betragen bei Aktienfonds meist zwischen 1,5 und 2,5 Prozent pro Jahr, bei ETFs liegen sie oft deutlich unter einem Prozent. Im Zuge der Anfang dieses Jahres in Kraft getretenen neuen EU-Finanzvorschriften Mifid II wurde die in der Regel im jeweiligen Fondsprospekt beziehungsweise im sogenannten KIID (Key Investor Information Document) ausgewiesenen Gesamtkostenquote (TER) durch die "Ongoing Charge", die "Laufenden Kosten" ersetzt. Dahinter verbergen sich nach wie vor Verwaltungs-, Management-, Depotbank- sowie Servicegebühren der Fondsgesellschaft. Allerdings sind durch diese Umbenennung bislang keinerlei Verbesserungen im Hinblick auf die Transparenz erreicht worden.

  • Transaktionskosten: Die Transaktionskosten werden von den Anbietern für den Kauf oder Verkauf eines Fonds erhoben. Transaktionskosten fallen einmalig an und können je nach Angebot stark schwanken.

  • Depotkosten: Diese werden meist jährlich von dem verwahrenden Geldinstitut erhoben, bei dem das jeweilige Finanzprodukt aufbewahrt wird. Auch hier gibt es enorme Unterschiede.

  • Performance Fee: Diese Gebühr ist eine erfolgsabhängige Vergütung, die am Ende eines Geschäftsjahres berechnet wird und deren Höhe sich an der erzielten Rendite des Fonds orientiert. Achtung: Durch die Performance Fee können sich die Gesamtkosten eines Investments deutlich erhöhen.

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Vermögensberater wie Guido Ludwig von Ludwig & Laux GmbH & Co. KG gehören daher auch zu den schärfsten Kritikern der praktischen Anwendung der Fondskosten: "Anleger achten viel zu selten auf die Fondskosten, obwohl sie der Performancekiller Nummer eins sind. Die Banken locken aktuell den Privatanleger verstärkt in vermögensverwaltende Misch- beziehungsweise Dachfonds mit sehr hohen laufenden Kosten, die teilweise über drei Prozent pro Jahr liegen. Nicht berücksichtigt sind hierbei die Transaktionskosten und etwaige performanceabhängige Gebühren."

  • Biallo-Tipp: Da Banken und andere Finanzdienstleister inzwischen dazu verpflichtet sind, sollten Sie als Anleger vor dem Kauf eines Fonds auf einer detaillierten Kostenaufstellung bestehen. Bei etwaigen Ungereimtheiten sollten Sie nachhaken und sich beim Bundesamt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) beschweren.

Biallo-Lesetipp

Wer seine Geldanlage nicht selbst gestalten will oder kann, für den sind die sogenannten Robo-Advisor eine geeignete Alternative. Hier gibt es Vermögensverwaltung, Depotführung, Transaktions- und Fondskosten bereits für unter einem Prozent des Anlagevolumens. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber zum Thema Robo-Advisor.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de