Immobilien-ETFs: Bis zu 30 Prozent Rendite seit Jahresanfang

Fonds Immobilien-ETFs: Bis zu 30 Prozent Rendite seit Jahresanfang

von Björn König
16.08.2019
Auf einen Blick
  • Immobilienfonds können Kleinanlegern langfristig attraktive Renditen inklusive verlässlicher Dividendenzahlungen bieten.

  • Eine interessante Option sind sogenannte Real Estate Investment Trusts (REITs), welche auch in Form von Indexfonds (ETFs) angeboten werden.

  • Die Renditechancen variieren insbesondere je nach Anlageregion und dem gewählten Immobiliensektor.
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Am 18. Juni hat der Berliner Senat den sogenannten Mietendeckel beschlossen. Dem Eckpunktepapier zufolge sollen die Mieten in Berlin ab Januar 2020 für fünf Jahre eingefroren werden. Ob er wirklich so kommt, damit werden sich möglicherweise noch die Gerichte befassen müssen. Allein die Ankündigung allein hat dafür gesorgt, dass tausende Mieter in Berlin in den vergangenen Wochen eine Mieterhöhung erhalten haben. Seite dem Senatsbeschluss stehen beim Berliner Mieterverein stehen die Telefone nicht mehr still.

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Ruf nach Enteignung wird lauter

Auch große Immobilienkonzerne wie die Deutsche Wohnen AG stehen derzeit heftig in der Kritik. Eine Berliner Bürgerinitiative hat im Frühjahr das Volksbegehren "Deutsche Wohnen & Co enteignen" gestartet. Die erste Hürde wurde Mitte Juni bereits genommen. Gut möglich, dass es zum Volksentscheid kommt.

Mittlerweile ist die offene Forderung nach Enteignung großer Immobilienkonzerne auch in Parteien wie den Linken oder Grünen allgegenwärtig. Und das nicht etwa nur von irgendwelchen Hinterbänklern unter den Abgeordneten, sondern zum Beispiel von Politkern aus der ersten Reihe wie dem Parteivorsitzenden der Grünen, Robert Habeck.

Doch wäre es reichlich naiv zu glauben, dass die Mietpreise in gefragten Metropolen wie München oder Berlin nur deshalb sinken, weil Wohnungskonzerne enteignet werden. Es macht schlicht keinen Unterschied, ob 300 Bewerber für eine Wohnung bei der Deutschen Wohnen oder einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft auf der Matte stehen. Die Mieten können langfristig nur sinken, wenn gebaut wird. Und dazu benötigt man zunächst einmal Kapital.

Genau hier sind zum Beispiel sogenannte Real Estate Investment Trusts (REITs) als Sammelstelle für Kapitalanlagen im Immobiliensektor gefragt. Und an eben diesen können sich auch Kleinanleger beteiligen, welchen keine großen Summen für eine Direktanlage zur Verfügung stehen.

Klassische Immobilienfonds versus REITs

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Optionen, sein Kapital in Form von Fonds in Immobilien anzulegen.

Variante 1: Geschlossene Immobilienfonds

Ziel geschlossener Immobilienfonds ist es, Kapital für ein ganz spezifisches Projekt einzusammeln. Wichtiges Merkmal ist hier, dass ein geschlossener Immobilienfonds keine Anteile zurücknimmt und auch keine Dividende auszahlt. Erst mit Abschluss der Unternehmung wird der gesamte Gewinn an die Anteilseigner ausgeschüttet. Geschlossene Immobilienfonds finanzieren zum Beispiel Objekte, die nach dem Bau weiterveräußert werden.

Variante 2: Offene Immobilienfonds

Auf der anderen Seite gibt es Immobilienfonds, welche Gebäudekomplexe auf globaler Ebene erwerben, verkaufen und verwalten. Hier geht es nicht primär um ein spezifisches Projekt. Wesentlicher Unterschied zu den geschlossenen Immobilienfonds ist der Umstand, dass Anlegern in bestimmten Fällen Dividenden ausgezahlt werden– vor allem sind offene Immobilienfonds aber verpflichtet, ausgegebene Anteile wieder zurückzukaufen. Dieser Rückkauf unterliegt allerdings spezifischen gesetzlichen Regelungen, beispielsweise im Hinblick auf die Mindesthaltedauer und Kündigungsfristen.

REITs

Bei Real Estate Investment Trusts (REITs) handelt es sich um eine spezielle Form von börsengehandelten Immobilienfonds, deren zentrales Merkmal die Steuerbegünstigung in ihren Zulassungsländern ist. Was diese Form von Anlageprodukten besonders interessant macht, ist der Umstand, dass sie laut Gesetz verpflichtet sind, mindestens 90 Prozent ihrer Gewinne an die Investoren auszuschütten. Damit eignen sie sich quasi perfekt als langfristige, passive Einnahmequelle.

Per ETF einsteigen

Im Prinzip ist die Anlage in REITs ebenso einfach wie beispielsweise der Kauf eines ETFs auf den MSCI World. Wichtige Faktoren bei der Bewertung sind hier auch die Gesamtkostenquote sowie die Größe des verwalteten Vermögens. Niels Nauhauser, Abteilungsleiter Altersvorsorge bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, empfiehlt ebenso, auf Immobilienfonds zu setzen: "Mit einer Kombination mehrerer offener Immobilienfonds oder auch Immobilien-ETFs können Anleger mit wenig Geld das Risiko auf verschiedene Länder verteilen."

Grundsätzlich sollte immer bedacht werden, dass Renditeentwicklungen bei Immobilieninvestments ebenso wenig vorhersehbar sind wie in anderen Branchen und Sektoren. Deshalb ist es sinnvoll, dass Immobilienfonds nur einen Teil des gesamten Anlagemix ausmachen.

Anleger sollten auch beachten, dass der deutsche REIT-Sektor im internationalen Vergleich – insbesondere mit den USA – noch vergleichsweise unterentwickelt ist und zur Auflage von ETFs durch Fondsgesellschaften offenbar nicht sonderlich attraktiv scheint. Das zeigt auch der RX REIT-Index sowie die starke Fokussierung der in ihm enthaltenen Werte auf Büro- beziehungsweise Geschäftsimmobilien.

Die Deutsche Börse berechnet drei eigenständige RX REIT-Indizes: Performance, All Share Performance, Real Estate Performance. Gemessen an der Marktkapitalisierung, spielen insbesondere Alstria Office und Hamborner REIT eine zentrale Rolle. Anleger sollten sich außerdem bewusst sein, dass der RX REIT seit Jahresanfang mehr als 30 Prozent zugelegt hat und hier kurzfristiges Rückschlagspotenzial besteht.

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Monatliche Rate
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Jahreszins
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1.
962,50
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0,50%
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3.
1.002,50
0,52%
0,51%
Betrag 300.000 €, Laufzeit 10 Jahre, Beleihung 60 %

Unser Fazit

Letztendlich sind es die gesetzlich vorgeschriebenen Ausschüttungen und natürlich Steuerbegünstigungen, welche das Thema REIT-ETFs auch für eine breite Masse der Investoren interessant machen. Betongold wird auch in Zukunft immer eine zentrale Rolle spielen und kann somit durchaus Teil einer ausgewogenen Anlage sein.

Wer nicht über ein dickes Eigenkapitalpolster für Direktinvestments verfügt, sollte sich die Themen offene Immobilienfonds beziehungsweise REITs in jedem Falle einmal genauer anschauen. Wie immer lautet auch hier der Rat, nicht nur auf das eigene Land zu schauen, sondern international zu investieren, um das Renditepotenzial soweit wie möglich auszuschöpfen.

Biallo-Tipp

Anleger können im Rahmen einer breiten Kapitalstreuung durchaus über Investments in Wohnimmobilien nachdenken, da der Bedarf – insbesondere in weltweit nahezu allen Metropolen – nach wie vor groß ist und sich weiterhin auf hohem Niveau einpendelt. Etwas anders sieht es jedoch bei Geschäftsimmobilien, zum Beispiel Einzelhandelsobjekten in ländlichen Regionen, aus: Hier ist das Risiko höher und es gibt aufgrund von Onlinehandel schon jetzt viele Leerstände. Achten Sie bei der Auswahl also genau auf die Anlagestrategie des gewählten Fonds.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de