Vermögenswirksame Leistung Extra-Geld vom Chef in Indexfonds anlegen

Vermögenswirksame Leistung Extra-Geld vom Chef in Indexfonds anlegen

Brigitte Watermann
von Brigitte Watermann
29.09.2016
Auf einen Blick

Vermögenswirksame Leistungen können Arbeitnehmer auch in kostengünstige Indexfonds (ETF) anlegen. Viel zu oft verzichten sie noch auf das Extra-Geld vom Chef.

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Reich wird man zwar nicht mit Vermögenswirksamen Leistungen (VL). Doch noch immer lassen sich viele Arbeitnehmer VL einfach entgehen, obwohl sie laut Tarif- oder Arbeitsvertrag zusätzlich zu ihrem Arbeitslohn Anspruch auf Vermögenswirksame Leistungen ihres Arbeitgebers haben. Gerade Berufseinsteiger und Geringverdiener verzichten damit aber auch auf eine staatliche Förderung – über die Jahre lassen sie sich damit eine Menge Geld entgehen.

Bei der Direktbank Comdirect gibt es mit börsengehandelten Indexfonds (ETF) eine spannende und kostengünstige Anlagemöglichkeit für Vermögenswirksame Leistungen. Die Ordergebühren der derzeit 79 angebotenen VL-ETF betragen derzeit je nach ETF 0,21 bis 0,75 Prozent der Anlagesumme ohne Mindestgebühr. Das Depot für Vermögenswirksame Leistungen wird bei Comdirect-Tochter Ebase geführt und kostet zwölf Euro im Jahr. Depots für Vermögenswirksame Leistungen sind auch bei Fondsgesellschaften üblicherweise kostenpflichtig, dafür zahlt man bei ihnen beim Kauf in aller Regel den vollen Ausgabeaufschlag – bei Aktienfonds sind das nicht selten fünf Prozent. Indexfonds sind im Erwerb und auch im Bestand deutlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds und daher ein für den langfristigen Vermögensaufbau besonders gut geeignetes Produkt.

Nur wenige Fondsmanager übertreffen den Index

Wer in ETF investiert, schneidet immer genauso gut oder schlecht ab wie der zugrunde liegende Index. Anders ist es bei aktiv gemanagten Fonds. Wer auf den richtigen Fondsmanager setzt, kann ein besseres Anlageergebnis erzielen als mit einem Indexinvestment. Studien zeigen allerdings immer wieder, dass es nur einer Minderheit der Fondsmanager dauerhaft gelingt, den Index zu schlagen. Als VL-Produkte sind ETFs erst im Kommen und bei Filialbanken bislang unüblich. Kein Wunder, denn beim Absatz von aktiv gemanagten Fonds erhalten die Banken zum Teil satte Provisionen, bei ETFs sieht das dagegen anders aus.

Wie komme ich an VL meines Arbeitgebers?

Es empfiehlt sich, bei der zuständigen Personalabteilung nachzufragen, ob und in welcher Höhe VL gewährt werden. In der Regel ist das tarifvertraglich geregelt. Häufig fließt das Geld aber erst nach der Probezeit. Maximal spendiert der Arbeitgeber eine VL-Sparrate von bis zu 40 Euro im Monat, also 480 Euro pro Jahr. Es macht nur wenig Mühe, einen VL-Vertrag abzuschließen. Der Arbeitnehmer selbst sucht das Produkt aus und schließt den Sparvertrag ab. Anschließend informiert er seine Personalabteilung darüber. Der Arbeitgeber zahlt dann die Leistungen direkt in den Vertrag ein – denn nur dann gelten die Einzahlungen als förderfähige VL.

Weitere Anlagemöglichkeiten für Vermögenswirksame Leistungen

Vermögenswirksame Leistungen dürfen auf verschiedene Weise investiert werden. Besonders gängig sind das Sparen mit Aktienfonds oder einem Bausparvertrag. Das kommt nicht von ungefähr, denn beide Anlageformen werden vom Staat über die Arbeitnehmersparzulage besonders gefördert. Gleiches gilt für Belegschaftsaktien des eigenen Unternehmens und die Tilgung eines Baukredits.

Wer einen Baukredit abzahlt, sollte seine VL-Raten für die Schuldentilgung nutzen – eine bessere Rendite gibt es kaum, denn sie entspricht dem eingesparten Schuldzins. Daneben können Banksparverträge oder Kapitallebensversicherungen zwar ebenfalls mit Vermögenswirksamen Leistungen bespart werden, doch auf diese Verträge gibt es keinen Staatsbonus.

Mit staatlicher Förderung sind vermögenswirksame Leistungen besonders interessant. Die sogenannte Arbeitnehmersparzulage erhalten Sie nur dann, wenn Sie mit Ihrem zu versteuernden Einkommen bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten. Bei Aktienfondssparplänen beträgt die Förderung maximal 80 Euro pro Jahr bei einer Einkommensgrenze von 20.000 Euro – oder 20 Prozent der Einzahlungen von maximal 400 Euro jährlich.

Bei Bausparverträgen und der über Vermögenswirksame Leistungen finanzierten Tilgung eines Baukredits beträgt die Zulage maximal 43 Euro pro Jahr – oder neun Prozent auf maximal 470 Euro jährlich. Wichtig: Das zu versteuernde Einkommen darf 17.900 Euro nicht überschreiten, für Verheiratete gelten die doppelten Summen.

Vermögenswirksame Leistungen kombinieren

Eine Kombination zweier Förderungen ist möglich, wenn man etwa einen Aktienfondssparplan und einen Bausparer abschließt. Beim Bausparvertrag können Sparer neben der Arbeitnehmersparzulage außerdem noch die Wohnungsbauprämie in Höhe von 8,8 Prozent (maximal 45 Euro) kassieren, sofern man weitere maximal 512 Euro (Verheiratete das Doppelte) pro Jahr aus eigener Tasche einzahlt. Die Einkommensgrenzen für die Wohnungsbauprämie liegen übrigens höher, nämlich bei einem zu versteuernden Einkommen von 25.600 Euro (für Verheiratete das Doppelte).

Die VL-Sparverträge laufen üblicherweise sechs Jahre, daran schließt sich eine Wartefrist von bis zu einem Jahr an. Erst danach erhalten Sie das angesparte Geld ausbezahlt. Idealerweise schließt man in der Wartefrist gleich den nächsten Sparvertrag ab, auf den die Zahlungen ihres Arbeitgebers weiterfliessen.

Für Vermögenswirksame Leistungen fallen Steuern an

Doch einen Wermutstropfen gibt es: Vermögenswirksame Leistungen wirken sich steuerlich wie eine kleine Gehaltserhöhung aus, denn sie unterliegen dem Steuer- und Sozialabgabenabzug. Zwar fließt der volle Sparbetrag des Arbeitgebers aufs VL-Konto, der Arbeitnehmer muss sich daran aber indirekt über den Steuer- und Sozialabgabenabzug beteiligen. In der Auszahlungsphase fällt außerdem womöglich 25 Prozent Abgeltungsteuer an. Doch ohne diese indirekte Beteiligung des Arbeitnehmers fließt das VL-Geld leider gar nicht.

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Für meine Leser bin ich stets auf der Suche nach neuen Angebots- und Konditionen-Trends bei Direkt- und Filialbanken. Denn mein Ziel ist es, dass Anleger wohl durchdachte Entscheidungen treffen können, welchen Anbietern sie ihr Vertrauen schenken. Außerdem schreibe ich seit vielen Jahren zu den Themen Vermögensaufbau und Altersvorsorge, aber auch Anlegerschutzrecht und Steuern. Private Geldanleger und ihre Bedürfnisse stehen dabei für mich immer im Fokus.  

In München und Washington, D.C., habe ich Diplom-Journalistik und Diplom-Volkswirtschaftslehre studiert, außerdem meine Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München absolviert. Nach meinem Berufseinstieg als Redakteurin beim Anlegermagazin Börse Online arbeitete ich von 1998 bis 2000 als Investor Relations Managerin bei der HypoVereinsbank. 2000 kehrte ich als Ressortleiterin zu Börse Online zurück und verantwortete dort bis 2009 die Bereiche “Geld und Vorsorge” sowie die Portrait- und Interviewstrecke “Börsianer und Anleger”. In dieser Zeit habe ich mehrere renommierte Journalistenpreise gewonnen.  

Seit 2009 schreibe ich für biallo.de, aber auch für Capital, Euro am Sonntag, Euro und weiterhin für Börse Online sowie für andere bekannte überregionale Wirtschaftsmedien. Gemeinsam mit früheren Börse Online-Kollegen betreibe ich den börsentäglichen Blog finanzjournalisten.blogspot.com. Daneben bin ich als Referentin für Wirtschaftsjournalismus an der Deutschen Journalistenschule München sowie als Moderatorin von Podiumsdiskussionen tätig.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de