Marktstudie

ETFs: Zukunft gehört aktiven und nachhaltigen Strategien

Update: 18.09.2020
Auf einen Blick
  • Eine Studie des Vermögensverwalters J.P. Morgan zeigt: Trotz der Corona-Krise wird das Wachstum im ETF-Markt weiter anhalten.

  • Besonders stark sollen demnach aktive ETFs wachsen – und solche, die auf Nachhaltigkeit setzen.

  • Auch die Zahl der ETF-Sparpläne soll in den kommenden Jahren deutlich zunehmen, zeigt eine weitere Untersuchung.

Windräder auf einem Bergrücken: Nachhaltige Strategien werden künftig einer der Wachstumstreiber beim ETF-Wachstum sein, sagt die Studie voraus.
Space-kraft / Shutterstock.com

Selbst die weltweite Corona-Krise kann dem ETF-Markt offenbar nichts anhaben: Das Wachstum bei den „Exchange Traded Funds“, den börsengehandelten Indexfonds, wird weiter anhalten. Es soll jedoch künftig stärker von ETFs mit aktiver Vermögensverwaltung und nachhaltigen Strategien angetrieben werden. Das ist das Ergebnis einer Studie des Vermögensverwalters J.P. Morgan Asset Management.

In seiner jährlichen „Globalen ETF-Studie“ befragte das Investmenthaus 320 professionelle Anleger weltweit zum ETF-Wachstum. Darunter sind unabhängige Vermögensverwalter, Fondsmanager und Anlageberater ebenso wie Privatbanken, Dachfonds oder Versicherungsgesellschaften. Ihr Fazit: Bis zum Jahr 2023 sollen rund 40 Prozent der in die Indexfonds investierten Gelder in aktiv verwaltete ETFs fließen. Derzeit liegt dieser Anteil bei etwa 30 Prozent. Der Anteil rein passiver Produkte soll dagegen von knapp 70 auf etwa 60 Prozent sinken.

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Aktive ETFs fügen den passiven Schwerpunkte hinzu

Zum Hintergrund: Ursprünglich wurden ETFs als rein passive Produkte konstruiert. Das bedeutet: Sie bilden einen Markt in Form eines Aktien- oder Anleihenindex möglichst genau nach. Daher auch der Name „Indexfonds“. Aktiv verwaltete ETFs wandeln dieses Prinzip jedoch ab, indem sie zum Beispiel für einen ETF nur eine Auswahl aus dem Index treffen. Oder sie fügen den herkömmlichen Indexfonds einen Schwerpunkt hinzu – die sogenannten „Faktoren“.

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Solche „Faktor-“ oder „Smart-Beta-ETFs“ setzen etwa mit dem Faktor „Quality“ gezielt auf Unternehmen in einem Index, die solide Bilanzen aufweisen. Beim Faktor „Value“ geht es um Firmen, deren Aktien unterbewertet sind. Und der Faktor „Low Volatility“ steht für Aktien, deren Kurs vergleichsweise wenig schwankt. Darüber hinaus lassen sich über den aktiven Ansatz auch ETFs konstruieren, die gezielt auf nachhaltige Unternehmen innerhalb eines Index setzen.


Anleger wollen mit ETFs auf Werte setzen

Die Möglichkeit, bestimmte Anlageziele wie etwa das nachhaltige Investieren zu verwirklichen, bezeichnen die von J.P Morgan befragten Investmentprofis denn auch als einen großen Vorteil aktiv gemanagter ETFs. Hinzu komme die Kosteneffizienz der Indexfonds im Vergleich zu herkömmlichen Fonds.

ETFs mit nachhaltigem Schwerpunkt gelten den professionellen Anlegern dabei als einer der wichtigsten Wachstumstreiber im ETF-Markt. Weltweit sagen fast 60 Prozent der Befragten ein starkes Wachstum nachhaltiger ETFs bis 2023 voraus. Als Gründe dafür nennen sie den Wunsch der Anleger, das Investment mit ihren Überzeugungen in Einklang zu bringen. Vor allem jüngere Anleger verfolgten dabei einen sogenannten „wertebasierten Ansatz“ bei Geldanlagen, so die Studie.

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Überdies könne die Berücksichtigung von Kriterien zur Nachhaltigkeit das Risiko der Anlage verringern. Der Grund: Als nachhaltig und umweltfreundlich geltende Unternehmen sind in der Regel defensiver aufgestellt als der Rest einer Branche.


Zahl der ETF-Sparpläne soll deutlich steigen

Generell konnte die Corona-Krise dem ETF-Markt bislang wenig anhaben. So ist nach dem jüngsten Marktbericht des Anlegerportals ExtraETF.com das investierte ETF-Volumen bei 13 wichtigen Banken und Handelsplattformen in Deutschland von Ende 2019 bis August 2020 um gut ein Fünftel gestiegen. Es liegt derzeit bei mehr als 41 Milliarden Euro. Das Volumen von ETF-Sparplänen stieg um mehr als 46 Prozent auf derzeit rund 312 Millionen Euro.

Diese Dynamik dürfte weiter anhalten. So sagt der Vermögensverwalter Blackrock in einer neueren Studie ein deutliches Wachstum für ETF-Sparpläne voraus. Bis 2025 soll es demnach in Deutschland rund sieben Millionen ETF-Sparpläne geben. Derzeit liegt diese Zahl bei etwa 1,9 Millionen. Die jährliche Sparplan-Rate soll im Schnitt bei 150 Euro liegen. 

Weltweit liegt das in ETFs investierte Volumen nach einem Bericht der Financial Times mittlerweile bei sieben Billionen US-Dollar. Das sind knapp sechs Billionen Euro. Alleine in diesem Jahr flossen mehr als 428 Milliarden US-Dollar (364 Milliarden Euro) neu in ETFs. Hintergrund sei die extrem lockere Geldpolitik der Notenbanken weltweit. 




  Kevin Schwarzinger


 
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