Aktien im Crash-Modus: So handeln Sie jetzt richtig!

Börse Aktien im Crash-Modus: So handeln Sie jetzt richtig!

von biallo.de
10.03.2020
Auf einen Blick
  • Der 9. März 2020 geht als "Schwarzer Montag" in die Börsengeschichte ein. Der deutsche Leitindex Dax hat den größten Tagesverlust seit 09/11 verzeichnet.

  • Anleger sollten jetzt einen kühlen Kopf bewahren und nicht in Panik verfallen. Ein langer Atem zahlt sich an der Börse in der Regel aus.
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Deutsche Bank minus 13,6 Prozent, Daimler minus 13,4 Prozent, Covestro minus 11,5 Prozent – die größten Dax-Verlierer am "Schwarzen Montag" verdeutlichen das Ausmaß der weltweiten Panik an den Aktienmärkten. Allein der Dax verlor in der Spitze rund 1.000 Punkte. Aus dem Handel ging er schließlich mit einem Minus von 7,78 Prozent – der größte Tagesverlust seit den Terroranschlägen am 11. September 2001. Damals büßte der Dax exakt 8,56 Prozent ein.

Ölpreis-Verfall bereitet Sorgen

Auslöser für das jüngste "Blutbad" an den Aktienmärkten war der drastische Einbruch am Ölmarkt, als der Ölpreis in der Nacht zum Montag bis zu 30 Prozent an Wert verlor – so stark, wie seit knapp 30 Jahren nicht mehr.

Nach den gescheiterten Verhandlungen des Ölkartells Opec über eine Förderkürzung droht jetzt ein anhaltender Ölpreiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland. Das könnte etliche Ölfirmen – auch in den USA – in Schieflage bringen und schürt zusätzlich die Angst vor einem Einbruch der Weltkonjunktur, die durch das Corona-Virus bereits stark angekratzt ist.

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Wie sollten Anleger jetzt reagieren?

Auf keinen Fall alles in Panik verkaufen, sondern einen kühlen Kopf bewahren. "Man muss den Markt jetzt erst mal austoben lassen, wie Kinder, die sich in Wutanfällen generieren", sagt Kapitalmarktstratege Robert Halver von der Baader Bank. Für einzelne Käufe sei es zwar noch zu früh. Wer allerdings einen Wertpapier-Sparplan eingerichtet hat, sollte den auf jeden Fall weiterlaufen lassen, empfiehlt Halver. Schließlich bekommen Anleger jetzt für ihre Sparrate deutlich mehr Anteile als noch vor ein paar Wochen, was sich langfristig in der nächsten Aufwärtsbewegung auszahlt.

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Die Börse ist keine Einbahnstraße

Diese Börsenweisheit sollten sich Anleger stets zu Herzen nehmen. Den Sturz ins Bodenlose ohne Gesundung der Kurse gibt es an der Börse nicht – und nach dieser Gewissheit sollten Anleger auch handeln. Selbst nach großen Crashs wie Ende der zwanziger Jahre, in den Neunzigern oder zur Lehman-Pleite 2008 haben sich die Märkte erstaunlich schnell wieder erholt – und oft sogar neue Rekordhöhen erreicht.

Natürlich sind weitere Verluste kurzfristig nicht ausgeschlossen. Die machen aber vor allem jene, die jetzt in Panik aussteigen – und aus der gleichen Panik heraus bei Tiefstkursen keine neuen Fonds oder Aktien erwerben. Lassen Sie sich deshalb auch nicht durch angeblich "magische" Kursstände beirren, von denen in manchen Medien die Rede ist. Ob der Dax nun gerade knapp über oder unter 10.000 Punkten steht, hat höchstens auf einige Gelegenheitsanleger psychologische Wirkung.

Doch die Kurse werden im Wesentlichen von hochprofessionellen Strategen bewegt, die zum Beispiel die Milliarden von Pensionsfonds langfristig ertragreich investieren müssen. Sie lassen sich bei ihrer Anlage nicht von kurzfristigen Schwankungen über bestimmte Kurshöhen bewegen.

Persönlichen Anlagehorizont berücksichtigen

Natürlich hängt die Entscheidung über einen Kauf oder Verkauf auch immer davon ab, wann Sie auf ihr angelegtes Kapital angewiesen sind. Brauchen Sie das Geld jetzt oder können Sie eine Schwächephase, die an den Börsen auch mal mehrere Jahre andauern kann, einfach aussitzen?

Das sogenannte Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts (DAI) zeigt: Wer in den vergangenen 50 Jahren einen Dax-Aktienkorb kaufte und diesen mindestens 13 Jahre hielt, hat zu jedem Einstiegszeitpunkt eine positive Rendite erzielt. Bei einem Anlagezeitraum von 20 Jahren etwa belief sich die durchschnittliche Jahresrendite auf 8,8 Prozent im Jahr. "Im schlechtesten Fall lag die jährliche Rendite bei 3,3 Prozent, im besten bei 15,2 Prozent", so das DAI.

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Festgeld
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
  280,00 €
1,40 %
2.
  140,00 €
0,70 %
3.
  130,00 €
0,65 %
Betrag 10.000 €, Laufzeit 2 Jahre

Wie Sie Ihr Depot absichern können

Es gibt verschiedene Instrumente als Beimischung, mit denen Sie Ihr Depot absichern oder Kursverluste zumindest eindämmen können. Das geht zum einen mit bestimmten Fonds, die solche Sicherungsmechanismen eingebaut haben, dafür aber bei einem Boom nicht den ganzen Kursaufschwung mitnehmen: etwa mit sogenannten Total-Return-Fonds oder Low-Volatility-Fonds.

Eine Absicherung – im Börsenjargon Hedging genannt – funktioniert auch mit Optionsscheinen. Dazu sollten Sie sich aber schon sehr gut an der Börse, speziell am Terminmarkt, auskennen – und auch genau Ihre Anlageziele und -zeitpunkte definieren können. Normalanlegern ist eine solche Strategie eher nicht zu empfehlen.

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Der beste langfristige Schutz gegen Kapitalverluste ist immer eine breite Streuung, auch Diversifizierung genannt. Dabei streuen Sie Ihr Vermögen über unterschiedliche Anlageklassen wie etwa Aktien, Anleihen, Immobilien und Gold. Auch Geldmarktpapiere sowie Tagesgeld und Festgeld sind für die Liquiditätssicherung unverzichtbar.

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Wichtig dabei ist, dass Sie nicht alles auf eine Karte setzen – das gilt besonders in unsicheren Börsenphasen. Die vermeintlich "sicheren Häfen" wie Staatsanleihen und Edelmetalle, können ebenfalls starken Kursschwankungen unterworfen sein. Derzeit zeigen sich beide Anlageklassen zwar robust, aber spätestens wenn die Corona-Angst wieder schwindet, kann es auch hier empfindliche Kursrückgänge geben.

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Tagesgeld
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
13,76 €
0,55 %
2.
12,51 €
0,50 %
3.
10,00 €
0,40 %
Betrag 10.000 €, Laufzeit 3 Monate
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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de

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