Anlageverhalten: Frauen sind risikobewusster als Männer

ZEW-Studie Anlageverhalten: Frauen sind risikobewusster als Männer

Kevin Schwarzinger
von Kevin Schwarzinger
18.05.2018
Auf einen Blick
  • Frauen gehen bei Geldanlagen deutlich weniger Risiken ein als Männer.

  • Wenn Anlegerinnen in Wertpapiere investieren, dann am liebsten in Fonds.

  • Während bei Minderjährigen die Wertpapierquote keine geschlechterspezifischen Besonderheiten aufweist, agieren Frauen nach dem 18. Lebensjahr in allen Altersgruppen deutlich vorsichtiger.
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Frauen scheuen das Risiko bei der Geldanlage und setzen seltener auf Aktien als Männer. Aber wenn sie sie sich am Kapitalmarkt beteiligen, sind sie nicht weniger erfolgreich als männliche Anleger.

Das ergab die repräsentative Umfrage "Frauen als Anleger – Sparen Frauen anders als Männer?", die die ING-Diba in Kooperation mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Donnerstag in Frankfurt vorstellte. Demnach sind 75 Prozent aller Frauen nicht bereit, finanzielle Risiken einzugehen, gegenüber 63 Prozent der Männer.

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Frauen meiden Kapitalmarkt

Generell partizipieren Frauen seltener am Kapitalmarkt. Aber selbst wenn sich Anlegerinnen für ein Wertpapierinvestment entscheiden, ist nur ein Prozent bereit, auch "überdurchschnittliche" Risiken einzugehen. Bei den Männern liegt der Anteil bei immerhin vier Prozent. Dreiviertel der Sparerinnen (75 Prozent) wollen überhaupt kein Risiko eingehen, bei Männern sind es 63 Prozent.

Das deutsche Sparer grundsätzlich eher das Risiko scheuen, ist an sich nichts Neues.  Aber: "Frauen hassen das Risiko noch mehr als Männer", sagt Martin Weber, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mainz und Leiter der Studie.

Sparerinnen setzen auf Fonds

Wenn Frauen am Kapitalmarkt investieren, dann am liebsten in Fonds (74 Prozent), gefolgt von Aktien (45 Prozent) und festverzinslichen Wertpapieren (20 Prozent). Auch bei männlichen Anlegern ist die Präferenz in dieser Reihenfolge gegeben, allerdings mit dem Unterschied, dass der Aktienanteil höher ist als bei Frauen (57 Prozent).

Frauen entscheiden sich seltener für ein Depot

Die ZEW-Studie deckt sich mit den Ergebnissen einer ING-Diba Kundenanalyse. Die Frankfurter Direktbank untersuchte ihre rund 1,2 Millionen Wertpapier- und neun Millionen Sparkunden in Hinblick auf geschlechterspezifische Besonderheiten im Sparverhalten. Generell führen Frauen seltener ein Wertpapierdepot als Männer. So eröffnen 18 Prozent aller ING-Diba-Kunden neben einem Tagesgeld auch ein Wertpapierdepot.

Bei Frauen liegt diese Quote mit zwölf Prozent aber nur etwa halb so hoch wie bei Männern. Während bei Minderjährigen die Wertpapierquote bei beiden Geschlechtern nahezu auf dem gleichen Niveau verharrt, sind Frauen nach dem 18. Lebensjahr in allen Altersgruppen deutlich zurückhaltender.

Weniger Trades und kaum Technologietitel

Männer sind nicht nur deutlich aktiver am Kapitalmarkt, sie handeln außerdem wesentlich häufiger. Während Anlegerinnen im Schnitt sechs Trades pro Jahr vornehmen, sind Männer mit fast elf Trades pro Jahr deutlich handlungsfreudiger. Zudem zeigen sich Frauen zurückhaltender bei Technik-Titeln. "Die Risikoscheu treibt das gesamte Anlageverhalten", resümiert Martin Schmidberger, Generalbevollmächtigter und Bereichsleiter Produkt- und Zielgruppenmanagement der ING-Diba.

Männer versus Frauen: Wer sind die besseren Anleger?

Aus der mangelnden Risikobereitschaft und der größeren Zurückhaltung am Kapitalmarkt lässt sich laut Studie nicht schließen, ob Frauen die besseren oder schlechteren Anleger sind. Die Studie kommt zum Fazit, dass in einem positiven Börsenumfeld wie im Jahr 2017 die risikostärkere Strategie von Männern erfolgreicher war. In einer schwierigen Marktsituation, wie im ersten Quartal 2018, haben Frauen die geringeren Verluste eingefahren.

Lesen Sie auch: Frauen, Geld und die Zukunft: Mädels tut endlich was!

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Jahrgang 1988, studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und war währenddessen bereits als Werkstudent bei biallo.de angestellt. Seit 2016 ist er Mitglied der Redaktion und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de