Spekulation um Notenbanken

Anleger nutzen Rücksetzer für Anschlusskäufe

Update: 14.02.2018
Sebastian Schick
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Auf einen Blick
  • In den USA zieht die Inflation stärker als erwartet an. Das befürchtete Börsenbeben bleibt diesmal allerdings aus. Eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank ist offenbar bereits eingepreist.
Zunächst leichte Nervosität, aber keine Panik: Anleger reagierten auf die US-Inflationsdaten äußerst besonnen.
Rawpixel.com / Shutterstock.com

Die US-Verbraucherpreise sind im Januar im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Prozent gestiegen. Ökonomen hatten nur einen Anstieg von 1,9 Prozent erwartet. Die höhere Teuerungsrate nährt Spekulationen, dass die US-Notenbank die geldpolitischen Zügel bald weiter straffen könnte und beim Zinsentscheid am 21. März die Leitzinsen erneut anhebt – und zwar auf einen Korridor von 1,50 bis 1,75 Prozent. Die Mehrheit der Experten rechnet 2018 mit vier Zinsschritten der Federal Reserve.

Achterbahnfahrt ohne Panik

Kurz nach Veröffentlichung der Daten um 14.30 Uhr (MEZ) haben die internationalen Börsen nervös nach unten gezuckt. Der Deutsche Aktienindex tauchte innerhalb weniger Minuten um rund 200 Punkte ab und markierte das Tagestief bei 12.075 Punkten. Allerdings war der Schrecken nur von kurzer Dauer und Investoren nutzten das Tief für Anschlusskäufe. Gegen 16:30 Uhr notierte der Dax wieder bei rund 12.350 Punkten, ein Plus von knapp 1,3 Prozent im Vergleich zum Vortag. Aus dem Handel ging der deutsche Leitindex mit einem Plus von rund 1,2 Prozent auf 12.339 Punkte.

Nach dem Mini-Crash in der vergangenen Woche sei der kommende Zinsschritt der US-Notenbank bereits eingepreist, ist von Marktbeobachtern zu hören. Hintergrund: Steigende Zinsen sind generell Gift für die Aktienmärkte, da festverzinsliche Papiere für Investoren attraktiver werden und diese Geld aus den Aktienmärkten abziehen.

Angst vor Schuldenkrise 2.0

Auf der anderen Seite bergen höhere Zinsen bei den Staatsanleihen die Gefahr, dass die Schuldenkrise wieder hochkochen könnte. Denn durch höhere Zinsen steigen auch die Refinanzierungskosten der hoch verschuldeten USA. So muss das Land seinen Geldgebern mittlerweile 2,8 Prozent Zinsen für einen Zeitraum von zehn Jahren zahlen. Zum Vergleich: Vor zwei Jahren waren es nicht mal halb so viel Zinsen. Dass der US-Dollar in den vergangenen Monaten deutlich abgewertet hat, federt den Effekt ab.

Auch in den südeuropäischen Staaten ziehen die Renditen bei zehnjährigen Staatsanleihen deutlich an. Hinzu kommt der starke Euro, der EZB-Chef Mario Draghi ein Dorn im Auge ist, sowie die schwächere Inflation. Alles zusammen ein gefährlicher Cocktail, der die Schuldenkrise in Europa schnell wieder aufflammen lassen könnte. Kein Wunder, dass Draghi noch zögert, die Leitzinsen im Euroraum anzuheben.

Biallo-Lesetipp

"Es wird in den kommenden Monaten immer wieder Spekulationen geben, ob die Notenbanken schneller als erwartet auf das Gaspedal beim Ausstieg treten oder ob die Inflation stärker anzieht als bislang angenommen", sagt Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING-Diba. Mehr dazu lesen Sie in unserem Interview "Aktienmärkte stark von Notenbanken getrieben".



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