Anleihe-Investment: Zins ist nicht gleich Rendite

Anleihen Anleihe-Investment: Zins ist nicht gleich Rendite

Update: 07.11.2019
von Peter Hermann
Update: 07.11.2019
Auf einen Blick
  • Anleihenfonds haben im Oktober deutlich mehr Nettozuflüsse erzielt als Aktienfonds. 

  • Bei der Berechnung der Rendite einer Anleihe kommt es nicht nur auf den Nominalzins an. Auch die Laufzeit sowie der Kauf- bzw. Verkaufskurs wirken sich auf den effektiven Gewinn aus.
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Anleihen werden im deutschsprachigen Raum derzeit stark nachgefragt. Während Aktienfonds im Oktober Nettozuflüsse von 1,65 Milliarden Euro verzeichneten, steckten Anleger in Rentenfonds deutlich mehr Kapital – nämlich 10,49 Milliarden Euro. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Anlegermagazins FONDS professionell, das die Zahlen des Datenbankanbieters Mountain View ausgewertet hat. 

Hierzulande scheint das Sicherheitsbedürfnis von Anlegern nahezu grenzenlos zu sein. Trotz der anhaltenden Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Derzeit rentieren zehnjährige Bundesanleihen nur mit minus 0,26 Prozent. Bei einer Inflationsrate von aktuell 1,1 Prozent erzielt der Anleger damit einen Realverlust von knapp 1,4 Prozent – ohne Berücksichtigung der Kursveränderung bei einem Verkauf vor Laufzeitende.

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Wie sich der Kurs auf die Rendite auswirkt

Die Rendite einer Anleihe ist nicht mit dem Zinskupon (Nominalzins) zu verwechseln. Denn Erstere verändert sich stetig aufgrund der Kursschwankung, da Anleihen oder Bonds in der Regel über die Börse gehandelt werden und der Kauf- bzw. Verkaufskurs sowie die Laufzeit sich deutlich auf die Rendite auswirken.

Der Kurswert einer Anleihe wird nicht in Euro, sondern in Prozent des Nominalwerts – auch Nennwert genannt – ausgedrückt. Bei Bundesanleihen beträgt der Nennwert pro Teilschuldverschreibung 100 Euro. Diesen Betrag muss der Anleihe-Zeichner dem Emittenten – in dem Fall dem Staat Deutschland – bezahlen.

Steigt das Papier nach der Emission beispielsweise um fünf Prozent, notiert der Kurs bei 105 Prozent. Das Papier hat somit einen Wert von 105 Euro – ohne Berücksichtigung des Zinskupons. Würde der Zeichner das Papier zu diesem Zeitpunkt wieder verkaufen, läge der Kursgewinn bei fünf Prozent.

Der nächste Käufer wiederum muss fünf Euro mehr als den Nennwert auf den Tisch legen. Da der Rückzahlungskurs des Emittenten bei Laufzeitende immer der Nennwert ist, kann der Käufer seinen höheren Einsatz nur über die jährlichen Zinszahlungen wettmachen, außer er verkauft das Papier wieder zu einem höheren Kurs weiter. Allerdings besteht hier natürlich das Risiko fallender Kurse.

Anleger sollten sich deshalb von der Höhe des Zinskupons nicht blenden lassen, sondern immer auch den Kurs berücksichtigen. Liegt der Nominalzins einer Anleihe beispielsweise bei 3,5 Prozent und der Kaufkurs beträgt 105 Prozent, ergibt sich für den Investor nur noch eine laufende Verzinsung von 3,33 Prozent pro Jahr auf sein eingesetztes Kapital.

Die Berechnung lautet wie folgt: (Zinssatz x 100) / Kurswert = laufende Verzinsung. Bei einem Kaufkurs von 95 Prozent würde die laufende Verzinsung in dem Beispiel 3,68 Prozent betragen.

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Das sagt aber alles noch nichts über die tatsächlich erzielte Rendite beziehungsweise Effektivverzinsung aus. Denn hier fließen neben Kaufkurs und Nominalverzinsung auch der Rückzahlungskurs und die Laufzeit der Anlage mit ein.

Zurück zu unserem Beispiel: Bei einem Kaufkurs von 105 Prozent und einer Nominalverzinsung von 3,5 Prozent entschließt sich der Investor, das Papier nach zwei Jahren zu einem Kurs von 130 Prozent zu verkaufen. Damit beläuft sich die Rendite bzw. Effektivverzinsung auf 15,24 Prozent. Ohne Berücksichtigung der Transaktionskosten.

Die Formel dafür lautet: {Nominalzins + [(Verkaufskurs – Kaufkurs) / Laufzeit]} / Kaufkurs x 100 = Rendite.

Wenn der Investor seine Anleihe allerdings nach zwei Jahren nur zu einem Kurs von 99 Prozent verkaufen könnte, läge die Effektivrendite nur noch bei 0,48 Prozent pro Jahr.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de