Ausgestoppt: Was tun mit dem Cash nach dem Mini-Crash?

Geldanlage Ausgestoppt: Was tun mit dem Cash nach dem Mini-Crash?

Sebastian Schick
von Sebastian Schick
14.02.2018
Auf einen Blick
  • Durch den jüngsten Mini-Crash an den Aktienmärkten wurden viele Anleger per Stop-Loss aus ihren Positionen gekegelt.

  • Wer ausgestoppt wurde, fragt sich: Wohin mit meinem freigewordenen Geld? Für einen Neueinstieg an der Börse ist es noch zu früh.

  • Mit Tagesgeld oder kurzläufigem Festgeld können Anleger ihr Geld zwischenparken, bis die Börsenampel wieder auf Grün springt.

  • ETF-Sparer sollten ihre Sparpläne weiterlaufen lassen, denn ein langer Atem wird von der Börse in der Regel honoriert.
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Dax minus 5,3 Prozent, Dow Jones minus 5,2 Prozent – die vergangene Woche möchten Börsianer am liebsten so schnell wie möglich abhaken. Gemessen an ihren Höchstständen Ende Januar haben der Deutsche Aktienindex und US-Leitindex in der Spitze sogar 11,7 beziehungsweise 12,2 Prozent verloren.

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Zwar konnten sich beide Börsenbarometer von ihren zwischenzeitlichen Tiefständen wieder erholen. Allerdings raten Experten, zunächst die Füße stillzuhalten. Denn gewöhnlich ist es so, dass die bisherigen Tiefs einer laufenden Korrektur noch mal getestet werden, bevor der Markt wieder nach oben dreht.

"Die Aktienmärkte sollten sich jetzt zunächst austoben wie unerzogene Kinder, bevor man wieder üppig in sie hineingeht", sagt Robert Halver, Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. Auch sein Kollege Ulrich Stephan, Chefanlagestratege der Deutschen Bank, sieht aktuell noch keine Kaufkurse. Eine durchschnittliche Korrektur habe in der Vergangenheit meist vier Monate gedauert und die Erholung bis zu vorherigen Kursständen ebenfalls vier Monate, so Stephan.

Sichere Geldanlagen wieder gefragt

Angesichts der jüngsten Börsenturbulenzen rücken sichere Geldanlagen wie Tagesgeld oder Festgeld wieder in den Fokus der Anleger. Denn wer sein Depot beispielsweise durch eine Stop-Loss-Order abgesichert hat und im Mini-Crash ausgestoppt wurde, fragt sich jetzt natürlich: Wo soll ich das freigewordene Geld am besten zwischenparken, bis die Börsenampel wieder auf Grün springt?

Statt Geld auf dem Verrechnungskonto liegen zu lassen, wo im ungünstigsten Fall – wie beim Online-Broker Flatex – Negativzinsen erhoben werden, ist ein Tagesgeldkonto die bessere Wahl. Bei der Consorsbank zum Beispiel erhalten Neukunden für einen Anlagebetrag bis 50.000 Euro in den ersten sechs Monaten anteilig ein Prozent Zinsen pro Jahr. Danach sinkt der Zins allerdings auf 0,05 Prozent rapide ab. Das beste Bestandskundenangebot – vor allem auch im Hinblick auf die Einlagensicherung – liefert die schwedische Hoist Finance. Hier gibt es bis zu einer Anlagesumme von 100.000 Euro anteilig 0,60 Prozent Zinsen pro Jahr.

3
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
120,00
1,20%
2.
117,00
1,17%
3.
116,00
1,16%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 12 Monate

Tagesgeld punktet in Sachen Verfügbarkeit

Der Vorteil von Tagesgeld ist seine hohe Flexibilität. Anleger sind nicht an Laufzeiten gebunden und können ihr Geld jederzeit schnell abziehen. Gerade im Hinblick auf die hohe Liquidität ist Tagesgeld bei Anlegern immer noch äußerst beliebt. Im Gegensatz dazu ist beim Festgeld eine vorzeitige Kündigung nicht vorgesehen – falls doch, kann das zu einer negativen Rendite führen. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber Festgeld kündigen.

Es besteht allerdings die Möglichkeit, sehr kurze Laufzeiten von drei Monaten beim Festgeld zu wählen. So können Anleger bei den Spitzenreitern in unserem Festgeld-Vergleich im Schnitt zehn Basispunkte mehr rausholen als beim Tagesgeld. Die französischen Banken BESV und Oney bieten für drei Monate anteilig jeweils 0,70 Prozent pro Jahr. Das sind bei 20.000 Euro immerhin 35 Euro, womit Sie die Ordergebühren für einen Neueinstieg in die Aktienmärkte wieder eingespielt hätten.

ETF-Sparpläne zahlen sich langfristig aus

Wer einen ETF-Sparplan eingerichtet hat, den brauchen Börsenturbulenzen ohnehin wenig zu kümmern. Denn durch den sogenannten Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosteneffekt) können Kursschwankungen langfristig ausgeglichen werden. Der Vorteil: "Wenn die Kurse zwischenzeitlich fallen, erhält man bei gleichbleibendem Ansparplan mehr Aktienanteile. Bei wieder steigenden Kursen macht sich das kaufmännische Motto ‚Im Einkauf liegt der Gewinn‘ positiv bemerkbar", erklärt Robert Halver. "Über eine dann verbreiterte Vermögensbasis nimmt man bevorstehende Kurssteigerungen umso stärker mit.

Ein Engagement an den Aktienmärkten sollte zudem immer langfristig ausgerichtet sein. Wichtig ist auch, dass Sie ihr Risiko breit streuen und nicht alles auf einen Titel setzen. Vor allem vor den sogenannten "heißen Tipps" oder "Hot-Stocks" in Börsenforen oder Newslettern sollten Sie sich hüten. Das wäre so, als würden Sie Ihren Vermögensaufbau mit Sportwetten betreiben.

Das neue Rendite-Dreieck des Deutschen Aktieninstituts zeigt: Wer in den vergangenen 50 Jahren einen Dax-Aktienkorb kaufte und diesen mindestens 13 Jahre hielt, hat stets eine positive Rendite erzielt. Wer beispielsweise 2002 einstieg, kommt bis heute auf eine durchschnittliche Jahresrendite von 10,5 Prozent. Die positive Statistik liefert natürlich keine Garantie, dass das auch in den nächsten 50 Jahren so sein wird.

Biallo-Tipp

Die Korrektur an den Aktienmärkten hat einen positiven Nebeneffekt: Die Dividendenrenditen steigen. Die Dax-30-Unternehmen werden in den kommenden Monaten insgesamt gut 35 Milliarden Euro ausschütten – so viel wie noch nie. Worauf Sie bei der Titelauswahl achten sollten, erfahren Sie in unserem Artikel "Die besten Dividenden-Aktien im Dax".

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nach seinem Studium für das Lehramt an Gymnasien mit der Fächerkombination Deutsch/Latein/Geschichte in Würzburg und Berlin entschied sich Sebastian Schick für den Journalismus. 2005 absolvierte er die Ausbildung zum Rundfunkjournalisten an der Akademie für Neue Medien in Kulmbach.

Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de