Bafin verbietet CFDs mit Nachschusspflicht

CFD-Handel Bafin verbietet CFDs mit Nachschusspflicht

Sebastian Schick
von Sebastian Schick
09.05.2017
Auf einen Blick
  • Die Bafin wendet zum ersten Mal das Kleinanlegerschutzgesetz an.
  • Finanzielle Differenzkontrakte (CFDs) dürfen für Privatanleger nur noch ohne Nachschusspflicht angeboten werden.
  • CFD-Broker haben bis 10. August 2017 Zeit, die Vorgaben umzusetzen.
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Die Bafin greift in den Handel für sogenannte CFDs ein (Contracts for Difference). Die Finanzaufsicht beschränkt die Vermarktung, den Vertrieb und Verkauf der riskanten Hebelprodukte. CFDs mit Nachschusspflicht dürfen Privatanlegern nicht mehr angeboten werden. Die betreffenden Broker haben drei Monate Zeit, die Vorgaben umzusetzen.

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Grund für das Verbot: Die Finanzaufsicht hat erhebliche Bedenken für den Anlegerschutz. Das Verlustrisiko sei nicht auf den Kapitaleinsatz des Kunden beschränkt, sondern könne sein gesamtes Vermögen erfassen und ein Vielfaches seines eingesetzten Kapitals betragen. "Das können wir aus Verbraucherschutzgründen nicht akzeptieren", sagt Elisabeth Roegel, Chefin der Wertpapieraufsicht der Bafin.

Riskante Spekulation - Hebel 100

Mit CFDs können Anleger auf die Entwicklung eines bestimmten Basiswertes spekulieren - etwa einer Aktie oder eines Rohstoffs. Im Unterschied zu Optionen oder Futures haben CFDs keine Laufzeit. Als Kapitaleinsatz dient die sogenannte Margin - eine Sicherheitsleistung (ca. ein bis zehn Prozent der Gesamtposition). Mit einer Margin von einem Prozent kann der Spekulant seinen Einsatz um den Faktor 100 hebeln. Kosten die Aktien zum Beispiel 100.000 Euro, muss er nur 1.000 Euro als Einsatz beisteuern. Den Rest übernimmt der Handelspartner des CFD-Anbieters.

Nachschusspflicht kann Haus und Hof kosten

Vorteil: Steigt die Position um ein Prozent, macht der Anleger 100 Prozent Gewinn (vor Gebühren). Aus 1.000 Euro Einsatz werden somit 2.000 Euro. Das gleiche gilt natürlich auch für die Gegenrichtung: Fällt der Wert der Aktien um ein Prozent, ist der komplette Einsatz weg. Bei CFDs mit Nachschusspflicht ist damit aber noch nicht Schluss. Es greift dann der sogenannte Margin Call: Der Spekulant muss automatisch immer wieder den Einsatz nachschießen - vorausgesetzt, er drückt nicht den Verkaufsknopf. Sinkt der Basiswert um fünf Prozent, dann verliert der Anleger nicht nur seine 1.000 Euro Einsatz, sondern läuft noch mit 4.000 Euro ins Minus - 5.000 Euro sind futsch!

Mit dem Eingriff macht die Bafin erstmalig vom Kleinanlegerschutzgesetz Gebrauch, welches im Juli 2015 in Kraft trat. Es räumt der Finanzaufsicht die Möglichkeit ein, Produkte zu verbieten, um Anleger zu schützen. Das geplante Verbot von sogenannten Bonitätsanleihen hat die Bafin Ende 2016 auf Eis gelegt, nachdem die Finanzwirtschaft Zugeständnisse gemacht hatte. Mitte dieses Jahres erfolgt eine erneute Überprüfung.

Biallo-Lesetipp

100 Prozent in wenigen Minuten? Die Verlockung ist groß. Doch Verbraucherschützer warnen vor dubiosen Anbietern von sogenannten binären Optionen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel: "Abzocke bei Finanzwetten?"

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nach seinem Studium für das Lehramt an Gymnasien mit der Fächerkombination Deutsch/Latein/Geschichte in Würzburg und Berlin entschied sich Sebastian Schick für den Journalismus. 2005 absolvierte er die Ausbildung zum Rundfunkjournalisten an der Akademie für Neue Medien in Kulmbach.

Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de