Bankberatung bei der Sparda-Bank

Test Anlageberatung Teil 1 Bankberatung bei der Sparda-Bank

Thomas Brummer (ehemaliger Mitarbeiter)
von Thomas Brummer (ehemaliger Mitarbeiter)
06.06.2017
Auf einen Blick
  • Wie legt man 50.000 Euro am besten an?

  • Mit dieser Frage haben wir ein Beratungsgespräch bei der Sparda-Bank München vereinbart.
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Filialbanken sind meist teurer als Direktbanken. Dafür verweisen sie auf die Beratung vor Ort. Wir machen den Selbstversuch bei der Sparda-Bank München. Die Terminvergabe erfolgt über eine Telefonzentrale. Alles reibungslos. Freundlicher Empfang bei Kaffee und Mineralwasser. Im Wartebereich hängt ein Kruzifix, göttlicher Beistand ist wohl inklusive. Es geht los.

Die Beraterin fragt nach den Zielen. 50.000 Euro sollen angelegt werden, 10.000 für die Altersvorsorge, 40.000 Euro für die Geldanlage. In zehn Jahren soll sich dann der Immobilienwunsch erfüllen.

Die Altersvorsorge scheint der Beraterin besonders am Herzen zu liegen. Das ist zwar nicht der priorisierte Bereich, denn mehrheitlich sollte das Geld schließlich in die Kapitalanlage fließen, aber okay. Die Bankerin stellt sofort zwei konkrete Produkte der privaten Rentenversicherung vor: Eine Sicherheitsvariante und eine mit etwas mehr Pfeffer. Die "DEVK-Garantierente vario" sei sicher, eben etwas, mit dem man nachts gut schlafen kann.

Die Beraterin kalkuliert mit etwa 2,5 Prozent im Jahr. 0,9 Prozent im Jahr seien sicher. Der Rest soll über Überschüsse der Versicherung erwirtschaftet werden. Aktuell liegt dieser Überschuss-Zins bei 2,3 Prozent. Aber bleiben die Renditen auch die nächsten Jahrzehnte so? Das weiß niemand. Dafür können sich Kunden wenigstens immer wieder mal vorab Geld aus der Rentenversicherung abzwacken, und zwar "unschädlich", wie es heißt.

Was aber in jedem Fall "schädlich" ist, wäre eine vorzeitige Kündigung, so die Bankerin auf Nachfrage, als kurz die Tabelle zu den Rückkaufswerten überflogen wurde. Besonders negativ sind rasche Kündigungen. So würde ein Kunde im Beispielfall (100 Euro monatliche Sparrate) nach einem Jahr von seinen eingezahlten 1.200 Euro lediglich 728 Euro zurückerhalten.

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Alternative: Mehr Würze, aber auch mehr Risiko. Das verspricht die Fonds-Lösung. Garantiert ist dann aber gar nichts. Dafür verweist die Sparda-Beraterin darauf, dass höhere Renditen möglich seien. Gleichzeitig kommt das große aber: Das Risiko sei natürlich höher. Hier lässt sich die Leistung nach Laufzeitende noch viel weniger abschätzen als bei der konservativen Garantie-Variante. Bei einer unterstellten Jahresrendite von sieben Prozent kommt ein beachtlicher Wert heraus. Diesen markiert die junge Bankerin gelb. Sieben Prozent im Jahresdurchschnitt ist aber auch eine Hausnummer, zumal die Börse keine Einbahnstraße ist.

Wie lautet nun die Empfehlung?

"Ich rate grundsätzlich eher zur risikoarmen Variante mit Garantie", sagt die Beraterin. Sie selbst setzt aber auch auf Fonds, gab sie unmissverständlich zu erkennen. "Letztendlich halte ich einen Mix für am besten", riet sie dann doch. Also 50:50.

Der Bausparvertrag

Im Beispielfall soll in etwa zehn Jahren die erste Eigentumswohnung her. Daher empfiehlt uns die Dame einen Bausparvertrag. Das Thema bleibt jedoch nur angeschnitten, ihr Steckenpferd sei die Geldanlage bzw. die Altersvorsorge. Für weitere Informationen müsste der Kollege ran. Die Grundidee: Sich heute die Zinsen für morgen sichern. In den Prospekten der Sparda-Bank-Partner Schwäbisch Hall und BHW offenbaren sich durchaus verlockende Zinssätze, wenn man davon ausgeht, dass bis dahin das Zinsniveau wesentlich höher ist. Die Dame vertröstet erneut auf einen Termin mit dem Experten – vorbildlich. Druck übt sie nicht aus. Im Gegenteil: Sie rechnet sogar mit vorerst weiter niedrigen Zinsen.

Die Geldanlage

Rund 80 Prozent des Erbes sollen in die Geldanlage fließen. Bisschen Risiko darf sein. Denn ganz ohne gibt es praktisch keine Zinsen mehr. Und ohne Zinsen wird es wohl nichts mit dem nötigen Eigenkapital für die eigene Wohnung. In einer Mappe stellt die Beraterin fünf Anlegertypen vor. Die Spanne reicht von extrem konservativ bis reinrassiger Zocker. Es soll die goldene Mitte sein. Rendite ja, aber auf gar keinen Fall soll der Totalverlust drohen.

Schon werden die ersten Informationsblätter von Union Investment gedruckt – überhaupt war der Drucker an diesem Vormittag sehr ausgelastet. Angeboten werden zunächst zwei Fonds der selbstdiagnostizierten Risikoklasse "erhöhtes Risiko".

Zuerst kam ein Mischfonds auf den Tisch. Also ein Fonds, der auf Aktien (2/3) und Anleihen (1/3) basiert. Die aufgezeigte Wertentwicklung des "UniRak" fällt mit knapp 60 Prozent in den vergangenen fünf Jahren positiv auf. Dabei seien sogar alle Gebühren schon drin, versichert die Bankerin. Welche Gebühren eigentlich? Der Ausgabeaufschlag beträgt drei Prozent, die laufenden Kosten 1,42 Prozent.

Jetzt kommt ein zweiter Vorschlag. Diesmal geht es um einen weltweit aufgestellten Aktienfonds ("Invest Global"). Der Kursverlauf der vergangenen fünf Jahre ist sogar noch etwas besser als zuvor. Doch auch hier wieder: hohe Nebenkosten. Der Ausgabeaufschlag beträgt wieder drei Prozent, die laufenden Kosten liegen bei 1,59 Prozent.

Müssen es immer so hohe Gebühren im Jahr sein? Nein. Auf Nachfrage findet die Beraterin einen Fonds ohne Ausgabeaufschlag. "Wir haben nur einen Fonds ohne Ausgabeaufschlag", so die Bankmitarbeiterin. Diesmal druckt sie ein paar Informationsseiten zum "PrivatFonds: Kontrolliert" aus. Wie der Name verrät, handelt es sich diesmal um ein Produkt mit "mäßigem Risiko", so die Einstufung der Bank. Der Mischfonds, besteht aus Aktien und Anleihen, setzt vornehmlich auf letztere, wodurch er in aller Regel weniger schwankt. Hier gibt es keinen Ausgabeaufschlag, dafür sind die laufenden Kosten mit knapp zwei Prozent etwas höher.

Auch hier rät die Mitarbeiterin der Sparda-Bank zum Mix aus allen drei Produkten, da sei für jeden Geschmack etwas dabei.

Fazit:

Das Gespräch war ohne jeglichen Zeitdruck. Die Mitarbeiterin hat sich zweieinhalb Stunden Zeit gelassen. Sie machte darauf aufmerksam, dass die Berater der Sparda-Bank München nicht auf Provisionsbasis bezahlt werden. Das macht sich positiv in der Beratung bemerkbar. Dennoch fielen bei der Erstberatung bereits jede Menge Produktnamen. Gerade bei der Rentenversicherung (vorzeitige Kündigung) oder den angebotenen Fonds wurde das Ausmaß der Gebühren erst bei Nachfrage deutlich. Das Beratungsprotokoll wurde einwandfrei verfasst. Insgesamt ein gutes Beratungsgespräch. Die positive Erfahrung deckt sich auch mit unseren Recherchen bei einer anderen Filiale zum Ratenkredit der Sparda-Bank München.

Testkriterien

Unser Beispielfall ging von folgenden Annahmen aus: Die Testperson erwartet eine Erbschaft in Höhe von 50.000 Euro. Außerdem ist sie 31 Jahre alt und hat ein solides Einkommen. Die monatliche Miete beträgt 1.000 Euro. In zehn Jahren soll der Immobilienwunsch in Angriff genommen werden. An diesem Ziel soll sich die Beratung orientieren.

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Thomas Brummer (ehemaliger Mitarbeiter)
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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Von Januar 2014 bis Januar 2018 war er bei biallo.de und verfasste dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publizierte er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Von Januar 2014 bis Januar 2018 war er bei biallo.de und verfasste dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publizierte er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de