Im Bankschließfach ganz sicher verwahrt
 
Geldanlage und Sicherheit

Im Bankschließfach ganz sicher verwahrt

08.05.2016
Auf einen Blick

Immer mehr Einbrüche und Diebstähle – Bankschließfächer werden vor allem in Ballungsgebieten immer beliebter, begehrter und teurer.

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Laut polizeilicher Statistik steigt die Zahl der Einbrüche seit acht Jahren immer weiter, über 170.000 Fälle wurden im vergangenen Jahr registriert. Ohne Hausratversicherung kommt heutzutage fast keiner mehr aus.

Ob wichtige Dokumente, Schmuck oder Goldbarren: Sie können bei Banken und Sparkassen Schließfächer zur sicheren Aufbewahrung mieten. Doch ganz einfach ist es nicht, ein solches Schließfach für Ihre Wertsachen zu ergattern. Nicht alle Banken bieten Schließfächer zur Miete an – oder sie vergeben die Tresore nur an eigene Kunden. Die meisten Banken vermieten ein Bankschließfach nur an Sie, wenn Sie dort bereits zum Beispiel ein Girokonto, eine Geldanlage oder einen Kredit haben. So handhaben es etwa die Deutsche Bank, die Commerzbank oder die Hypovereinsbank. Und bei anderen Instituten müssen Sie unter Umständen auf ein freies Bankschließfach warten und sich erst einmal in der Warteliste eintragen.

Ganz billig ist die Miete allerdings nicht mehr. So hat beispielsweise die Sparkasse Nürnberg die Mietpreise für Schließfächer gerade kräftig erhöht. Für das kleinste, fünf Zentimeter hohe Schließfach müssen Sie dort ab 2016 einen Jahresmietpreis von 49,90 Euro zahlen (bisher 34,90 Euro). Auch für die größeren Schließfächer wurden die Mietpreise bei vielen Instituten nach oben verändert.

Sie müssen also mit erheblichen Preisunterschieden rechnen

Schon bei einem Test im vergangenen Jahr hatte Stiftung Warentest von großen Preisunterschieden berichtet, die Kosten „können sich von Filiale zu Filiale unterscheiden“.

Der Mietpreis bei den Bankschließfächern richtet sich selbstverständlich nach der Größe des Schließfachs. Den niedrigsten Preis mit gerade mal 20 Euro im Jahr verlangt die PSD Bank Karlsruhe-Neustadt. Dafür können Sie ein knapp sieben Liter fassendes Schließfach für ein Jahr mieten. Große Schließfächer können bis zu 730 Euro (Frankfurter Sparkasse) kosten. In das kleinste Fach passt gerade mal ein schmaler Aktenordner, im größten wäre, so die Verbraucherschützer, Platz für eine Waschmaschine. Aber für solche Bankschließfächer müssen Sie dann auch mit mehreren hundert Euro Miete pro Jahr rechnen.
 

Mein Rat: Überlegen Sie sich vorher genau, welche Unterlagen und Wertgegenstände Sie unbedingt in einem Bankschließfach unterbringen wollen.


HundertprozentigeSicherheit bieten selbst zentimeterdicke Tresorwände ohnehin nicht: Es kommt schon mal vor, dass Kriminelle Schließfächer aufbrechen und Feuer legen, um Spuren zu verwischen. Aber in der Regel sind die Schließfächer gegen Schäden durch Raub, Feuer, Leitungswasser und Diebstahl versichert. Bei der Commerzbank beispielsweise sind Wertgegenstände und Urkunden (ausgenommen Bargeld) bis zu einer Entschädigungssumme von 26.000 Euro versichert. Und auf Wunsch vermitteln Banken und Sparkassen Ihnen auch eine Versicherung über diese Deckungssumme hinaus.

Zumindest für wertvolle Kostbarkeiten wie Schmuck und kleine Goldreserven, aber auch für wichtige Verträge und Dokumente sind Schließfächer bei Kreditinstituten bestens geeignet. Größere Mengen Bargeld gehören ohnehin nicht in die Schrankfächer. Erstens nagt die Inflation am Wert des Geldes. Zweitens versichern viele Banken Bargeld gar nicht. Und selbst wenn – der Kunde dürfte Mühe haben, die Menge nachzuweisen. Dazu brauchen Sie Zeugenaussagen oder Fotos mit den Seriennummern der Scheine.
 

Wichtig: Bargeld bringt nichts – Ihr Geld sollten Sie auf gut verzinsten Konten unterbringen. Entsprechende Konditionenvergleiche finden Sie unterhalb dieses Textes.


Angst vor dem Finanzamt müssen Schließfach-Mieter nicht haben: Anders als Kapitalerträge müssen Banken und Sparkassen Schließfächer und ihre Mieter nicht an die Finanzbehörden melden, nur nach dem Tod des Mieters ändert sich die Situation. Zwar darf die Bank nicht nachschauen, was sich im Schließfach befindet, aber sie muss dem Finanzamt melden, dass es ein Fach gibt. Auskunft müssen allenfalls die Erben geben, wenn sie eine Erbschaftssteuererklärung abgeben müssen.




  Horst Peter Wickel


 
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