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Auf einen Blick
  • “Software frisst die Welt” - galt das nur in den vergangenen zehn Jahren oder auch in Zukunft?

  • Die sogenannten FANGMAN-Aktien sind die globalen Titanen. Sie haben einen Burggraben, Preismacht und immense Cash-Reserven.

  • Heute sind alle erfolgreichen Unternehmen auch “Tech-Werte”.
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Software frisst die Welt. Vor zehn Jahren schrieb US-Softwareentwickler und Unternehmer Marc Andreessen im Wall Street Journal den Essay „Why Software Is Eating the World“. Über diesen Artikel redet man heute noch. Warum? Das zeigt ein Vergleich der Technik-Riesen damals und heute – Wachstum, wohin man sieht.

 

Was sind Tech-Aktien?

Das Geschäftsmodell bei Technologie-Unternehmen beruht in großem Maß auf Forschung, Fortschritt und Entwicklung von Zukunftstechnologien. Kennzeichnend ist eine hohe Innovation, besonders im Bereich Digitales. Unbestritten dazu gehören die Big Tech-Unternehmen, die man immer wieder in Akronymen nach den Anfangsbuchstaben zusammenfasst. Zuerst hieß es FANG - für Facebook, Amazon, Netflix und Google. Dann stieß Apple hinzu, und das Akronym wurde zu FAANG. Mit Microsoft und Nvidia ist nun auch oft von FANGMAN die Rede. Allerdings ist Google seit 2015 nur noch das Kerngeschäft von ALPHABET, und Facebook ist nur noch ein Teil von META. Daher schlägt Jim Cramer, Moderator bei CNBC, schon MAMAA als neues Kürzel vor: für Meta, Apple, Microsoft, Amazon und Alphabet - die “Big Five”, die im vergangenen Quartal (Stichtag: 31. September 2021) zusammengenommen knapp 70 Milliarden US-Dollar verdienten.

 

Apple, Google, Amazon oder Facebook – Wie können Sie mitverdienen?

Die Branche der IT-Aktien der Welt, der MSCI World Info Tech, hat in den vergangenen zehn Jahren deutlich besser abgeschnitten als der breite Weltmarkt. Die Daten sind annualisiert und stützen sich auf Berechnungen des Indexanbieters MSCI zum Stichtag 30. September 2021.

  • 11,90 Prozent für den MSCI ACWI (Industrie- und Schwellenländer) pro Jahr,
  • 12,68 Prozent den MSCI World (Industrieländer) pro Jahr und
  • 21,33 Prozent für den MSCI World Info Tech pro Jahr.

Software frisst die Welt! Die IT-Aktien haben den MSCI World Index und seinen großen Bruder den MSCI All Country World Index (ACWI) in den vergangenen Jahren deutlich in den Schatten gestellt.

Wie saugt man daraus als Anleger Honig? Man investiert mit ETFs in den ganzen Sektor (siehe unten), oder man pickt die Unternehmen heraus, die mit ihrer starken Gewichtung die herausragende Performance bewirkt haben. Im MSCI World Info Tech sind das:

  • Apple 18,09 Prozent
  • Microsoft 15,46 Prozent
  • Nvidia 3,96 Prozent
  • Visa 2,89 Prozent
  • ASML 2,41 Prozent
  • Mastercard 2,36 Prozent
  • PayPal 2,23 Prozent
  • Adobe 2,11 Prozent
  • Salesforce 2,02 Prozent
  • Cisco 1,76 Prozent

Quelle: MSCI / Stand: 30. September 2021.

 

Bewertung der Tech-Aktien 2021

MSCI weist für seinen „World Information Technology Index“ eine PE-Ratio beziehungsweise ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 35,30 aus. Beim KGV teilt man den Aktienkurs durch den Gewinn pro Aktie. Der Wert ist also eine Orientierung, ob Aktien eher günstig oder hoch bewertet sind. Aber was bedeutet ein KGV von 35,30 für die Tech-Aktien der Industriestaaten? Ist das viel oder wenig? Dazu kann man die Indizes vergleichen. Stichtag bei MSCI ist der 30. September 2021.

 MSCI Information Technology  KGV: 35,30
 MSCI World  KGV: 22,85
 MSCI ACWI  KGV: 21,52

Quelle: MSCI / Stand: 30. September.

Die Tabelle zeigt, dass Tech-Aktien derzeit höher bewertet sind als der breite Markt, der sich aus allen Branchen zusammensetzt. Die IT-Aktien der Industrieländer der Welt sind gut 1,5 Mal so hoch bewertet wie der Branchendurchschnitt.

 

Bedeutende Tech-Aktien im Nasdaq-100 und ihre Gewichtung

NASDAQ steht für „National Association of Securities Dealers Automated Quotations“ (Nationale Vereinigung der Wertpapierhändler für automatisierte Notierungen). Der Index Nasdaq 100 ist der weltweit am meisten beachtete Technologieindex und enthält die 100 größten Unternehmen außerhalb des klassischen Finanzsektors. Im Nasdaq-100 sind alle FANGMAN-Aktien vertreten. Bei der Gewichtung liefern sich derzeit Apple und Microsoft ein Kopf-an-Kopf-Rennen, die Aktie des Grafikprozessor- und Chip-Herstellers Nvidia erzielt auf Fünf-Jahres-Sicht mit rund 1.400 Prozent die beste Performance.

Gewichtung und Performance der FANGMAN Aktien

FANGMAN Gewichtung 5-Jahres-Performance
 Microsoft  10,83 Prozent  437,26 Prozent
 Apple  10,73 Prozent  415,97 Prozent
 Amazon  7,26 Prozent  312,46 Prozent
 Nvidia  4,34 Prozent (C-Aktie 3,79)  1.381,34 Prozent
 Google C Aktie  4,04 Prozent  262,96 Prozent
 Google A Aktie  3,79 Prozent  253,87 Prozent
 Facebook/Meta  3,38 Prozent  146,26 Prozent
 Netflix  1,98 Prozent  431,43 Prozent

Quelle: Gewichtung gemäß iShares ETF; Performance laut Börse Stuttgart in Euro; Stichtag 2. November 2021.

 

Wie attraktiv sind Tech-Aktien wirklich, und welche Risiken gibt es?

Wie andere Bereiche an der Börse hat Hightech neben Chancen auch Risiken.

Die Chancen sind groß: Big Tech ist „big“, weil die FANGMAN-Unternehmen besonders profitabel sind. Apple, Microsoft oder Alphabet haben relativ geringe Kosten für ihre Investitionen, erzielen damit aber ein großes Wachstum mit hohen Margen. Dadurch häufen die Unternehmen immense Cash-Reserven an. Sie investieren ständig in die eigene Modernisierung oder schlucken vielversprechende kleine Konkurrenten. Damit bleiben sie auf dem neuesten Stand und entwickeln ihr Geschäft dauernd weiter.

Eine Gefahr für Big Tech könnte von einer Regulierung in der EU, den USA und in China herrühren. Unabhängig davon fragt Finanzexperte Dr. Gerd Kommer auf seinem Blog: „Haben Technologieaktien dauerhaft höhere Renditen?“In Kurzfassung lautet seine Antwort: Nein. Anleger säßen vielmehr einem Recency-Bias auf, einer Überschätzung jüngerer Entwicklungen – weil Hightech in den vergangenen Jahren andere Sektoren outperformte, glaubten viele Investoren, dies sei „die neue Normalität“. Die Story: „New Economy“ schlägt „Old Economy“. Sektor-Picking sei insgesamt eine schlechte Wahl.

In letzter Zeit liest man von steigenden Zinsen und höherer Inflation als Gefahr. Eine Rolle spielen dabei steigende Preise für Rohstoffe. Für Wachstumsunternehmen wie bei Hightech wird Fremdkapital teuer. Allerdings sind Unternehmen mit derart hoher Cash-Quote wie etwa Apple nicht auf Fremdkapital angewiesen. Vielmehr lautet ein wichtiges Stichwort: Pricing-Power. Preissetzungs-Macht. Viele Tech-Firmen können höhere Preise durchsetzen, wegen innovativer Technologien, neuer Produkte und starker Marken mit Burggraben. Apple zum Bespiel hat solch einen Wide Moat. Apples Produkte haben ein besonderes Renommee. Sie gelten als qualitativ so gut, dass Kunden auch mehr als bei der Konkurrenz bezahlen, selbst wenn sie teurer sind oder werden. Der Vermögensverwalter HQ Trust hat berechnet, dass Technologie-Titel seit 1984 in zehn von zwölf Zinserhöhungs-Phasen besser abgeschnitten haben als der Gesamtmarkt.

 

Ausblick 2021: Spannende Tech-Aktien für das Depot

Hier folgen Anregungen zu Unternehmen mit Burggraben, Pricing-Power und Cash-Reserven, die für Inflation, Tapering (Reduktion der expansiven Geldpolitik) und höhere Rohstoffpreise gerüstet sind.

TOP 1: Apple

Apple liegt mit einer Marktkapitalisierung von 2,49 Milliarden US-Dollar (Stichtag : 3. November 2021) knapp hinter Microsoft (2,51 Milliarden US-Dollar). Der iPhone- und iPad-Erfinder ist nicht nur innovativ, sondern bietet auch Sicherheit. Apple ist eine klassische LuRo-Aktie: von links unten nach rechts oben. In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Aktienkurs in Euro gerechnet fast verdreizehnfacht. Apple-Produkte genießen ein hohes Prestige, sodass der Wert einen Burggraben hat. Zum Halbjahr lagen die Barmittelbestände von Apple bei 194 Milliarden US-Dollar.

Laut Marketscreener.com bewerten 33 von 43 Analysten die Aktie mit “Kaufen”, das durchschnittliche Kursziel von rund 166 US-Dollar liegt gut zehn Prozent über dem aktuellen Kursniveau.

TOP 2: Alphabet

Früher war Google eine Suchmaschine. Heutzutage ist es schwierig, sein Leben ohne Google zu führen. Alphabet ist an der Börse knapp zwei Billionen US-Dollar wert und sitzt auf Bargeld-Reserven von etwa 142 Milliarden US-Dollar. In den vergangenen zehn Jahren hat die A-Aktie in Euro gerechnt fast 1.100 Prozent zugelegt. Das KGV von Alphabet ist mit rund 28 auf der Höhe von Apple. Alphabets Preissetzungs-Macht ist enorm. Am 26. Oktober 2021 präsentierte Alphabet seine Quartalsbilanz. Im abgelaufenen Quartal erzielte man einen Umsatz von 65,1 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn von 18,9 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie betrug 27,99 US-Dollar. Laut Marketscreener.com bewerten 45 von 46 Analysten die Aktie mit “Kaufen” beziehungsweise “Aufstocken”, das Kurspotenzial liegt im Schnitt bei gut 14 Prozent.

TOP 3: Microsoft

Microsoft ist ein weiterer Wert, der des Öfteren unter den Stichwörtern „Basis-Investment“ oder gar „Aktien für die Ewigkeit“ auftaucht. Microsoft ist mit einem KGV von 38 etwas höher bewertet als Google und Apple. Die Cash-Reserven liegen bei mehr als 130 Milliarden US-Dollar. In den vergangenen zehn Jahren stieg die Microsoft-Aktie in Euro gerechnet um rund 1.400 Prozent.

Am 26. Oktober 2021 präsentierte Microsoft seine Quartalsbilanz. Im abgelaufenen Quartal erzielte man einen Umsatz von 45,3 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn von 20,5 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie betrug 2,71 US-Dollar. 39 von 41 Analysten bewerten die Aktie laut Marketscreener.com mit “Kaufen” oder “Aufstocken” , das Kurspotenzial liegt im Schnitt bei knapp acht Prozent.

 

Alternative zu Technologie-Aktien: Tech-ETFs bündeln Technik-Aktien

„Diversification is the only free lunch in investing.“ Streuung ist das Einzige, was es gratis gibt bei der Geldanlage. Anders gesagt: „Lege nicht alle Eier in einen Korb.“ Mit Indexfonds oder ETFs investiert man in einen ganzen Strauß aus Aktien. Das geht auch bei Branchen wie der Technologie. Die folgenden TOP 3 sind Beispiele, die Biallo für sinnvolle Anregungen hält.

TOP 1: iShares S&P 500 Information Technology Sector (WKN: A142N1)

Von allen in Deutschland handelbaren ETFs hat dieser die höchste Rendite über einen Zeitraum von fünf Jahren erbracht, nämlich über 260 Prozent. (Stichtag: 31. Oktober 2021). In den USA spielt die Musik an den Welt-Aktienmärkten, und das gilt besonders bei der Hightech. Der ETF repliziert physisch und ist thesaurierend. Er besteht seit November 2015. Er hat ein Fondsvolumen von über 3,15 Milliarden US-Dollar und eine jährliche Gesamtgebühr (TER) von 0,15 Prozent. Er hat 81 Positionen. Seine Tracking Difference seit 2016 betrug –0,08 Prozent pro Jahr. Er hat seinen Vergleichsindex also leicht übertroffen.

TOP 2: Xtrackers MSCI World Information Technology (WKN: A113FM)

Dieser ETF diversifiziert noch breiter in die IT-Unternehmen der Industrieländer der Welt, also insbesondere auch Japan und die EU. Auch die Startup-Nation Israel oder Australien sind enthalten. In den letzten fünf Jahren erzielte der ETF eine Rendite von über 255 Prozent. (Stichtag: 1. November 2021). Er repliziert physisch und thesauriert. Aufgelegt ist er seit März 2016. Der Xtrackers hat ein Volumen von über zwei Milliarden Euro und eine jährliche Gesamtgebühr (TER) von 0,25 Prozent. Er enthält 188 Werte.

TOP 3: iShares MSCI Global Semiconductors (WKN: A3CVRA)

Dieser ETF ist erst seit dem 3. August 2021 aufgelegt, hat aber schon ein Volumen von über 113 Millionen US-Dollar. Daran sieht man, wie interessant der Halbleiter-Bereich für Investoren ist. Der iShares bildet global Semiconductor-Unternehmen jeder Größe ab; Small-, Mid- und Large-Caps, aus Industrie- und Schwellenländern. Die Titel sind nach Kriterien der Nachhaltigkeit gefiltert: ESG - Umwelt, Soziales, Unternehmensführung. Seit seiner Auflage erzielte der ETF eine Rendite von 8,3 Prozent. (Stichtag: 3.November 2021). Er repliziert physisch und thesauriert. Die jährliche Gesamtgebühr (TER) beträgt 0,35 Prozent. Der iShares enthält 242 Positionen.

 

Fazit

Tech-Werte sind in den letzten zehn Jahren hervorragend gelaufen. Es ist gut möglich, dass das noch die nächsten Jahre so weitergeht. Trotz aller guten Prognosen ist man gut beraten, sich entweder auf Unternehmen mit einem tiefen Burggraben, hoher Pricing-Power und großen Cash-Reserven zu verlassen oder gleich mit ETFs in die ganze Branche zu diversifizieren.

Über den Autor Alexander Rudow
Geboren 1972 in Münster/Westfalen. Bereits während seines Jura-Studiums und anschließenden Referendariats schrieb Alexander als freier Journalist für verschiedene regionale Tageszeitungen. Nach Absolvierung des zweiten Staatsexamens arbeitete er einige Zeit als Anwalt in eigener Kanzlei. Darüber hinaus war er in einer Warschauer Kanzlei tätig, wo er sich intensiv mit den deutsch-polnischen Handelsbeziehungen beschäftigte. Ebenfalls in Warschau unterrichtete er Deutsch als Fremdsprache am Österreich-Institut. 2010 entdeckte Alexander seine Leidenschaft für die Börse. Er ist glühender Verfechter der Buy-and-Hold-Strategie. Sein Depot umfasst ausgewählte Einzeltitel und ein ETF-Weltportfolio. Für biallo.de schreibt Alexander Börsen- und Aktien-Ratgeber. Dazu ist er als Lektor und freier Autor von Sachbüchern und in der Belletristik tätig.
  Alexander Rudow