Kryptowährungen

Bitcoin: 40 Prozent seit Jahresanfang – und jetzt?

Update: 24.02.2020
Tim Stockschläger
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Auf einen Blick
  • Die Kryptomärkte befinden sich seit Jahresanfang im Rallye-Modus und es könnten weitere Kurssprünge bevorstehen.

  • Die großen Kryptowährungen Bitcoin und Ethereum wachsen kräftig – Cashlink und Tezoz verzeichnen Kurszuwächse von über 200 Prozent.

  • Was sind die Gründe für die Kurssprünge beim digitalen Geld und wie ist der Ausblick für den Kryptomarkt 2020?
Bitcoin auf Comeback-Kurs: Seit Jahresanfang hat die Krypto-Leitwährung mehr als 40 Prozent zugelegt.
Volodymyr_Maksymchuk/shutterstock.com

Das Jahr hat gut begonnen für die größte Kryptowährung Bitcoin. Mit rund 180 Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung ist Bitcoin aktuell höher bewertet als das wertvollste Dax-Unternehmen SAP. Die Krypto-Leitwährung gewann in diesem Jahr bereits über 40 Prozent und erreichte kürzlich mit gut 10.500 US-Dollar pro Coin ein neues Fünf-Monats-Hoch. Derzeit notiert der Bitcoin bei knapp unter 10.000 US-Dollar.

Gründe für den Bitcoin-Kurssprung

Sogenannte Miner (Schürfer) verdienen virtuelles Geld damit, indem sie Rechenleistung für den Bitcoin-Transaktionsprozess zur Verfügung stellen. Dadurch werden die ausstehenden Transaktionen in Datenblöcke aufgenommen und in die Blockchain (Blockkette) integriert.

Für die Erzeugung eines Blocks erhalten die Miner derzeit 12,5 Bitcoin (BTC) als Belohnung, in Fachkreisen auch Reward genannt. Es wird erwartet, dass sich dieser Reward bis Anfang Mai 2020 halbieren wird. Das bedeutet, dass ein Miner, der einen Block generiert, dann nur noch 6,25 BTC erhält.

Das BTC-Protokoll sieht vor, dass nach allen 210.000 Blöcken die Anzahl der Münzen, die Miner für die Überprüfung von Transaktionen erhalten, um 50 Prozent reduziert wird. Dies wird als "Halving" bezeichnet. Als Bitcoin 2009 eingeführt wurde, erhielten die Miner noch 50 BTC pro Block. Das wäre zu den heutigen Preisen bereits eine halbe Million Euro. Ein Block wird rund alle zehn Minuten auf das Netzwerk geschrieben.

Die Anzahl der Coins von Bitcoin ist begrenzt. Sobald 21 Millionen Münzen generiert sind, wird das Netzwerk die Produktion weiterer Münzen dauerhaft einstellen. Das ist einer der Hauptgründe, warum Bitcoin oft als "digitales Gold" bezeichnet wird – genau wie beim Edelmetall, gibt es auch hier nur eine begrenzte Menge zu schürfen. Während der genaue Vorrat bei Gold schwer zu bestimmen ist, ist dies bei Bitcoin eindeutig. Zurzeit sind etwa 18 Millionen Coins im Umlauf, was etwa 85 Prozent der gesamten Menge entspricht.

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Viele Teilnehmer diskutieren nun, ob nach dem anstehenden Halving das Mining der Token noch profitabel ist. In der Vergangenheit hat sich der Reward zwar auch bei allen 210.000 Blöcke halbiert, jedoch ist der Preis parallel rasant angestiegen. Einige Krypto-Fans spekulieren nun wieder auf einen starken Anstieg infolge des Halvings. Das könnte einer der Gründe für das Kursfeuerwerk der vergangenen Wochen gewesen sein.

Immer wieder werden Kryptowährungen – allen vorweg Bitcoin– analog zu Gold als sichere Anlage in Krisenzeiten angepriesen. Seitdem die Popularität von Bitcoin in den vergangenen Jahren gestiegen ist, gab es jedoch wenige globale Krisen, die an den Aktienmärkten für Tumulte gesorgt hatten. So konnte die These, dass Kryptowährungen bei einem Börsencrash besser performen, noch nicht wirklich getestet werden.

Immerhin konnten Bitcoin und einige weitere digitale Währungen zulegen, als die Börsen weltweit unter der Angst des Coronavirus Zähler abgeben mussten. Geopolitische Risiken, wie Spannungen im Mittleren Osten, könnten also auch in 2020 für einen weiteren Anstieg der größten Kryptowährungen sorgen.

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Ethereum: Mehr als 100 Prozent Kursplus seit Jahresanfang

Die zweitgrößte Kryptowährung – Ethereum – erhält in diesem Jahr ein lang ersehntes Update. Es ist das erste große Update, das Ethereum an vielen Ecken sicherer und schneller machen soll. Der Kurs von Ethereum, mit einer Marktkapitalisierung von über 30 Milliarden US-Dollar, ist kräftig gestiegen und konnte Bitcoin bei der jüngsten Rallye noch deutlich abhängen. Seit Jahresbeginn kletterte Ethereum um mehr als 100 Prozent auf aktuell rund 270 US-Dollar.

Die Spielentwicklungs-Plattform Enjin hat im Februar die Übertragung auf das Hauptnetzwerk von Ethereum erfolgreich abgeschlossen. Künftig sollen somit Entwickler Krypto-Assets auch ohne tiefergehende Programmierkenntnisse in ihre eigenen Spielkonzepte und Anwendungen einbinden können. Gaming ist unter Investoren allgemein ein derzeit beliebter Trend. So wundert es nicht, dass die Kurse von Ethereum und Enjin hiervon profitieren.

Ein großer Kritikpunkt von zahlreichen Kryptowährungen waren die langen Zeiten, bis eine Transaktion abgeschlossen war. Ziel des in diesem Jahr erwarteten Update Ethereum 2.0 ist es, insbesondere die Skalierbarkeit deutlich zu erhöhen. Beobachter hatten oft kommentiert, dass Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum niemals ihr vollständiges Potenzial ausspielen können, da sie nicht an die Millionen Transaktionen pro Tag von Anbietern wie Mastercard oder Visa heranreichen könnten.

Die verbesserte Geschwindigkeit ist aber entscheidend, da immer mehr DApps (also dezentralisierte Apps) auf dem Ethereum-Netzwerk entwickelt werden und die Infrastruktur entsprechend stärker ausgelastet wird. Ethereum 2.0 soll hier die benötigten Kapazitäten schaffen und gleichzeitig die Kosten reduzieren.

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Hackeragriffe auf IOTA belasten den Kurs

Die Kryptowährung IOTA wurde lange als die Technologie für die Industrie gelobt. Zuletzt ist IOTA infolge eines erneuten Hackerangriffs jedoch unter Druck geraten, seit Jahresanfang liegt der Coin aber immer noch gut 60 Prozent im Plus und kostet aktuell rund 0,27 US-Dollar.

IOTA eignet sich aufgrund der Struktur ideal für die die Verarbeitung von Echtzeit-Datensätzen, die insbesondere von Internet of Things (IoT)-Geräten verwendet werden. Aus diesem Grund zählte IOTA auch lange zu den Hoffnungsträgern der Wirtschaft. Immerhin konnte die Stiftung Partnerschaften mit Volkswagen und Bosch verkünden. In der Tat überschneiden sich bei IOTA die Bereiche Blockchain, Krypto und IoT.

Gerade diese Kombination war für die Wirtschaft – aber auch für Investoren – so interessant. Die Hoffnung der Investoren lag darauf, dass mit IOTA erstmals nennenswerte wirtschaftliche Blockchain-Anwendungen erfolgreich eingesetzt werden. Auch aus diesem Grund hatte IOTA noch vor ein paar Tagen eine Marktbewertung von einer Milliarde Dollar.

Mitte Februar 2020 ist IOTA dann allerdings wieder einmal Ziel von Hackerangriffen geworden: Unbekannte konnten eine Schwachstelle in dem hauseigenen Trinity Wallet ausnutzen. Zwar hat das IOTA-Team den Wert der gestohlenen Gelder nicht offiziell bestätigt, aber öffentliche Berichte beziffern den Gesamtwert der entwendeten Coins auf über 1,5 Millionen US-Dollar.

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Wie dezentral sind Kryptowährungen?

Die IOTA Foundation hat daraufhin den sogenannten "Coordinator" abgeschaltet und damit praktisch das gesamte Netzwerk lahmgelegt. Der "Coordinator" besiegelt jede Transaktion der Kryptowährung – ohne ihn gibt es folglich keine Transaktionen mehr. Dieser Schritt war dazu gedacht, die Kryptowährung vor Hackern zu schützen, gleichzeitig war die Entscheidung jedoch einmalig und zeigt auch die Gefahren.

Kryptowährungen wollten ja gerade unabhängig von einer Institution sein, die auf das Vermögen zugreifen kann. Bei Bitcoin oder Ethereum wäre so ein Schritt – zumindest von einer Institution – nicht möglich. Auch aus diesem Grund wollte die IOTA-Stiftung den "Coordinator" eigentlich bereits Ende 2018 entfernen. Dies ist notwendig, um eine bessere Dezentralisierung von IOTA zu erreichen.

Das hat bis heute aber offensichtlich nicht geklappt, sodass die Foundation weiterhin das Netzwerk de facto kontrollieren kann. Im Umkehrschluss heißt das beispielsweise auch, Gerichte oder die Politik könnten die IOTA Foundation dazu bewegen, Transaktionen zu sperren. Das widerspricht dem eigentlich dezentralen Ansatz bei nahezu allen Kryptowährungen.

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Ripple: Der Bankenliebling

Ripple offeriert die Nutzung von Ripples On-Demand Liquidity (ODL). Ein Produkt, das auf Ripples einheimischem Token XRP läuft. Wie Pegah Soltani, Senior Product Marketing Manager bei Ripple, erklärt, sind die derzeitigen Überweisungs-Lösungen, insbesondere in der asiatischen APAC Region, kompliziert und die Transaktionsgebühren vergleichsweise hoch.

Ripple will länderübergreifende Transaktionen erschwinglicher machen. Denn gerade die internationalen Überweisungen nehmen stark zu, sodass sich ein großes Marktpotenzial für Ripple öffnet. Mit der Lösung von Ripple würden grenzüberschreitende Transaktionsgebühren deutlich gesenkt. Wechselkursrisiken würden reduziert und alle Parteien bräuchten nur noch Devisentransaktionen zwischen ihrer eigenen Währung und Ripple.

Jedoch konnte auch Ripple – ähnlich wie IOTA – die hohen Erwartungen der Investoren bislang nicht erfüllen. Auch wenn das Konzept vielversprechend ist, bleibt der echte wirtschaftliche Durchbruch seit mehreren Jahren aus. Dennoch liegt der Ripple-Kurs in Euro gerechnet seit Jahresanfang fast 50 Prozent im Plus.

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Tezos und Chainlink: Besonders erfolgreicher Start

Tezos gehört bereits jetzt zu den erfolgreichsten Kryptowährungen in diesem Jahr. Der Kurs stieg von 1,35 US-Dollar am Neujahrstag auf über 3,65 US-Dollar Ende Februar. Das ist mehr als eine Verdopplung des Kurses in weniger als acht Wochen. Tezos ist eine vergleichbar junge Blockchain, die besonders auf das Feedback der Teilnehmer setzt. Die Nutzer werden am zentralen Entwicklungsprozess beteiligt, wodurch eine weitere Demokratisierung der Kryptowährung erreicht wird.

Chainlink ist ein dezentralisierter Oracle Service mit dem Ziel, Blockchain basierte Smart Contracts mit Daten der echten Welt zu verknüpfen. So können etwa Börsenkurse oder IoT-Daten sicher auf die Blockchain gebracht werden. Diesen Service übernehmen die sogenannten "Oracles". Chainlink versucht damit, die Lücke zwischen smart contracts auf der Blockchain und der realen Welt zu überbrücken. Dies trifft auf den Nerv der Investoren. Der Coin hat in den ersten Wochen dieses Jahres mit einem Plus von 250 Prozent von 1,89 US-Dollar auf 4,70 US-Dollar einen absolut bemerkenswerten Kursanstieg verzeichnet.

Ausblick 2020: Kryptomarkt bleibt spannend

Nachdem viele Kryptowährungen in den ersten Wochen des Jahres kräftig zulegen konnten, erfolgte in der achten Kalenderwoche der erste stärkere Rücksetzer. Bitcoin – und auch viele Altcoins– mussten die Gewinne teilweise wieder abgeben. Trotzdem bleibt unter dem Strich ein starkes Plus stehen. Die Performance bei allen größeren Kryptowährungen stimmt die Investoren seit Jahresbeginn positiv. Darüber hinaus warten in 2020 viele Neuerungen, die für kräftige Kursbewegungen sorgen könnten.

Erster inländischer Handelsplatz für Bitcoin eröffnet

Mit der Börse Stuttgart Digital Exchange (BSDEX) ist in Deutschland nun auch der erste regulierte Handelsplatz entstanden, an dem Privatanleger sicher und transparent Kryptowährungen wie Bitcoin & Co. handeln können. Bisher fand der Handel durch die anspruchsvolle Regulierung fast ausschließlich außerhalb Deutschlands – beziehungsweise oftmals sogar außerhalb Europas – statt.

Das neue Angebot der Stuttgarter erfüllt die regulatorischen Anforderungen gemäß Paragraf 2 Absatz 12 des Kreditwesengesetzes und wird von der Baden-Württembergischen Wertpapierbörse GmbH betrieben, die auch Trägergesellschaft der öffentlich-rechtlichen Börse in Stuttgart ist. Geldguthaben sind bei einer Partnerbank durch die gesetzliche Einlagensicherung bis zu einer Höhe von 100.000 Euro pro Kunde geschützt.

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