Bitcoin, Ethereum, Ripple: Wie geht es nach dem Mini-Crash weiter?

Kryptowährungen Bitcoin, Ethereum, Ripple: Wie geht es nach dem Mini-Crash weiter?

Tim Stockschläger
von Tim Stockschläger
17.08.2018
Auf einen Blick
  • Der Bitcoin-Kurs hat seit dem Zwischenhoch am 24. Juli in der Spitze fast 30 Prozent verloren.

  • Viele weitere Kryptowährungen folgten der digitalen Leitwährung in den Abwärtssog.

  • Mit ein Grund für den jüngsten Kurssturz ist eine Entscheidung der Börsenaufsicht SEC.
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Nicht nur beim Wetter, sondern auch am Markt für Kryptowährungen geht es heiß her. Am 8. August stürzte der Bitcoin-Kurs innerhalb von 24 Stunden um mehr als 14 Prozent in den Keller. Seit dem Zwischenhoch am 24. Juli bei rund 7.250 Euro beliefen sich die Verluste zwischenzeitlich auf fast 30 Prozent. Noch im Januar hatte die Marktkapitalisierung in der Spitze einen Wert von rund 300 Milliarden Euro erreicht, derweil liegt sie nur noch bei rund 100 Milliarden Euro.

Auch viele weitere Kryptowährungen wurden zuletzt stark gebeutelt. Die neben Bitcoin bekannte Währung Ethereum verlor in einem Monat nahezu die Hälfte an Wert. Auch der Kurs von Ripple, dem viel gehypten Netzwerk für Zahlungen, hat sich im gleichen Zeitraum fast halbiert.

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Ein Grund dafür ist schnell ausgemacht: Die amerikanische Börsenaufsicht SEC hat Anträge auf Zulassung eines börsengehandelten Indexfonds (ETF oder Exchange Traded Fund) auf Kryptowährungen erneut verschoben. ETFs sind börsengehandelte Indexfonds, die Investoren komfortabel über die Börse ordern können.

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Der bisherige Prozess, um in Kryptowährungen zu investieren, gestaltet sich für unerfahrene Anleger vergleichsweise komplex. Ein ETF wäre wie gewohnt über die Hausbank oder einen Broker handelbar. Zudem ermöglicht ein ETF eine leichte Diversifikation: Statt als Anleger in zahlreiche Kryptowährungen direkt zu investieren, können Sie mit einem ETF die gewünschte Diversifikation leichter erreichen.

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Stichtag 30. September

Die nächste Entscheidung der SEC wird Ende September erwartet. Die US-Börsenaufsicht ist Kryptowährungen und den damit verbundenen ICOs (Initial Coin Offerings) prinzipiell sehr kritisch gegenüber eingestellt. Die SEC hat ihren Standpunkt immer wieder klar gemacht, dass sie Kryptowährungen für nicht sicher hält. Der Kernpunkt der Kritik: Kryptowährungen werden überall auf der Welt gehandelt und unterliegen keiner einheitlichen Regulierung. Die SEC befürchtet, dass die Kurse außerhalb des eigenen Hoheitsgebiets manipuliert werden könnten.

Immer mehr Unternehmen streben einen ETF auf Kryptowährungen an. Die Winklevoss-Zwillinge Cameron und Tyler verhandeln schon länger mit der SEC. Sie sind aber nicht die einzigen, die sich ein lukratives Geschäft von Krypto-ETFs versprechen. Der Antrag der Finanzunternehmen VanEck und SolidX liegt ebenfalls noch auf dem Tisch der Börsenaufsicht. Eine Entscheidung über den Antrag der New York Stock Exchange Arca über fünf Bitcoin-ETFs hat die SEC hingegen zunächst verschoben.

Zuletzt meldete sich auch der ETF-Gigant Black Rock mit einem Plan, ETFs auf Bitcoin anzubieten. Das amerikanische Investmenthaus ist der weltweit größte Anbieter von börsengehandelten Indexfonds.

Wichtige charttechnische Marke

Doch neben den Anbietern, die von einem baldigen Aufschwung profitieren wollen, äußern sich auch immer lauter kritische Stimmen. Eine davon ist Jeff de Graaf, Gründer und CEO des Analystenhauses Renaissance Macro Research. Der Charttechniker rät nach dem jüngsten Kursrutsch zum baldigen Ausstieg aus Bitcoin. Seiner Meinung nach stehe die Währung am Abgrund, sobald der Kurs die Marke von 5.600 US-Dollar unterschreitet. Noch hat sich der Kurs ganz knapp vor diesem Niveau gefangen. Sollte es weiter abwärts gehen, bedeutet das für de Graff "game over” für Bitcoin.

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Kursentwicklung oft psychologisch getrieben

Was genau den Preis beeinflusst, ist dabei gar nicht so klar. Die Preisgestaltung der Kryptowährungen unterscheidet sich aber erheblich von klassischen Anlageobjekten wie Gold, Aktien und Anleihen. Für Investoren ist eine neue Studie der renommierten Yale Universität interessant. Clevere Investoren können so Anzeichen eines Kurssturz oder einer erneuten Rally besser deuten.

Die Forscher haben die Preisentwicklung von Bitcoin über die vergangenen sieben Jahre analysiert und ein erstaunliches Muster festgestellt. Sie konnten insbesondere zwei Faktoren ausmachen, die den Preis auffällig stark beeinflussen. Da ist zum einen die "Aufmerksamkeit” und zum anderen das "Momentum”.

Aufmerksamkeit bedeutet so viel wie Erwähnungen in sozialen Netzwerken oder in den Nachrichten. Kryptowährungen sind trotz des Namens immer noch eher eine starke Community als eine echte Währung. Der Preis schwankt daher sehr stark, in Abhängigkeit von den Äußerungen einiger Mitglieder oder Medien.

Die Forscher haben analysiert: Sofern die Suchanfragen von Bitcoin auf Google um eine Standardabweichung steigen, ist mit einem durchschnittlichen Preisanstieg von 2,75 Prozent über die nächsten Tage zu rechnen. Vergleichbare Werte gelten auch für das soziale Netzwerk Twitter.

Das Ganze funktioniert selbstverständlich auch in die entgegengesetzte Richtung. Steigen beispielsweise die Suchanfragen für ein negativ korreliertes Keyword wie "bitcoin hack” explosionsartig an, ist mit einem starken Kursverfall zu rechnen. Und wenn es einmal nach unten geht, bleibt das meist auch für einige Tage so.

Die Forscher beschreiben diesen Effekt als Momentum. Vereinfacht gesagt drückt das Momentum aus, dass sich ein Trend in eine Richtung fortsetzt und es nicht so schnell zu einer Umkehr kommt. Beispiel: Wenn Preise einmal steigen, steigen sie wahrscheinlich auch die darauffolgenden Tage. Konkret konnten die Forscher feststellen, dass aktuelle Preissteigerungen Rückschlüsse auf die Entwicklung in den nächsten sechs Tagen zulassen.

Wie stark sich diese beiden Faktoren auswirken, wird vielleicht Ende September sichtbar, wenn die amerikanische Börsenaufsicht eine Entscheidung über die Einführung von ETFs auf Bitcoin fällt.

Biallo-Tipp

Die Redaktion von biallo.de sieht Bitcoin und andere Kryptowährungen nicht als geeignetes Investmentvehikel für den seriösen Vermögensaufbau. Zu groß ist die Gefahr eines Totalverlusts. Anleger sollten stattdessen einen Teil Ihres Vermögens sicher in Festgeld oder Tagesgeld anlegen. Dazu noch ein Sparplan mit einem ETF, am besten auf den Weltaktienindex MSCI World, der eine breite Streuung garantiert. Als Krisenschutz eignet sich physisches Gold als Beimischung.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de