Bitcoin, Ethereum und Ripple: Wie sind die Aussichten für 2019?

Kryptowährungen Bitcoin, Ethereum und Ripple: Wie sind die Aussichten für 2019?

Tim Stockschläger
von Tim Stockschläger
31.01.2019
Auf einen Blick
  • Bodenbildung dürfte bei vielen Kryptowährungen erreicht sein.

  • Neuer Trend für 2019: Security Token.

  • Experten sehen gute Chancen auf Kurssteigerungen bei Bitcoin.
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Für Bitcoin war 2018 das erste extrem verlustreiche Jahr. Zuvor kannte die digitale Währung, abgesehen von kleineren Schwächephasen, nur eine Richtung – steil nach oben. Doch nicht nur der Krypto-Primus hatte im vergangenen Jahr unter dem Bärenmarkt zu leiden.

Viele andere bekannte Kryptowährungen hatten ebenfalls zum Teil massive Wertverluste zu verzeichnen. Setzt sich dieses Jahr der Trend fort oder erleben die Kryptowährungen ein Comeback? 

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Bitcoin - Der Klassiker

Das Urgestein Bitcoin ist nach wie vor der Klassiker oder auch die "Leitwährung” aller Kryptowährungen. Auch wenn die digitale Währung kürzlich ihr zehnjähriges Jubiläum feierte, liegt der aktive Handel mit der Währung noch gar nicht so lange zurück. Erst seit etwa 2013 wird Bitcoin auf zahlreichen Handelsplattformen gelistet. Der Preis Anfang 2013 – rund zehn Euro pro Taler.

Derzeit liegt der Kurs bei knapp 3.400 US-Dollar. Ein rasanter Anstieg in gerade einmal fünf Jahren. Den Höhepunkt erreichte Bitcoin indes im Dezember 2017 mit einem Preis von rund 20.000 US-Dollar.

Seit dem letzten Jahreswechsel ging es steil bergab. In den vergangenen Wochen und sogar Monaten scheint sich aber eine Beruhigung – sprich Ende der Talfahrt – abzuzeichnen.

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"Trotzdem sieht es so aus, als wären noch nicht alle Übertreibungen aus dem Boom vollends abgearbeitet. Entscheidend für den Bitcoinkurs wird sein, wann die Stimmung wieder dreht", erklärt Mark J. Valek vom Vermögensverwalter Incrementum.

Die Volatilität – auf Monatsbasis – stieg zwar jüngst wieder an, liegt jedoch derzeit bei unter fünf Prozent. Der breit aufgestellte deutsche Leitindex Dax hatte zuletzt hingegen eine Volatilität von deutlich über fünf Prozent. Das Argument, dass Bitcoin extremen Schwankungen ausgesetzt ist, sollte schon länger kritisch betrachtet werden.

Chartanalyst Rüdiger Maaß sieht eine Trendumkehrformation, die das Ende der rund einjährigen Talfahrt von Bitcoin bedeuten könnte. "Nach meinen Fibonacci-Berechnungen sollte das Tief in den Bereich 2.071 US-Dollar führen”, schätzt der Chartexperte. Danach deutet alles auf einen Kursanstieg. Maaß erwartet zunächst eine Kurserholung bis zu 4.417 Punkte und sieht danach sogar Potenzial für 7.843 US-Dollar pro Bitcoin.

Allzu tief sollte der Preis von Bitcoin jedoch nicht mehr fallen, da ansonsten die Mining-Kosten über dem Erlös liegen. Das hätte zur Folge, dass der finanzielle Anreiz für Miner sinkt, weitere Coins zu "schürfen”. Dadurch könnte das Netzwerk instabiler werden.

Das wiederum würde vermutlich einen Preisverfall beschleunigen. Experten sprechen davon, dass Bitcoin dann in eine Todesspirale tappt. Zwar würden dann langfristig die Mining-Kosten sinken, die bestehenden Miner wären dann jedoch nicht mehr konkurrenzfähig.

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Bitcoin als Zahlungsmittel

Auch die Zukunft als Zahlungsmittel ist umstritten. Bislang hat Bitcoin nahezu immer noch keine Bedeutung bei Transaktionen. Zumal einer der einst angenommenen Vorteile, inzwischen kaum noch heraussticht: die Anonymität.

Bitcoin ist oftmals nicht viel anonymer als eine klassische Überweisung. Es könnte sein, dass damit schlicht die praktische Relevanz für Bitcoin an sich fehlt. "Für kleine Beträge ist Bitcoin derzeit nicht das ideale Zahlungsmittel”, erkärt Mark J. Valek. Zwar solle das Lightning-Update die Bitcoin-Transaktionen beschleunigen und Bitcoins Anspruch als primäre Kryptowährung zementieren.

Das Lightning-Netzwerk ist praktisch eine Ergänzung zu Bitcoin, in dem nicht mehr sämtliche Einzeltransaktionen auf die Bitcoin-Blockchain geschrieben werden müssen, sondern über extra Layer abgewickelt werden. Die Akzeptanz und Verbreitung des Lightning-Updates wird sich jedoch erst über die nächsten Monate herausstellen.

Die Kryptowährung Dash kann hingegen bereits Zahlungen in Echtzeit für sehr niedrige Gebühren umsetzen. Dash sollte daher "auch wegen seines Entwicklungsteams und der Komplexität seines Softwareprotokolls für 2019 bei Investoren auf dem Radar stehen", rät Valek.

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XRP Ripple - Der Bankenliebling

Zwar konnte auch Ripple sich dem starken Abwärtstrend nicht entziehen, doch hält sich die Kryptowährung vergleichsweise gut. Hintergrund sind die starken Vertreter hinter Ripple. Das Ripple-Netzwerk gilt noch immer als Hoffnungsträger der Banken, die Crypto-Revolution nicht zu verschlafen.

Zahlreiche Finanzinstitute und Investoren stehen hinter Ripple und entwickeln aktiv Lösungen für den Finanzmarkt. Ripple hat damit starke Partner im Hintergrund, die auch tatsächlich wirtschaftlich relevante Lösungen entwickeln.

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Viele der Kryptowährungen indes sind weit von einer wirtschaftlichen Adoption entfernt. Ripple dagegen befindet sich bereits mitten im Zentrum der Finanzwelt. Das ist zweifelsohne keine Garantie, dass sich die Lösung beziehungsweise die Kryptowährung in Zukunft durchsetzt und damit der Preis weiter steigt. Es ist jedoch klar erkennbar, dass der Kurs von Ripple intensiv von der Hoffnung auf einen baldigen Erfolg angetrieben wird.

Zum Ende des vergangenen Jahres verkündete die asiatische CIMB Group, dass auch sie dem Ripple Netzwerk beitritt. Ziel ist es, Zahlungen nahezu in Echtzeit zu extrem niedrigen Konditionen anzubieten. Das klingt nach einem gewaltigen Marktpotenzial.

Zwar sind klassische SEPA-Zahlungen inzwischen europaweit kostenlos möglich und oftmals in einem Tag abgewickelt. Jedoch ist es noch ein sehr langer Weg bis SEPA-Zahlungen tatsächlich in Echtzeit erfolgen. Internationale Überweisungen hingegen sind noch immer extrem kostspielig und zeitaufwendig.

Kürzlich berichtete auch die Börse aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, sie wolle bereits im ersten Quartal 2019 Transaktionen über das Netzwerk von Ripple abwickeln. Der Fokus auf den mittleren Osten und Asien ist dabei nicht überraschend, erhält die Region doch das Gros der internationalen Transaktionen.

Immer mehr Nutzer verwenden innovative Apps und Anwendungen von Nicht-Banken für die Überweisungen. Ripple könnten diesen Prozess weiter beschleunigen und damit für den Ripple Coin enormes Potenzial bergen. Sollte sich Ripple als Anbieter für internationale Transaktionen durchsetzen, dürfte der Kurs entsprechend stark steigen.

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Ethereum - Die Leitwährung für Token Sales

Die ewige Nummer zwei der Kryptowährungen, Ethereum, ist im Gleichschritt mit Bitcoin in den Keller gefallen. Zuletzt musste Ethereum den zweiten Rank (nach Marktkapitalisierung) sogar an Ripple abgeben.

Und dann gab es da die zahlreichen Initial Coin Offerings (ICO) in 2018. Junge Start-ups haben über Internetseiten bei Privatinvestoren Geld eingesammelt. Einige, wie die russische Chat-App Telegram, erzielten Milliardenbeträge. Viele der Einzahlungen sind über Ethereum abgewickelt worden.

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Zudem basieren die neuen Token oder Coins auch überwiegend auf der Ethereum-Plattform. Trotz dieser Verbreitung (oder gerade deswegen) musste auch der Kurs in 2018 starke Verluste hinnehmen. Noch immer sitzen viele Unternehmen auf den Einnahmen in Ethereum und warten darauf, diese in klassische Fiat-Währungen umzutauschen.

Damit wird deutlich: Auch für diese Gründer und Unternehmen zählt am Ende nur die Dollar und Euros dieser Welt. Viele der eingesammelten Gelder in den Initial Coin Offerings unterlagen Sperrfristen von einigen Monaten oder gar Jahren. Diese laufen nun aus. Der Wunsch diese Vermögen in Fiat-Währungen umzutauschen, könnte stark auf dem Ethereum-Kurs lasten.

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Worauf institutionelle Investoren achten

Die übrigen Kryptowährungen liegen weit abgeschlagen bei deutlich unter zehn Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung. Das wird zu einem Problem, wenn das Interesse von institutionellen Anlegern steigt, wie Investoren in 2019 erwarten können. Institutionelle Investoren drängen immer mehr in den Markt für Kryptowährungen. Sie brauchen aufgrund der größeren Beträge auch ein gewisses Level an Liquidität.

Oftmals wird dafür eine Marktkapitalisierung von rund 500 Millionen verlangt. Das bieten weniger als zwei Dutzend der Kryptowährungen. Doch diese Coins haben vielleicht gerade das größte Potenzial in 2019. Dazu gehören beispielsweise Stellar, IOTA, und EOS.

EOS hat "ein sehr sachkundiges Rechtsteam in den Vereinigten Staaten eingestellt, und arbeitet daran, sich auf der offiziellen Plattform Token für Security-Token-Angebote zu etablieren", erklärt Mark J. Valek.

Einen der größten Trends vermuten Experten jedoch in den Securiy Token. Das ist die Verbriefung von echten Assets in digitale Token. Die Assets sind dabei vorwiegend Aktien, können jedoch auch Immobilien oder Kunstobjekt darstellen. Hier könnte also einer der größten Entwicklungen in 2019 liegen und potenziell viele neue, werthaltige Token entstehen.

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Biallo-Tipp

Biallo.de warnt vor einem Investment in Bitcoins. Die Anlage ist hochriskant, die Gefahr eines Totalverlusts immens. Zudem kann die Währung für kriminelle Zwecke missbraucht werden. Anleger sollten getreu dem Motto verfahren: Kaufe nur, was Du kennst!

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de