Bitcoin: Marc Friedrich vs. Claus Vogt – Comeback oder Totalabsturz?

Kryptowährungen Bitcoin: Marc Friedrich vs. Claus Vogt – Comeback oder Totalabsturz?

Kevin Schwarzinger
von Kevin Schwarzinger
04.07.2018
Auf einen Blick
  • Seit Jahresbeginn hat der Bitcoin-Kurs ordentlich Federn gelassen. Während Kritiker bereits das Ende der Kryptowährung eingeläutet haben, sehen andere noch Potential nach oben 

  • Sogenannte Initial Coin Offerings (ICOs) sind hochriskant. Nun warnen Verbraucherschützer vor unseriösen Anbietern.
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Kein anderes Thema ließ Anleger-Herzen im vergangenen Jahr höher schlagen als die Kryptowährung Bitcoin. Kaum verwunderlich, lag doch der Bitcoin-Kurs Anfang 2017 noch bei weniger als 1.000 US-Dollar, um dann zum Jahresende an der 20.000-Dollar-Marke zu kratzen. Bitcoin war und ist nicht nur ein heißes, sondern vor allem ein kontroverses Thema.

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Bitcoin spaltet die Finanzwelt

Die alte Garde der Finanzwelt warnt unermüdlich vor den Gefahren der hochspekulativen Anlage, während auf der anderen Seite die Bitcoin-Jünger eher die Chancen als die Risiken im Blick haben. Doch nun scheint es, als ob die alten Hasen am Finanzmarkt Recht behalten würden. Vergangene Woche fiel der Bitcoin-Kurs zwischenzeitlich unter 6.000 US-Dollar. Zwar machte Bitcoin in den vergangenen Tagen einen deutlichen Satz nach oben, doch viele Experten rechnen mit weiteren Kursverlusten.

"Im schlimmsten Fall kann der Kurs noch unter 3.000 US-Dollar fallen", sagt Marc Friedrich, Ökonom und Bestsellerautor. Gleichzeitig gibt er allerdings Entwarnung: "Bitcoin hat bereits viele Krisen überlebt. Ich rechne damit, dass im September der Turnaround kommt und der Kurs auf 10.000 US-Dollar steigen wird". Und nicht nur das: Friedrich und sein Geschäftspartner Matthias Weik gehen langfristig sogar von sechsstelligen Kursen aus. Falls der Turnaround ausbleibe, werde der Bärenmarkt länger andauern.

Während Bitcoin-Befürworter zur Gelassenheit aufrufen, sind andere Experten alles andere als optimistisch. "Kryptowährungen sind Spekulation pur", warnt Claus Vogt, Chefredakteur der Börsenpublikation "Krisensicher Investieren". Es deute vieles darauf hin, dass der Höhepunkt bereits erreicht sei und es jetzt ähnlich wie am Neuen Markt nach unten gehe. "Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die große Bitcoin-Party vorüber ist", so der Bankmanager und Publizist Vogt.

Lesen Sie auch: Wer hoch fliegt, fällt tief

In einem Punkt sind sich sowohl Bitcoin-Jünger als auch Kritiker einig: Anleger sollten stets nach dem Motto verfahren: "Kaufe nur das, was du auch verstehst." Wer die Materie nicht versteht - etwa wie Bitcoin hergestellt wird - kann auch die damit verbundenen Risiken nicht einschätzen. Dann gibt es nur eins: Finger weg! Wer sich allerdings mit der Materie auskennt und auf Risiko fahren möchte, könne maximal fünf Prozent des Vermögens in die Krypto-Thaler investieren, so der Honorarberater Friedrich.

Was spricht die Charttechnik?

Aus charttechnischer Sicht zeigt sich der Bitcoin-Kurs weiter angeschlagen. Der übergeordnete Abwärtstrend seit Dezember 2017 ist nach wie vor intakt. Seither hat der Kurs rund 70 Prozent eingebüßt. Die horizontale Unterstützung verläuft bei gut 5.800 US-Dollar und wurde zuletzt zweimal getestet. Wird die wichtige Marke nach unten durchbrochen, drohen weitere Kursverluste. Die nächsten größeren Unterstützungen liegen bei rund 4.900 beziehungsweise 4.400 US-Dollar. Nach oben würde sich das Bild erst wieder deutlich aufhellen, wenn der Kurs nachhaltig die Marke von 7.500 US-Dollar überwindet.

ICOs: Tummelplatz für Betrüger

Der Hype um Kryptowährungen und sogenannte Initial Coin Offerings (ICOs) ruft auch Betrüger auf den Plan. ICOs sind eine Variante des Crowdfundings, bei dem ein Unternehmen von Privat-Anlegern Kapital einsammelt. Bei ICOs werden neue digitale Währungen erzeugt, die interessierte Anleger erwerben können.

"Dubiose Anbieter nutzen den Hype um Bitcoin, Ethereum, Ripple und Co. und ködern Anleger mit dem Argument, bei einer neuen, erfolgsversprechenden Kryptowährung von Anfang an dabei zu sein", sagt Wolf Brandes, Teamleiter Marktwächter Finanzen bei der Verbraucherzentrale Hessen.

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Laut den Hessischen Verbraucherschützern fehlen auf den Internetseiten der Anbieter oftmals konkrete Ansprechpartner, der Firmensitz liege häufig im Ausland oder es sind gleich mehrere ausländische Staaten angegeben. Zudem seien die Allgemeinen Geschäftsbedingungen aus Verbrauchersicht unfair und wichtige Dokumente, die einen sachlichen Überblick über das Chance-Risiko-Verhältnis geben, suchen Anleger vergebens.

"Diese Investments bergen ein hohes Potenzial für Missbrauch, da der Verkauf häufig gegen virtuelle Währungen wie Bitcoin oder Ethereum erfolgt", meint Brandes.

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Jahrgang 1988, studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und war währenddessen bereits als Werkstudent bei biallo.de angestellt. Seit 2016 ist er Mitglied der Redaktion und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de