Bitcoin: Wer hoch fliegt, fällt tief

Krypto-Blase Bitcoin: Wer hoch fliegt, fällt tief

Sebastian Schick
von Sebastian Schick
20.12.2017
Auf einen Blick
  • Immer mehr Kleinanleger stürzen sich auf die digitale Währung Bitcoin. Erinnerungen an den Neuen Markt werden wach, als viele Papier-Millionäre über Nacht Haus und Hof verloren.

  • Marktexperten warnen vor einem Engagement in Bitcoin: "Das Computergeld ist weder durch die Wirtschaftskraft eines Währungsraums noch durch Gold gedeckt."
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100 Prozent in drei Wochen, 700 Prozent in sechs Monaten und 2.000 Prozent in einem Jahr – die Bilanz des Bitcoin ist beeindruckend. Kein Wunder, dass die Kryptowährung derzeit neue Käufer anzieht, wie das Licht die Motten. Vor allem, da die Krypto-Jünger immer wahnwitzigere Kursziele ausrufen.

    Bestes Beispiel: Die Winklevoss-Zwillinge. Cameron und Tyler Winklevoss erlangten durch den Kinofilm "The Social Network" (2010) internationale Berühmtheit. Sie hatten im Jahr 2004 ihren ehemaligen Harvard-Kommilitonen und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg wegen Ideenklaus verklagt. Einen Teil ihrer Abfindung in Höhe von 65 Millionen US-Dollar - nämlich 11 Millionen US-Dollar - investierten die Brüder in Bitcoin. Damals im Sommer 2012 stand der Kurs zeitweise unter 100 US-Dollar. Mittlerweile sollen die Winklevoss-Zwillinge im Besitz von 1,5 Millionen Bitcoin sein. Das Paket hätte aktuell einen Wert von 27 Milliarden US-Dollar.

    Kursziel 360.000 US-Dollar?

    Doch damit nicht genug. Bitcoin sei das Gold 2.0, sagte Cameron Winklevoss vor kurzem in einem CNBC-Interview. Mit zwei entscheidenden Vorteilen: Bitcoin sei leichter transportierbar und besser teilbar als Gold. Im Vergleich dazu sei Bitcoin mit einer Marktkapitalisierung von 300 Milliarden US-Dollar deutlich unterbewertet zu Gold (sechs Billionen US-Dollar). Deshalb könnte sich der Bitcoin laut Winklevoss vom jetzigen Niveau aus noch verzehn- oder sogar verzwanzigfachen. Damit kämen die Winklevoss-Zwillinge auf ein Vermögen von gut 500 Milliarden US-Dollar und hätten ihren Erzrivalen Mark Zuckerberg (aktuell 74 Milliarden US-Dollar) weit in den Schatten gestellt.

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    Eines ist klar: Seriös sind solche Prognosen nicht. Sie führen nur dazu, dass diejenigen, die den Zug verpasst haben, in Torschlusspanik geraten. Zu verführerisch ist der Traum vom schnellen Geld. Manche verkaufen sogar Haus und Hof, um ihr gesamtes Vermögen in Kryptowährungen zu stecken. Die Frage ist nur: Wie bekommen sie es bei einem Crash wieder heil heraus?

    Papier ist geduldig - das Internet auch

    Erinnerungen an die große Dotcom-Blase und den Neuen Markt werden wach. Damals stürzten sich viele Kleinanleger wild auf Neuemissionen, die keiner kannte. Kursgewinne von 100 Prozent und mehr gehörten zur Tagesordnung. Pommes-Buden wurden mit Milliarden bewertet. Die Gier machte viele Anleger blind. Statt den Verkaufsknopf zu drücken und die Gewinne mitzunehmen, bekamen viele Börsenneulinge ihren Kragen nicht voll. Auf dem Papier noch Millionär folgte quasi über Nacht der Totalabsturz, weil keiner mehr einen Abnehmer für die marktengen Internet-Aktien finden konnte. Genauso könnte es auch mit den marktengen Internet-Talern passieren. Die Frage ist nur, wann?

    Durchaus möglich, dass der Bitcoin-Kurs noch weiter steigt. Schließlich wird der Preis durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Doch genauso schnell kann der Schuss nach hinten losgehen: "Das Computergeld ist weder durch die Wirtschaftskraft eines Währungsraums noch durch Gold gedeckt. Die Aufsicht ist international uneinheitlich, teils wird reguliert wie bei Rohstoffen, manchmal werden Tauschplattformen geschlossen", sagt Ulrich Stephan, Chefanlagestratege der Deutschen Bank. "Dazu kommt, dass der Bitcoin in den vergangenen sechs Monaten zehnmal stärker schwankte als der Dax und auch mehr als Devisenexoten wie der Ariary aus Madagaskar oder der Pula aus Botswana. Dagegen scheinen das ägyptische Pfund oder der Kenia-Schilling fast schon 'sichere Häfen'." Die Warnung des Marktexperten ist eindeutig: "Solange der Markt nicht reguliert ist, rate ich von einem Engagement dringend ab!"

    Biallo-Tipp

    Biallo.de warnt vor einem Investment in Bitcoins. Die Anlage ist hochriskant, die Gefahr eines Totalverlusts immens. Zudem kann die Währung für kriminelle Zwecke missbraucht werden. Anleger sollten getreu dem Motto verfahren: Kaufe nur, was Du kennst!

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    nach seinem Studium für das Lehramt an Gymnasien mit der Fächerkombination Deutsch/Latein/Geschichte in Würzburg und Berlin entschied sich Sebastian Schick für den Journalismus. 2005 absolvierte er die Ausbildung zum Rundfunkjournalisten an der Akademie für Neue Medien in Kulmbach.

    Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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    nach seinem Studium für das Lehramt an Gymnasien mit der Fächerkombination Deutsch/Latein/Geschichte in Würzburg und Berlin entschied sich Sebastian Schick für den Journalismus. 2005 absolvierte er die Ausbildung zum Rundfunkjournalisten an der Akademie für Neue Medien in Kulmbach.

    Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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    Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de