Covid-19

Corona-Epidemie: Diese Unternehmen forschen an einem Impfstoff

Update: 04.05.2020
Andreas Jalsovec
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Auf einen Blick
  • Zahlreiche Firmen suchen weltweit nach Medikamenten und Impfstoffen gegen das Coronavirus. Es gibt vielversprechende Ergebnisse.

  • Die Aktienkurse der an der Börse notierten Pharma-Unternehmen verzeichneten dabei zum Teil Kursgewinne von 150 Prozent und mehr.

  • Der Kauf der Aktien ist oft sehr spekulativ. Rückschläge in der Forschung können Kursstürze zur Folge haben. Anleger sollten vorsichtig sein.


Blutprobe von einer infizierten Person: Weltweit forschen Unternehmen an einem Heilmittel gegen das Coronavirus.
diy13 / Shutterstock.com

Der Aktienkurs des US-Pharmaunternehmens Gilead Sciences glich in den vergangenen drei Monaten einer Achterbahnfahrt: Es ging wild rauf und runter. Der Unterschied zur todesmutigen Fahrt auf dem Rummelplatz allerdings ist: Abgesehen von den Hochs und Tiefs auf der Strecke verläuft der Kurs insgesamt stetig nach oben. Kein Wunder: Denn die US-Firma stellt den Wirkstoff Remdesivir her. Er ist derzeit eines der vielversprechendsten Mittel, wenn es darum geht, ein Medikament gegen das Corona-Virus zu entwickeln.

Erstmals hat Remdesivir nun in einer großangelegten Studie in den USA gezeigt, dass es gegen das Virus wirken könnte. In der Untersuchung des US-Gesundheitsinstituts wurden mehr als 1000 Patienten in fast 70 Kliniken behandelt. Die Ergebnisse waren vielversprechend. Einige Experten rechnen nun mit einer baldigen Zulassung des einst als Mittel gegen Ebola-Infektionen entwickelten Wirkstoffs.

Bis es so weit ist, kann es aber auch noch Rückschläge geben. So hatte zuvor eine chinesische Untersuchung den Nutzen von Remdesivir angezweifelt. Weitere Studien werden daher die Wirksamkeit beweisen müssen. Solange wird wohl auch die Achterbahnfahrt beim Gilead-Kurs weitergehen.

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Mehr als 100 Forschungsprojekte weltweit

Das Beispiel Gilead zeigt: Firmen, die an Mitteln gegen "Covid 19" forschen, werden an der Börse derzeit mit Argusaugen beobachtet. Das gilt nicht nur für Medikamentenhersteller. Auch Impfstoffproduzenten werden oft heiß gehandelt. Weltweit gibt es davon einige - und sie arbeiten mit Hochdruck. "Noch nie haben Pharma-Unternehmen und Forschungseinrichtungen so schnell auf einen neuen Erreger reagiert wie auf das neue Coronavirus, das die Krankheit Covid 19 hervorruft", heißt es etwa beim Verband forschender Pharma-Unternehmen. Weltweit laufen derzeit nach Angaben des Verbands mehr als 100 Projekte, in denen Unternehmen, Universitäten und Institute an einem Impfstoff gegen das Virus arbeiten.

Wann ihnen der Durchbruch bei der Suche nach einem wirksamen Mittel gelingen wird, ist offen. So zeigten sich zuletzt Forscher der Universität Oxford zwar optimistisch, dass bereits im Herbst ein Impfmittel zur Verfügung stehen könnte. Zuständige Genehmigungsstellen sind jedoch deutlich skeptischer. So geht etwa das in Deutschland für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel zuständige Paul-Ehrlich-Institut davon aus, dass erst im Frühjahr 2021 ein Impfmittel gegen das Virus bereit steht. Auch die US-Behörde NIAID rechnet mit einer Dauer von einem Jahr.

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wachs p.a.
 
1.
AB SICAV I Sh. Du. High Yield Pf. A2 USD
LU0654559516
3,38%
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2.
AXA WF-Em. Mkt. Sh. Du. Bd. A Dis USD
LU0964940091
3,08%
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3.
LM West. As. Short Dur. High In. BF A USD
IE0034202634
2,76%
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Laufzeit: 5 Jahre

Fortschritte beflügeln Fantasie der Anleger

Fortschritte in der Forschung allerdings beflügeln heute schon die Fantasie der Anleger bei jenen Unternehmen, die an einem Impfstoff arbeiten oder Medikamente entwickeln, um den Verlauf der Lungenkrankheit zu lindern. So war vor einiger Zeit die deutsche Firma CureVac in die Schlagzeilen geraten, als sich US-Präsident Trump für das Tübinger Unternehmen und deren Forscher interessierte.

CureVac arbeitet ebenfalls an einem Impfstoff. Großinvestor von CureVac ist SAP-Gründer und Fußball-Mäzen Dietmar Hopp. Er erteilte Trump eine Absage. Doch die Begehrlichkeiten der Amerikaner ließ Anleger auf einschlägigen Börsenportalen nach der CureVac-Aktie suchen. Das Unternehmen ist allerdings gar nicht börsennotiert. Andere dagegen sind es, – und ihre Aktien verzeichneten in den vergangenen Wochen zum Teil spektakuläre Kurssteigerungen.

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Wettlauf um ein Impfmittel

Eines der vielversprechendsten Unternehmen für die Impfstoff-Entwicklung sitzt in den USA: Die an der US-Börse Nasdaq notierte Firma Moderna hat bereits Mitte März mit der ersten klinischen Phase für ihren Impfstoff begonnen und erprobt ihn an Freiwilligen. Das Unternehmen hat schon einmal erfolgreich an einem Gegenmittel für ein ähnliches Virus gearbeitet. Moderna hat damit im Moment beim Rennen um den Corona-Impfstoff die Nase vorne. Der Kurs der Aktie stieg seit dem 19. Februar, dem Beginn der Corona-Krise, um fast 150 Prozent.

Die Mainzer Biotechnologie-Firma BioNtech ist das erste deutsche Unternehmen, das einen Impfstoff an Menschen testet. Die Firma erhielt die Genehmigung für eine Studie an 200 gesunden Freiwilligen. BioNtech kooperiert dabei mit dem chinesischen Pharmakonzern Fosun Pharma und dem US-Konzern Pfizer. Der BioNtech-Kurs legte seit dem 19. Februar um gut 45 Prozent zu. Das US-Unternehmen Novavax forscht ebenfalls an einem Impfmittel. Die ersten Studien mit Freiwilligen sind für Mitte Mai geplant. Die Novavax-Aktie stieg seit Beginn der Krise um mehr als 130 Prozent.

Die US-amerikanische Biotechnologie-Firma Inovio hat Anfang April mit den klinischen Tests ihres Impfstoffs begonnen. Der Kurs der Inovio-Aktie hat sich seit Krisen-Beginn mehr als verdreifacht.

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Rechner topfondsagp
3
 
Name
ISIN
Wertzu-
wachs p.a.
 
1.
Variopartner SICAV MIV Gl. Medtech Fd. P1
LU0329630999
12,68%
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2.
RIM Global Bioscience
LU0120651160
12,31%
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3.
Bellevue F. (L)BB Ad. Medt. &Serv. T EUR
LU0433846515
12,06%
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Laufzeit: 5 Jahre

Forschung an Medikamenten gegen Corona

Trotz der weltweiten Forschungsanstrengungen ist es unwahrscheinlich, dass es schon in diesem Jahr zu Massenimpfungen gegen das Virus kommen wird. Schneller könnte es gehen, ein Medikament zur Behandlung der Krankheit zu entwickeln. Oft sind es Heilmittel, die schon gegen andere Krankheiten zugelassen sind. Diese müssten "nur umfunktioniert werden, was schneller gehen kann als eine Neuentwicklung", heißt es beim Verband forschender Pharmaunternehmen.

Die eingangs erwähnte US-Firma Gilead Sciences etwa, deren Kurs derzeit stetig im Zickzack nach oben läuft, ist ein führender Anbieter von Aids-Medikamenten. Gileads Anti-Virus-Wirkstoff Remdesivir hat bereits seine Wirksamkeit gegen Viren wie Sars oder Mers gezeigt, die mit dem jetzigen Corona-Virus eng verwandt sind. Nicht zuletzt deshalb versprechen sich viele von dem Medikament auch Erfolge im Kampf gegen das neue Corona-Virus. Der Kurs der Gilead-Aktie jedenfalls ist seit dem 19. Februar um knapp 25 Prozent gestiegen.

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Auch große Pharmakonzerne mischen mit

Auch der US-Pharmariese AbbVie stellt ein vielversprechendes Präparat im Kampf gegen das Virus her: Kaletra wurde ursprünglich als Aids-Medikament entwickelt. Es enthält die Wirkstoffe Lopinavir und Ritonavir. Das Medikament soll demnächst in großen Studien weltweit erprobt werden. Der Kurs der AbbVie-Aktie hat dennoch seit Beginn der Krise fast 13 Prozent verloren.

Auf dem Wirkstoff Cloroquin ruhen ebenfalls viele Hoffnungen. Das Mittel ist eigentlich in Malaria-Medikamenten enthalten. Es soll aber auch gegen das Corona-Virus helfen. Cloroquin wurde in den vergangenen Jahren nur noch wenig verordnet. Das Originalpräparat stellt die deutsche Firma Bayer her. Der Pharmakonzern hat die Produktion des Medikaments mittlerweile wieder hochgefahren und spendet das Medikament für die Anwendung von Covid-19-Patienten. Die Bayer-Aktie hat in der Krise von der möglichen Wirksamkeit von Cloroquin jedoch nicht profitiert: Sie verlor knapp 20 Prozent an Wert.

Investitionen in die Firmen sind meist hochspekulativ

Die Beispiele zeigen: Längst nicht jede Aktie, die mit einem Corona-Medikament in Verbindung gebracht wird, ist auch ein Garant für Kursgewinne. Ohnehin ist gerade bei den Unternehmen, die an einem neuen Medikament oder Impfstoff arbeiten, Vorsicht angesagt. Selbst in der letzten Phase der Erprobung können solche Medikamente noch scheitern. Dann strafen die Investoren die Aktien in der Regel hart ab. Dasselbe gilt für den Fall, dass ein Unternehmen, das aussichtsreich forscht, das Rennen um den Durchbruch bei einem Impfstoff am Ende doch noch gegen einen Konkurrenten verliert. Auch das kann zu herben Kursverlusten führen.

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Investitionen in solche Aktien sind daher hochspekulativ. Ein gutes Beispiel dafür ist die Aktie von BioNTech. Ihr Wert hatte sich zwischenzeitlich verdreifacht. Als jedoch klar wurde, dass auch andere Firmen Fortschritte bei der Impfstoff-Forschung machen, sackte der Kurs drastisch ab: Binnen zwei Tagen verlor die Aktie mehr als 50 Prozent an Wert.

Biallo Tipp

Der Verband der forschenden Pharmaunternehmen in Deutschland bietet eine ständig aktualisierte Übersicht über die laufenden Projekte zur Coronavirus-Forschung.



  Andreas Jalsovec


 

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