Geldpolitik

Corona-Krise: EZB beschließt Notfallpaket und die Märkte stürzen ab

12.03.2020
Auf einen Blick
  • Um die Auswirkungen der Corona-Krise einzudämmen, hat die Europäische Zentralbank ein umfassendes Maßnahmenpaket beschlossen. 

  • Die EZB pumpt bis zum Jahresende zusätzliche 120 Milliarden Euro in die Anleihenkäufe.

  • Die Märkte zeigen sich indes von den Maßnahmen unbeeindruckt. Sowohl der US- als auch deutsche Leitindex haben ihre Tagesverluste sogar ausgeweitet. 
Dax mit mehr als zehn Prozent im Minus. Viele Experten sind sich sicher – es kommt noch dicker.
peter jesche / Shutterstock.com

Die Europäische Zentralbank (EZB) reagiert auf die weltweite Corona-Pandemie und hat bei der Ratssitzung am 12. März ein umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen. Die europäischen Währungshüter stecken bis zum Jahresende zusätzliche 120 Milliarden Euro in Anleihenkäufe. Damit wollen die Notenbanker die Konjunktur stärken sowie die Auswirkungen der Corona-Krise abfedern.

Zudem stellt die EZB europäischen Banken Liquiditätsspritzen in Aussicht, um den Kreditfluss zu stützen. Der Leitzins innerhalb der EU bleibt hingegen weiterhin bei null Prozent.

Der Einlagensatz, zu dem Banken überschüssige Liquidität kurzfristig bei der EZB parken können, bleibt ebenfalls unverändert bei minus 0,50 Prozent. Viele Experten hatten im Vorfeld spekuliert, dass dieser auf minus 0,60 Prozent sinken würde.

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EZB hat keine Pfeile mehr im Köcher

Wegen der unkontrollierten Ausbreitung des COVID-19-Viruses hatten zuletzt andere große Zentralbanken wie die britische Bank of England sowie die US-amerikanische Federal Reserve Bank ihre Leitzinsen deutlich gesenkt. Doch im Gegensatz dazu hat die EZB nur einen begrenzten Handlungsspielraum. Sie kann den Leitzins nur noch in den negativen Bereich senken.

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Maßnahmen zeigen noch keine Wirkung

Die Maßnahme der EZB hat nicht für Beruhigung an den Märkten gesorgt. Ganz im Gegenteil: Der US-Leitindex Dow Jones und der deutsche Leitindex Dax haben ihre Tagesverluste nach der Verkündung ausgeweitet. Der Dow Jones verlor zum Handelsstart mehr als 2.000 Punkten, was ein Minus von 9,3 Prozent bedeutet. Der deutsche Leitindex markierte gegen 14:30 Uhr das vorläufige Tagestief bei 9.308 Punkten, ein Abschlag von 10,8 Prozent.




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