Das Geschäft mit dem Falschgold

Edelmetall Das Geschäft mit dem Falschgold

Kevin Schwarzinger
von Kevin Schwarzinger
15.08.2017
Auf einen Blick
  • Auf Online-Portalen werden immer wieder gefälschte Goldmünzen und -barren zum Verkauf angeboten. 

  • Anleger sollten Gold ausschließlich bei etablierten Händlern und nicht von Privatpersonen kaufen.
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Gold hat als Krisenwährung in Deutschland stets Hochkonjunktur. Aus Angst vor dem nächsten Finanzcrash bunkern die Deutschen tonnenweise Gold. Diesen Goldrausch machen sich Internet-Betrüger zu Nutze und bieten immer wieder Imitate auf Internetplattformen wie Ebay oder Amazon an.

Laut Waldemar Meyer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Edelmetallgesellschaft, stammen die Gold-Attrappen meist aus China. Und die Fälscher legen sich ordentlich ins Zeug, um die Dublikate so echt wie möglich erscheinen zu lassen. "Die Fälschungen werden optisch immer raffinierter", sagt Meyer.

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Der Branchenexperte verzeichnet einen Anstieg der Menge gefälschter Barren und Münzen. Im Kern bestehen die Fälschungen meist aus Kupfer, Messing oder Wolfram und werden mit einer dicken Goldschicht überzogen und anschließend zu Dumping-Preisen angeboten.

Teilweise liefern die Trickser gefälschte Zertifikate und Kaufbelege von renommierten Händlern gleich mit. Dem deutschen Zoll sind die Hände gebunden. Solange die Fälschungen als "Kopien" deklariert werden, ist nichts Illegales daran. Erst wenn Kriminelle versuchen, die Attrappen als echtes Gold zu verkaufen, machen sie sich strafbar.

Tückische Schnäppchen-Angebote

Wer glaubt, bei Gold ein Schnäppchen ergattern zu können, der irrt. "Schnäppchen kann es beim Gold generell nicht geben", sagt Meyer. "Gold ist Zahlungsmittel. Es würde Ihnen ja auch niemand einen Zehn-Euro-Schein für acht Euro verkaufen", so der Branchenexperte weiter.

Ende Januar ersteigerte beispielsweise ein Ebay-Nutzer eine als "Perth-Mint-Goldbarren" angepriesene Fälschung zum Preis von 367 Euro, was nicht einmal einem Drittel des marktüblichen Preises entsprochen hätte. Manche Trickser denken in größeren Dimensionen.

Im Juli dieses Jahres haben Betrüger etwa 4.000 Anleger um fast 50 Millionen Euro geprellt. Für den Schwindel haben die Falschmünzer 3,6 Tonnen Dubletten aus China beschafft.

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Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
25,00
1,00%
2.
18,75
0,75%
3.
10,00
0,40%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 3 Monate

Lesetipp

Wie bewahren Sie Ihre Barren oder Münzen am besten auf, welche Versicherung zahlt im Schadensfall? Das lesen Sie in unserem Beitrag: "Goldschätze richtig versichern".

Wie lässt sich Falschgold erkennen?

Da die Fälschungen sich oftmals optisch kaum vom Original unterscheiden, ist es für Laien schwierig, die Duplikate zu erkennen - ihnen fehlt schlichtweg die Erfahrung. Doch Erfahrung allein reicht nicht aus, spezielle Technik muss her:

"Die Echtheitsprüfung von Edelmetallen erfordert langjährige Erfahrung sowie komplexe technische Gerätschaften. Dies ist für einen Privatinvestor sehr aufwändig", schreibt das Edelmetallhandelshaus Pro Aurum auf seiner Internetseite. Experten greifen dabei auf eine Vielzahl von Hilfsmitteln zurück, wie etwa Röntgenspektrometer, Säuretest oder spezielle Ultraschallgeräte.

Beim Goldkauf auf Nummer sicher gehen

Wer Gold über das Internet kaufen möchte, sollte dies nur bei Adressen tun, die eine nachvollziehbare Historie vorweisen können. "Wenn jemand seit zehn Jahren im Geschäft ist, dann kann er sich nicht viel erlaubt haben, sonst wäre er nicht mehr auf dem Markt", erklärt Meyer. Wer den Privatkauf vermeidet und sich stattdessen an einen Fachhändler wendet, liegt meist goldrichtig.

Exklusiv-Interview mit Thorsten Polleit: "Der Euroraum als solcher ist ein Gefahrenherd"

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Jahrgang 1988, studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und war währenddessen bereits als Werkstudent bei biallo.de angestellt. Seit Januar 2016 ist er Volontär.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de