Das sind die besten Aktienmärkte

Börsen im weltweiten Vergleich Das sind die besten Aktienmärkte

Manfred Fischer
von Manfred Fischer
28.02.2017
Auf einen Blick
  • Aktien werfen langfristig hohe Renditen ab, das ergibt eine aktuelle Studie. Deutsche Papiere fallen im internationalen Vergleich ab.
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Deutsche Geldanleger scheuen das Risiko - das ist ein Klischee. Doch wie das mit Klischees so ist, meist ist daran etwas Wahres. Wie viel in diesem Fall wahr ist, verdeutlicht eine internationale Studie von Marktforschern der Schweizer Großbank Credit Suisse. Seit vielen Jahren analysieren die Experten die Renditen von Geldanlagen in wichtigen Volkswirtschaften. Ihre jetzt veröffentlichten neuen Zahlen lassen Deutschland fast als Aktienmärktchen erscheinen.

Das Zahlenwerk, das 21 Länder vergleicht und bis ins Jahr 1900 zurückreicht, zeigt: Weltweit diversifizierte Aktienanlagen rentierten in den vergangenen 117 Jahren im Schnitt mit 5,1 Prozent jährlich. Deutsche Aktien warfen im selben Zeitraum jährlich 3,3 Prozent an realer Rendite ab. In der Zeit von 2000 bis 2016 erzielten deutsche Aktien im Schnitt sogar nur 2,2 Prozent Rendite.

Spitzenreiter Südafrika

Im internationalen Vergleich landet Deutschland in der Rangliste der Credit Suisse weit abgeschlagen, hinter Ländern wie Japan, Norwegen, Irland und der Schweiz, gleichauf mit Frankreich. Auf Platz 1 kommt Südafrika.

Seit dem Jahr 1900 bescherten Aktien am Südzipfel des Schwarzen Kontinents durchschnittlich 7,2 Prozent Rendite. Dahinter die Aktienmärkte Australiens (6,8%), USA (6,4%), Schwedens, Kanadas und des Vereinigten Königreichs (5,5 %).

Schwach schneidet der Aktienmarkt Chinas ab. Die Zahlen reichen hier bis in das Jahr 1993 zurück. Für die Zeit von 1993 bis 2016 errechnen die Forscher eine durchschnittliche jährliche Rendite von minus 2,9 Prozent. Das Vorzeichen hat sich freilich umgekehrt. Seit dem Jahr 2000 bringen chinesische Aktien Anlegern im Mittel 2,7 Prozent reales Plus.

Deutsche Staatsanleihen langfristig im Minus

Gegenstand der Studie sind auch Staatsanleihen. Im langfristigen Vergleich liegt deren Rendite weit unter der von Aktien. Für die zurückliegenden 117 Jahre kommen die Experten weltweit auf einen Durchschnittswert von 1,8 Prozent. Bei kürzerem Betrachtungszeitraum kann dies anders aussehen - ganz anders.

So ergeben die Berechnungen für die Phase zwischen 2000 und 2016 eine weltweite Aktienrendite von 1,9 Prozent. Zur Erinnerung: Im Frühjahr 2000 platzte die Dotcom-Blase, im September 2001 brachen die Aktienkurse nach den Terroransschlägen in den USA ein, 2008 ließ die Hypothekenkrise die Finanzmärkte zusammenbrechen. Das Plus bei Staatsanleihen in diesem Zeitraum ist mehr als doppelt so groß wie das bei Aktien; 4,8 Prozent weist die Studie aus.

Für deutsche Staatsanleihen verzeichnen die Markforscher seit der Jahrtausendwende eine Durchschnittsrendite von 7,1 Prozent. Für die Zeit von 1900 bis heute errechnet sich ein Minus von 1,3 Prozent - vor allem eine Folge der beiden Weltkriege und der Hyperinflation Anfang der 1920er-Jahre.

LandAktien
2000 bis 2016
(%)
Staatsanleihen
2000 bis 2016
(%)
Aktien
1900 bis 2016
(%)
Staatsnleihen
1900 bis 2016
(%)
Australien5,14,66,81,7
China2,73,4seit 1993: - 2,9seit 1993: 2,3
Deutschland2,27,13,3-1,3
Frankreich1,76,23,30,3
Großbritannien2,44,65,51,8
Irland2,05,64,41,6
Japan0,84,04,2-0,8
Kanada4,25,35,72,2
Russland1,25,1seit 1995: 4,8seit 1995: 4,5
Schweden5,05,75,92,7
Südafrika8,25,17,21,8
USA2,75,16,42,0

Durchschnittliche Renditen von Aktien und Staatsanleihen in ausgewählten Ländern (nach Abzug der Inflation). Quelle: Credit Suisse Global Investment Returns Yearbook 2017.

Lesen Sie auch: Australien - nicht nur Rohstoffe überzeugen

Biallo-Tipp

Eine Zusammenfassung der Credit Suisse-Studie mit den Daten zu allen 21 Ländern finden Sie hier: Credit Suisse Global Investment Returns Yearbook 2017

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